Holzhaus mit Putzfassade?

Diskutiere Holzhaus mit Putzfassade? im Holzrahmenbau / Holztafelbau Forum im Bereich Neubau; Hallo und Guten Tag, wir haben uns entschlossen zubauen. Und sind nun auf der Suche nach der richtigen Bauweise!!! Wir sind auf das Thema...

  1. bine33

    bine33

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    Hallo und Guten Tag,

    wir haben uns entschlossen zubauen. Und sind nun auf der Suche nach der richtigen Bauweise!!! Wir sind auf das Thema gestoßen , Innen Holz außen Putz, also eine Holzrahmenbauweise und von außen Putz, das das lässtige Streichen entfällt! Kennt sich jemand damit aus? Gibt es vor und nachteile?Welche Baufirmen bieten so eine Bauweise an?
    Gebaut werden soll ein ca. 120 qm großes Bungalow, natürlich energiesparend richtung KFW 60, Wärmepumpe,Be- und Entlüftungsanlage in Sachsen Anhalt.

    ich danke euch schon für eure fleißigen Antworten.
    Viele Grüße
    Bine33
     
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  3. sepp

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    jede größere zimmerei
     
  4. #3 Torsten Stodenb, 9. November 2008
    Torsten Stodenb

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    "jede größere zimmerei"

    Die Bemerkung meint wohl, dass eine Möglichkeit vorhanden sein sollte, die Wände auf Montagetischen in einer Halle vorzufertigen und idealerweise auch gleich die Fenster mit einzubauen. Denn dies ist eine qualitativ überlegene Produktionsweise, bei der größte Genauigkeit erzielt werden kann, bei minimierter Fehlerwahrscheinlichkeit. Das Ergebnis nennt man landläufig "Fertighaus" oder im Osten "Fertigteilhaus". Holzrahmenhäuser mit Holzfassade werden gern in falscher Unterscheidung dazu als "Holzhäuser" bezeichnet.

    Ich glaube, mindestens 80% aller Fertighäuser in Deutschland werden mit Putzfassaden errichtet. Und dafür gibt es, wenn man die Zimmereien, die noch nicht Fabriken sind, mitrechnet, wahrscheinlich Tausende von Herstellungsbetrieben allein in Deutschland. Natürlich ist es nicht leicht, hier den besten oder passendsten zu finden. Dies sollte der Architekt aber können. Nur, das Problem ist, es gibt zwar Handwerker, die Ahnung von Holz haben, weil das ihr Beruf ist, aber immer noch recht wenig Architekten, von denen man das Gleiche sagen kann. Aber einen solchen sollte man finden. Es sei denn, man hat mehr oder weniger zufällig einen wirklich guten und erfahrenen Holzhaushersteller gefunden, der dann natürlich einen passenden Architekten nennen kann, der auch die spezielle Konstruktionsweise dieses Herstellers kennt und deshalb planerisch besser damit hantieren kann. Der Bauherr sollte versuchen, den Architekten selber zu bezahlen, damit dieser im Bauherreninteresse tätig wird und nicht auf Weisung des Herstellers handelt.

    Wir empfehlen dies unseren Bauherren immer von uns aus, haben damit aber noch nie Erfolg gehabt. Der normale Bauherr möchte sozusagen die Rundumversorgung mit möglichst wenig eigenem Aufwand. Nur, das lässt sich im Laufe eines Hausbaues nicht durchhalten. Der Bauherr muss und sollte sich sowieso selbst um so viele Dinge wie möglich auch selbst kümmern oder sie mit kontrollieren. Manches auf der Baustelle sieht er auch als erster, noch ehe der Bauleiter vorbeischaut. O.k. - :offtopic:
     
  5. bernix

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    Hallo Biene

    ...bei der Putzfassade gibts verschiedene Ausführungen...(wir haben unter dem Putz eine Styroporheraklitplatte)
    ...ganz ohne Streichen gehts auch bei Putz nicht, abhängig von der Farbe und Belastung der Region...
    ..."Richtung" kfw60 ist nicht berauschend, eher das absolute Minimum....
    ...bei der Haustechnik die Klimaanlage nicht vergessen!

    gruss
     
  6. Jassy

    Jassy

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    So, bauen wir grade, aber das lästige Steichen entfällt dabei nicht...

    Also wir haben uns einen passenden Architekten gesucht, der wohnt auch noch selber im "Holzhaus", hat sich also per se schonmal mit dem Thema beschäftigt! Ich denke es gibt Archis die lieber Stein auf Stein bauen und solche die Holz bevorzugen, darauf sollte man wohl achten, denn wenn man hinter einer Sache steht, wird das Ergebnis wohl besser?!
    Eine "Baufirma" wird Dir wohl ein Fertighaus andrehen wollen.... ich würde auch einen Architekten bevorzugen welcher mit Zimmerleuten aus der Gegend arbeitet!

    Viel Erfolg!

    J.
     
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  8. mls

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    das sind doch einfache fragen :)
    ja.
    ja.
    alle, die wdvs verarbeiten können .. und auch manche, die das nicht können.
     
  9. #7 Torsten Stodenb, 10. November 2008
    Torsten Stodenb

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    "ich würde auch einen Architekten bevorzugen welcher mit Zimmerleuten aus der Gegend arbeitet!"

