Heizlastberechnung und Dimensionierung

Diskutiere Heizlastberechnung und Dimensionierung im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, ich suche nach der richtigen Dimensionierung für eine Sole/Wasser WP. Der Wärmeschutzgutachter kommt auf eine Normheizlast von 24 kW...

  1. #1 PaulDiracBaut, 7. Juli 2015
    PaulDiracBaut

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    Hallo,

    ich suche nach der richtigen Dimensionierung für eine Sole/Wasser WP.

    Der Wärmeschutzgutachter kommt auf eine Normheizlast von 24 kW nach DIN 4108 und auf 14,7 kW nach DIN 12831. Er sagt,
    in einer (wohl erster) DIN Norm sei ein Fehler enthalten, der zu systematisch höheren Ergebnissen führt.
    14,7 kW scheint auch nach Abschätzung der Wärmedurchgangszahlen (W/m2/K) von Fenstern, Wänden, Dach und Boden
    vernünftig (wenn man wie üblich von -16° ausgeht (Minimum PLZ 80)), Lüftung mit WRG.

    Spricht etwas dagegen, eine WP mit 22kW zu verbauen? (4kW für WW ausreichend) Da wäre immer noch 3kW Reserve.
    Zu groß dimensionierte Anlagen sind ja oft unwirtschaftlich.

    Danke für qualifizierte Meinungen/Erfahrungen.
     
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  3. R.B.

    R.B.

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    Wozu eine 22kW WP verbauen wenn sich nach EN12831 eine Heizlast von 14,7kW ergibt?

    Wie der Berechner auf die 24kW kommt kann ich nicht sagen. Solche extremen Abweichungen sind mir bisher noch nicht aufgefallen. Wurden überall die korrekten Lüftungsverluste angesetzt? Evtl. WRG?

    Ob man wegen WW einen Aufschlag rechnet, darüber könnte man streiten. Bei einem MFH würde ich das ansetzen, bei einem EFH mit wenigen Personen sicherlich nicht.

    Bei einer Sole-WP würde ich die Heizleistung der WP eher knapp dimensionieren, dafür die Quelle entsprechend üppig auslegen. Die Laufzeiten bzw. Takte sind nicht so kritisch, aber eine üppig dimensionierte Quelle hilft dabei eine gute JAZ zu erreichen.
     
  4. Lexmaul

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    Ich hake mich mal kurz ein und richte die Frage an Dich, R.B.:

    Unsere Heizlastberechnung hat 8,1kW ergeben - mein favorisierter Hersteller hat aber in der neuen generation wohl nur noch 6 & 10 kW-Pumpen...Leistungsreserven sind ja blödsinn bei WPs. Und nun?
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Dann zuerst einmal genau in die Heizlastermittlung schauen, ob dort noch Reserven stecken. Dann die Leistungskurven der WP anschauen, denn eine 6kW WP kann ja auch 7kW liefern, je nach Quelle usw.
    Sollten die 8kW schon grenzwertig sein dann würde ich zum größeren Modell der WP greifen. Man hat Mehrkosten, mehr Aufwand für die Quelle, aber hinsichtlich Effizienz ist es egal ob die WP 1h durchläuft oder zwischendrin mal Pause macht. Immer vorausgesetzt, dass die Quelle zur WP passt und das 6kW bzw. 10kW Modell einen vergleichbaren COP aufweist.

    Sollte der Unterschied zwischen Heizlast und Leistung gem. Leistungskurve gering sein, dann kann man zum kleineren Modell greifen. Bei über 30% würde ich das nicht riskieren.
     
  6. Lexmaul

    Lexmaul

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    Puh, ok...Danke!

    Mal schauen, wann die technischen Daten rauskommen. Ende Juli soll Markteinführung sein.
     
  7. R.B.

    R.B.

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    Die Auswahl der richtigen WP (Leistungsklasse) ist wichtig, aber der oftmals betriebene Kult um die "kleinste" WP entbehrt jeglicher fachlichen Grundlage.

    Man wird zwar immer bestrebt sein die WP möglichst passend zu wählen, aber eine moderate Überdimensionierung hat noch niemandem geschadet. Probleme gibt es immer dann wenn entweder die Heizlast nicht korrekt gerechnet wurde, die Hydraulik völlig neben der Spur war, oder der Wärmeerzeuger drastisch überdimenioniert wurde. Vor allen Dingen die alten Öler mit 40kW aufwärts in einem EFH mit vielleicht 10kW Heizlast hatten mit Takten zu kämpfen, dann noch die Hälfte der Zimmer mit abgewürgten Thermostaten (man muss ja sparen), und schon ging der Öler im Minutentakt an und aus. Aber damals war Energie halt noch billig. Da ging es nach dem Motto "viel hilft viel".....man könnte ja erfrieren, und wenn man den Thermostat aufdreht, dann soll es gefälligst in ein paar Minuten warm sein in der Bude.

