Heizungserneuerung und Solar

Diskutiere Heizungserneuerung und Solar im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo liebes Forum, ich habe die Hoffnung, dass mir hier jemand bei der Entscheidungsfindung für eine Solarthermi-Anlage, die auch...

  1. 12tom3

    12tom3

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    Hallo liebes Forum,

    ich habe die Hoffnung, dass mir hier jemand bei der Entscheidungsfindung für eine Solarthermi-Anlage, die auch Heizungsunterstützung leisten soll, sowie der richtigen Heizungsanlage behilflich sein kann.
    Zu den Gegebenheiten: Zweifamilienwohnhaus, südlich von Hamburg, Baujahr 1973, Poroton, Luftschicht und Klinkerstein, Pfannendach, Dachisolation 120 – 140-er Glaswolle, keine Fußbodenheizung, 300 m 2 Wohnfläche mit 6 Personen bewohnt, voll unterkellert. Die Fenster sind mit normaler Isolierverglasung ausgestattet.
    Die bisherige Oel-Heizungsanlage (Bj. 1973) soll komplett ersetzt werden. Die Tanks sind noch gut und können weiter Verwendung finden. Der Heizoelverbrauch lag bisher bei 4.000 Liter.
    Die Solarkollektoren sollen auf ein 160-Dach außerhalb des Wohngebäudes angebracht werden (evtl auf 450 aufgeständert). Das Dach hat eine SSO-Ausrichtung

    Ich habe bereits folgende Angebote erhalten.

    4 mal 4,2 qm Augusta Solar hochvakuum Kollektor, Vario Kombi-Solar-Schichtspeichersystem VZS-2 (1.000 Liter), Rapido Oelkessel F110/3 NT 16-24 kW, Rapido Oelbrenner BFU110ELV
    Preis: 15.300 € zzgl. Einbau
    Alternativ mit 7 mal FK-Solinas 3 Röhrenkollektoren mit 15 Einzelröhren
    Preis: 14.000 € zzgl. Einbau

    4 mal 2,69 qm Flachkollektoren SchücoSol AL Silber, Kombispeicher KSE (800 Liter), Oel-Brennwert Kompakt-Heizzentrale Logano plus SB105
    Preis: 18.500 € inkl. Einbau

    Von der „berüchtigten“ Firma ZWS:
    5 mal 2,23 Hochleistungsflachkollektoren, Zentralspeicher VARIO PLUS 750 TSL (750 Liter), Thermo Nox Oel 21-30 kW
    Preis: 21.500 € zzgl. Einbau

    Ich tendiere momentan zu dem ersten Angebot mit den Augusta-Kollektoren, wobei ich Bedenken habe, dass das Vakuum mit der Zeit verloren geht und diese anfälliger sind. Ich bin auch nicht unbedingt von dem Rapido-Kessel und -Brenner überzeugt.
    Sind Flachkollektoren evtl. einfacher bzw. günstiger in der Wartung und nicht so anfällig?
    Ich überlege auch, zukünftig mit Gas zu heizen, der Anschluss müsste dann allerdings noch verlegt werden.
    Vielleicht kann mir ja jemand einen Tipp geben.

    Danke
    Jörg
     
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  3. Bauwahn

    Bauwahn

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    Dass eine neuere Heizanlage als eine von 1973 spart ist ohne Zweifel.
    Aber bei dem Verbrauch sollte man vorrangig an die Gebäudehülle gehen.
    Wenn das Geld dafür noch nicht da ist, würde ich die Solaranbindung zurückstellen und noch etwas sparen. Allein das zeitgemäße Dämmen des Daches plus der Kellerdecke dürfte zunächst einen deutlich besseren Kosten-Nutzen-Faktor bringen.
    Lass nur die Leerrohre legen und verzichte im Moment als Solar (und das sag' ich als ausdrücklicher Befürworter erneuerbarer Energien).
    Und auch bei Super-Vakuum-Hochleistungskollektoren, brauchst Du unter 8...10 m² Kollektorfläche nicht an Heizungsunterstützung zu denken.

