Holzbalkendecke - Schallübertragung in Nebenraum

Diskutiere Holzbalkendecke - Schallübertragung in Nebenraum im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo liebe Bauexperten, bei unserem Neubau ist die obere Geschossdecke als Holzbalkendecke ausgeführt. [ATTACH] Zwischen die Sparren...

  1. #1 bausbanderu, 1. August 2014
    bausbanderu

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    Hallo liebe Bauexperten,

    bei unserem Neubau ist die obere Geschossdecke als Holzbalkendecke ausgeführt.

    Holzbalkendecke.jpg

    Zwischen die Sparren kommt die Wärmedämmung in Form von Mineralwolle WLG 035, Stärke 20cm (wie Höhe Sparren) rein. Unten drunter dann Folie, Lattung und Rigipsplatten.

    Ich befürchte aber, dass dieser Aufbau für die Schallübertragung zwischen den angrenzenden Räumen ziemlich ungünstig ist. Im Endeffekt steht dem Schall vom einen Raum zum nächsten nur
    - eine Rigipsplatte
    - Mineralwolle über der Wand (Dicke 17,5cm bzw. 11,5cm)
    - noch eine Rigipsplatte
    entgegen. Da hätten wir auch gleich Trockenbauwände einziehen können, das wäre aufs gleiche raus gekommen.

    Seht Ihr das auch kritisch? Wie könnte man die Schalldämmung wirkungsvoll verbessern?
    Die gemauerten Wände haben je nach Dicke 38dB bzw. 42dB Schalldämmung. Ein ähnliches Niveau möchte ich im Deckenbereich auch erreichen.
    Zur Optimierung habe ich bisher nur folgendes gefunden, dass man die Rigipsplatten mit Federschienen von den Holzbalken entkoppeln könnte. Wieviel bringt das? Was kann man sonst noch tun?

    Danke schonmal für Eure Antworten!
     
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  3. #2 bausbanderu, 5. August 2014
    bausbanderu

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    Zum dem Thema habe ich noch einige Infos gefunden. Das Heft "D15 Knauf Holzbalkendecken-Systeme für Neubau und Altbau" enthällt ab S. 30 einige Infos zum Schallschutz. Dort wird die Luftschalldämmung einer ähnlichen Decke mit 43dB angegeben. Bezieht sich allerdings auf die Schalldämmung zwischen oben und unten.
    Mögliche Verbesserung durch Direktschwingabhänger: 4 bis 6 dB
    Federschiene statt Direktschwingabhänger nochmals 1 dB
    Die Verbesserungen beziehen sich allerdings auf die Trittschalldämmung. Zur Luftschalldämmung schreibt Knauf, dass durch diese entkoppelte Befestigung der Platten plus Fertigteilestrich (18mm Brio + 10mm Holzweichfaserplatte) die Luftschalldämmung auf über 60dB angehoben werden kann.

    Zum Thema Schallübertragung zum Nebenzimmer habe ich in dem Buch "Praktische Bauphysik - Eine Einführung mit Berechnungsbeispielen" von Lohmeyer, Bergmann und Post in der Tafel 4.64 Infos zur Längsleitung über Deckenunterseite gefunden. Dort wird ein Schall-Längsdämm-Maß von 48 bis 51 dB genannt.
     
  4. tgaeb01

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    Beim 1,5 g EFH bin ich aus verschiedensten Gründen durchaus auch ein Freund von Holzbalkendecken. Die sollten allerdings so ausgeführt werden, das späteres "Schwingen" nicht bemerkbar ist/ wird.
    Wenn ich mir den linken Deckenbalken ansehe, würde ich mir über Schallübertragung zu angrenzenden Räumen erst in zweiter Linie Gedanken machen. Zudem lässt sich die Statik der Geschoßdecke auch so auslegen, dass in OG mit massiven Raumtrennwänden gearbeitet werden kann.
     
  5. ultra79

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    Es geht hier glaub ich nicht um die Decke zwischen EG und OG - sondern die zum Dachboden.

    Da sollte schwingen etc. egal sein, weil normalerweise keiner oben läuft.

    Bzgl. Schalldämmung:

    - Zwischenräume voll ausdämmen
    - Federschiene zur Montage der Gipskarton-Decke
    - doppelt beplanken
    - evtl. schwerere Platten nehmen als normalen Gipskarton

    -> das bringt dich in einen Bereich wo die Wand schwächer ist als die Decke - und vorher sind die Türen sowieso schon der Schwachpunkt.


    Und ganz wichtig: der Teufel steckt im Detail - Wandanschlüsse müssen richtig gemacht sein, sonst ist das alles eh Makulatur.

    Wie sind deine Ziegelwände eigentlich aufgebaut? Also Rohdichte und Dicke?

    Und: eine ordentlich ausgeführte Trockenbauwand mit doppelter Beplankung - evtl. sogar "Doppelständer" hat ein Schalldämmäß das du mit Ziegeln nur in Dicken hinbekommst die nicht mehr praktikabel sind.
     
  6. #5 Thomas Traut, 8. August 2014
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    Such mal im Netz nach "informationsdienst holz schallschutz holzbalkendecken", da wirst Du genug Lesestoff finden.

    Am kritischsten sehe ich erst mal die oberseitige OSB-Platte, falls oben nicht geheizt wird.
     
  7. ultra79

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    In der Tat - glatt übersehen...

    In welchem Regelwerk findet man eigentlich das man das so nicht macht? Also nur falls man den Bauunternehmer "überzeugen" muss.
     
