Heizleistung bestimmen

Diskutiere Heizleistung bestimmen im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, irgendwann in den nächsten Jahren wird wohl mal unsere inzw. 18 Jahre alte Gasheizung das zeitliche segnen. Ich wollte mich im...

  1. OlliL

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    Hallo zusammen,

    irgendwann in den nächsten Jahren wird wohl mal unsere inzw. 18 Jahre alte Gasheizung das zeitliche segnen. Ich wollte mich im Vorfeld schonmal etwas auf den Fall vorbereiten um dann nicht "überstürzt" etwas neues anzuschaffen da sie ggf. zu einer ungünstigen Zeit ausfällt und es langsam fängt kalt zu werden im Haus ;)

    Das Reihenhaus ist von 1973. Ursprünglich EG+OG+Flachdach - inzw EG+OG+DG mit Heizkreis Erweiterung 2er Stränge aus dem OG ins DG. Die Heizungen im DG sind eher "lauwarm" und es dauert recht lange bis das DG von kalt auf warm wechselt... ich vermute mal ein Druckproblem. Aber seis drum - darum soll es nicht unbedingt gehen.

    Die ursprüngliche Planung von 1973 geht von einem Heizbedarf von 15.000kcal aus, also knapp 18kW. Ist es ratsam eine neue Heizlastberechnung zu machen? Zumal dieser Wert noch aus Flachdachzeiten besteht, und wie man oft liest damals auch eher mit dem Schätzeisen geschätzt wurde.

    An wen wendet man sich für eine möglichst "genaue" Heizlastberechnung und mit welchen Kosten ist das ca. (100€, 500€, 1000€, 2000€) verbunden? Macht das ein Energieberater? Wie kann man sicherstellen, das er nicht auch einfach nur "pi mal Daumen" schätzt?

    Grüße,
    OlliL
     
  2. #2 mastehr, 01.12.2014
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    Steht schon fest, ob es wieder eine Gas-Heizung werden soll?
     
  3. OlliL

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    Fest steht gar nichts, aber ich möchte den Thread jetzt ungerne dazu nutzen über die Vorteile der ein oder anderen Heizung zu diskutieren :)
    Ich nahm an - am Anfang solch einer Entscheidung ("welche Heizung") steht erstmal die Ermittlung der Heizlast?!
     
  4. #4 mastehr, 01.12.2014
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    Wenn es wieder eine Gas-Heizung werden soll, könnte man die "Schweizer Formel" nehmen: Energieverbrauch in kWh / 2000 h = Heizleistung. Da die letzten beiden Jahre recht mild waren addiert man noch 15 % Angstzuschlag. Fertig ist Berechnung.

    Als Ergebnis kommt höchstwahrscheinlich raus, dass Du mit einem Modell, was zwischen 4 und 15 kW modulieren kann, gut bedient bist. Zufälligerweise sind das auch die Standard-Modelle aller großen Hersteller.

    Bei anderen Heiz-Medien müsste man schon detailierter rechnen, aber eine WP wird wegen der notwendigen Vorlauftemperaturen wohl nicht in Frage kommen.

    So viel zum praktischen Teil, theoretisch kann man das alles viel wissenschaftlicher betrachten.
     
  5. OlliL

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    OK, da das Haus die letzten 1,5 Jahre quasi nur "gewartet wurde" aber nicht bewohnt war, müssen wir dann wohl erstmal den eigenen, unseren Wünschen entsprechenden, Gasverbrauch ermitteln. In den Jahren davor schwankt der Gasverbrauch zw. 16 und 22 tsd kWh - aber wer weiss schon wie eine über-80-jährige heizt und wie wir heizen möchten ;)
     
  6. R.B.

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    Es gibt viele Möglichkeiten wie man die Heizlast schon im Vorfeld abschätzen kann. Die Vollbenutzungsstunden sind eine Möglichkeit, im EFH Bereich würde ich aber eher mit min. 2.100h rechnen.

    Bei bisher 16-22TkWh wird die Heizlast sehr wahrscheinlich im Bereich 10kW und darunter liegen. Vermutlich ist in den 22TkWh auch WW enthalten, was man auch berücksichtigen sollte.

    Eine weitere Methode wäre eine Rechnung über die Hüllfläche. Dazu braucht man dann halt schon mehr Datenmaterial, und man muss bei einem Reihenhaus berücksichtigen, dass eine bzw. 2 Wände nicht direkt an Außenluft liegen.

    Wie genau man nun rechnen bzw. schätzen muss hängt dann vom Wärmeerzeuger ab. Bei einer WP wird es sich lohnen sehr genau zu rechnen, denn im o.g. Fall macht es schon einen Unterschied ob dann eine 10kW oder 8kW WP zum EInsatz kommen kann. LWP haben wiederum andere Spielregeln die man beachten muss.
    Bei einer Gastherme wird man irgendein "kleines" Modell nehmen, da ja alle so zwischen 10kW und 15kW liegen. Man wird dann auch die Mindestleistung des Wärmeerzeugers mal genauer anschauen.
    Bei einem Pelletkessel wird man wiederum anders planen, und die Eigenheiten der Pelletverbrennung (schwer regelbar usw.) berücksichtigen.

