Innenputz mit Brunnenwasser?

Diskutiere Innenputz mit Brunnenwasser? im Außenwände / Fassaden Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, wir bauen zur Zeit unser eigenes Haus. D. h. es wird für uns gebaut. Jetzt hatten wir ein Problem mit der Wasserversorgung und...

  1. #1 Petri1982, 10. Juli 2014
    Petri1982

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    Hallo zusammen,

    wir bauen zur Zeit unser eigenes Haus. D. h. es wird für uns gebaut. Jetzt hatten wir ein Problem mit der Wasserversorgung und es wurde von der Firma die für den Innenputz zuständig ist bzw. unserem Bauleiter entschieden, dass sie den Putz mit unserem Brunnenwasser anrühren. Nun die Frage: Kann es dadurch Probleme geben? Jetzt oder später? Das Wasser ist etwas eisenhaltig.
    Am Anfang hieß es, es darf nur Trinkwasser verwendet werden. Und nun wurde das nach langem Theater ohne uns entschieden.

    Ich hoffe auf ein paar Antworten

    Petri
     
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  3. Kuenken

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    Bei mir ist auch immer alles mit Brunnenwasser, das sehr Eisenhaltig ist, gemischt worden und es hat nie Probleme gegeben.
    Der Hof steht seit 1899.....
     
  4. Anda2012

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    So einfach kann man das nicht sehen m.E. Brunnenwasser sagt erst mal gar nichts, weder ob es extrem sauer evtl. aggresiv ist oder kalkhaltig (und damit vermutlich eher basisch). Das wiederum hat mit den Eisenwerten rein gar nichts zu tun.

    Achtung alles Laienmeinung bzgl. Brunnenwasser, allerdings bin ich begeisterte Aquarianerin und hab somit ein bisserl Ahnung von Wasserchemie.

    Kann von "super, damit funzt es Spitze"bis hin zu "auweia" sein m.E.
     
  5. #4 JamesTKirk, 11. Juli 2014
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Es gibt bestimmte Stoffe / Salze, die die Erhärtung von mineralischen Baustoffen stören bzw. schädlich sind. Das sind z.B. Ammoniumionen (NH4+), Magnesiumionen (Mg2+), kalklösende Kohlensäure und vor allem Sulfationen (SO4 2-). Weitere Parameter sind z.B. der pH-Wert, der eher im alkalischen liegen muss.
    Gerade Sulfate sind gefährlich, da sie zu Treiberscheinungen führen, so dass Dir nach einiger Zeit dann alles wieder entgegenkommt.

    Zur Bestimmung der Daten ist eine Wasseranalyse nach DIN 4030 (kann sein, dass es da schon eine europäische Folgenorm gibt) notwendig. Für die Prüfkosten kannst Du aber Leitungswasser für ca. 1 Mio. m² Innenputz kaufen.

    Ich für meinen Teil würde Dir dringend zu Leistungswasser raten.
     
  6. coroner

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    Cool wo gibts das?
     
  7. #6 JamesTKirk, 11. Juli 2014
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Ups ... :mega_lol:

    In Deutschland wird Leistungswasser aus Hopfen hergestellt, in Russland aus Kartoffeln und in Frankreich aus Weintrauben ...
     
  8. Bauking

    Bauking

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    Es kommt immer auf die Menge der chemisch relevanten Bestandteile des Brunnenwassers an, bei klaren Brunnenwasser sollten diese im Vergleich zu den Bestandteilen des Putzes völlig irrelevant sein.

    Natürlich finden im geringen Umfang Reaktionen statt, aber die Edukte des Wassers sind sehr schnell aufgebraucht - Wir sprechen ja, von keiner Kettenreaktion wie bei einer Kernschmelze. :D
     
  9. Bauking

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    PS: Warum stellt man das Brunnenwasser zur Verfügung und fragt erst nach Verwendung die Eignung infrage?
    Wenn das Wasser klar und der Ph-Wert ok, dann wird nichts passieren, ansonsten fürs eigene Gewissen eine Analyse sponsern.
     
  10. #9 JamesTKirk, 12. Juli 2014
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Und genau das ist falsch, da Wasser, wenn Salze darin GELÖST sind, i.d.R. klar ist.
    Weiterhin haben die ganzen möglichen Schadensmechanismen nichts mit "eluieren" zu tun.

    Woher nimmst Du diese Weisheit ?? Im Vergleich zu einer Kernschmelze sind die möglichen Folgen aber gering ...

    Ich für meinen Teil würde NICHT die Analyse durchführen (die übrigens nicht für € 3,50 zu haben ist), sondern Leitungswasser verwenden, wie es ursprüundlich vorgesehen war. Ich würde da den Unternehmer nicht entlassen wollen.
     
  11. H.PF

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    Ich befürchte, das da der Putz schon drin ist im Hause... Wenn ja, dann soll der Unternehmer dir doch einfach die Wasserprüfung zahlen, er muß beweisen das er keinen Mist gebaut hat. Wenn das Wasser gut ist ist das das Beste was passieren konnte, du hast einen Innenputz und gleichzeitig eine kostenlose Wasseranalyse *g*
     
  12. #11 Rudolf Rakete, 12. Juli 2014
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    Als die Zusammensetzung des Brunnenwassers kann man in der entsprechenden Behörde nachfragen. Dabei kommt es an ob es Oberflächenwasser oder wirklich Grundwasser ist. Aber das ergibt sich aus der Tiefe.
     
  13. #12 JamesTKirk, 12. Juli 2014
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    JamesTKirk Gast

    Von der Behörde erfährt man die für mineralische Baustoffe relevanten Daten leider nicht. Kalklösende Kohlensäure kann z.B. als betonangreifendes Medium aus dem Grundwasser ein echtes Problem z.B. bei Bohrpfählen sein, die im Grundwasser stehen.

