Innendämmung hinter Heraklithplatten so möglich?

Diskutiere Innendämmung hinter Heraklithplatten so möglich? im Spezialthema: Wärmebrücken Forum im Bereich Bauphysik; Liebes Bauexpertenforum, nach langer Zeit als unangemeldet lesendes Mitglied bei dem ich schon viel Hilfe erfahren habe komme ich nun mit meinem...

  1. GaKu

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    Liebes Bauexpertenforum,

    nach langer Zeit als unangemeldet lesendes Mitglied bei dem ich schon viel Hilfe erfahren habe komme ich nun mit meinem ersten echten Problem zu euch.

    Ausgangslage: Haus 1957, Außenwände außen verputzt, innen nicht verputzt sondern Heraklith auf Lattung , darauf dann Putz. Das Problem ist, dass wir dadurch quasi keine luftdichte Ebene haben, da jede Undichtigkeit, jeder noch so kleiner Riss im Außenputz, jede Kabeldurchdringung, jede Fensteranschlussfuge dazu führt dass die Heraklithplatten auf Lattung z.T: von kaltluft durchströmt werden. Ich bin mir daher ziemlich sicher dass ein füllen des Holhraums für eine dauerhafte Luftdichtheit unumgänglich ist, Außendämmung hin oder her.

    Jetzt habe ich im Ubakus lange rumprobiert, alle Einblasdämmstoffe führen zu viel Tauwasserausfall, keine abtrockung mehr möglich, das übliche. Mit gleichzeitiger Außendämmung bestens machbar, ohne auf keinen Fall.
    Jetzt habe ich die Tage einen Ortschaum entdeckt, der all diese probleme zu beheben scheint und auch ohne Außendämmung zu funktionieren scheint.

    Im Anhang die Berechnungen von Ubakus, ist-zustand und geplant. Kann ich das so ausführen lassen? Was ist mit Wärmebrücken, Innenwände? Betondecke? Der Keller ist zu ca. 60% beheizter Wohnraum. OG ist auf Holzbalkendecke.

    Dabei bitte ich zu bedenken ob es eine verbesserung oder verschlechterung zum jetztigen Zustand wäre. Der hat nämlich fast 65 Jahre funktioniert, auch wenn die berechnungen anderes sagen....

    Vielen Dank im voraus!
     

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  2. Alex88

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    Wie wirkt sich denn die Durchströmung aus?
    Du schreibst von Problemen, welche?
    Eine Aussendämmung hat nichts mit luftdichter Ebene zu tun
     
  3. GaKu

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    Moin,

    Dass die luftdichte Ebene nicht außen sondern innen sein muss, ob Dämmung oder nicht, ist mir soweit klar. Hier geht es ja um eine Innendämmung, außen würde irgendwann später gedämmt werden.

    Die Probleme sind: Es zieht durch jede Steckdose. Die Fensterlaibungen Innenseite sind aus Holz, hier zieht es ebenso.
    Durch fehlenden Innenputz und Vorsatzschale an allen Außenwänden sind diese sozusagen vollflächig (auch) durch Außenluft hinterströmt.

    Würde ich die Vorsatzschale jetzt hinterdämmend, kann es dahinter nicht mehr ungehindert durchziehen und wir verbessern die Luftdichtheit. Tauwasser scheint bei der Methode mit Pu Schaum nicht verschlimmert aufzutreten sondern verbessert (2,6l/m² aktuell vs. 0,2l/m² mit Pu Schaum).

    Daher: kann dass so mit Innendämmung funktionieren? Bzgl tauwasser und Wärmebrücken.
     
  4. petra345

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    Sinnvoller ist es, jetzt eine ordentliche Außendämmung anzubringen und dabei die Fenster einzudichten. Dann verschwinden die Tauwasserprobleme und die hohen Heizkosten von selbst. Auch Steckdosen mit Frischluft sind nicht mehr zeitgemäß.

    Ein u-Wert von 0,5 oder 1 ist fern heutiger Anforderungen.
    .
     
