(Holz-)Dachkonstruktionen

Diskutiere (Holz-)Dachkonstruktionen im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo, vermutlich ist dies eine etwas ungewöhnliche Frage und sicherlich wird ein Fachmann schmunzeln (so geht es mir in "meinem"...

  1. #1 JulieAnn, 8. Juni 2013
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    Hallo,


    vermutlich ist dies eine etwas ungewöhnliche Frage und sicherlich wird ein Fachmann schmunzeln (so geht es mir in "meinem" Fachbereich vermutl. auch), leider konnte ich aber trotz zeitaufwändiger Recherche keine klaren Informationen herausfiltern. Trotzdem möchte ich mich vorab über die Realistik des Vorhabens und Grundlegendes informieren.
    Um Futter über den Winter in ausreichender Menge lagern zu können und Hänger, etc. unterstellen zu können, wird eine "Scheune" bzw. Überdachung benötigt (Seiten ev. mit Windnetzen), die ca. 18-20 m freitragend bewältigt (wäre ebenso die optimale Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes).
    Oft werden von verschiedenen Seiten fast gegensätzliche Angaben gemacht, jeder hat aber die beste und günstigste Variante.

    In den letzten Monaten habe ich einige ähnliche Gebäude angeschaut und dabei die verschiedensten Möglichkeiten gezählt, von Beton- und Stahlträgern bis zu Holzkonstruktionen.
    Letztere haben mir, ob als Fachwerkbinder oder Brettschichtholz am Besten gefallen (und angeblich umweltfreundlicher und preislich ebenbürtig sind).

    Bei Fachwerkbindern wird scheinbar an jeder erdenklichen Stelle der Preisvorteil gegenüber anderen Varianten angesprochen.
    Bekannte haben 18 m lange Nagelplattenbinder in ca. 1 m Abstand und haben ca. € 520/Binder gezahlt, allerdings wäre in unserem Fall ja keine massive Mauer vorhanden, auf der die Konstruktion angebracht werden könnte, dies müssten Tragbalken leisten.
    Ob das dann noch günstiger ist?
    Wie verhält es sich hier mit dem Preis im Vergleich zur Länge?


    Eine Firma bietet so eine ähnliche Konstruktion an, nennt es aber "Kantholzbinder" und hat diese im Abstand von geschätzt 5 m verbaut.
    Beim Versuch, den Unterschied herauszufinden, bin ich im Netz auf einen ähnlich aussehenden Binder gestoßen, der sich auch in großem Abstand verbauen ließ und "Greimbinder" hieß.
    Worin liegen die Unterschiede? Ist dies alles dasselbe, nur anders benannt?
    Stellen ganz normale, kleinere regionale Unternehmen oder Zimmerer auch massivere Binder zu vernünftigen Preisen her oder unterliegt dies besonderen technischen Anforderungen?

    Für Breiten von mehr als 20 m (bei uns ja nicht benötigt) wurde eine Binderbauweise mit Holzdübel, Krallen o.ä. aufgezeigt - dies scheint aber (viel) teurer zu sein?
    Diese sind dann wohl in größerem Abstand zu verbauen?


    Bei Leimbindern verwundern mich vor allem die verschiedenen Preisangaben.
    Von € 500/m³ bis € 1.600/m³ kam bislang alles vor. Keine Preise habe ich bislang für Abbundarbeiten und Untergurte gefunden.
    Ich verstehe Unterschiede bei Sichtqualität/Industriequalität oder Fichte/höherwertigen Holzarten.
    Weniger klar ist mir, ob und wenn ja, welchen Einfluss die verschiedenen Festigkeitsklassen, die Länge (auf den Kubikmeterpreis/Längenzuschlag? In welcher Höhe?) und die verschieden Arten von Leimbindern/Klebweisen haben (sofern es letztere überhaupt gibt?)?
    Wie verhält sich das bei der Form?
    Haben Satteldachbinder (angehoben?), einfache gerade Binder und Bogenbinder denselben Kubikmeterpreis oder gibt es dort erhebliche Unterschiede?

