Heizwert-Therme vorbeugend ersetzen ?

Diskutiere Heizwert-Therme vorbeugend ersetzen ? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Liebe Forengemeinde, als häufiger Mitleser im Forum habe ich durch einen Kommentar von Achim Kaiser mitbekommen, daß ab 09/2015 Verkauf/Einbau...

  1. thomo

    thomo

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    Liebe Forengemeinde,

    als häufiger Mitleser im Forum habe ich durch einen Kommentar von Achim Kaiser mitbekommen, daß ab 09/2015 Verkauf/Einbau von Heizwert-Thermen nicht mehr zulässig sei. Dies hat mich zum Grübeln gebracht....

    Zur Situation: wir besitzen ein Haus (Bj. 60), ursprünglich mit zwei Etagenwohnungen gebaut, und mit Einzelöfen beheizt. In den 70er-Jahren wurde zuerst die erste Wohnung mit einer Gastherme in Keller ausgestattet, einige Jahre später auch in die andere Wohnung eine separate Therme eingebaut. Beide hingen zusammen mit einem Kachelofen an einem gemeinsamen Kaminzug. Im Rahmen eines Tauschs der Therme im DG haben wir dies vor einigen Jahren geändert und einen separaten Kamin incl. Zuluftzufuhr eingebaut.
    Die Therme im Keller (auch bereits einmal ersetzt, jetzt ca. 20 Jahre alt, aber funktioniert) hängt aber immer noch zusammen mit dem Kachelofen am alten Kamin, was auch vom Schornsteinfeger genehmigt ist. Jetzt kommt aber mein Problem: wenn ich irgendwann die Heizung wieder tauschen muss und nur noch Brennwert-Geräte bekomme, wird das jetzige Layout nicht mehr funktionieren und ich bräuchte einen Kaminzug mit kleinerem Durchmesser. Ziehe ich diesen in den bestehenden Kamin ein, kann ich den Kachelofen nicht mehr betreiben, geht also nicht. Der alte Kamin sitzt genau in der Mitte des Gebäudes, somit auch die Therme. Würde ich einen separaten Aussenkamin verwirklichen, so müsste ich entweder erst einmal min. 4m horizontal laufen um eine Aussenmauer zu erreichen oder aber die Therme an eine andere Stelle versetzen. Beides auch keine gute und v.a. keine billige Lösung.
    Deshalb stellt sich mir jetzt die Frage, ob ich meine jetzige Heizung nicht noch schnell vor 09/15 durch eine neue Heizwerttherme austauschen lasse, dann habe ich vermutlich nochmal 20 Jahre Ruhe. Natürlich ist mir klar, daß ich damit gegenüber Brennwert eine höheren Verbrauch habe, das Haus ist jedoch mit recht kleinen Heizflächen ausgestattet, weshalb eh hohe Vorlauftemperaturen notwendig sind. Gedämmt werden soll das Haus irgendwann, nicht jedoch in den nächsten 5 Jahren.

    Ach so, Jahresverbrauch derzeit bei der unteren Wohnung (90 m2, großer beheizter Wintergarten) bei ca. 28000 kWh, bei der oberen Wohnung (60 m2) ca. 10000 kWh. Eine Zusammenlegung beider Wohnungen auf eine Heizung möchte ich aus Abrechnungsgründen eher nicht.

    Was ist von meinem Ansinnen zu halten? Wie hoch wäre der prozentuale Minderverbrauch vermutlich bei Brennwert vs. Heizwert unter den genannten Bedingungen? Würde sich dies unter Berücksichtigung der genannten Mehraufwände in absehbarer Zeit rentieren oder wäre es tatsächlich sinnvoll, nochmals eine Heizwert-Therme zu kaufen und das Problem in die Zukunft zu schieben.

    Freue mich auf Eure Antworten.

    Viele Grüße

    Thomas
     
  2. R.B.

    R.B.

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    Ist die "neue" Therme im DG auch eine Heizwert oder (weil Du von Zuluftzufur schreibst) bereits ein Brennwerter? Dann könnte man die neue Brennwerttherme unter Umständen dort anschließen.

    Nachdem die vorhandene Therme bereits 20 Jahre alt ist, ist deren Ableben wohl absehbar. Das kann 1 oder 2 Jahre dauern, vielleicht auch 5 Jahre, aber irgendwann muss sie sowieso raus. Spätestens wenn die 30 Jahre nach EnEV zuschlagen.

    Das Einsparpotenzial ist schwer abzuschätzen, da dies auch von der Betriebsweise der aktuellen Therme abhängt. Ohne jetzt die Anlage zu kennen würde ich mal von 10% Einsparung ausgehen die sicherlich erreichbar sind. Läuft die vorhandene Therme völlig neben der Spur, dann wären auch 30% denkbar. Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen.
     
  3. #3 Achim Kaiser, 10.12.2014
    Achim Kaiser

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    Zweischneidges Schwert ....
    mal davon abgesehen dass ich die letzten 15 Jahre vielleicht noch alle 5 Jahre mal eine Heizwerttherme im Austausch gebraucht habe .... ich mach seit über 20 Jahren fast ausschlieslich Gas-Brennwert weil die Abgasführungen relativ preiswert und vor allem sehr variabel und flexibel gestaltet werden können. Es braucht nicht zwangsläufig ne Abgasleitung an der Aussenwand.

