Heizungskonzept Neubau: Entscheidungshilfe

Diskutiere Heizungskonzept Neubau: Entscheidungshilfe im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Der Neubau meines EFH soll starten sobald die Witterung dies zulässt. Die Entscheidung hinsichtlich Heizung und WW-Aufbereitung lässt mich...

  1. #1 McMadigan, 11.02.2012
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    Der Neubau meines EFH soll starten sobald die Witterung dies zulässt.
    Die Entscheidung hinsichtlich Heizung und WW-Aufbereitung lässt mich verzweifeln.

    Die Daten:
    Wohn-und Nutzfläche: 175 m² 1,5-geschossig, kein Keller, Satteldach DN42°

    evtl. spätere Wohnflächenerweiterung um ca. 25m im Dachboden, der derzeit außerhalb der thermischen Hülle liegt

    (von mir) ermittelte Heizlast: ca. 3,8 KW (vereinfachtes, altes Verfahren, ohne WW-Bereitung, ohne zusätzlichen Wohnfläche im Dachboden)

    Eine KWL mit WRG ist geplant und bei der Heizlastberechnung mit auf 20% reduzierte Wäremverluste durch Lüftung berücksichtigt.

    Standort: Bayern, Voralpenregion

    Bewohner: 2...4 Personen


    Ein Gasanschluss ist nicht verfügbar.


    prognostizierter Pelletverbrauch:
    ohne KWL mit WRG, ohne Solar: ca. 2,0 t/a
    mit KWL mit WRG, ohne Solar: ca. 1,5 t/a
    mit KWL mit WRG, mit Solar: ca. 1,1 t/a



    Mein ursprüngliches Konzept sah einen Pelletkaminofen mit Wassertasche vor.

    Nach diversen Inaugenscheinnahmen von bestehenden Anlagen bin ich nicht mehr restlos von diesem Konzept überzeugt.


    1. Ich weiß nicht inwiefern die Geräusche mich letztendlich stören würden.
    Der Markt von Pellet-Kaminöfen in Verbindung mit KWL ist sehr übersichtlich.
    Bleibt eigentlich nur der RIKA EVO Aqua 9kW oder der CALIMAX Twist 6 bzw. der baugleiche Westfeuer Pueblo.
    Der Rika ist m.E. von der Heizkleistung überdimensioniert, Calimax ist mal wieder insolvent und Westfeuer hat in meiner Gegend leider keinen Vertrieb.​


    2. Die WW-Aufbereitung im Sommer benötigt eine zusätzliche Wärmequelle.
    Eine Solaranlage rechnet sich da leider nicht. Meine HB raten alle von Flächenkollektoren ab und wollen mir Röhrenkollektoren schmackhaft machen.
    Zusätzliche Investitionsbedarf ca. € 5.000,- bei einer prognostizierten Einsparung von ca. 400 kg Pellets pro Jahr. Das rechnet sich niemals.

    Da würde ich dann doch noch eher zu der Brauchwasserwärmepumpe mit Flächenkollektor von Ochsner tendieren. Die möchte mir aber keiner der HB einbauen.​

    Daher tendiere ich wieder stärker zu einem Pelletskessel im Haustechnikraum. Der Haustechnikraum ist zwar inzwischen schon ziemlich voll, aber platzmäßig wäre das schon noch irgendwie möglich. Damit könnte ich dann auch ohne zusätzliche Energiequelle im Sommer WW erzeugen.

    Mit der finanziellen Einsparung könnte ich mir später noch immer einen Stückholz-Kaminofen mit Außenschornstein leisten.



    Mein Fragen an Euch:

    - Wie sind Eure Meinungen hierzu?

    - Wie würdet Ihr den/die Speicher wählen?

    - Heizung und WW getrennnt? Größe?

    - Ist eine Frischwasserstation sinnvoll oder doch nur - wie so oft bezeichnet - eine Modeerscheinung?




    Wäre schön, wenn Ihr mir an dieser Stelle etwas weiterhelfen könntet, bevor ich noch komplett verzweifle.

    Vielen Dank für Eure Hilfe!

    McMadigan
     
  2. R.B.

    R.B.

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    Bist Du Dir sicher, dass Du Dich nicht verrechnet hast? Entweder ist das Haus extrem gut gedämmt (PH Niveau?) oder es steckt sonst irgendwo ein Fehler. Gerade mal 22W/m2, das erscheint mir verdammt wenig, erst Recht in Eurer Gegend, die ja nicht gerade zu den wärmsten Regionen in DE zählt. Vielleicht liegt´s an Deinem Ansatz zur KWL.

    Wenn Solar keine Option ist, was ich verstehen kann, dann wäre eine normale 08/15 BW-WP eine Möglichkeit. Die üblicherweise dort mit angebauten WW-Speicher reichen für 4 Personen völlig aus. Im Sommer kriegt die Kiste sowieso "warme" Luft, d.h. die Arbeitszahl ist erträglich, und im Winter lädt der Pelleter den Speicher.

