Heizenergiekennwert und Wärmepumpe

Diskutiere Heizenergiekennwert und Wärmepumpe im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; ungerne streue ich eine Frage über mehrere Foren, diesmal muss es aber sein. Unter http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=32771...

  1. Stephan

    Stephan

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    ungerne streue ich eine Frage über mehrere Foren, diesmal muss es aber sein. Unter

    http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=32771

    stellt sich die Frage,

    wieviel Strom eine Wärmepumpe eines Passivhauses pro qm und Jahr verbrauchen darf, dass der Passivhausstandard noch erreicht wird?

    Wie definiert sich der Heizenergiekennwert in Bezug auf Wärmebereitstellung und Stromverbrauch einer Wärmepumpe?

    ird der Heizenergiekennwert <=15 kWh/(m²a)) als Primärenergie oder als KW Stromverbrauch gerechnet.

    Die Frage wurde über mehrere Foren gestreut (macht man normalerweise nicht, wird aber auch oft gemacht :-)

    Für fachliche Antworten wäre ich dankbar. Gruss Stephan
     
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  3. Frank Paul

    Frank Paul Gast

    Und warum interessiert es Dich? Bist Du gerade dabei, Dir Deine Bude schönzurechnen?

    Es gibt da so viele Definitionen... hier und anderswo wurde auch schon behauptet, ein Passivhaus darf übers Jahr gesehen garkeine Energie verbrauchen. Sonst wär's ja nicht "passiv".

    Es gibt also wahrscheinlich mindestens eine Definition nach der Dein Haus ein Passivhaus ist und eine, nach der es das nicht ist.

    Wobei mir die Diskussion ("Mein Energieverbrauch ist niedriger als Deiner, ätsch") schon lieber ist als die Frage nach der Fuchsschwanzlänge...

    Aber Du hast ja in Dein Haus auch richtig Geld gesteckt. Ob sich das "lohnt" darf man da wohl nicht fragen, was?

    Servus, Frank
     
  4. mls

    mls Bauexpertenforum

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    wenn man in der phpp-systematik bleibt:
    15 ist heizwärmebedarf!
    so, wie in der guten alten fossilzeit auch (bis zur wsvo95)

    seit enev01 lebe der prim.faktor - prim. hat aber nix mit "den 15" im phpp zu tun.
    deshalb entspr. "kfw-ph-kriterium" 40 (heiz, prim.) .. etwa dem phpp-kriterium 15 (heiz): q,p(strom) = 2,7

    prim(phpp) ist dann ganz was anderes: nämlich heiz+ww .. bezogen auf andere fläche .. aber mit den prim´n von 4101 t10 beaufschlagt.
    doch fast wie enev? aber nur fast ;)

    in der hoffnung, für grösstmögliche verwirrung gesorgt zu haben .. :D
     
  5. Stephan

    Stephan

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    Für Verwirrung - in der Tat

    aber Herr Sollacher zumindest in der ganzen Diskussion, die über 4 Foren verteilt läuft bisher die beste Antwort - man erkennt hat den Profi :-)

    Wenn ich also mal sagen darf, was ich kappiert hab, dann ist der Heizenergiebedarf <=15 unabhängig von der Energieart und heisst im Klartext nur benötigte bzw. erzeugte Wärme, ganz gleich wie. Heisst dann im Umkehrschluss, dass wenn eine WP 15 KWh Wärme produzieren darf, dass bei einer COP von 4 dafür 15/4=3.75KWh Strom verwendet werden dürfen.

    Dagegen hab ich den Satz: "prim(phpp) ist dann ganz was anderes: nämlich heiz+ww .. bezogen auf andere fläche .. aber mit den prim´n von 4101 t10 beaufschlagt" nicht verstanden, gebe zu, bin dumm, will es aber nicht bleiben :-) Können Sie das nochmal ein wenig ausführlicher erläutern, was Sie da meinten?

    Gruss Stephan
     
  6. mls

    mls Bauexpertenforum

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    woher soll ich wissen, was ich vor ein paar stunden aussagen wollte? :p

    der fragliche passus versteckt z.t. das, was richard in bau.de beschrieben hat .. etwas ausführlicher:
    15 kwh/m2a ist nur heizen - mit brauchwasser, primärenergetischer bewertung, aufwandszahlen für erzeugung/verteilung kommt man auf die 120.
    in den 15 steckt aber auch die la/wrg drin .. kann etwa 1 kwh/m2a sein.

    mittels COP (woher? genauigkeit?) die heizwärme rückzurechnen, halte ich für wenig zielführend... aber wenn´s spass macht? :)

    nochmal zurück zu prim-phpp:
    dieses rechenverfahren hat so nur oberflächlich mit enev zu tun:
    die flächenberechnung ist anders, die prim.faktoren sind auch anders, la/wrg ist heizung .. daher vorsicht mit vergleichen.
    die systematik von phpp und enev ist unterschiedlich: beim phpp geht´s um realistische (!) werte, nach denen die heizung (jawoll!) und die bautechnik sehr weitgehend und filigran optimiert werden kann. diesen anspruch kann die enev nicht erheben... da kann man bestenfalls auf konfirmität mit einem gesetz planen .. reale werte? naja...
     
  7. Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    na die EnEV rechnet nicht mit den qm Zahlen nach II BVO, sondern mit einer von der Bauform abhängigen "Nutzfläche", die im Allgemeinen höher ist als das, was nach II BVO rauskommt.

    Strom Faktor 2.7? Wo kommt das denn her? Da kann ich auch noch einen draufsetzen: es gibt eine von E.ON veröffentlichte WP Studie ("WP Feldtest"), da wird der Strommix mit 2,65 angegeben und die Aussage gemacht, dass WP's mit Strommix betrieben werden.

