Hochwasseropfer braucht Rat - Danke!

Diskutiere Hochwasseropfer braucht Rat - Danke! im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo und Danke für das freundliche Interesse! Ich, der absolute Baulaie mit 2 linken Händen, habe ein Reihenmittelhaus (Bj 1995) in Bachnähe...

  1. Noah

    Noah Gast

    Hallo und Danke für das freundliche Interesse!

    Ich, der absolute Baulaie mit 2 linken Händen, habe ein Reihenmittelhaus (Bj 1995) in Bachnähe gekauft und bin nun das 2./3.Mal abgesoffen (5/1999 und 2 Tage 8/2005).

    Der sonst winzige Bach wird beim Starkregen zum Strom, verlässt sein Bettchen und fliesst die Strasse entlang, in unseren Weg und durch die Kellerschächte und Kellerfenster oberirdisch in den Keller.
    Absolut gleichzeitig kommt das Wasser von unten durch die Lichtschächte, so dass auch die wegabgewandte Hausseite im Keller geflutet wird.
    Geht das Oberflächenwasser zurück, geht auch das Wasser von unten praktisch sofort mit zurück.

    Als erstes weiss ich nun nicht, wo das Wasser von unten herstammt. Auch der Mann vom Wasserwirtschaftsamt weiss es nicht.

    Theorie 1 : Das Oberflächenwasser versickert im Garten und Vorgarten, trifft lokal auf unser Haus bzw. die Bodenschicht auf der dieses steht (Lehm??) und staut sich dann nach oben.

    Theorie2 : Die Feuerwehr öffnet immer alle Gullys und Kanaldeckel, der Regenwasserkanal wird überlastet. Drainagerohre die vor und hinter unserem Haus verlaufen und im Regenwasserkanal münden werden zurückgestaut; das Wasser tritt aus den Drainagerohren aus und sprudelt in die Lichtschächte

    Theorie 3 : Allgemeiner Anstieg des Grundwasserspiegels durch Starkregen (sollte aber eigentlich mit Zeitverzögerung passieren, was hier nicht der Fall ist??)

    Abhängig davon wäre die Schutzstrategie auszulegen.
    Wir haben übrigens eine Kellerentwässerung mit Hebepumpe und (bisher funktionierendem) Rücklaufventil im Hauskanalsystem. Ausserdem haben wir eine wasserdichte Bodenwanne, die bisher gut dicht hält.

    Am liebsten würde ich wasserdichte Fenster einbauen, bin aber verunsichert worden wegen der Aufschwimmgefahr. Angeblich entsteht ein so starker Wasserdruck von außen, dass mein Fundament durch Auftrieb in Gefahr gerät, wenn ich den Keller abdichte. Ist dies z.B. auch bei Theorie 1 und 2 zu befürchten? Mein Haus steht auf 5 x 10 m, der ganze Dreispänner auf 15 x 10m Fundamentfläche.

    Ich habe nun folgende Idee:
    Die Lichtschächte sind aus billigem Kunststoff , vermutlich mit feinen Rissen, am Rand undicht und sie haben einen Ablauf = ein Loch am Boden. Der Ablauf ist unnötig, da sämtliche Lichtschächte mit Balkonen überdacht sind. Ich möchte die Schächte nun nach dem Vorbild "Badewanne in der Badewanne" mit Kunstharz oder sowas (???) ausgießen, am Rand mit Silikon (???) verfugen und derart abdichten. Ausserdem will ich dichte Fenster einbauen lassen.
    Wenn der Wasserdruck nun wirklich groß wird (und die Schächte dicht sind), dann wird meine Lichtschachtlösung auf jeden Fall zusammengedrückt und undicht , evtl wird der ganze Schacht mehr oder weniger eingedrückt. In diesem Fall kann ich mir immer noch überlegen, den Keller zu fluten. Auf der anderen Seite könnte aber auch alles -beginnend mit dem Schacht- einfach dichthalten!??? Dann kann ja wohl der Druck auch nicht so stark sein...

    Solange ich die Herkunft, die Menge und den Druck des Wassers nicht beurteilen kann muss ich zu "trial and error" greifen.

    Gegen den oberirdischen Strom möchte ich übrigens ein Mäuerchen errichten.

    Meine Fragen an den geneigten Leser beziehen sich auf meine 3 Theorien, die Stellen mit den Fragezeichen, die Berechtigung der Aufschwimmangst und allgemeine Kommentare zu meinem Problem.

    Herzlichen Dank schon jetzt für jeden Tipp - liebe Grüße

    "Noah" in seiner "Sintflut-Arche" alias Michael
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 21. Oktober 2005
    Ralf Dühlmeyer

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    1, 2, 3...

