Höherer Feuchteschutz durch niedrigeren Wirkungsgrad - USB/Unterdeckbahn überflüssig?

Diskutiere Höherer Feuchteschutz durch niedrigeren Wirkungsgrad - USB/Unterdeckbahn überflüssig? im Dach Forum im Bereich Neubau; Höherer Feuchteschutz durch niedrigeren Wirkungsgrad - USB/Unterdeckbahn oder anderweitige Unterkonstruktion überflüssig? Guten Tag! Als...

  1. #1 Lehmi, 19. Februar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 20. Februar 2007
    Lehmi

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    Höherer Feuchteschutz durch niedrigeren Wirkungsgrad - USB/Unterdeckbahn oder anderweitige Unterkonstruktion überflüssig?

    Guten Tag!

    Als Nicht-Baufachmann bitte ich die Fachleute unter Ihnen um Ihre Meinung in folgender Frage:

    Ich habe ein älteres Häuschen gekauft, wo ich in den nächsten Wochen die gesamte Dachisolierung neu machen möchte:

    Die Ausgangslage:
    Doppelhaushälfte, Bj. 1965, Dacheindeckung mit Frankfurter Pfanne, Neigung 36 Grad, 3/5 cm Fichtenlattung, 18cm Sparren, KEINE Unterspannbahn o.ä..
    Das DG wurde in den 70er Jahren nachträglich zu Wohnzwecken ausgebaut und gedämmt mit 100mm Mineralwolle, hinterlüftet, einseitig alukaschiert, dann Nut- und Federbretter

    Ich beabsichtige, alles rauszureißen und neu zu dämmen, der angedachte beabsichtigte Aufbau wäre wie folgt (von außen nach innen):

    - Dachziegel
    - 180mm mineral. Dämmung Klasse 1A 0,35, an Dachziegel anliegend
    - Dampfsperre
    - Holzlattenkonstruktion 30mm
    - 15mm-GFK-Platte und Isolierung zwischen den Holzlatten innen
    - Gipskartonverkleidung

    ALSO KEINE winddichte USB oder ähnliche Unterkonstruktion direkt unter den Dachziegeln.

    Wo ich für Meinungen dankbar wäre:
    ===========================
    Nachdem ich über mehrere Tage im Internet zum Thema "Dachdämmung" geforscht habe, muss ich feststellen, dass hier gewaltige "Glaubenskriege" toben... Also ist wohl wieder mal der eigene gesunde Menschenverstand gefragt...

    Ich denke mir das so:
    Zwischen den Dachziegeln befinden sich Spalte, durch die bis jetzt (nach Augenschein) wohl an keiner Stelle permanent mengenweise Wasser (oder Flugschnee) eingedrungen ist. Das Dach ist 40 Jahre alt, und es ist trocken! Der mineralische Dämmstoff würde direkt an der Innenseite der Dachziegel anliegen (Ausnutzung der 18cm Sparrenstärke), d.h. ggf. auch mal etwas nass werden, könnte aber dann auch problemlos wieder austrocknen, da alles nach außen optimal diffusionsoffen ist?!!
    Das Risiko von permanenten Feuchteproblemen, wie sie zwischen zwei Folien/Membranen auftreten könnten (USB und Dampfsperre) wäre nicht gegeben. Selbst kleine Undichtigkeiten in der Dampfsperre würden nicht geich zum "Super-Gau" führen. Diese Funktionalität "erkaufe" ich mir durch eine geminderte Dämmwirkung, weil nicht winddicht...

    MEINE FRAGEN SIND:

    1. Denke ich im Prinzip richtig, oder habe ich einen wichtigen Aspekt übersehen?

    2. Wie groß wäre wohl die Verminderung der Dämmwirkung, wenn ich wie oben beschrieben dämme, also OHNE winddichte zweite wasserableitende Schicht direkt unter den Dachziegeln?

    3. Ich möchte die gesamte Sparrenbreite (18cm) für die Dämmung ausnutzen, also 18cm Dämmstoff. Kann dieser direkt die Innenseiten der Dachziegel berühren, oder sollte ein Luftspalt bleiben. Wie bereits gesagt, es existiert keine Unterspannbahn o.ä.?

    3. Würde gelegentliche Feuchte, die auch rasch wieder abtrocknet, auf lange Sicht den Dämmstoff schädigen? Welcher Dämmstoff ist ggf. besonders dafür geeignet bzw. gar nicht geeignet? Glaswolle oder Mineralwolle oder noch etwas anderes?

