Kaltdach zu Warmdach sanieren?

Diskutiere Kaltdach zu Warmdach sanieren? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir haben ein Haus gekauft (Baujahr 1982), welches ein Eternit-verschiefertes Sparrendach (Kaltdach! = zirkulierende...

  1. #1 katsandmann, 22. Juli 2015
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    Hallo zusammen,

    wir haben ein Haus gekauft (Baujahr 1982), welches ein Eternit-verschiefertes Sparrendach (Kaltdach! = zirkulierende Luftschicht oberhalb der Dämmung) mit 14 cm Isolierung (Glaswolle kaschiert, 2-lagig) und innenliegender Holzverschalung besitzt. Die Dachhaut ist noch völlig in Ordnung und wir wollen nun von Innen energetisch sanieren, können aber im Innenraum keinerlei lichte Höhe aufgeben, da das Dach sehr steil ist und schon ziemlich "tief" liegt - sonst wäre der Dachgeschossraum nicht weiter benutzbar.
    Nun zu meinen Fragen:
    1)Ist es möglich und sinnvoll, im Rahmen der Sanierung aus dem Kaltdach ein Warmdach zu machen, damit man mehr als 14 cm Dämmung einfügen kann? Wie sieht dann der zukünftige korrekte Dachaufbau aus? Was ist hierfür die effektivste Dämmung? Worauf muß man bei der Sanierung besonders achten (Dampfbremse etc.)?
    2) Ist es möglich und sinnvoll, Innen anstatt mit Gipskarton mit einer dämmenden Holzfaserplatte (streichbar?) zu verkleiden, damit man noch einen zusätzlichen Dämmeffekt bekommt? Wenn ja, welche bietet sich da an?
    3) Wenn man 14 cm Glaswolle von 1982 mit 14 cm bester Dämmung 2015 tauscht und alles korrekt eingebaut wird, wie hoch ist dann der Effekt ca.? - Also lohnt sich das Ganze überhaupt?

    Ganz ganz lieben Dank für Ihre kompetenten Antworten!
     
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  3. R.B.

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    Machbar ist fast alles, ob sinnvoll, das ist hier die Frage. Nachdem die Dämmstärke nicht bzw. nicht wesentlich erhöht werden darf würde ich das Vorhaben mal in Frage stellen.

    Auch hier gilt, GK Platte 12,5mm ersetzen durch Holzfaser, ohne die Dicke wesentlich zu verändern, das bringt nichts.

    Was verstehst Du unter "bester Dämmung 2015"? Im Jahr 1982 war MiWo mit WLG 045, evtl. auch 040 die Regel. Heute würde man dafür WLG035 oder 032 nehmen. Mit entsprechend großem Geldbeutel könnte man auch über eine Dämmung mit WLG022 oder niedriger nachdenken, aber ob sich das wirklich lohnt?
    Nehmen wir mal an, es wurde damals MiWo mit WLG045 verbaut, dann hat das Dach einen U-Wert von etwa 0,36W/m2K (mit typischen Sparrenabständen und -stärken gerechnet). Ersetzen wir diese nun mit WLG032 dann verringert sich der U-Wert auf 0,28W/m2K. Die Differenz beträgt also gerade mal 0,08W/m2K. Einsparpotenzial irgendwas um 7-8kWh/m2*a, oder bei einer Dachfläche von 100m2 etwa 800kWh. Das macht umgerechnet etwa 80Liter Heizöl im Wert von nicht einmal 50,- € pro Jahr. Selbst wenn man nur den Materialaufwand rechnet landet man bei 20-30 Jahren bis sich das amortisiert, an den Arbeitsaufwand darf man gar nicht denken. Jetzt kannst Du natürlich mit Preissteigerungen bei den Energiepreisen rechnen und damit die Zeit verkürzen, je nach Bauchgefühl kannst Du dann auch mit weniger als 20 Jahren rechnen.

    Fazit: Dämmung von außen ist nicht möglich, da das Dach noch intakt ist und nicht angefasst werden soll, Dämmung von Innen ist nicht möglich da die Raumhöhe ansonsten kritisch wird. Ein Austausch der Zwischensparrendämmung wäre eine schöne ABM aber ansonsten nicht vertretbar. Dabei setze ich voraus, dass das Dach in Ordnung ist, die Dämmung ordentlich ausgeführt wurde, und auch ansonsten keine Schwachstellen bestehen die man beseitigen müsste. Sollte es daran Zweifel geben dann müsste sich das jemand vor Ort anschauen.
     
  4. #3 katsandmann, 23. Juli 2015
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    Danke schon mal für die schnelle Antwort.

    Die ist aber dann doch ziemlich ernüchternd, was ich aber schon fast befürchtet hatte....Ja, leider ist es jetzt im Sommer schon sehr warm dort oben und die wunderschöne braune Holzverkleidung aus Fichte möchten wir auch so nicht behalten ;-)
    Was ist denn wohl so der preisliche Unterschied zwischen WLG032 und WLG022?
     
  5. R.B.

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    Vorsicht, bisher ging es um Wärmedämmung. Wärmeschutz wäre wieder ein anderes Thema.

    Da geht es nicht nur um den preislichen Unterschied. Wenn Du WLG022 oder eine WLG in diesem Bereich erreichen möchtest, dann funktioniert das mit MiWo nicht mehr. Du landest dann bei Hartschaumplatten o.ä. und letztendlich bei einer ganz anderen Konstruktion. Für die Verwendung auf oder unter einem Dach, bzw. zwischen den Sparren, kann ich mich mit diesem Material nicht anfreunden. Neben der umständlicheren Verarbeitung ist auch der Schallschutz schlechter und man sollte auch daran denken, dass sich ein Dachstuhl immer ein bisschen bewegen kann, was bei solchen Platten schnell zu eigenartigen Geräuschen führt.

    Ich würde das nicht unnötig kompliziert, und evtl. auch noch fehleranfällig machen, nur um noch ein paar kWh einzusparen. Ich gehöre zu den Vertretern die immer möglichst viel Wärmedämmung empfehlen, aber sinnfrei und ohne Konzept sollte man auch nicht dämmen.

    Kommt dann auch noch das Kriterium Wärmeschutz hinzu, dann müsste man sowieso über ein andere Konzept nachdenken, aber dem stehen Deine Wünsche (kein weiterer Aufbau unter den Sparren) entgegen.
     
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