Holzfeuchte

Diskutiere Holzfeuchte im Dach Forum im Bereich Neubau; Ist es allgemein bekannt das ab 1.04 nur noch Holz mit 20 % Feuchte eingebaut werden darf. Gruß Matzi

  1. matzi

    matzi

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    Ist es allgemein bekannt das ab 1.04 nur noch Holz mit 20 % Feuchte eingebaut werden darf. Gruß Matzi
     
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  3. Falko

    Falko

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    Stimmt nicht ganz

    erst ab fertiggestelltem Druck der neuen DIN Holz im Hochbau, wird erwartet im Mai, ist es Vorschrift.

    Neu ist auch, daß dann im Dachbereich nur noch Dachlatten, die übermaßig zugeschnitten sind und nach Trocknung mindesten 40x60 haben, zugelassen sind.

    Gruß Falk
     
  4. NBasque

    NBasque

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    Stimmt nicht ganz

    Nach DIN 4074 und noch zu veröffentlichender neuer DIN 1052 ist die Stärke der Dachlatten nach wie vor abhängig von der Stützweite. Für Stützweiten kleiner 80 cm werden Dachlatten im Format 30/50 und Sortierklasse S10 verlangt.

    Qualität von Latten und Dachlatten

    Dachlatten

    Latten und besonders Dachlatten wurden in der Vergangenheit oft in schlechter Qualität geliefert und verarbeitet. Auf diesen Grund zurückzuführene Unfälle am Arbeitsplatz "Dach", Abstürze vom Dach, häuften sich. Neben der straf- und Haftungsfolgen bei Todesfällen und Verletzungen bleib das Leid bei allen Beteiligten.

    Wegen anscheinend undurchschaubarer Regelungen in Regelwerken, kam es deshalb zu den Empfehlungen für den Einsatz von Dachlatten durch die Verbände des Zimmerer- und Dachdeckerhandwerks sowie der Berufsgenossenschaften unter Beteiligung der Sägeindustrie, die Eingang in die DIN 4074 und DIN 1052 finden wird.

    Im nachfolgenden zitieren wir eine Stellungnahme des BD-Holz zum derzeitigen und absehbar künftigen Stand des technischen Regelwerkes bei Latten und Dachlatten (vom 6.3.2002*).

    Der derzeitige Stand (3/2002) bei Dachlatten und Latten für allgemeine Zwecke in den technischen Regelwerken lässt sich wie folgt zusammenfassen:

    DIN 1052 Teil 1, Ausgabe 04/1988

    Die DIN 1052 Teil 1, Ausgabe 04/1988 beinhaltet die Berechnung und Ausführung von Bauwerken und von tragenden und aussteifenden Bauteilen aus Holz. Sie ist gleichsam die übergeordnete Norm für Bauen mit Holz. Die DIN 1052 ist seit geraumer zeit in der Überarbeitung (Gelbdruck liegt vor). Voraussichtlich soll die neue Fassung im Jahr 2003 kommen.

    In der DIN 1052 ist unter anderem auch die DIN 4070, Ausgabe 01/1958, "Querschnittsmaße und statische Werte für Schnittholz" als Materialnorm aufgeführt, in der Dachlatten definiert sind.


    DIN 1055 Blatt 3, Ausgabe 06/1971

    In der DIN 1055 Blatt 3, Ausgabe 06/1971, "Lastannahmen für Bauten - Verkehrslasten" ist unter Punkt 6.2.3 niedergelegt, dass bei Dachlatten aus Holz mit Querschnittsabmessungen, die sich erfahrungsgemäß bewährt haben, bei Sparrenabständen bis etwa 1 m kein rechnerischer Nachweis erforderlich ist.In den Mitteilungen des Instituts für Bautechnik, Berlin (DIBt) vom 2.6.75 werden nach BUB (1975) folgende bewährte Querschnittsabmessungen in Abhängigkeit vom Sparrenabstand angegeben:
    40/60 mm bei Sparrenabständen > 1 m
    30/50 mm bis etwa 0,80 m und
    24/48 mm bei Sparrenabständen > 0,7 m.
    Für diese bewährten Abstände bedarf es also keines eigenen rechnerischen Nachweises.