    Seit ich mich via Internet mit diesem Thema beschäftige, komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass in dieser Frage wohl manchesmal "etwas weniger etwas mehr ist"...

    Für Meinungen und Hinweise wäre ich sehr dankbar! Bitte sehen Sie mir meine u.U. nichtfachmännische Darstellungsweise nach.

    Vorab danke!
    Lehmi
     
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  3. Gast360547

    Gast360547 Gast

    zunächst...

    Moin,

    ... es wird weniger von mir geantwortet als mehr, weil wenig Zeit :)

    Zur Sache: gem. Fachregeln des DDH muss eine Hinterlüftung vorhanden sein. Sinn macht das deshalb, weil die Eindeckung durchaus Feuchtigkeit aufnimmt oder sogar einleitet. Diese Feuchtigkeit wird mittels des Luftzuges der Hinterlüftung sicher und vor allem schnell abtranportiert. Sperre ich den Weg des Luftzuges, verringere ich den Abtransport, was zu Schäden an dem Deckmaterial selber führen kann.
    Irrig ist aus meiner Sicht Ihre Annahme, dass bei einem "Fehler" innerhalb der Luftdichtschicht bei Ihrem System der Supergau nicht eintreten würde. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wenn die WD dicht an dem Deckmaterial anliegt, kann, wie bereits oben beschrieben, der nicht vorhandene Luftstrom nichts an Feuchtigkeit abtransportieren. Über Jahre würde immer an der gleichen stellen größere Mengen Feuchtigkeit verweilen, was dann aber zu einer Schädigung der WD führen wird.

    Antworten in Kurzform:
    zu 1. nein
    zu 2. Frage so nicht verständlich
    zu 3. sollten Sie nicht
    zu 4. evtl. nicht geschädigt würden Polystyrole, bei allen anderen Nchteilen, die damit verbunden sind.

    Mein Rat: Fachmann vor Ort sollte eine Beratung durchführen.

    Grüße

    stefan ibold
     
  4. jetter

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    wie Stefan Ibold schon kurz schrieb

    1. nein
    2. kann man so nicht pauschal sagen
    3. nein, Belüftung hat auch hier seinen Sinn - und immer schon gehabt darüber besteht auch in Fachkreisen konsens, die Fragen drehen sich wenn überhaupt über die konstruktive Durchbildung von "unten bis oben"
    4. Feuchte die rasch wieder abtrocknet ist unschädlich, ABER WIE soll sie das bei diesem Aufbau
      Diffusion ist zu langsam; Hinterlüftung ist nicht existent = Schaden vorprogrammiert

    In einem ähnlichen Fall wurde mal folgendes ausgeführt:
    Latten seitlich an Sparren ca. 1 cm unter Ziegellattung
    Latte in Feldmitte an die Ziegellattung
    Hartfaser gewölbt in Sparrenfeld(am Sparren hoch - Feldmitte tief)
    Volldämmung
    LUFTDICHTE Dampfbremse
    Innenausbau

    Hörte sich zumindest besser an als ihr Aufbau.
     
  5. jetter

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    was mir noch gerade einfällt

    Im E-U-Z in Springe-Eldagsen(bei Hannover) wurde mal eine Altbau-Dachkonstruktion mit Zellulose voll ausgeblasen.
    Vielleicht können Sie von dort nähere Erfahrungswerte zu ihrer Idee bekommen.
     
  6. #5 Lehmi, 21. Februar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 21. Februar 2007
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    Antwort an Stefan Ibold:

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort; ich werde meine Lösung nochmal überdenken, die Vorteile einer Hinterlüftung liegen klar auf der Hand...

    ABER meine Ausgangsüberlegung ist damit noch nicht 100%ig vom Tisch: Können die Spalten zwischen Dachziegeln die Hinterlüftung ersetzen? Ich könnte mit weniger Aufwand mehr Dämmung einbauen, die nach außen quasi durch die bestehenden Spalte "hinterlüftet" wäre??!??? Reicht diese Lüftung also vermutlich nicht aus oder geht das doch?

    Alternativ habe ich auch über Polystrol nachgedacht, welche NACHTEILE hätte denn in meinem Fall dieser Dämmstoff gegenüber Mineralwolle o.ä.???

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort!
    Viele Grüße,
    Lehmi
     
  7. #6 Lehmi, 21. Februar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 21. Februar 2007
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    Lösung gefällt mir gut, aber WARUM GEWÖLBT?

