"Humus" und Rasenansaat

Diskutiere "Humus" und Rasenansaat im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Weiß jemand einen Rat? Wir haben bei unserem Bauträger eine Zusatzvereinbarung für das Aufbringen von Humus (200m², 25 cm tief, entspricht 45 m³)...

  1. #1 klaus3einstein, 28. Dezember 2009
    klaus3einstein

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    Weiß jemand einen Rat?
    Wir haben bei unserem Bauträger eine Zusatzvereinbarung für das Aufbringen von Humus (200m², 25 cm tief, entspricht 45 m³) und Rasenaussaat und dafür einen Preis zwischen 3000 und 4000 € vereinbart (Tagespreis 14 - 18 € für Humus).
    Nun hat der BT einen Oberboden ausgebracht, mit Wurzln und Steinen. Bei der Vertragsvereinbarung hatte ich bei "Humus" an aufbereitete (gesiebt usw.) und mit Kompost versehene Erde gedacht. Der Boden wurden nich eingebnet und sonstwie bearbeitet. Die Rechnung haben ich trotzdem bekommen. Ohne ausgewiesen Tagespreis. Auf Nachfrage darf ich 350€ für die Rasenaussaat einbehalten. Der BT sagt Humus sei normaler Oberboden und nicht aufbereitet.
    Ich ärgere mich über meine Naivität! Kann mir jemand sagen, was ich für 18€ pro m² Humus, Rasenausaat erwarten darf? Gibt es da Qualitätsnormen oder ähnliches?
    Für Anworten die Weiterhelfen wäre ich dankbar!

    Nach meiner Nachberechnung habe ich gerade bemerkt, dass die Grundfläche nur ca. 120m² sind.
     
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  3. fengi

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    Zuerst einmal etwas zur Definition der Begriffe:

    Humus ist zersetzte Pflanzenmasse, also gleichzusetzen mit Kompost(erde).
    Oberboden ( oft immer noch als "Mutterboden" bezeichnet ) ist mineralischer Boden verschiedenster Klassen mit organischem Anteil, welcher ihm die charakteristische braune bis schwarze Farbe verleiht.

    Wird Oberboden als Gartenboden verkauft, so kann die Art des Bodens stark schwanken ( regional bedingt - es ist ein Naturprodukt ). Er sollte nicht zu bindig sein, so dass eine manuelle Bearbeitbarkeit geährleistet bleibt. Er darf er Steine und Pflanzenreste wie Wurzeln oder Holz zu einer gewissen Menge enthalten. Es dürfen keine Wurzeln von Dauerunkräutern ( z.B. Giersch; Quecke ) enthalten sein.
    Oberboden ist also ein sehr dehnbarer Begriff.

    Sozusagen die veredelte Form des Oberbodens ist "gesiebter Oberboden". Er wurde durch Sieben gelockert, und beinhaltete Teile >5cm wurden ausgesiebt.
    Ich persönlich halte wirklich gar nichts von diesem Zeugs, weil diesem Boden durch das Sieben die natürliche Strucktur genommen wurde. Der lässt sich zwar leicht verarbeiten und es sieht nach Fertigstellung alles top aus, aber spätestens nach dem ersten Regen ist es nur noch Matsch und der Boden sackt in sich zusammen. Bei starker Auftragsdicke kommt es so schon in Schichten unter 15cm zu Sauerstoffmangel und im schlimmsten Fall zu Fäulnis. Neupflanzungen kommen mit gesiebtem Oberboden schlechter zurecht, als mit gewachsenem Boden.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass in deinem Vertrag wirklich das Wort "Humus" gebraucht wurde - eher stand dort etwas von "humosem Oberboden". Wenn dort doch "Humus" stand, dann ist das Wort eindeutig falsch gebraucht worden.

    Sei froh, dass dir dein Bauträger kein 25cm Humus auf dein Grundstück verteilt hat, denn darauf würde so ziemlich gar nichts wachsen ( es sei den, du bist ein Moorbeetfetischist... ). Humus ist ein Bodenverbesserungsstoff, aber KEIN Bodenersatz !!!

    Zu dem Preis muss ich sagen, dass dies ein absolut fairer Preis für HH ist, denn 14,- bis 18,-€ / m³ zzgl MwSt. ist der Einkaufspreis frei Bau. Ich hätte dir noch einen Zuschlag draufgehauen, denn ich bin ja nicht von den barmherzigen Samaritern, sondern muss auch irgendwie mein Geld verdienen.
    350,-€ bei 120m² macht ca. 3,-€/m² für Feinplanum und Ansaat. Das finde ich, für eine solch kleine Fläche, am unteren Limit bemessen, aber immer noch ok.