    Ich sag´s mal so, ob Deine WP 1.000 Starts mehr oder weniger pro Jahr hat, da wirst Du bei der Effizienz keinen Unterschied feststellen können. Selbst bei einem Verbrenner (Öl oder Gas) ginge der Unterschied noch im Rauschen unter.

    Wichtig ist, dass die Quelle zur WP passt und (ganz wichtig), dass die erzeugte Energie auch abgenommen wird.

    Ach ja, und lass Dich nicht von irgendwelchen Meinungen in Foren verrückt machen. Schau Dir die Fakten an und denke selbst darüber nach. Es gibt in der Praxis nicht nur schwarz oder weiß, sondern dazwischen noch sehr viele Graustufen.
     
  8. #7 malgucken, 23. Juli 2015
    malgucken

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    Wie sieht es denn mit der Effizienz aus, wenn diese WP nun 10kW leisten kann (die Quelle kann noch mehr, Wasser oder Sole), und nur 6kW meist auf Dauer benötigt werden (fast immer ist es ja nicht -15 Grad, oder es gibt eine Ausbaureserve die erst viel später genutzt werden könnte)?
     
  9. flo79

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    PaulDirac. Es gibt jetzt vermehrt modul. Sole-WP (also mit Leistungsanpassung) Modell von 4-16 kw sollte gut passen für euer Vorhaben.
     
  10. R.B.

    R.B.

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    Sorry, aber das ist doch völlig gaga. Da musst Du die Quelle für 16kW dimensionieren damit die Kiste nicht in´s Bodenlose fällt wenn sie mal an den Anschlag rennt. Das ist doch absolut sinnfrei.

    Dann hast Du halt ein paar Takte mehr pro Jahr. Wen juckt´s? Wenn die Temperaturleitfähigkeit des Bodens bzw. der Quelle mitspielt wäre das sogar noch von Vorteil, weil die Quelle immer mal etwas Ruhe bekommt um sich zu regenerieren, so dass die WP beim Einschalten jedes Mal wieder auf eine höhere Quellentemperatur zugreifen kann. Durch die üppig dimensionierte Quelle hast Du sowieso schon einen Effizienzvorteil.
     
  11. flo79

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    Häää, R.B. was meinst? Die HLB sagt 14,7 kw plus evtl. WW-Zuschlag. Er will ne WP mir 22 kw einbauen. Da wirst die Quelle auch nicht für 10kw auslegen. Also was ist das Problem einer Quelle für eine modul. 16kw WP??? Keins das ich erkennen würd. Und in der Übergangszeit kann sie besser laufen als ein 22kw Teil. Zusätzlich sehr gute COP und SCOP Werte lt. Bafa-Liste.

    Für ein MFH in der Nähe des oberfränkischen WP-Herstellers (der ja nicht genannt werden sollte) wurde das Gerät jetzt eingeplant.
     
  12. R.B.

    R.B.

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    Bisher ist zur Heizlast nichts bekannt, die Zahlen oben passten hinten und vorne nicht. Mal ist von 8kW die Rede, dann von 14kW, und auch die 24kW sind schon gefallen. Bis das geklärt ist braucht man über detaillierte Lösungen gar nicht nachdenken.

    Konkret ging es dann aber um folgenden Beitrag bzw. Frage:

    und dann kommst DU mit einer 16kW leistungsgeregelten WP um die Ecke.

    Siehst Du den Unterschied?
     
  13. flo79

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    Ja ich seh den Unterschied. Du auch? Ich hab dem Fragsteller (Paul Dirac) geantwortet der eine HL von 14,7kw nach der gültigen DIN genannt hat. Also ist meine Antwort korrekt. Eine modul. WP mit 16kw würde ziemlich gut passen.

    Du mischt Zahlen von Paul und lexmaul. (der ebenfalls im Faden geschrieben hat) Kann bei der Hitze ja mal passieren aber mußt ja nicht gleich gaga schreiben...
     
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  15. R.B.

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    Ja, Paul darf noch nach einer vernünftigen Heizlastermittlung suchen, denn die Abweichung zwischen 14kW und 22kW ist zu gavierend, das passt hinten und vorne nicht. Folglich hat irgendwer, evtl. beide, falsch gerechnet.
    Lexmaul kam mit den 8kW daher, und malgucken dann mit der letzten Frage.

    Was ich übersehen hatte, dass Du explizit auf die (alte) Eingangsfrage geantwortet hast und nicht auf den Beitrag bzw. die Frage davor, da die Eingangsfrage mangels verlässlicher Infos noch völlig in der Luft hängt, und somit jede Antwort nur Spekulation sein kann.

    Aber das gaga nehme ich zurück, und wenn sich eine Heizlast zwischen 14kW und xx ergeben sollte, dann wäre Deine Variante eine Alternative. Ob sinnvoll, das steht auf einem anderen Blatt.
     
  16. flo79

    flo79

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    Schön das es so viele Blätter gibt:bierchen:
     
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