    Nochwas: die EnEV rechnet mit 19°C Innenraumtemperatur. Womit rechnet denn Dr. Feist (passiv.de)? Wenn er auch mit 19°C Innentemperatur rechnet, kann man bei 21°C Temperatur gleich noch 12% mehr verbrauchen...

    Frank Paul hat schon recht, wenn er sagt, es wird schon eine Rechnung geben, nach der das alles hinhaut...

    Aber ist das nicht egal? Ist das für das Selbstverständnis so wichtig, ein Passivhaus zu haben?

    Reicht es nicht, wenn man so viel billiger als Gas ist, dass es sich auch rechnet? Rechnet es sich denn?

    Gruß, Hendrik
     
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  9. Stephan

    Stephan

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    Erst mal danke Herr Sollacher für die fachliche Bewertung

    diese dürfe nun eindeutig geklärt sein. Heizwärmebedarf ist erzeugungszunabhängig als reine Wärmeenergie anzusehen, die 120 KWh über den Primärenergiefaktor bewerten dann, wie "energiewirtschaftlich" die 15 KWh in Zusammenhang mit dem restlichen Verbrauch stehen und ob über "Mogelheizungen" ggf. was unterschlagen wurde.

    @Hendrik: Mir geht es nicht darum, unbedingt unser Haus nach drei Jahren schönzurechnen sondern um Verifikation. Sehen Sie, der Begriff Passivhaus als solches wird so oft verwendet und Häuser als Passivhaus verkauft, die dann den Standard nicht erfüllen. Selbst wenn Sie die zahlreichen Beispiele under www.passiv.de ansehen, zeigt man Ihnen lediglich Häuser und deren berechneten Werte, aber keiner zieht offen die Bilanz, ob die berechneten Werte mit den tatsächlich erbrachten Verbräuchen übereinstimmen. Ich könnte jetzt die Veröffentlichung der Werte weglassen -

    und so wie alle sagen, dass unseres ein 100%iges Passivhaus ist und jeder müsste es glauben, weil keiner einen Ansatz für ein Gegenargument zur Hand hat. Das wäre doch einfach und bequem und 100% Werbeträchtig.

    Wäre ich jetzt so frech wie viele zu mir, dann würde ich behaupten, dass jeder, der seine Zahlen nicht öffentlich macht, kein Passivhaus hat. Dann würde das die Meinung von http://www.haustechnikdialog.de/forum.asp?thema=32771 JoRy nur bestätigt werden, dass die Passivhäuser alle kalt sind, die Bewohner im Pelzmantel bei offenem Backofen vor dem Fernseher sitzen müssen :-)

    Ich bin aber nicht bequem, nicht zu mir und auch nicht für andere :-) Ich sag, was mir verkauft wurde :-) mit welchem Aufwand ich meine Hütte auf 23 Grad halte, dass ich Barfuss durchs Haus laufen kann und nicht im Pelzmantel vor dem Fernseher sitzen muss - und wieviel Energie tatsächlich verbraucht wird :-) Die Rechnung, die GS bemängelt ist was ganz anderes, diese scheint tatsächlich so nicht zu stimmen und muss überarbeitet werden - ABER UND DAS IST WIEDER WICHTIG - darf nicht schöngerechnet sein. Daher such ich die öffentliche Diskussion, die aber leider oft (MLS und Hendik beweisen das Gegenteil) lieber auf der Beschimpfungs- oder Hohn-Lachebene geführt werden (das aber zu 95% wieder auf Anonymousebene).

    Mein einzigstes Problemchen derzeit ist, dass zwischen Hausstrom und WP kein eigener Zwischenzähler hängt und der vorhandene Zwischenzähler noch an dem Heizstab hängt it dem das 1.Jahr geheizt wurde. Im 1.Jahr wurde der Standard durch die Direktheizung ja auch nicht erreicht, aber das hätte ein anderer Bauherr einfach unter den Tisch fallen lassen :-)

    Das Dokumentationsdefizit wird sich aber hoffentlich im Februar ändern, wenn die Photovoltaikanlage montiert und in diesem Zusammenhang der Zählerplatz umgebaut wird und der Zwischenzähler dann an die WP umgeklemmt wird. Das hat sich nämlich beim WP nicht angeboten, sonst hätte man dafür alleine 150 Euro zahlen dürfen. Nun müsste man noch etwas investieren, um die Heizleistung der WP genau zu ermitteln, das ist aber auch Quatsch, denn die Kosten für die Messeinrichtung stehen in keinem zusammenhang für die daraus gewonnene Erkenntnis.

    In diesem Sinne

    Friedliche Weihnachtstage
     
  10. Hendrik42

    Hendrik42 Gast

    Stephan,

    die Erklärung hat noch gefehlt. Danke. Ich denke auch, Transparenz muss man anstreben. Anderen kann das nur helfen. Und das Vertrauen, dass andere den Unterschied zwischen Realität, intransparenten Werbeaussagen und Bauherren-mit-rosa-Brille erkennen können :-)

    Ich bin ja auch gespannt wie ein Schiesshund, ob sich unser Haus in irgendeiner Form (und nur mit "belegbaren" Korrekturfaktoren) "korrekt" zur EnEV Klassifizierung als KfW60 Haus verhalten wird.

    Denn sicher ist im Moment nur eins: Geld sparen tu ich mit der WP gegenüber Gas/Öl auf jeden Fall. Auch in einer Vollkostenrechnung.

    Gruß, Hendrik
     
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