    Es gibt sehr variable Schachtsysteme, bauartzugelassen, 130x150 mm oder 150x200 Aussenmaß die auch im Innenraum z.B. übers OG sehr gut integriert werden können. Selbst zur Integration ins WDVS gibts zwischenzeitlich Möglichkeiten ....
    Wenn man will ist die Abgasführung fast immer mit überschaubarem Aufwand lösbar.

    Zudem gibts keinen Grund mehr die Geräte raumluftabhängig zu betreiben. Die Gebäude werde immer dichter mit jeder irgendwann getroffener Maßnahme und ich hab absolut was dagegen wenn ein Gasgerät keine Verbrennungsluft mehr kriegt und anfängt zur CO-Schleuder zu mutieren. Es ist sehr unlustig wenn dann einer noch 3x japst und anschliesend aus den Latschen kippt und die Jungs mit der Blechtragekiste fahren vor. Brauch ich an meinen Anlagen nicht wirklich.

    Bei Gaswandgeräten stellt sich für mich die Überlegung nicht ... ich will die über 10% Wirkungsgrad mehr auf jeden Fall, ich will die größe Modulationsbrandbreite und ich will ein Gerät für das es aus heutiger Sicht für min. noch 15-20 Jahre mit ziemlicher Sicherheit alle Ersatzteile gibt .... Zudem ist die Preisdifferenz an den Geräten selbst nicht der Rede wert.

    Im Ein- und Zweifamilienhausbereich brauchts solche Überlegungen eher selten.
    Anders siehts ggf. in Mehrfamilenwohnhäusern aus an denen die Geräte am LAS oder gemeinsamen Abgasführungen betrieben werden ... da kanns schon mal schwierig werden wenn bei einem von 4 oder 5en am selben Abgassystem die Kiste verreckt und dann nicht nur einer im Zugzwang sind sondern *alle* die da dranhängen.

    Das wird nach dem ERP Stichtag sicherlich noch für Ärger sorgen im MFH Bereich.

    In deinem Fall haste bis zum 30.06. bei Etagenheizungen noch nicht mal das erneuerbare Energiengesetz an der Backe.
    Ich hab noch nicht nachgelesen ob diese Ausnahme ab dem 01.07. auch noch so gehandhabt wird.
    Komm ich vielleicht über die Feiertage dazu ... oder nach dem 31.12 wenn sich die Erde ab dem 01.01 wieder zu drehen beginnt.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  4. thomo

    thomo

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    Hallo R.B., hallo Achim,

    vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Eure Antwort ist also recht eindeutig, eher doch auf Brennwert umstellen mit allem was dazu gehört.

    Nach oben weg von der Therme kann ich leider an der jetzigen Position nicht, würde die oben drüber liegenden Wohnräume durchdringen. Muss also wirklich mit dem Kamin erst einmal 4m fast waagrecht laufen und kann dann die Außenwand über ein zu erstellende Kernbohrung durchdringen, oder eben die gesamte Heizung incl. Zu- und Ableitungen an eine andere Position versetzen.

    Was kostet überhaupt so eine Kaminkonstruktion gaaanz grob? Habe überhaupt kein Gefühl, geht es eher um ein paar Hundert oder eher um diverse Tausend EUR?

    Gerade ist mir noch ein Problem aufgefallen. Bei der jetzigen Heizung gibt es keinen Wasserablauf in der Nähe. Da sie im Moment zwischen zwei Türen sitzt müsste ich in diesem Fall also den Estrich aufmachen, den Ablauf über die Türausschnitte zu legen wird ja vermutlich nicht funktionieren ;-)

    Habe also irgendwie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder geringer Umbauaufwand abar auch wenige Einsparung gegenüber heute oder erheblich höherer Aufwand bis hin zur Versetzung der gesamten Anlage um diverse Meter) mit einigen Prozenten höherem Wirkungsgrad.

    Ich wérde mal in den Weihnschtstagen versuchen das Thema halbwegs zu durchdringen und dann v.a. zu entscheiden.

    Nochmals danke für Hilfe, bin für jede weitere Rückmeldung oder Verbesserungsvorschläge weiterhin sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Thomas
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Wegen Schornstein bzw. bei Brennwerter "LAS" könntest Du mal den Schorni fragen. Der kennt doch die Gegebenheiten vor Ort und kann vielleicht ein paar Tipps geben. Ein LAS waagerecht verziehen ist kein so großes Problem. Ein Kondensatablauf in der Nähe der Therme wäre schon von Vorteil. Man müsste also schauen ob irgendwo in der Nähe eine Abwasserleitung ist die man mit nutzen könnte.
    Zu den Kosten eines LAS, das ist schwer abzuschätzen, denn hier spielt der Arbeitsaufwand und die Länge des LAS eine Rolle. Revisionsöffnungen wenn das Teil irgendwo einen Bogen macht usw. usw. Meist sind die geraden Standardteile am günstigsten, aber das Kleinvieh macht viel Mist. Mit ein paar "Hunderter" ist es nicht getan, da legt man für einen Bogen schnell mal 40,- € auf den Tisch, ein Revisionsstück schlägt mit einem Hunderter zu Buche, das bisschen Rohr und Kleinkram über dem Dach mit 200,- € usw.
     
  6. #6 Achim Kaiser, 11.12.2014
    Achim Kaiser

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    In Alu-Kunststoff, weiss ... Größenordnung 850 - 1000 Taler
    In Edelstahl oder farbig beschichtet alla Kaminkonstruktion ... um die 1500 Taler je nach Art und Ausführung.

    Wieso kannste kein Schächtchen in irgend ne Raumecke platzieren ?
    Eine kleine Auswahl ....

    Gruß
    Achim Kaiser
     
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