    Also meine abschliessende Meinung: Dein Bauträger hat dir angemessenes Material zu einem angemessenen Preis geliefert. Was du dir "gedacht hast", was du bekommen würdest, ist leider mal wieder auf mangelnde Kenntnis und Fachwissen zurück zu führen...

    Gruß fengi
     
  4. #3 klaus3einstein, 28. Dezember 2009
    klaus3einstein

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    @ fengi

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Wegen dem Oberboden werde ich mit dem BT nicht schimpfen. Es steht tatsächlich Humus im Vertrag.

    Gibt es eine Möglichkeit für einen Laien wie mich, an dem Wurzelmaterial, das im Oberboden verteilt ist, Dauerunkräuter zu erkennen? Was mache ich mit den Wurzeln? Der Gartenbauer kommt erst im Frühjahr.

    Macht es Sinn, wenn ich zur Humusanreicherung Torf oder ähnliches vor der Grasaussaat ausbringe?

    Schönen Gruß, Klaus
     
  5. Uwe M

    Uwe M

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    Hallo Klaus,

    lass den Boden jetzt so liegen wie er ist.
    Eine vorschriftsmäßige Bearbeitung ist bei der aktuellen Feuchtigkeit eh nicht möglich.
    Und im Frühjahr wird Dein Galabauer entscheiden mit welchen Mitteln (Humus, Sand...) er den Boden für die Raseneinsaat vorbereitet.
    Torf ist aber auf keinen Fall geeignet.

    Torf ist zwar in der Lage das 130 fache seines Eigengewichts an Wasser aufzunehmen und zu speichern, aber ist er einmal ausgetrocknet bleibt er trocken.

    MfG Uwe
     
  6. RMartin

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    @fengi + klaus3einstein:

    So wie ich Klaus verstanden habe ist der Preis nicht 14-18 €/m3 sondern /m2 bei der genannten 'Humus'stärke von 25cm. Ansonsten würde das mit dem Gesamtpreis von 3.000 - 4.000 € ja nicht passen bei der besagten Fläche von 200m2 !

    Oder Klaus3stein?
     
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  8. #6 klaus3einstein, 29. Dezember 2009
    klaus3einstein

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    @ RMartin

    Das ist richtig. Der Preis ist pro m² für 25cm "Humus" und Rasenneuansaat bei einer Fläche von 200m² entspricht 45m³. Es sind aber nur ca. 120m². Das habe ich aber bereits schriftlich "bemängelt".

    Doch zu teuer?
     
  9. fengi

    fengi

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    Sorry Klaus, ich bin bei deiner Frage von einem Schreibfehler ausgegangen.

    Was ich allerdings nicht verstehe ist, wieso 25cm Auftrag auf 200m² Fläche nur 45m³ ergeben. Steckt dort eine kaufmännische Rundung dahinter? Selbst bei Oberboden findet beim Einbau eine Verdichtung/Setzung statt, insofern müsste die tasächlich benötigte Masse grösser sein, als der rechnerische Wert. Oder sind in deiner Rechnung schon pauschal vorhandene befestigte Flächen abgezogen worden? Egal...

    Zur Verhältnismäßigkeit der Rechnung:

    Hast du einen Pauschalpreis vereinbart, oder erfolgt die Abrechnung nach Aufmass?

    Beim Pauschalpreis hättest du selbst die Massen vor Auftragsvergabe prüfen müssen und somit auch die Verhältnismässigkeit des Endpreises.

    Bei Abrechnung nach Aufmass zahlst du nur für die tatsächlich gelieferte Menge/Leistung, also:

    18,-€ x 120m² = 2160,-€ ( abzüglich der nicht geleiferten Ansaat )

    2160,-€ - 350,-€ = 1810,-€ zzgl. MwSt.

    Da dir allerdings bei Auftragsvergabe keine genaue Endsumme genannt wurde, sondern nur eine Summe zischen X und Y, und ein Einheitspreis, der zusätzlich auch noch vom "Tagespreis" des Oberbodens abhängig gemacht wurde ( womit der Auftragnehmer sich schon einmal eine Hintertür offen gehalten hat, denn der Preis wäre auch langfristig genau kalkulierbar gewesen ), ist in meinen Augen auch kein Pauschalvertrag zustande gekommen. Ich bin allerdings kein Jurist... und mir ist auch nicht bekannt, wie die Verhandlungen im Vorfeld zwischen euch verlaufen sind.

    Insofern hast du meiner Meinung nach recht, wenn du die erhaltene Rechnung zuerst einmal in Fage stellst.
    Ich würde mit obiger Berechnung zum Bauträger gehen und fragen, wie er denn zu "seiner" Summe kommt.

    Viel Glück, fengi
     
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