Holzschutz in der Dachstuhlkonstruktion

Diskutiere Holzschutz in der Dachstuhlkonstruktion im Dach Forum im Bereich Neubau; Unser Dachstuhl (Neubau EFH) soll nach BLB aus heimischen Nadelholz der Güteklasse II hergestellt und werksseitig gegen Witterungseinflüsse...

  1. xelax

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    Unser Dachstuhl (Neubau EFH) soll nach BLB aus heimischen Nadelholz der Güteklasse II hergestellt und werksseitig gegen Witterungseinflüsse imprägniert werden. Als Holzschutzmittel war Wolsit EC 100F festgelegt.

    Jetzt bietet der GÜ eine kostenneutrale Alternative an: Konstruktionsholz mit einer Restfeuchte von unter 15%. Dadurch soll das Holzschutzmittel entfallen.

    Was soll ich davon halten? Ganz ohne Holzschutz kommt's mir seltsam vor. :shades

    BTW: Wir wollen die Dachuntersichten in Eigenleistung mit Holzlasur wetterfest behandeln.
     
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  3. R.J.

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    Trockenes Holz wird normativ gefordert, Verzicht auf Holzschutzmittel ebenso. Wer unnötig und unwissend HSM einsetzt ist...
    Andererseits gibt es auch Situationen in denen HSM gefordert sind, ein 0815 Dachstuhl passt üblicherweise nicht in diese Kategorie.
    Die Dachuntersichten sind ein anderes Thema.
    Was bedeutet "nach BLB"?
     
  4. xelax

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    BLB = Bau- und Leistungsbeschreibung
     
  5. cris12

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    wenn die dachbalken in miwo eingepackt werden kann auf den holzschutz verzichtet werden.
     
  6. #5 Anfauglir, 29. April 2009
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    Ja, mit einem entsprechendem Dämmsystem wird eine Einstufung der Hölzer im Innenbereich in die GK 0 erreicht.

    Aber meine persönliche Meinung ganz abseits aller Normen: Fichte KVH, dauerhaft trocken, funktioniert im Dachstuhl mit und ohne chem. Holzschutz (auch in GK 1).
     
  7. #6 Ralf Dühlmeyer, 29. April 2009
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    Was hat KVH mit Holzschutz zu tun - insbesondere im Bereich Pilzvorbeugend???

    Wenns da reindröppt, gammelt KVH genauso mit Braunfäule wie alles andere auch - ohne Holzschutz.
    Und der Holzwurm bleibt auch nicht gesichert weg.
     
  8. #7 Anfauglir, 29. April 2009
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    Deswegen der Hinweis auf meine persönliche Meinung.

    Längere Feuchtebelastung sollte im Dachstuhl ja nun nicht auftreten. Wenn es dazu kommt gammelt natürlich auch KVH (kann auch Weisfäule sein:p).
    Ich bin eben der Meinung, dass eine längere Feuchtebelastung durch regelmässige Kontrolle des Daches vermieden werden sollte. Ich wage zu behaupten, dass die DIN 68800 das ähnlich sieht, sonst wären Dachstühle ja in GK 3 einzustufen.

    Zu den Insekten: Für den Hausbock ist die Fichte zu nährstoffarm, die allg. Bedingungen im Dachstuhl machen die Hölzer auch für den gewöhnlichen Nagekäfer nicht gerade attraktiv für einen Neubefall. Diese Tiere sind bestrebt, ihrem Nachwuchs optimale Bedingungen zu bieten.
    Ein Befall durch o.g. Schädlinge kann aber tatsächlich nicht zu 100% ausgeschlossen werden. Hier deckt sich meine Meinung nicht mit der DIN 68800.

    Desweiteren sehe ich persönlich Probleme bei der praktischen Durchführung einer ordentlichen Imprägnierung von trockenem Fichtenholz.


    Ich möchte hier niemandem dazu raten, Holzschutz abweichend von der DIN 68800 auszuführen.:deal Auch wir halten uns auf Arbeit daran, diese Norm ist nicht die Schlechteste. Ich bin aber eben Teils anderer Meinung.

    Ich durfte mal dem Bericht eines anerkannten Fachmannes lauschen, welcher an DIN 68800 Teil 4 mitarbeitete, was den Ablauf so einer Veranstaltung betrifft. Naja...:irre
     
  9. jetter

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    irreführend!

    richtigerweise müsste es heissen.
    Wenns da reindröppt, gammelt KVH genauso mit Braunfäule wie alles andere auch - ob mit oder ohne Holzschutz
    (durchaus nachweisbar an vielen Flachdächern mit imprägnierter Schalung)

    wenn der Dachstuhl aufgrund seiner Konstruktion in die Gefährdungsklasse (GK) 0 eingestuft wird, kann und soll gemäß DIN 68800-2 auf zusätzlichen chem. Holzschutz verzichtet werden.
     
  10. carpe

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  11. #10 Ralf Dühlmeyer, 29. April 2009
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    @jetter
    Fairerweise solltest Du dazusagen, dass es sich bei diesen Brettern zu 99,99999% um Imprägnierungen im SPRITZverfahren gehandelt hat.
    Von der ist meist schon bevor der Dachdecker auf dem Bau ankommt nur noch die Markierfarbe übrig. Da könnte man genausogut (und preiswerter sowie trockener) unimprägnierte Bretter verbauen.
    Eine ordnungsgemäße Imprrägnierung ist für mich NUR durch Kesseldruckverfahren möglich. Die hält auch, bis der DD kommt.