    Bei dem Verbrauch kannst Du solare Heizungsunterstützung eh vergessen. Hinzu kommt, dass Deine Vorlauftemperaturen bisher vermutlich jenseits von Gut und Böse liegen (oder hast Du ausschließlich Fussbodenheizung, dann besteht evtl. noch eine Chance?) und daran kannst Du nur durch bessere Dämmung oder größere Heizflächen (=FBH) drehen.
    Und mit hoher Temperatur hast Du bei Solar eigentlich auch schon verloren, zumindest was Heizung betrifft.

    Zum Kessel: Einen Brennwerter sollte es schon sein, nicht nur ein Niedertemperaturkessel. Wobei der Brennwerter auch nur mit niedrigen Temperaturen wirklich Vorteile bringen.

    Gruß

    Thomas
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Nix FBH wenn ich den Eingangsthread richtig gelesen habe.

    Was die Solaranlage betrifft, bzw. den Vergleich Röhren / Flachkollies, so würde ich auf Flachkollektoren setzen. Den Preisvorteil dann in eine größere Fläche investieren.

    Von den 3 Paketen wäre das 2. Paket mein Favorit, wobei dort die Solaranlage wohl nur für die WW Aufbereitung nutzbar wäre. Die Preise kann man jedoch nur schwer bewerten, da der Aufwand für den Einbau aus der Ferne nicht abschätzbar ist. Was mir noch einfällt:
    Schornsteinsanierung notwendig?
    Im Preis inbegriffen?
    Heizkörper noch in Ordnung?

    4.000Liter Ölverbrauch bei 300qm ist für ein Haus Bj. 1973 nicht so schlecht, aber trotzdem verbesserungswürdig. Ich würde mich zuerst einmal auf die Suche nach den Verlusten machen. Wände? Fenster? Dachdämmung? Rohrnetz (Wärmeverteilung)? usw.

    Dann den Aufwand für die Beseitigung der Schwachstellen kalkulieren, und die dadurch erreichbare Energieeinsparung.

    Liegen die Zahlen vor, dann kann man entscheiden, wo das Geld sinnvoller investiert wird.

    Gruß
    Ralf
     
  5. 12tom3

    12tom3

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    Hallo Ralf,

    der Schornsteineinzug ist im Preis inbegriffen und die Heizkörper sind in Ordnung, größtenteils keine 10 Jahre alt.
    Die Verrohrung ist vollständig isoliert, so dass hier nicht viel Wärme verloren gehen kann.
    Die Hohlräume in den Außenwänden (ca. 4 cm) sollen evtl. zur Dämmung mit einer Spezialmaterial befüllt werden.
    In einigen Bereichen sollen die Thermopenscheiben durch moderne ersetzt werden.
    Die Dachisolierung habe ich wir für die kommenden Jahre vorgenommen, da wahrscheinlich das Dach neu eingedeckt werden muss und ich dann einfacher die Isolierung ergänzen kann, 120-er bzw. 140-er Glaswolle ist ja bereits vorhanden.
    Weil ich jetzt an der Heizung etwas machen muss, würde ich ggf. gerne die Solaranlage gleich mit installieren.
    Ich finde von den Heizungskomponenten das zweite Angebot auch besser. Hier sin allerdings nur gut 10 qm Flachkollektoren und bei dem ersten Angebot sind fast 17 qm Hochvakuum-Kollektoren enthalten sowie der Speicher um 200 Liter größer.

    Hat denn vielleicht schon jemand Erfahrung mit den Hochvakuum-Kollies, so dass meine Bedenken wegen der Anfälligkeit zerstreut werden können oder sind diese wirklich anfälliger?