    Ich sage es nochmal: Lasst die Finger vom Brunnenwasser (außer mit entsprechender Untersuchung nach o.g. Norm) und nehmt Leitungswasser
     
  14. #13 Rudolf Rakete, 12. Juli 2014
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    Nun Kohlensäure läßt sich am einfachsten bestimmen, über den PH Wert. Im übrigen wenn mal alkalische Stoffe welche im Zement ausreichend vorkommen mit kohlensäurehalltigen Wasser anmischt wird die Kohlensäure neutralisiert so sauer kann das Wasser gar nicht sein. Irgendwie klingt das unlogisch (ich sage nicht dass es falsch ist).
     
  15. #14 Rudolf Rakete, 12. Juli 2014
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    und genau diese Stoffe finden sich auch im Trinkwasser, denn das Trinkwasser wird auch aus Grundwasser gewonnen. Ich denke wenn es ein Tiefbrunnen ist wird sich die Zusammensetzung zu dem örtlichen Trinkwasser nicht unterscheiden. Anders sieht es bei weniger tiefen Brunnen aus, dort können z.B. Huminsäuren gelöst sein.

    Interessant ist auch dass in Fachberichten durchaus Brunnenwasser als geeignet erwähnt wird.:
    z.B. : http://www.ecobine.de/glossar/de/baustoffe/Beton
     
  16. #15 Rudolf Rakete, 12. Juli 2014
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  17. #16 Rudolf Rakete, 12. Juli 2014
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    Das verhalten von abgebundenen Beton in saurem Grundwasser ist aber was ganz anderes als das Anmischen von Beton mit dergleichen.
     
  18. #17 JamesTKirk, 12. Juli 2014
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Du vergleichst Äpfel mit Birnen.
    Klar wird bei Transportbetonanlagen häufig Brunnenwasser verwendet, was bei den großen Wassermengen auch wirtschaftlich. Diese müssen aber regelmäßig Wasseranalysen nach DIN 4030 bzw. nun DIN EN 1008 durchführen.
    Ich habe ja nicht geschrieben, dass grundsätzlich kein Brunnenwasser zu verwenden ist, sondern nur, dass es bei Verwendung vorher geprüft werden muss.

    Klar ist das Verhalten von abgebundenen Beton anders als bei Frischbeton. Aber wenn ich den Frischbeton schon mit dem festbetonangreifenden Wasser herstelle, glaubst Du dann, dass das eine besonders klevere Variante ist ?? Ich meine nein, aber Du bist ja anscheinend anderer Meinung. Die von Dir aufgeführten Links bringen Dich da auch nicht weiter.

    Vermutlich ist das Brunnenwasser von seiner Zusammensetzung her in Ordnung für die Herstellung des Putzes, es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sie das nicht ist. Wenn ist lese, dass Leitungswasser zur Herstellung des Frischmörtels vereinbart war und es da wohl dem Verarbeiter zu aufwändig ist, würde ich das nicht gelten lassen. Wenn die Baumassnahme in der Sahel-Zone oder der Wüste Gobi liegen würde, hätte ich dafür Verständnis, in Deutschland aber nicht ...
     
  19. #18 Rudolf Rakete, 13. Juli 2014
    Rudolf Rakete

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    Ich bin nicht unbedingt anderer Meinung, nur wollte ich Widersprüche in deiner Argumentation aufzeigen. In keinem Datenblatt von Mörteln oder Putz habe ich bislang Hinweise gelesen, dass die Wasserqualität zu prüfen ist, bzw. dass kein Brunnenwasser verwendet werden darf.

    Das bedeutet für mich im Umkehrschluss, dass es unproblematisch ist.
     
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  21. #19 wasweissich, 13. Juli 2014
    wasweissich

    wasweissich Gast

    für mich bedeutet das , dass einfach von leitungswasser ausgegangen wird .

    dein umkehrschluss würde bedeuten , dass auch teich/bach/flusswasser auch unproblematisch ist .
    uund glaube mir , das kann sowas von ins auge gehen .........
     
  22. #20 JamesTKirk, 13. Juli 2014
    JamesTKirk

    JamesTKirk Gast

    Ist doch logisch. Bei den Herstellern geht es ausschließlich ums verkaufen, und wenn man zu viele Bedenken äußert, schreckt das die potentiellen Kunden eher ab (besonders die Laien und DIY-Leute).
    Ich habe übrigens auch in einigen Technischen Merkblättern verschiedener Hersteller geschaut: Da steht meistens SAUBERES Wasser (bei seriösen Herstellern, nicht von Baumarktware, dort steht i.d.R. nur schlicht "Wasser") ... es dehnbarer Begriff, aber der Hersteller ist raus, wenn es aufgrund von z.B. Brunnenwasser zu Problemen beim Abbinden oder es zu Treiberscheinungen oder Ausblühungen kommt.

    Zu den Widersprüchen in meiner Argumentation:
    Ganz ehrlich Rudolf, ich mag über meine Meinung in diesem klaren Fall, wo es nur eine technische richtige Lösung gibt, nicht argumentieren müssen. Dafür ist mir meine Lebenseit zu schade. Ich habe lediglich gesagt, dass man mineralische Baustoffe nicht mit Wasser anmischt, das erhärtungsstörende bzw. zu Treiberscheinungen führende Bestandteile enthält. Ist gesunder Menschenverstand, darüber muss man weder diskutieren noch argumentieren.
    Somit ist für mich der Fall hier erledigt, auch wenn Du jetzt noch ein Technisches Merkblatt von irgendeinem Putzhersteller findest, bei dem man auch den Putz mit Benzin oder Gülle anrühren darf ...
     
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Innenputz mit Brunnenwasser?

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