  8. tgaeb01

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    Eine OGD ist zunächst keine GD! Ansonsten, geht´s noch? In wieweit muß ein AG einen AN überzeugen? Der AN hat ein insgesamt mängelfreies Werk gemäß vertraglicher Vereinbarung abzuliefern! Punkt!
    Wenn der AG aus fachlicher Unkenntnis zu naiv ist, entsprechende Vertragsvereinbarungen zu formulieren, ist das allein sein wirtschaftliches Problem. Dann muß er auch mit den Konsequenzen leben müssen!
     
  9. #8 Thomas Traut, 8. August 2014
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    @tgaeb: Wieder mal ein super Beitrag, der den TE richtig nach vorn bringt! Mit feinstem Aküfi, GD, OGD, LMAA, aber ohne mfG :mauer

    @ultra: Das Stichwort ist "innen dampfdichter als außen". Berechnungen gehen einfach nach Glaser, schwieriger mit allerlei Simulationsprogrammen. Aber auch ohne Berechnungen hat sich vielfach gezeigt, dass eine außenseitige OSB-Platte ungeeignet ist. Die Schimmelanfälligkeit ist bekannt. Selbst wenn die Berechnung hinhauen sollte, darf in der Dampfbremse dauerhaft keine Macke sein.
     
  10. #9 Alfons Fischer, 8. August 2014
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    eine OSB als oberste Lage ist nicht 'per se' ein Problem. Sie ist nur unter bestimmten Bedingungen (welche aber durchaus vielschichtig sein können) ein Problem...

    Ich habe schon oft OSB oben drauf abgenickt. Aber auch schon oft gesagt, man möge sich bitte einen andere Belag suchen...
     
  11. tgaeb01

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    Ich bin durchaus kritikfähig und setze mich fachlich durchaus mit befähigten Fachkollegen gern auseinander! Dann mach´s doch besser:bounce:
    Besonders vermisse ich hier Dein mfg.:bounce:Anderen Vorwürfe unterbreiten, selbst aber, ...absolut nix, lediglich tabula rasa ;-)

    v.g.
     
  12. ultra79

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    Schön das wir drüber gesprochen haben...


    Konstruktives argumentieren ist immer besser als auf den Tisch hauen und sagen "ist aber falsch! basta!". Man sollte seinen Standpunkt immer belegen können (egal ob man das müsste oder nicht) - es hilft nämlich auch die eigene Haltung zu hinterfragen.

    Danke an die Anderen hier für die Erklärung. Der technische Sachverhalt war mir schon klar - aber ich entnehme dem das es eben kein Regelwerk gibt in dem steht "darf man nicht" sondern es im Einzelfall rechnerisch geprüft werden muss ob es geht oder nicht - und selbst wenn es geht gibt es Gründe es nicht zu tun, weil andere Bauweisen weniger Schadensträchtig sind.

    Nun ist noch die Frage (für mich): warum sollte man es überhaupt mal tun wollen? Gibt es Fälle wo es unbestreitbar ein Vorteil ist es mit OSB auszuführen?
     
  13. #12 Thomas Traut, 8. August 2014
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    tga, Du spammst in zitiertem Tonfall mit gruseliger Orthografie alle möglichen Themen zu, ohne fachlich was beizutragen. Das macht oft keinen Spaß mehr, nur mitzulesen, wo Du Niveaulimbo gespielt hast.
     
  14. #13 Thomas Traut, 8. August 2014
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    Die OSB hat den Vorteil, dass man damit statische Scheiben ausbilden kann, was mit Rauspund nicht funktioniert (Kleine Einschränkung: Nachweis aller Befestigungspunkte, z.B. mittels FEM-Berechnung). Außerdem hat man eine sehr ebene Fläche, die schnell hergestellt ist. Deshalb wird es von den Zimmereien gerne genommen. Man kann OSB auch hinterlüften, dann ist die Schimmelgefahr nicht so akut.
     
  15. ultra79

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    Und was mir grad noch auffällt: fliegende Stöße beim OSB. Darf man das so machen?
     
  16. ultra79

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    Wäre dann Spanplatte nicht die bessere Wahl wenn man die Scheibe braucht?
     
  17. #16 Thomas Traut, 8. August 2014
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    Das kann man unter Umständen in einer Richtung so nachweisen. So wie auf dem Foto in beiden Richtungen klappt das nicht. Vielleicht sollen die Stöße ja noch hinterlegt werden.

    Dann ja. Das zieht aber wie gesagt einen Rattenschwanz nach sich. Beim Satteldach, insbesondere beim Pfettendach, kann man die Aussteifung bzw. den Abtrag der Windlasten aber i.d.R. anders lösen.
     
  18. ultra79

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    Das wäre dann also durchaus noch ein interessantes Thema für den TE - also darauf zu achten.
     
  19. tgaeb01

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    Ebenso bewerte ich Deine Beiträge, insbesondere, wenn sie die Anlagentechnik betreffen, worüber Du ja über keinerlei Ausbildung verfügst !
    Gern lasse ich mich selbstverständlich vom Gegenteil überzeugen!
    Einfach ignorieren und nicht Mitlesen. :-)
    User, auch aus der Region , sehen das scheinbar zunehmend auch deutlich anders ;-)

    v.g.
     
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  21. #19 stockstadt, 8. August 2014
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    Naja .. in welcher Welt lebst du denn?? :mega_lol::mega_lol:

    LG
     
  22. #20 Thomas Traut, 8. August 2014
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    1. schreibe ich nicht zu Anlagentechnik, 2. weißt Du über meine Ausbildung wenig bis nichts, 3. ist mir Deine Ausbildung auch völlig wurscht. Wer sich wie Du hier hinter einem Alias versteckt, wird schon seine Gründe haben.

    Würde ich gerne, aber wenn mich Themen interessieren, muss ich leider (fast) alles Geschreibsel lesen, damit der Faden nicht verloren geht.

    Richtig, scheinbar! Da stimme ich Dir zu.
     
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