Holzrahmebau so richtig?

Diskutiere Holzrahmebau so richtig? im Holzrahmenbau / Holztafelbau Forum im Bereich Neubau; Hallo, kurz zur Ausgangslage: Meine Schwiegereltern bauen nun zum 5. mal und bisher sind nur die 5 Garagen im Bau. Mein Schwiegervater hat in...

  1. #1 Sebastian344, 20. Juni 2013
    Sebastian344

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    Hallo,

    kurz zur Ausgangslage: Meine Schwiegereltern bauen nun zum 5. mal und bisher sind nur die 5 Garagen im Bau.
    Mein Schwiegervater hat in einer Fertighausbaufirma Schreiner gelernt und später als Geschäftsführer fungiert. Nach der Ausbildung hat er nebenberuflich Holztechnik studiert. Nun bauen wir schon seit ein paar Wochen die Garagen (6 x 7m und 4m hoch mit Pultdach). Das Wohngebäude soll in gleicher Bauweise entstehen. Den Rohbau der Garagen haben wir selbst gemacht und gleiches ist für das Haupthaus geplant.

    Mir geht es nur darum zu wissen, ob sein Vorgehen richtig ist ich habe bei manchen Sachen so meine Bedenken.

    Ständer und Rähm sind KVH in 50cm Abstand (Spanplatte mit 1m Breite war vorhanden).
    Wir haben Rähm, Schwelle und Ständer auf der Bodenplatte verschraubt und anschließend gestellt.

    Auf der Bodenplatte haben wir unter der Schwelle eine Bitumenbahn als Fäuleschutz. Ist das ausreichend?

    Zur Austeifung haben wir auf der Innenseite melaminharzbeschichtete Spanplatte geschraubt. Die Stöße sind stumpf ausgeführt und nicht winddicht abgeklebt. Ist das nicht notwendig?

    Die Dämmung besteht aus 160mm 035er Mineralwolle.

    Auf der Außenseite haben wir 12mm OSB mit Nut und Feder verschraubt. Auch ohne Abkleben der Stöße?

    Als Fassade ist eine Stülpschalung aus Fichte geplant (hinterlüftet).

    Das ist ja nun kein diffusionsoffener Aufbau, aber er meinte so hat man es in seiner Firma zu Beginn auch gemacht.
    Ist das heute noch Stand der Technik?

    Dann noch ein paar Fragen zum Dachaufbau.

    Wir haben Sie Sparren fürs Flachdach auf den Rähm aufgelegt und mit Winkeln fixiert.
    Auf die Sparren wurde eine Querlattung und Knaggen aufgebracht.
    Ebenso wurden von unten Querlatten aufgebracht und 200er Dämmung eingbracht (bei 260er Sparren).
    Anschließend OSB in 22mm und darauf Unterlegbahnen und Schweißbahnen, sowie Edelstahltraufbleche.

    Die OSB Wandplatten haben zum Dach ca. 2cm Luft. Er meint das ist zur Belüftung notwendig?

    Beim Wohnhaus plant er auf die Bodenplatte KVH in 120er Stärke aufzubringen, dazwischen Dämmung (Mineralwolle) und anschließend Dielung. Steigt hier nicht die Feuchtigkeit aus der Bodenplatte auf und wird von der Dämmung aufgenommen?

    Der Plan fürs Wohnhaus ist aber noch beim Architekten in Planung.


    Bitte das ganze nicht falsch verstehen, ich möchte meinen Schwiegervater nicht kritisieren, sondern vor allem selbst dazu lernen.

    Danke im Vorraus für die Antworten
     
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  3. MoRüBe

    MoRüBe Gast

    Dein Schwiegervater ist schon etwas älter? :D

    Das System könnte so aus den 70ern stammen. Genau wie die Spanplatten:hammer:

    Oh, man, wo soll man da anfangen...
     
  4. #3 Sebastian344, 20. Juni 2013
    Sebastian344

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    Spanplatte wurde verwendet, weil er knappe 400m^2 in der Firma hat. Außerdem meint er die ersetzt die Folie, wegen der Melaminharzbeschichtung. Natürlich kommt Innen noch Gipskarton.

    So alt auch noch nicht, knappe 45
     
  5. H.PF

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    Der Aufbau, der auf der letzen Baustelle hingestellt wurde:

    Innen OSB 21 mm, dann 200 mm Stiele, Zwischenräume ausdämmen mit Holzfaser, Aussen noch 160 mm Holzfaserputzträgerplatten (wäre nicht so viel Nötig, aber die untere Etage ist Stein, deswegen muß da 160 mm Dämmung drauf)

    Das ist z.B. ein funktionierender Aufbau... Stöße natürlich abgeklebt...