    Ich nicht! Aber ich kenne mich auf Grund jahrelanger Berufserfahrung auch sowohl mit Architekten als auch mit Herstellern gut aus und habe sicher leicht reden. Beide, Hersteller wie Architekten, haben wir schon reichlich durchprobiert und aussortiert. Z.B. habe ich mir mal von einem ausgewiesenen Holzbauarchitekten einen Vertrag "andrehen" lassen, und nachher hat sich herausgestellt, dass dieser Mensch eine faule Socke ohne Engagement war (natürlich bei gehobenem HOAI-Honorar, damit dies gleich klar ist!). Er tat für sein sich nicht gerade am unteren Rand befindliches Honorar nur das Allernötigste und wollte zunächst auch nicht die von ihm etwa 70 km entfernte Baustelle aufsuchen, um das Gelände zu checken, das Haus einzumessen und die Entwässerungsbedingungen zu klären. Das habe ich dann selbst machen müssen! Dass er dann nach vielem Betteln wenigstens den Entwässerungsantrag ausgefüllt hat, hielt er für etwas Besonderes. Ich muss nicht erwähnen, dass er sich nicht ein einziges Mal auf der Baustelle blicken ließ.

    Da habe ich auch wesentlich verlässlichere Menschen kennengelernt, Architekten, eine Architektin und Ingenieure. Aber die zwei spezialisierten Holzbauarchitekten, mit denen ich es versucht hatte, haben mich beide hängen lassen, der eine hat sogar hinter meinem Rücken gegen mich gearbeitet, weil er den Auftrag seinem Holzbaufritzen zuschanzen wollte. Mir kann niemand erzählen, dass er für solche Auftragsbesorgungen keine Provision erhält! Nicht nur die Politik verdirbt den Charakter, sondern die Geschäftswelt mindestens ebenso.

    Man sollte sich als Holzbauinteressierter fragen, welcher Architekt oder welche Herstellungsbetriebe eine möglichst lange Erfahrung im Holzbau besitzen. Das sind naturgemäß die in Deutschland meist aus alteingesessenen Zimmereien hervorgegangenen Fertighaushersteller mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Materie, unsere schwedischen Hersteller sind oft noch älter, sie sind interessanterweise meist aus Sägewerken hervorgegangen, und ihre Holzbauerfahrungen bauen naturgemäß auf der ältesten Holzbautradition der Welt auf. Die Chefs einiger der besten deutschen Hersteller (konkret bekannt ist mir dies von Wxxxx und Sxxxxxxxxxx) haben frühzeitig in Schweden hospitiert und gelernt, bevor sie ihren eigenen Betrieb aufgebaut haben. Heute gibt es so etwas wie einen europäischen Stand der Technik, wobei die Unterschiede tendenziell kleiner werden.
    Was mir noch auffällt, ist, dass die größeren Hersteller (die mit RAL-Zertifikat) gern an langjährig Bewährtem (Beispiel Dampfsperre) festhalten und Neuerungen zunächst abwartend gegenüberstehen, während sich die freien Holzbauarchitekten gern damit brüsten, "innovativer" zu sein. In jedem Fall bedienen diese genau wie ihre Handwerkspartner, die noch vor wenigen Jahren nur Dachstühle konnten, gern die Laienvorstellungen von "natürlichem" Bauen. Da wimmelt es in besonderem Maße von emotionsgeladenen, aber falschen oder irreführenden Begriffen wie "gesund" oder "atmungsaktiv". In ein paar Jahrzehnten wird sich herausstellen, wer die solideren Häuser gebaut hat, die Leute mit der Erfahrung oder die Newcomer mit den Ökoetiketten. Bis dahin muss jeder Bauherr selbst entscheiden, wem er vertrauen möchte.

    Ein klarer Nachteil bei den größeren Herstellern ist, dass man als Bauinteressent leider eine kompetente Beratung, wenn überhaupt, dann erst nach dem Vertragsabschluss erhält. Und die ist dann nicht neutral. Wobei aber eben leider eine neutrale Beratung in Deutschland z.Z. noch lange nicht Kompetenz sicherstellt, sondern oft genug vor allem Tunnelwissen und gewerkeübergreifenden Interessenklüngel in Verbindung mit unbegrenztem Selbstbewusstsein. Da grenzen sich die zu kurz Gekommenen gegen die bekannten Marktgrößen aus der Fertighausindustrie ab, indem sie sozusagen ihre eigene Ideologie, ihr eigenes Parteiprogramm entwickelt haben und es verkaufen möchten.
    Was mir schließlich auch zu denken gibt,ist die Tatsache, dass weder Massivhäuser noch handwerklich errichtete Holzhäuser in Deutschland einer wirkungsvollen Qualitätskontrolle unterliegen! Nur ausgerechnet von den erfahrenen und durch permanente Vorfertigung wesentlich weniger fehleranfälligen Fertighausherstellern verlangen z.B. die Hypothekenbanken die bekannte RAL-Zertifizierung, die über die mit dem Ü-Zeichen dokumentierte amtlich vorgeschriebene Bauteilüberwachung deutlich hinausgeht! Mit welchem Recht? Vielleicht nach dem Recht der stärkeren Lobby der Ziegelindustrie und der berufsständischen Organisationen? Dies wird sich wohl nicht ändern, solange das Holzfertighaus in Deutschland noch so stark in der Minderheit ist.
     
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