  5. #5 GaKu, 13.01.2022 um 06:03 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 13.01.2022 um 06:14 Uhr
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    Kostet nur halt auch das 10 - 15 fache, und es ist fraglich ob es wirklich zu 100% funktioniert da die Fenster nicht das einzige sind. Holzbalkendecke z.b. könnte auch ein Kandidat sein. Ich würde wetten dass ich sowieso nicht drum rum komme.

    Außerdem ist die Dämmwirkung nicht von der Hand zu weisen: eine Kombination aus Ortschaum innen und nur 12cm EPS grau ergibt z.B. einen u-wert von 0,16. Tauwasser null.

    Also nochmal, kann der Aufbau so funktionieren?

    Edit: Fenster werden natürlich so oder so abgedichtet zum Mauerwerk.
     
  6. BaUT

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    Ich glaube du machst dir was vor (oder uns).
    Wenn du einmal mit dieser Bastellösung angefangen hast, dann machst du die Sache mit dem WDVS nie!

    Vielleicht solltest du doch zuerst mal in einen Energieberater investieren, dem du all deine Problemzonen zeigst und der deinem Haus dann verschiedene Fitness-Konzepte erstellt?! Bringt ja nix an einer Stelle loszufummeln, wenn dann der Rest (Luftdichtheit, Fensteranschlussfugen, Fensterqualität, Dachdecke, etc) alles noch kein stimmiges Gesamtkonzept ergibt und dann nur Stück für Stück suboptimal verbessert wird.
     
  7. GaKu

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    Über die Gefahr dass man sich dann zurücklehnt weil man ja "schon etwas gemacht hat" bin ich mir im Klaren, ist vlt schonmal was. Also zumindest bewusst mach ich niemandem etwas vor.

    Ist halt aber auch ne Geld und Angstsache. Ist leider nicht die einzige Baustelle. Hiermit wäre der Wärmedurchgang immerhin schonmal in etwa halbiert, was mir Luft verschafft.

    Angstsache, warum? Mein Stromanbieter ist kürzlich Pleite gegangen. Würde mir das beim Gas passieren und ich müsste einen Vertrag nach aktuellen Konditionen abschließen, bliebe mir nichts anderes übrig als die Bude nächsten Winter kalt zu lassen und mit meiner Familie unter die Brücke zu ziehen...

    Energieberater scheinen hier Mangelware zu sein. Ich warte bereits seit September auf Antwort. Deswegen erstmal selbst ran.
     
  8. BaUT

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    Welches Bundesland?
     
  9. GaKu

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  10. simon84

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    Habe ich das richtig verstanden, du willst auf der gesamten Gebäude hüllfläche (Außenwände) von innen die Hohlräume gesamt mit PU Schaum füllen ?
     
  11. GaKu

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    Genau.

    Wobei der Treppen und Eingangstürbereich ohne Vorsatzschale normal verputzt sind. Putz ist überall Kalkzementputz wenn ich das richtig gesehen habe.
     
  12. simon84

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    Und da hast du keinerlei Bedenken dir hochbrennbares Material voll mit Lösungsmitteln ins Haus zu pumpen?
    Ich hab ja schon eine Türzargen usw. gesetzt, aber auf die Idee das ganze Haus mit PU Schaum auszusprühen wäre ich nicht gekommen....
     
  13. Alex88

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    andere auch nicht
    aber mit Silikon, OSB und Schaum kann man ganze Häuser baun…
     
  14. simon84

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    Wenn es in erster Linie um die Luftdichtigkeit (Zugluft etc.) geht, kann man nicht auch eine Dampfsperre sauber anarbeiten und dann z.B. eine weitere Vorsatzschale davorbauen? Ggf. sogar GKB mit Ansetzbinder aufkleben ?
     
  15. GaKu

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    Hat mir auch bedenken bereitet. Der Schaum soll B2 normal entflammbar sein. Komplett verpackt zwischen nicht oder nur sehr schwer brennbarem Material (Ziegel, Heraklith mit Putz). Keine Installationsebene alle Kabel liegen im Putz auf der Heraklithplatte. Keine großen Durchdringungen woher ein Feuer viel Luft bekäme.

    Die Decke ist z.b. Schilf verputzt, Leute verbauen im Dachgeschoss OSB mit Zellulose oder Holzwolle dahinter. Auch alles B2 normal entflammbar oder nicht?