    Innen kommt dann noch eine Lattung drauf für die Inst-Ebene... Innenverkleidung kannste dann machen wie du willst, OSB, Holz, Gipskarton...
     
  6. #5 Sebastian344, 20. Juni 2013
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    Das der Wandaufbau nicht optimal ist ist klar, für die Garagen mag es ok sein.
    Zu diesem Thema konnte ich bereits sehr viel hier im Forum lesen
    Mich würden aber auch die anderen Punkte sehr interessieren
     
  7. #6 Sebastian344, 10. Juli 2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 10. Juli 2013
    Sebastian344

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    Hallo,

    ich habe mich in der Zwischenzeit versucht mit den Grundlagen vertraut zu machen.
    Ich helfe immer noch fleißig beim Bau mit, in der Hoffnung dazu zu lernen.

    Wir haben vor nächstes Jahr zu bauen, daher auch mein Versuch die Materie zu durchdringen.

    Daher noch ein paar kurze Fragen:

    Wir planen den Rohbau in Eigenleistung zu erstellen, mein Vater hat eine Tischlerei und verfügt auch über das notwendige Werkzeug.
    Jedoch möchten wir uns Unterstützung durch einen erfahrenen Zimmermann holen, der den Bau beaufsichtigt.

    Als Wandaufbau habe ich mir folgendes vorgestellt, auch wenn dies nur ein kleines Puzzlestück darstellt:
    Stiele: 60x200
    Dämmung V1: 200mm WLG 35 oder Dämmung V2: 200mm Steico Holzfaser
    OSB : 12mm mit N+F
    Lattung Installationsebene: 60 x 60
    Gipskarton: 2x12mm (alternativ Fermacell)
    Dämmung Installationsebene V1: 60mm WG 35 oder V2: 60mm Steico Holzfaser
    Putztäger/Holzfaserplatte: 60mm Steico Protect Holzfaserdämmplatte
    Hinterlüftete Stülpschalung: Lärche Rhomo Profil

    Wenn ich dieses über meinen Vater (kauft bei K...) erwerbe komme ich auf einen m² Preis von 76€
    Der Preis erschein mir als vergleichsweise günstig, wenn ich diesen mit dem m² Preis für Ytong vergleiche.

    Unser Architekt hat jedoch folgende Kritikpunkt:
    -er meint OSB sei nicht sonderlich gut für die Gesundheit (ist aber seit Jahren formaldehydfrei) und schlägt Sperrholz vor (wenn dann muss es ja mindestens AW100 sein und kostet mit Okume durch und durch mindestens 15€/m2)
    -Mineralwolle sei auch ungesund (dafür spricht meiner Meinung nach der Preis und der bessere U-Wert bei gleicher Dicke)
    -Gipskarton sei auch ungesund und er meint man kann die Sperrholzplatten ja auch nett streichen
    - er sagt auf die Installationebene kann man verzichten, betrachte ich aber die Materialkosten sind diese sehr gering und ich denke es ist von großem Vorteil die winddichte OSB Ebene nicht zu durchdringen
    - empfiehlt er HRB eher für Ferienhäuser und empfiehlt aufgrund von mehr Speichermasse einen Massivbau -> halte ich für eine veraltete Ansichtsweise

    Auch wenn man eine leichte Neigung des Architekten merkt finde ich seine bisherigen Ideen und Entwürfe sehr gut.

    Helfer sind ausreichend vorhanden, auf die ich mich auch verlassen kann, wenn es etwas anstrengender wird.
    Urlaub sind bis jetzt 50 Tage aufgespart + 28 für nächstes Jahr.

    Zeitlich stehen wir nicht unter Druck und finanziell auch nicht, es wäre im Notfall möglich alles durch Handwerksbetriebe durchführen zu lassen.

    Handwerklich bin ich nicht ganz ungeschickt, dieses Boot baue ich komplett selbst, dementsprechendes Werkzeug (Festool, protool) ist auch vorhanden. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass Bootsbau und Hausbau nicht vergleichbar sind (wobei ich auch schon 4000h ins Boot investiert habe)

    Leider habe ich in diesem Beitrag meine Gedanken "bunt" durcheinander gewürfelt und keinen wirklichen roten Faden, aber das folgt noch.

    Es geht mir um eine realsitische Einschätzung, ob es Sinn macht den Rohbau wirklich in Eigenleistung zu erstellen.

    Vielen Dank
    Sebastian
     
  8. ultra79

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    Zumindest zählt eine OSB-Schicht zum im Forum beschriebenen "optimalen Wandaufbau" - OSB ist wohl von seinen statischen Eigenschaften auch ein sehr guter Werkstoff.

    Du könntest die Wand mit Zellulose ausblasen. Ansonsten ist Mineralwolle überall im Einsatz - auch im Dächern etc. Was genau ist denn gesundheitsschädlich seiner Meinung nach? Denn das Statement machen ist das eine - aber eine Begründung liefern was anderes.