    Antwort an Jetter:

    Diese Lösung gefällt mir gut, aber WARUM GEWÖLBT?

    Zitat: "In einem ähnlichen Fall wurde mal folgendes ausgeführt:
    Latten seitlich an Sparren ca. 1 cm unter Ziegellattung
    Latte in Feldmitte an die Ziegellattung
    Hartfaser gewölbt in Sparrenfeld(am Sparren hoch - Feldmitte tief)..."

    Übrigens - alternativ habe ich über Polystrol nachgedacht - quasi als Ersatz für Hartfaserplatte und Dämmwolle - was halten Sie davon?

    Es gibt da ja auch noch den Aspekt "Wärmedämmung über Speichermasse", "zeitliche Phasenverschiebung des Wärmeeintrages" etc.... Sollte man die die Hartfaserplatten aus diesem Grund vielleicht etwas stärker ausführen (20..30mm), um einen positiven Zusatzeffekt zu erzielen?




    Danke für Ihre Antwort!
    Lehmi
     
  8. R.J.

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    damit etwaiges anfallendes Wasser nicht zu den Sparren und damit zu der Fuge zwischen Sparren und Hartfaserplatte läuft.
    Zur Frage der Verminderten Dämmwirkung, je nach Stömgsintensität und Struktur bis zu 30% Minderung.
    PS Vor- und Nachteile orentieren sich an der Anforderung. Das was sie damit erreichen wollen scheitert mindestens and der Passungenauigkeit beim Einbau.
    Die Maßnahmen für den sommerlichen Wärmeschutz sind im Gesamtkonzept festzulegen, zb. auch Verschattung usw. Einzelmaßnahmen bleiben oft unwirksam.
     
  9. #8 Lehmi, 21. Februar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 21. Februar 2007
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    Danke, hätte ich auch selbst darauf kommen können...

    Danke, darauf hätte ich auch selbst kommen können! Welche Art und welche Stärke von Hartfaserplatten nimmt man üblicherweise? Ist zu dick schädlich wegen verminderter Diffusion oder Statik? Oder ist etwas dicker vielleicht besser wegen sommerlichem Hitzeschutz?

    Wenn der Wasserabfluss (im Notfall) in der Plattenmitte erfolgen soll, sollten dann nicht auch die Plattenstöße entsprechend dicht sein, sonst würde mir ja dann dort das Wasser "schön gesammelt" in die Isolierung laufen? Oder sollten sich die Platten "dachschindelartig" überlappen, was ich mir dann aber mit der Wölbung gar nicht so einfach vorstelle...?

    Sollte auf der Plattenoberseite vielleicht eine diffusionsoffene Unterspannbahn o.ä. angebracht werden? - Sorry, ich traue diesen Folien nicht über den Weg... Von einer teuren Goretex-Membran in der Sportbekleidung kann man ja schließlich auch keine Wunderdinge erwarten...


    Sorry, Fragen über Fragen - aber ich habe das Gefühl, jetzt zumindest den richtigen Lösungsansatz zu verfolgen...

    Jetzt schon mal danke an alle für Ihre hilfreichen Hinweise!

    Schönen Gruß,
    Lehmi
     
  10. jetter

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    Hartfaserplatten 5 - 8 mm, schindelförmig überlappt

    zusätzliche Unterdeckbahn wüsste ich nichts von
     
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    Jetter - danke!
    Viele Grüße,
    Lehmi
     
  13. BJ67

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    Bei ner USB geht ihnen kein Platz für den Dämmstoff verloren, da diese ja mittels Konterlattung auf dem Sparren (also nach außen) befestigt wird. Auf die Konterlattung kommen dann die Dachlatten, dann die Ziegel. Von außen nach innen Ziegel-3 cm Luft-USB-18 cm Dämmung in Sparren-Dampfsperre-3cm Holzlattung ...
    Die USB hält Ihnen das Wasser von der Dämmung, die bei Durchfeuchtung ihre Dämmwirkung sonst verliert. Und was nicht nass wird, muss nicht trocknen !

    zu 2. bei Nässeeintrag nimmt Dämmwirkung ab bis zum Versagen
    zu 3. mit USB sollte Vollsparrendämmung möglich sein, ohne wegen Nässe eher nicht
    zu 4. mineralische werden geschädigt, von Stefan schon PS benannt, läßt sich unter anderem nicht optimal luftdicht zwischen den Sparren einbringen.
     
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Höherer Feuchteschutz durch niedrigeren Wirkungsgrad - USB/Unterdeckbahn überflüssig?

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