    Bezüglich der Festigkeitsklassen war ich davon ausgegangen, dass sich für größere Spannweiten nur Gl32 oder höher eigne (?) (Eindeckung Trapezblech, Schneelast 0,95 KN/m²) bekam aber letztens auf diese Frage die Antwort, GL28 ginge ebenso, dies käme ganz auf die Abstände zwischen den Bindern an. Nur ein Abstandbeispiel konnte mir nicht genannt werden.
    In welchen Fällen werden Untergurte oder ähnliches benötigt?

    Vor vier Wochen habe ich ein Leimbindergebäude gesehen, welches ebenfalls Tragbalken hatte und frage mich seit dem erstrecht nach den "Regeln" für solche Dachaufbauten.
    Gipfel der Verwirrung: Fachwerkbinder aus Brettschichtholz.
    Bin für jede Aufklärung dankbar.
     
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  3. #2 Gast036816, 8. Juni 2013
    Gast036816

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    einen planer einschalten, den brauchst du sowieso, der kann dich über alle konstruktionsvarianten neutral beraten.
     
  4. mls

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    was ist die frage? :)

    die binder sollen eine spannweite von rd. 20m haben?
    wie lang wird die (offene?) halle?
    wie offen ist offen?
    stützenabstände von 5 bis 10m an den traufwänden
    sind ok?

    nagelplattenbinder - leimbinder - fachwerkbinder:
    billig - günstig - wirtschaftlich...
    wie anmutig darf das dach werden?
    wie unterhaltsfreundlich?

    ist ein schnellabbrand innerhalb von 10min ok?
    darfs ein bisschen mehr sein? 30min sind bei
    nachgewiesenen leimbindern/fachwerkbindern
    problemlos möglich, sogar aufgelöste binder
    (erst recht leimbinder) können r60 schaffen -
    s. foto.

    plm-IMG_4751.jpg
     
  5. #4 JulieAnn, 8. Juni 2013
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    Guten Abend :)

    vielen Dank schon einmal für die Antworten.


    Ich hatte einen Bekannten, der Architekt ist, gefragt, welcher mir für einen geringen Betrag einen Standart-Plan hingezeichnet/abgezeichnet hat, aber mehr mit Hausbau als mit solcher Materie befasst ist und mir geraten hat, mir einige Gebäude anzusehen und mich umfassender zu informieren.
    Für den Fall, dass das Projekt so zustande kommen sollte, wird das selbstverständlich nötig sein, vor allem Fundament und Statik sollten ja auch stimmen.
    Allerdings habe ich inzwischen mehrere Angebote (die sich preislich sehr, sehr stark unterscheiden) mit verschiedenen Konstruktionsvarianten erhalten, bevor ich also € 5.000 - 10.000 ausgebe um danach herauszufinden, dass ich doch die Fertighalle nehme, weil nicht nur die Architektenkosten nicht wieder rein kommen, sondern auch die Idee, mit regionalen Unternehmen (Fachbinderweise) zu bauen, in die Hose geht, wollte ich mir einen groben Überblick verschaffen.
    Aber auch allgemein interessiere ich mich einfach sehr für das, was dann mal auf dem Grundstück steht und wie genau es da hin kommt :)



    :) es sind, so fürchte ich, viele Fragen.
    Hauptsächlich, welche Argumente für die eine oder andere Variante sprechen und nach welchen Anhaltspunkten ein Konstruktion mit Tragbalken, Untergurt, etc. geplant wird oder nicht - und eben die Preise, Preisunterschiede, etc.

    Ja, sofern es (preislich und statisch) machbar ist, sollten die Binder ca. 20 m haben.
    Laut offiziellen Berechnungsrichtlinien vom Amt für Landwirtschaft brauchen wir ca. 3000 m³ Lagerraum für Futter, je nach Höhe wären es zwischen 35 m und 48 m Länge + ein wenig Abstellfläche und Hänger (auf was, je nach Kosten, ev. verzichtet werden kann), etc., die Kubikmeter gehen grad so auf den zur Verfügung stehenden Platz, wenn er gut ausgenutzt wird.