    Eine ordentliche Heizlastermittlung kostet wenige hundert Euro (google hilft). Das hängt von der Anzahl der Räume ab und was an Daten schon vorhanden ist. Bei einem älteren Haus muss man sich halt fragen, ob es sich lohnt auf x Nachkommastellen zu rechnen. Kein Mensch kann in die Wände schauen, Wärmebrücken kann man auch nur vermuten, usw. usw. Die Wärmeerzeuger gibt es auch nur in bestimmten Leistungen, und wenn dann die Praxis in´s Spiel kommt, läuft so manche Berechnung sowieso in´s Leere.

    Eine Überdimensionierung des Wärmeerzeugers sollte man tunlichst vermeiden, das ist unbestritten. ABER man sollte sich zuerst einmal fragen, was überhaupt "Überdimensionierung" bedeutet, und wie sich das beim jeweiligen Wärmeerzeuger bemerkbar macht. Die Diskussion um die Überdimensionierung stammt noch aus Zeiten wo 30kW oder 40kW Ölkessel in einem EFH eine gängige Größe waren. Die konnten nur ein oder aus, eine echte Regelung gab´s auch nicht, und die alten Brenner brauchten ordentlich Zeit bis sie mal auf "Betriebstemperatur" waren (ähnlich einem alten Diesel PKW der auch erst nach 20 oder 30km effizient lief). Wurden die dann während der Übergangszeit im Minutentakt ein- und ausgeschaltet, dann war Effizienz ein Fremdwort.

    ABER diese Zeiten sind vorbei, und solche Dinosaurier finden sich nur noch vereinzelt. Die heutigen Kessel und Thermen sind um Welten besser.

    Ob Deine Gastherme bei 8-10kW Heizlast nun einen Leistungsbereich von 1-10kw oder 3-12kW oder 3-14kW hat, da wirst Du am Jahresende auf der Gasrechnung keinen Unterschied feststellen können. Da gibt es andere Faktoren die viel wichtiger sind, beispielsweise eine gute Regelung die man auch flexibel einstellen kann.

    Fazit: Die Verbrauchsangaben deuten auf eine Heizlast unter 10kW hin. Wie man nun den Wärmeerzeuger dimensioniert, hängt vor allen Dingen auch davon ab, was für ein Wärmeerzeuger zum Einsatz kommen soll. Heizflächen wären zu berücksichtigen, und die WW Erzeugung natürlich auch.
     
  7. OlliL

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    WW wird über Strom erzeugt. Ich hatte überlegt dies im Rahmen einer Badsanierung zu ändern, habe mich aber eigentlich dagegen entschieden, da ich denke mit einem guten elektronisch gesteuertem DLE bin ich auf Dauer günstiger als WW über Heizung. Oder liege ich falsch?
     
  8. #8 mastehr, 01.12.2014
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    Ein DLE kann günstiger sein, wenn wenig Warmwasser benötigt wird und der DLE in unmittelbarer Nähe der Zapfstelle angebracht ist. Mit Regendusche, Whirlpool oder zwei Teenager-Töchtern wird sich die WW-Bereitung über Gas eher rentieren.
     
  9. R.B.

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    Sehe ich auch so. Bei einer typischen Familie rechnet sich ein DLE normalerweise nicht. Der WW Bedarf liegt da schnell bei 200Liter/Tag, und das bedeutet effektiv ca. 7kWh an Energieaufwand. Die Kosten, für einen DLE am Haushaltstrom angeschlossen, belaufen sich dann auf ca. 1,75 € täglich. Mit einer Gastherme ist das Thema für 0,70 €/Tag gegessen, selbst wenn man berücksichtigt, dass im Sommer die WW Erzeugung nicht so effizient ist und ein kleiner Speicher auch Verluste hat.
     
  10. OlliL

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    OK, hätte echt gedacht mit Zirkulationspumpen, "Boiler-Methodik" immer warmes Wasser vor zu halten wäre ein Luxus den man halt bezahlt im Vgl. zum DLE welcher nicht ganz so sexy aber dafür günstiger ist. Soweit meine Denke...
     
  11. #11 mastehr, 01.12.2014
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    Wenn es auch etwas grün sein darf, kann man noch darüber nachdenken, Warmwasser solar zu erzeugen. Dann kann bei günstiger Ausrichtung die Gas-Therme den Sommer über komplett ausbleiben. Mit Regendusche, Whirlpool und einigen Teenager-Töchtern kann sich das sogar finanziell rechnen.
     
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