    Die Fluchtwege wären immerhin frei. Fensterlaibungen und Stürze könnte ich mit Steinwolle dämmen und nicht brennbar verkleiden, muss ja eh ran. Ich bin da kein Experte aber ist das wirklich so ein Brandrisiko?
     
  16. GaKu

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    Vorsatzschale neu ist für Dämmung zu aufwändig. Habt ihr eine andere Idee die ja nicht allzu dicke Luftschicht winddicht zu bekommen mit nicht oder schwer brennbarem Material? Und dann eben Dämmung später von außen.

    Würden EPS Kügelchen Windwiderstand bringen?
     
  17. #17 simon84, 13.01.2022 um 22:35 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 13.01.2022 um 22:48 Uhr
    simon84

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    Eher so perlite Dämmung hätte ich jetzt gedacht oder evtl Thermowhite / geocell sowas in der Richtung

    PS. „Ziehende“ Fugen kann man doch auch zumindest Fürs erste mal abdichten / ausspritzen und auch Steckdosen kann man luftdicht einbringen
     
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  18. Alex88

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    vielleicht stehe ich auf dem berühmten Schlauch...
    wie will man sicher stellen, dass ALLE Hohlräume ausgeschäumt werden?
    Bei einer Lattung, deren genaue Position vermutlich nicht bekannt ist, müssten ja tausend Löcher gebohrt werden
    um alle Hohlstellen zu erwischen, außerdem quillt der Schaum etwas, wie will man den genau dosieren, damit sich die
    Holzwolle Leichtbauplatten, die meist genagelt sind, nicht lösen?
     
  19. BaUT

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    Hinsichtlich Gesundheitsbedenken würde ich
    1. das Sicherheitsdatenblatt des Schaumes ganz genau lesen (Einsatz auch in Innen- und Wohnbereichen zulässig?)
    2. unbedingt dein Projekt dem Hersteller des Schaumes schriftlich vorstellen und die Technische Abteilung des Herstellers befragen ob Bedenken bestehen das Lösemittel o. a. Bestandteile des Schaumes in die Raumluft abgegeben werden und zu deren Verunreinigung führen können (Mach das schriftlich damit du auch eine schriftliche Antwort bekommst!)

    Hinsichtlich Verarbeitung
    3. Es gibt Schaume deren Quelldruck je nach Einsatzzweck unterschiedlich stark eingestellt ist. Dein Schaum sollte nicht dazu führen dass die Heraklith-Platten samt Lattung von der Wand gesprengt werden.
    4. Du musst aber schon schauen das du Steckdosen demontierst und die Kabeldurchführungen in die Hohldosen vorher dicht machst sonst läuft dir die Suppe von hinten aus jeder Dose raus.
    5. Klar musst du in jedem Fach der Hohlwand nicht nur eins sondern in verschiedenen Höhen mehrere Löcher bohren (frag den Hersteller des Schaumes nach dem Bohrlochraster) und dann solltest du dir vorher Bohrlochstöpsel aus EPS oder XPS zuschneiden, die du dann zum Verschließen in die Löcher stecken kannst, wenn das Gefach voll ist und der Schaum aus den Löchern quillt. Wenn irgendwo mal 0,2 m² mitten in der Wand unverfüllt bleiben, dann handelt es sich hier um eine partiell vorhandene stehende Luftschicht, die auch super gut dämmt. Solche kleinen Fehlstellen wären also kein Mega-Drama.

    Man könnte bei Ausführung im Winter natürlich vorher mit einer Wärmebildkamera durchgehen und überall die Lage der Lattung an der Wand einzeichnen. Sieht man sicher. Nach dem Verschäumen geht man dann noch mal durch und würde evtl. Fehlstellen auch gut sehen und entsprechend nacharbeiten können. Bei beiden Untersuchungen muss es draußen natürlich kalt sein und drinnen alle Räume beheizt (aber das sollte für eine Thermografie eigentlich klar sein). Für diesen Zweck tut es sicher auch schon die kleine Flir One.
     
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  20. matschie

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    Hat sich mit @BaUT überschnitten
     
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Innendämmung hinter Heraklithplatten so möglich?

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