    Bezüglich offen wäre es wie auf unten angehängtem Bild ausreichend, Windnetze, da wir auch mal loses Heu kriegen.

    Stützen an den Traufwänden fände ich sogar gut, Abstände hier egal.
    Die Optik des Daches ist nachrangig, mit aufwändigem Streichen, etc. von Holzgebäudeteilen haben wir in unserer vorhanden Bausubstanz Erfahrung, finde Holz aber toll, auch wenn es mehr Arbeit macht als vielleicht Stahl.
    Im Brandfall wird vermutlich so oder so nicht viel zu machen sein ob des innen lagernden Gutes.


    Vielen Dank für das bebildern :)
    Sind dies Fachwerkbinder aus Brettschichtholz?
    Scheinen auch einen größeren Abstand zu ermöglichen?
    Die Fachwerkbinder, die ich live gesehen habe, standen alle eng beieinander und waren der Machart von Bild 2. Dies hat sicher mit der Holzart zu tun?


    Den Anhang 36533 betrachten
    Quelle: mbm-online

    Den Anhang 36534 betrachten
     
  6. #5 Gast036816, 9. Juni 2013
    Gast036816

    Gast036816 Gast

    eine beratung zur auswahl der konstruktionsweise wird keine 5.000 - 10.000 € kosten. selbst wenn du noch ein paar varianten oder anbieter findest, die ratlosigkeit wird weiter zunehmen und die unbeantworteten fragen werden mehr. du wirst an einem neutralen, versierten berater nicht vorbei kommen.
     
  7. mls

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    landwirtschaftliches bauen - landwirtschaftliches bauen - landwirtschaftliches bauen.
    in diesem dreieck ist das übliche ziel: im rahmen minimalistischer anforderungen
    so billig wie möglich ..
    wenn brandschutz r0 reicht (d.h. auch, keine -künftigen- höheren anforderungen),
    funktioniert ein fröhlicher preiswettbewerb ohne erklärung der vor- und nachteile
    verschiedener systeme - hauptsache, es hält und ist genehmigungsfähig.
    sowohl in holz, wie auch stahl oder in holz-stahl-mischbauweise gibt es genug
    marktgängige lösungen - mindestens ein halbes dutzend, von etwa 50 anbietern.

    die von mir gezeigte polonceau-binder-modifikation ist nach dieser definition
    nicht marktgängig, sondern teil eines tragwerks, das auf spezielle anforderungen
    hin optimiert ist und unter diesen bedingungen auch im preiswettbewerb seinen
    platz hat - man muss nur die bedingungen kennen, bzw. klar definieren ;)

    die kosten (und die randbedingungen) für stützen und aussteifung sollte man
    rechtzeitig erfassen - dann relativieren sich (hier: offene halle) die kosten für
    billige dachbauteile, wenn an anderer stelle mehrkosten entstehen. je nach
    baugrund können einige systeme von vornherein ausgeschlossen werden .. usw.
     
  8. #7 JulieAnn, 9. Juni 2013
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    Hallo,


    Danke, mls, für die klare Aussage.

    Rolf, was meinst du, in welchem Rahmen das von dir Empfohlene liegt?
    Die Summe hatte mir der Bekannte genannt.

    Ist es überhaupt so, dass eine Architektenlösung mit einer Fertig-Lösung gleichziehen kann?
    Wäre trotzdem ganz dankbar, wenn jemand ein paar Zahlen nennen könnte, bzw. Vergleiche zu den genannten Preisen.


    Viele Grüße
     
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  10. mls

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    die von dir genannten 520 enthalten bereits mwst und montage?
    weil wenn nicht, wäre der preis"vorteil" gegenüber anderen
    bindern eher gering ..
     
  11. JulieAnn

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    Ganz herzlichen Dank.
    Mit MwSt, ohne Montage - war mir beim überschlägigen Rechnen auch aufgefallen, plus Tragbalken kam es mir fast teurer vor und von der Optik und den Eigenschaften wäre ich bei BSH.
     
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