    1 Ob Sie Schürmann-Bau spielen, kann nur ein Statikus über Lasten u.ä. ermitteln.
    2 Das Wasser in den LiSchä kömmt, - da wette ich fast - wie folgt:
    Drainung an RW-Leitung - Abfluss Lischa an Drainung und das alles ohne Rückstauventil. Sauber kommunizierende Röhren.
    3 Druckwasserdichte LiSchä und Kellerfenster anbauen
    MfG
     
  4. susannede

    susannede

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    Hallo Noah,

    der Mann vom Wasserwirtschaftsamt ist ja ein unschuldiges Herzchen... :irre

    Erstmal nur zum Verständnis:

    Also bei starkem Regen werden Ihr:

    a) vom Bach überflutet und die Suppe läuft über Lichtschächte und Kellerfenster nach innen - normale Hochwasserproblematik.

    b) auch an der Rückseite des Hauses, wo die Flut nicht direkten "Zugang" hat, sprudelt's aus den Lichtschächten raus - zu klären wäre, woran die eigentlich angeschlossen sind. Es hört sich wie ein Rückstau an, aber von wo? Sind die Abläufe der Lichtschächte vielleicht direkt an den Kanal angeschlossen (Trennsystem?), also wie/mit den Regenfallrohren?

    c) es hört sich so an, als ob das öffentliche System gnadenlos unterdimensioniert ist (daher auch die herzige Unschuld...)

    Maßnahmen:

    1. Abwehrmaßnahmen, wie sie auch z.B. in der Kölner Altstadt vorgenommen werden - Ziel: verhindern, daß die Flut in's Haus kommt.

    2. Klären, woran die Lichtschächte hängen.

    3. Erwägen, die Lichtschächte zu tauschen und deren OK soweit zu heben, daß die Brühe lieber wieder straßenseits abfließt.

    4. Einen Deich bauen? Interessante, aber auszufeilende Theorie. Wie betrifft dies Flut-Problem eigentlich die Nachbarn links und rechts - bzw. was haben die, um sich zu schützen?

    Zu dem Grundwasser/Haushochhebe-Thema kann ich nix sagen, da ich nicht weiß, wo Ihr wohnt und kein Statiker bin. Kenne dies Thema aber im Bereich Tagebau / Korschenbroich/Neuss.

    Bald trockene Füße + Grüße!
     
  5. Noah

    Noah Gast

    Hallo und Danke!!!! schonmal herzlichst für die beiden Antworten: Hat mir schon wieder weitergeholfen!

    Ich werde - bevor ich etwas abdichte- im Lischa mal ein bisschen durch das Ablaufloch buddeln- die einzige Chance um herauszukriegen, ob da in nächster Nähe ein Anschluss an irgendwelche Rohre besteht (zunächst ist erstmal nur Sand im Loch zu sehen).

    Den Plastik-Schacht muss ich wohl als "Druckindikator" erstmal so lassen, einen druckfesten Schacht kann ich dann immer noch anbauen....nach der nächsten Flut...

    Über das Statik-Problem rede ich am Sonntag mit einer befreundeten Architektin. Aber ob die was Dezidiertes sagen wird...

    Möglichst wasserdichte Fenster will ich auf jeden Fall einbauen lassen, öffnen kann ich diese ja dann im Schürmann-Notfall trotzdem... Hat jemand Erfahrung mit dem Fenster-System "Hain Alpha"?

    Das RW-Kanalnetz ist natürlich zu klein, um den ganzen Bach/Strom darin unterzubringen- aber genau das passiert ja durch das Öffnen der Deckel...alles unvorhersehbar wegen Klimawechsel...

    Ein Deichbau (Erdwall oder Doppelkammerschlauch) wurde von mir schon der Gemeinde vorgeschlagen, aber der kommt nicht. Begründungen u.a. : Große Welle beim etwaigen Bruch, Kosten, Grundstücksrechte, St.Florians-Prinzip usw. Es ist ein ganzer Ortsteil betroffen, beide Nachbarn wurden auch geflutet, z.T. bis Kellerdecke.
    Daher wird unser Mäuerchen auch ein Gemeinschaftsprojekt.

    Das Mäuerchen sollte wohl (bei 60-80 cm Höhe über Grund) doch über 30 cm in die Erde gehen- wegen Frostgefahr, heisst es...

    Hat noch jemand einen Tipp, mit welchem Mittel ich die Lichtschächte dann abdichte? Ich dachte an Kunstharzprodukte die auch im KFZ-Zubehör zu finden sind....anschließend stelle ich ein paar Sandsäcke auf den Lischa-Boden...na ja, vermutlich sehr naiv gedacht.

    Nochmal liebe Grüße- Noah
     
  6. susannede

    susannede

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    Das Mäuerchen sollte wegen Frostgefahr 80cm tief reingesetzt werden.
    Am Zugang muß dann noch deichtechnisch gefeilt werden (Flanschen!).
    Grüße :winken
     
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