    @ Anfauglir
    Praktisch ist das ganz einfach, aber leider viel zu selten.
    Fällen, schneiden, im Kessel imprägnieren und DANN trocknen. Wo ist das Problem??? Eigentlich nicht existent. Nur die Stieseligkeit der Holzhändler verhindert das.
    Und solche Schriften wie die von carpe verlinkte

    @ carpe
    1) Traue nur einer Statistik/einem Feldversuch, den Du selbst erstellt hast.
    2) Wieviele Dachstühle, die mit Ochsenblut "imprägniert" wurden, stehen befallfrei noch heute????
    Ich mach ne Feldstudie und vertickere Ochsenblut (oder ist das illegale Entsorgung von Schlachtabfällen?)
    3) Solche Schriften halte ich für saugefährlich! Planer und Ausführende HAFTEN bei Verstößen gegen die aRdT (hier auch die 68800), wenn sie den Bauherren nicht umfänglich ausführlich mehrfach und überhaupt aufgeklärt haben!!!!
    Sogar ohne das ein Schaden aufgetreten ist. Ich habe nichts dagegen, solche Papiere als Grundlage für Debatten über ÄNDERUNGEN der aRdT zu nehmen.
    Aber so zu propagieren -> Ist nix passiert, macht mal - wird eine Menge Leute in teure Haftungsfallen locken.

    Geh mir also los damit.

    *****

    Ganz allgemein und sozusagen privat. Ich habe mit der GK 0 schon so meine Probleme, wenn es sich um Aussenbauteile handelt. Aber gut, da kann man lange streiten.
    Ab GK1 würde ich NIE auf die Idee kommen, auf entsprechenden Holzschutz zu verzichten.
    Und Holzschutz heisst für mich IMMER Kesseldruckimprägniert

    MfG
     
  12. jetter

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    interessant zu lesen

    Warum sollte denn chemisch geschützt werden?

    Ist vielleicht nur die Einsicht gekommen, dass es in der geplanten Konstruktion eines chem. Holzschutz nicht Bedarf, da ausreichend konstruktiver Holzschutz vorhanden ist?

    Vielleicht hat sich jemand eine Kopf darüber gemacht, was mit unnötig chem. behandeltem Holz später nach Nutzung geschehen soll?

    GK0 bedeutet nicht kein Holzschutz sondern baulicher konstruktiver Holzschutz!
    Wie alles andere am Bau, muss "konstruktiver Holzschutz" geplant werden.
     
  13. Anfauglir

    Anfauglir

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    Ralf du alter Giftschruzer, die 68800 geht ja mit chem. Holzschutz nach dem Leitsatz " So viel wie nötig, so wenig wie möglich." um. Danach ist der Einsatz von kesseldruckimprägniertem Holz nicht normgerecht, wenn dasselbe Mittel laut Zulassung für die entsprechende GK die Wirksamkeit auch mit geringeren Mengen erreicht.
    Vorgehalten werden könnten dir z.B. die höheren Kosten für Kauf und Entsorgung.

    Zugeben muss ich allerdings, dass bei nicht über den gesamten Holzquerschnitt imprägnierten Hölzern eine Riss-und Schnittflächennachbehandlung erfolgen muss, welche in der Praxis oft nicht/nicht ausreichend ausgeführt wird. Und da bin ich dann auch wieder der Meinung, wenn schon, dann auch richtig.

    Aber unsere Holzhändler kriegen es ja noch nichtmal hin, uns ordentlich und rechtzeitig bestelltes Holz S10 mit 15% zu liefern, ganz unabhängig von der HSM Behandlung.:mad:
     
  14. mls

    mls Bauexpertenforum

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    wer heute noch von gkl II schreibt, hat die entwicklung - vielleicht
    in vielerlei hinsicht - verschlafen.
    "imprägnieren gegen witterungseinflüsse" .. gibts nicht.

    den rest der frage mag ich nicht kommentieren, dazu gibts verbindliche fachregeln.
    wie die im konkreten fall anzuwenden sind, ist oft nur "am objekt"
    zu beurteilen.

    die vorstehende diskussion ist spannend - zumal, bis die neuauflage der
    holzschutznorm erscheint :)
     
  15. Anfauglir

    Anfauglir

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    Die BLB ändern kostet doch Geld, und dass, wo die sich über so viele Jahre bewährt hat...:mega_lol:
     
  16. carpe

    carpe

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    @ markus:
    der eine planer schreibt eben noch gkl. II, der andere schickt ausschreibungen mit 50 seiten per fax weil sein programm noch aus den 80ern ist und weder gaeb noch pdf kann und wieder andere verkesseldrucken eben komplette häuser.

    andere meinungen zählen dann nicht, man selbst macht ja als einziger immer alles richtig.
     
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  18. xelax

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    Aber unser Spitzboden wird von oben nicht wärmegedämmt sein und nur als Lagerraum nutzbar. Ist dann dort immer noch von GK0 auszugehen?
     
  19. jetter

    jetter

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