Heizleistung Fußbodenheizung - Nach Norm auslegen oder besser mehr

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  1. #1 Gast53667, 17.05.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    Hallo Bauexperten

    Momentan befasse ich mich mit der FBH. Wir bauen über einen Bauträger in Kfw-70-Reiheneckhaus.
    Die Beheizung erfolgt über einen Fernwärme-Geothermieanschluss. Alle Wohnräume und der Hobbyraum im KG wird mit FBH ausgestattet.

    Laut Rücksprache mit dem Bauträger beträgt die Vorlauftemperatur 45 Grad. Die Heizleistung ist nach Norm für Wohnräume mit 20 Grad und Badezimmer mit 24 Grad berechnet. Die angenommene tiefste Außentemperatur beträgt -16 Grad.

    Meine Fragen:
    Kann ich die Räume nicht wärmer als 20 Grad heizen, oder wird es nur 20 Grad warm wenn es draußen -16 Grad hat? Was ist, wenn es mal -25 Grad hat (was auch mal vorkommt)?

    Ich komme aus einer Wohnung ohne Fußbodenheizung (Gasheizung/Radiatoren). Das Wohnzimmer ist eigentich immer so 23 - 24 Grad warm, ist also meine Wohlfühltemperatur.

    Soll ich lieber für das Wohnzimmer eine stärkere Heizleistung beauftragen?
    Ist das einfach durch enger verlegte Heizschlaufen machbar oder ist das ein größerer Aufwand?

    Bin über alle Tips, Ratschläge und Erfahrungsberichte dankbar

    Gruß
    Lolly85586
     
  2. H.PF

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    Heizleistung muss nach DEINEN Wohlfühltemperaturen gerechnet werden...
     
  3. kehd

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    Eine Vorlauftemperatur von 45°C bei -16°C? Da verbrennt man sich ja die Füße auf dem Fußboden. Höher als 35°C sollte die nicht sein. Wenn Du 24°C im Wohnzimmer haben willst, wird die Oberflächentemperatur so 27°C sein (Wäre auch Temperatur Deiner Fußsohlen). Die Vorlauftemperatur wird dann so 35°C sein. Was für ein Verlegeabstand soll die FBH denn haben? Oder sind die 45°C die Temperatur, mit der die Fernwärme ins Haus kommt? Dann hättest Du beim warmen Wasser ideale Legionellen-Bruttemperatur.
    Die Auslegungstemperatur bedeutet, daß Du diese Temperatur Tag und Nacht hättest. Meistens scheint aber tagsüber die Sonne und heizt zumindest die Zimmer in Südrichtung zusätzlich auf. Konstant -25°C über mehrere Tage ohne Sonne halte ich für unwahrscheinlich. Da würde die Temperatur dann sicher im Haus Richtung 15°C gehen. Auf diese seltenen Ereignisse hin sollte man keine Heizung auslegen. Dann lieber mal im Haus warm anziehen.
     
  4. #4 Gast53667, 17.05.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    Also ich kann mir nicht vorstellen, dass 45Grad die Temp. wäre, die ins Haus kommt. Das wäre zu wenig. Nein, der Bauträger hat von 45 Grad Vorlauftemp. der FBH gesprochen. Welchen Verlegeabstand die FBH hat weiß ich nicht. Als Laie bekommt man da ja nicht so viele Infos. Ich möchte mich aber bemühen, in den nächsten Tagen ein Gespräch mit dem Planer zu bekommen. Vielleicht rückt der mehr Infos raus.

    Ich möchte halt wissen, ob eine FBH, welche mit z.B. 20 Grad im Kinderzimmer berechnet wurde, auch z.B. 23 Grad schafft, wenn ich volle Pulle aufdrehen würde ...

    Dauerhafte Minustemperaturen von -25 Grad sind in der Tat unrealistisch ...
     
  5. Julius

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    Das klingt gar nicht gut.
    Soll wohl ne BT-Supersprausführung werden...

    Unbedingt die FBH für Vorlauf von max. 35°C und auf Deine gewünschten "Wohlfühl"-Raumtemperaturen auslegen lassen!
     
  6. #6 Achim Kaiser, 18.05.2012
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    Schon die Begrifflichkeiten sind *falsch*.

    Die FBH *Norm* deckt das komplette mögliche FBH-Temperaturspekturm ab, dass am unteren Ende durch eine niedrigstmögliche Temperatur zur Erbringung der Heizleistung entsprechend dem Anforderungsprofil anfängt und am oberen Ende an der maximal möglichen Temperatur endet, dass durch das eingesetzte Estrichmaterial begrenzt wird.
    (Sonderbauformen lassen wir mal aussen vor ....)

    Hier hat der Vertragspartner eine *bequeme* Auslegungstemperatur als Standard vorgegeben, die eine kostengünstige Ausführung ermöglicht.

    Fernwärme bietet ein hohes Temperaturniveau und solange das der Energielieferant bleibt bringt eine niedrigere FBH-Systemtemperatur keine wirklich nennenswerten, gravierenden Vorteile.

    Soll die Anlage allerdings für alle heute denkbaren Energiebereitstellungskonzepte (WP, Brennwert, solare Heizungsunterstützung etc) gerüstet sein, dann kann man drüber nachdenken die Anlage auf das niedrigstmögliche Temperaturniveau (wo das ist zeigt die Berechnung .... kann von 32 bis 40 Grad alles sein, abhängig von der Grundrisssituation) auslegen zu lassen.

    Die immer wieder gepriesenen 35°C Vorlauftemperatur dann sind *Richtgröße* oder *Zielwert*.