    Gruß
    Ralf
     
  3. kehd

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    Bei dem geringen Bedarf eine Pelletheizung?
    Was spricht denn gegen eine Solewärmepumpe?
    Wenn ein Bagger da ist, einen 70m langen Graben 2m tief, 1m breit ausheben und 3* 300m 32mm PE Rohr slinky hineinwerfen und im Haus dann eine kleine Wärmepumpe. Das Rohr kostet so 1€ pro Meter, die WP wohl so 7000€. Das Ganze wird mit Einbau wohl für 12000€ machbar sein.
     
  4. R.B.

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    Wozu 900m Rohr bei 3,x kW Heizlast? Das braucht kein Mensch. Da haste im HTD wohl zuviel quergelesen.

    Gruß
    Ralf
     
  5. #5 alex2008, 11.02.2012
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    Grabensohle 1m breite
    Grabentiefe 2m
    Wie breit ist der Graben oben bei
    a) 60° Böschungswinkel der Grabenwände?
    b) 45° Böschungswinkel der Grabenwände?

    Wie nahe die Grabenkante an die Bodenplatte darf wird der Statiker verraten.
    Ungeböschte Gräben sind auf jeden Fall lebensgefährlich
    Und nur die oberen Kanten abzuböschen ist nur bis 1.75m unter besonderen Voraussetzungen zulässig.

    Zurück zum Thema,

    Solar macht bei Pelletheizung kostenmässig nur sehr bedingt Sinn.
    Die von R.B. genannte BWP macht da schon mehr Sinn.
     
  6. #6 McMadigan, 11.02.2012
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    Außenwand: U = 0,17 W/m²K
    Fenster: U = 0,90 W/m²K
    Haustür: U = 1,50 W/m²K
    Tür zu Dachboden: U = 1,30 W/m²K
    Boden geegn Erdreich: 0,21 W/m²K
    Wand zu unbeheiztem Treppenraum: 0,17 W/m²K
    Holzbalkendecke zu unbeheiztem Dachraum: 0,15 W/m²K
    Dach: 0,14 W/m²K

    Heizlast ohne KWL mit WRG:
    Heizlast aus Transmission: 3.163 W
    Heizlast aus Lüftung: 2.568 W
    Gesamt: 5.730 W

    Heizlast mit KWL mit WRG:
    Heizlast aus Transmission: 3.163 W
    Heizlast aus Lüftung: 20% aus 2.568 W = 624 W
    Gesamt: 3.787 W


    Die Transmissionswärmeverluste stimmen m.E. ziemlich sicher.

    Nicht ganz sicher bin ich mir bei der reduzierten Heizlast für Lüftung über KWL mir WRG. Bei einem Wirkungsgrad von 80% dürften hier m.E. nur noch 20% in die Gesamtlast einfließen. Ob man das so machen darf, weiß ich nicht, wäre für mich aber plausibel.

    angenommen Luftwechselrate:
    Küche, Bad und WC: 1,0 1/h
    in sonstigen Räumen: 0,5 1/h.
     
  7. #7 McMadigan, 12.02.2012
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    Hier noch die gesamte Heizlastberechung mit meiner selbst erstellten Excel-Tabelle.

    Auf der letzten Seite gibt es eine Zusammenstellung der Flächen.


    McMadigan
     
  8. #8 alex2008, 12.02.2012
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    Bei der KWL haben wir
    Volumenstrom Zuluft = Volumenstrom Abluft

    mit pauschalen Luftwechseln kommt dass in der Praxis nicht hin.
    Da darfs dann mal ein bischen mehr und mal ein bischen weniger sein.

    Mal im Glaskugelmodus überschlägig gerechnet:

    Delta T der Zuluft 6k (21°-15°)
    150m3 x 0.34 x 6 = 306Watt

    Bei den Transmissionsverlusten sind aber auch Wärmebrücken zu berücksichtigen. Ist da bereits ein Zuschlag in den U-Werten eingerechnet?
    Dafür vielleicht mal Wärmebrückenkataloge durchforsten

    Wenn die Normaussentemp nicht so tief liegen würde könnte man bei der Heizlast durchaus über eine LWP nachdenken.
    Leistungsgeregelte (meist jap. Hersteller) benötigen meist keinen Pufferspeicher, haben aber unter -7° nur sehr mässige COPs
    die ungeregelten einiger herkömmlichen WP-Hersteller bieten hier bessere Werte benötigen aber i.d.R. einen Pufferspeicher (Platzfrage)

    Bei Pelletheizung würd ich fürs WW entweder BWP oder einen Speicher mit WW-Erwärmung mittels Durchlauf durch Wellrohr nehmen.
     
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