    Sperrholz? Interessant.

    Es gibt ja "baubiologische Gipsplatten" - also richtig Öko ;-)

    Auch hier wieder die Frage was an Gipskarton gesundheitlich bedenklich sein soll - und vor allem im Vergleich mit den Alternativen. Klar soll man GKB nicht essen...

    Viele Fertighausanbieter nutzen eine Schicht Spanplatte/OSB und eine Schicht Gipskarton zur Raumseite hin (meiner leider nicht) - das ist sehr komfortabel wenn es darum geht irgendwas an die Wand zu schrauben. Kritiker weisen auf mögliche Rissbildung hin, weil sich die Plattenschichten unterschiedlich ausdehnen bei Wärme etc.

    Nie, nie, nie auf die Installationsebene verzichten. Nie.

    Die Winddichtigkeit ist dann nicht gefährdet - und wenn man z.b. mal die inneren Platten auswechseln muss greift man nicht gleich in die Statik des Gebäudes ein (zumindest ist mir nicht bekannt das die Inst-Ebene jemals zur Aussteifung genutzt wurde - im Zweifel natürlich den Statiker befragen). D.h. wenn man z.B. die Fliesen nicht mehr von der Wand bekommt, dann die Beplankung komplett runter und neu machen samt neuen Fliesen ;-)

    Das Argument das ein Massivbau mehr Speichermasse hat ist erstmal objektiv richtig.

    Es stellen sich aber zwei Fragen:

    1) wie groß ist der Unterschied?

    2) wozu brauche ich die?


    zu 1): Kommt auf den Baustoff an - Ytong mit kleinem Lambda hat eine sehr viel geringere Speichermasse als Kalksandstein mit hoher Rohdichte. Der Unterschied zu einer HRB-Wand ist entsprechend unterschiedlich.

    zu 2): die Speichermassen dämpfen Amplituden von Temperaturverläufen. Es macht z.B. deine FBH noch träger als sie ohnehin schon ist - hilft aber auch den Raum kühler zu halten wenn die Sonne reinballert. Letzteres wird häufig als Killerargument "sommerlicher Wärmeschutz" genutzt. Allerdings hängt der eben in hohem Maße von der Verschattungssituation ab - unverschattete Glasflächen und Massivbau sind schlechter als gute Verschattung und HRB. In unserem HRB wird mit heruntergelassenen Rolläden eine angenehme Temperatur gehalten...

    Ob ersteres relevant ist? Schwierig zu beantworten - In der Übergangszeit kann man sich evtl. etwas (mehr) Energie tagsüber speichern um Abends weniger zu heizen... aber ob das messbar ist?


    Mach dir bei der Variante HRB lieber Gedanken über die Trittschalldämmung aus dem Obergeschoss - das ist IMHO der größte Schwachpunkt gegenüber Massivbau. Ob er dich stört ist subjektiv... wie so vieles ;-)
     
  9. Neutal

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    Ich weigere mich schon hier weiter zu lesen was Schwiegervater so bastelt. Antwort ist eigentlich ganz einfach: Nein, Nein, Nein, Nein.....
    Bitte lasst noch mal jemanden über die Konstrukte schauen. E
    ine Statik habt Ihr ja hoffentlich

     
  10. #9 Sebastian344, 10. Juli 2013
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    ganz so schlimm ist es nicht, so sind nur die Garagen und die Werkstatt aufgebaut, das Wohngebäude wird nun doch einen anderen Wandaufbau bekommen meinte er
     
  11. #10 Sebastian344, 10. Juli 2013
    Sebastian344

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    @ ultra79, vielen Dank für die Info

    Wie schätzt ihr die Möglichkeit der angesprochenen Eigenleistung bei HRB im Vergleich zu Ytong Massiv ein?
     
  12. mls

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    die einschätzung von eigenleistungsmöglichkeiten an sich ist
    schon ein heisser tanz - aber auch noch die eigenleistung bei
    2 systemen vergleichen? ohne den eigenleister zu kennen?
    boaah :)
     
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  14. #12 Sebastian344, 11. Juli 2013
    Sebastian344

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    ja so eine Antwort habe ich befürchtet, das werde ich wohl oder übel mit mir srlbst ausmachen müssen
    Trotzdem danke
     
  15. #13 Alfons Fischer, 11. Juli 2013
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    Holzrahmenbau ist ein vielschichtiges Ding.
    Da muss man viel wissen. Daran haben sich schon gestandene Zimmereien mit generationenlanger Holzbauerfahrung die Zähne ausgebissen. Entweder haben sie diese Versuche nach zahlen von viel Lehrgeld oder nach Betriebsschließung wieder eingestellt...
     
Thema:

Holzrahmebau so richtig?

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