    Thomas:
    Bist Du wirklich der Meinung, dass eine heizungsunterstützende Solaranlage für mich keinen Sinn macht?

    Danke schon mal für die Antworten

    Jörg
     
  6. R.B.

    R.B.

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    Mit Radiatoren und den üblicherweise hohen Temperaturen, ist Heizungsunterstützung durch Solar nicht so einfach. Ich befürchte auch, daß die Erträge den Aufwand nicht rechtfertigen.

    Google mal nach "GetSolar". Dann das Programm installieren und ein wenig mit den Zahlen spielen. Danach siehst Du schnell warum wir mit Empfehlungen "Pro Solar" so vorsichtig sind. Je nach Anlagenkonstellation sind die Erträge...na ich sage mal "ernüchternd".

    Solar ist eine tolle Sache. Leider werden aber immer öfter Solaranlagen völlig sinnlos auf die Dächer gesetzt. Da würde es sich eher lohnen das Geld in andere Maßnahmen zu investieren.

    Gruß
    Ralf
     
  7. 12tom3

    12tom3

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    Für das erste Angebot habe ich eine Berechnung mit GetSolar vorliegen. Danach beträgt die Gesamtdeckungsrate für Warmwasser und Heizung bei den Augusta Hochvakuum-Kollektoren 28,0 % und für die FG-Solinas 23,2 %. Dem Angebot war auch noch eine Berechnung für 8,68 qm Buderus SKS 3.0 (Flachkollektor) beigefügt, diese soll eine Gesamtdeckungsrate von 8 % erbringen.
    Wenn ich diese Zahlen betrachte - auch wenn der tatsächliche Ertrag etwas niedriger sein sollte - lohnt es sich doch, Solarkollektoren zu installieren, oder sehe ich das so falsch?
    Dabei gehe ich davon aus, dass der Heizölpreis wohl eher noch weiter steigen wird (aktuell ca, 0,95 €/l).
    Wahrscheinlich muss ich mir noch mal einen neutralen Energieberater zu Rate ziehen.

    Gruß
    Jörg
     
  8. S.Oertel

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    Tach auch!

    Nicht "Glauben" oder "Bauchgefühl", sondern mit spitzem Bleistift rechnen!
    Mal angenommen, Du kannst tatsächlich ~25% vom Ölverbrauch sparen - das wären nach aktuellen Preisen knapp 1000 EUR/Jahr und dagegen einen Invest von z.B. 20.000 EUR, voll finanziert (also eher 30.000) je nach Vertrag und Tilgung - dazu kommen sicher noch laufenden Kosten, die gern vergessen werden und ewig hält das Zeug auch nicht (besonders das Vakuum).

    Weiß ja net, wie alt Du bist und ob Du von den Investitionen zu Lebzeiten noch was hast, aber ich wäre schon für eine "ganzheitliche" Betrachtung - evtl. ist es ja sinnvoller in die Optimierung der Heizungsanlage und/oder Dämmung zu investieren; evtl. ist Solar ja auch sinnvoll - das kann aus der Ferne aber Niemand sagen...

    Gruss
    Sven
     
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  10. 12tom3

    12tom3

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    Selber Tach,

    bei der Berechnung der Investitionskosten muss die eigentliche Heizungsanlage aber außen vor bleiben, weil die ja sowieso ersetzt werden muss. Für die eigentliche Solaranlage gehe ich von einem Investitionsvolumen von ca. 10.000 € aus.

    Gruß
    Jörg
     
  11. alex2008

    alex2008

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    Baggerfahren ist mein Hobby
    also dann rechne mal mit den 10.000 €

    Beispielsweise
    Abschreibung 4% 400€
    Verzinsung 3% 300€
    Finanzierung Annuität 10% 1.000€

    kommt dick was zusammen. Deswegen erst mal das ganze Haus energetisch betrachten und Verluste minimieren. Dämmung ist meist rentabler als Solar.

    Alexander
     
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