    DIN 1052

    In der DIN 1052 wird auch auf die DIN 4074 Bezug genommen. In der derzeit noch aktuellen Fassung der DIN 4074 Teil 1, Ausgabe 09/1999, "Sortierung von Nadelholz nach der Tragfähigkeit" wird als normale und übliche Festigkeitsklasse die Sortierklasse S 10 definiert.
    Diese Norm ist gerade in der Überarbeitung; der Weißdruck soll voraussichtlich im 2. bzw. 3. Quartal 2002 erscheinen. Für Latten ist eine eigene Sortiertabelle vorgesehen. Dachlatten, soweit sie für das Bauwerk tragende und aussteifende Zwecke erfüllen, sind nach der DIN 4074 zu sortieren.


    Regelwerke des Zimmererhandwerks

    In den entsprechenden Regelwerken des Zimmererhandwerks wird als Materialnorm auch die DIN 68 365 "Bauholz für Zimmerarbeiten" aufgeführt, in der in Tabelle 7 zwei Güteklassen für Latten genannt sind. Diese Norm galt und gilt für Latten für allgemeine Zwecke, also den nichttragenden Bereich.
    DIN 18 334 Ausgabe Dez. 2000 6. In der DIN 18 334 Ausgabe Dez. 2000, "Allgemeine technische Vertragsbedigungen für Bauleistungen (ATV) Zimmer- und Holzbauarbeiten" ist für Dachlatten der Mindestquerschnitt 30 x 50 mm in S 10 nach DIN 4074 festgelegt.
    Latten für Fehlböden müssen einen Mindestquerschnitt von 24 x 48 mm und die Anforderung S 10 und Latten für Lattenverschläge ebenfalls mindestens 24 x 48 mm und mindestens Güteklasse II nach DIN 68 365 erfüllen.


    Empfehlung der Verbände des Zimmerer- und Dachdeckerhandwerks und der Berufsgenossenschaften unter Beteiligung der Sägeindustrie

    Die unmittelbar am Bau beteiligten Verbände des Zimmerer- und Dachdeckerhandwerks und der Berufsgenossenschaften unter Beteiligung der Sägeindustrie haben sich Ende 2001 auf eine Empfehlung für den Einsatz von Dachlatten geeinigt, die in die neue DIN 4074 (vgl. Pkt. 4) und in die DIN 1052 (vgl. Pkt. 1) eingearbeitet werden soll.
    Dabei wurde der Forderung der Berufsgenossenschaft - die das Dach als "Arbeitsplatz" einstuft und damit höhere Sicherheitswerte verlangt (Lastannahme 1000 N in Sparrenmitte verteilt auf 15 cm) - wie folgt Rechnung getragen:

    40 x 60 mm, Sortierklasse S 10 nach DIN 4074 (neu) für Sparrenabstände 80 - 100 cm (Fichte - Kiefer)
    30 x 50 mm, Sortierklasse S 10 nach DIN 4074 (neu) für Sparrenabstände bis 80 cm mit
    Ästigkeit für Fichte höchstens 0,5
    Ästigkeit bei Kiefer höchstens 0,4
    Ergänzend dazu wurde vereinbart, dass in die Sortiervorschrift für Dachlatten (DIN 4074 neu) für S 10 die Jahrringbreite mit max. 6 mm aufgenommen werden soll.

    Es wird darauf hingewiesen, dass die Messbezugsfeuchte von 20% nach DIN 4074 neu eine Erhöhung der Tragfähigkeit um 7% und damit zusätzliche Sicherheit bedeutet.


    24/48 mm, ohne Sortierung, für Konterlatten und vergleichbare Anwendungen
    24/48mm, bis 70cm Sparrenabstand und maximalem Lattenabstand von 17cm, S 13 DIN 4074 (neu) für z.B. Bieberschwanzdoppeldeckung, Schieferrechteckdoppeldeck- ung und andere
    24/60 mm, Sparrenabstand bis 80 cm, S 13 DIN 4074 (neu) für Dachlatten hergestellt aus Seitenware.

    So lange die neue DIN 4074 noch nicht veröffentlicht ist, und in diesem Zusammenhang auch die neue Lattensortierung in S 10 und S 13 noch nicht angewandt wird, bleibt es "rein baurechtlich" beim bisherigen Standard. Die neue Norm sieht neben der eigenen Sortieranforderungen für Dachlatten in der Klasse S 10 und S 13
    generell eine Messbezugsfeuchte von 20 % (künftig Einschnitt im Übermaß),
    eine Sortierung entweder im trockenen und, wie bisher, in frischem Zustand und
    bei der Sortierung im trockenen Zustand (TS-) eine Begrenzung der Trockenrisse vor.
     
  5. Falko

    Falko

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    Danke

    besser hätte ichs nicht sagen können
    Gruß Falk
     
  6. matzi

    matzi

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    Danke ebenfalls.
    Gruß Matzi
     
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