    Wenn höhere Raumtemperaturen gewünscht werden dann sollte das auf jeden Fall berücksichtigt werden, da ansonsten noch höhere VL-Temperaturen erforderlich werden.

    @kehd
    Man verbrennt sich nicht die Füße bei 45°C Auslegungstemperatur, denn der Ausgleich erfolgt durch einen vergrößerten Verlegeabstand beispielsweise 20 cm anstelle 15 oder 10 cm .... je nach FBH System
    (heisst es wird dann weniger Tauscherfläche Rohr/Estrich gebaut.
    Rohr kostet Geld ... weniger Rohr = preiswertere Anlagekosten, viel Rohr = teurer ).

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  7. #7 Gast53667, 18.05.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    @Achim Kaiser
    Den Ausführungen zufolge kann ich also davon ausgehen, dass ich generell eine höhere Raumtemperatur als 20° erreichen kann, außer es hat draußen -16°.

    Die Aufgeführten Energiebereitstellungskonzepte (WP,Brennwert, solar etc) berücksichtige ich nicht, an den 45° VL brauch ich dann nicht rütteln?

    Wenn bei 45° VL der Verlegeabstand z.b. 20 cm wäre, könnte ich doch einfach durch engeres verlegen eine höhere Temperatur erreichen. Oder ist eine Neuberechnung zwingend notwendig? Kann die Bodenoberfläche dadurch zu heiß werden (geplant ist Fliesenboden)
     
  8. Julius

    Julius

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    Definiere doch bitte einfach Deine Wünsche, dann kann man zielführende Tipps geben.

    Bisher klar:
    - Anlage soll möglichst billig sein (also auch von Deiner Seite her so gewünscht)
    - auf Zukunftssicherheit wird verzichtet
    - Wunschtemperaturen über Normwert
     
  9. #9 Achim Kaiser, 18.05.2012
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    Klar, aber engeres Verlegen = mehr Rohr = mehr Kohle abdrücken :).

    Sehr zu empfehlen. Was bewirkt eine engere Verlegung in welchem Raum ? ... Entweder berechnen, dann weisst du für was du Geld ausgibst, oder nicht berechnen und nachher rausfinden .... kosten tuts meistens das selbe ... blos im ersteren Fall weisste was du tust, im zweiten kan man das nur vermuten.

    Theoretisch ja, praktisch nein, denn es gibt nen Sicherheitsthermostat der die FBH bei zu hohen Temperaturen abschaltet.

    Verabschiede dich aber von der Vorstellung FBH = warmer Fußboden .... der hat zwischen 20 und ca. 25 Grad, das ist gefühlt *kühl*. Warme Socken und Schweissfüße gibts nicht mehr ....

    Wenn in einzelnen Räumen z.B. 22° Raumtemperatur haben willst - *bestellen* auch wenns u.U. nen Mehrpreis kostet.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  10. #10 Gast53667, 18.05.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    So, vielen Dank. Ich denke mit Euren Antworten kann ich eine Entscheidung treffen.
    Die Heizung wurde übrigens nicht auf meinen Wunsch so ausgelegt, sondern vom Bauträger. Der spart natürlich immer :)

    Ich persönlich werde für das Wohnzimmer die Temperatur auf 22/23° berechnen und die FBH entsprechend auslegen lassen. Soviel kann ja ein paar Meter Schlauch nicht kosten :)
     
  11. #11 Gast53667, 18.05.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    ....
     
  12. #12 Gast53667, 19.05.2012
    Gast53667

    Gast53667 Gast

    Der Thread ist eigentlich für mich beendet, weil Ihr mir schon so super weitergeholfen habt.
    Dennoch möchte ich ihn noch etwas ergänzen:
    Also ich bin heute auf eine andere Baustelle meines Bauträgers gefahren, auf welcher so ziemlich gleiche Häuser entstehen wie das meinige. In einem war die FBH schon verlegt. Die Heizleitungen (Kunststoff, 17 mm; Bavaria royal) wurden auf einer Holzfaserplatte der Firma hp praski (http://www.praski.de/index.php?option=com_content&view=article&id=39&Itemid=54http://) in einem Abstand von 15 cm verlegt. Das sieht für mich ganz ordentlich aus.

    Was ich aber bemerkenswert finde ist, dass ja die Heizung auf 20° augelegt wurde. Bei einer Vorlauftemperatur und einem Verlegeabstand von 15 cm kann ich mir das fast nicht vorstellen. Das müsste - so denke ich - wärmer werden.

    Aber nichts desto trotz werde ich nächste oder übernächste Woche mit dem Planer persönlich über meine Temperaturwünsche sprechen.

    LG
    Lolly85586
     
  13. kehd

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    Bei unserem BT-Haus (2009) habe ich den Verlegeabstand auf 15cm reduzieren lassen. Wir wohnen in einem recht warmen Gebiet (Hd). Temperatur im Wohnzimmer ist überhaupt kein Problem. "Probleme" macht das Bad. Immer wenn ich mir die Einzelraumregler ansehe, ist nur der Kreis (10cm) für das Bad offen alle anderen sind zu. Wie eng wird dort bei Dir verlegt? Da ich mir das schon gedacht hatte, habe wir dort ein 3-fach verglastes Fenster. Aber anscheinend ist das Verhältnis "Verlust durch Wand"/"Energiezufuhr durch den Fußboden" immer noch zu ungünstig.
     
Thema: Heizleistung Fußbodenheizung - Nach Norm auslegen oder besser mehr
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