Kaltwasser in Bleileitung

Diskutiere Kaltwasser in Bleileitung im Sanitär Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, in Hannover-Bemerode steht ein Mehrfamilienhaus (BJ 1960) zum Kauf. Die gesamte Kaltwasserinstallation ist in Bleileitung ausgefürt,...

  1. Haniball

    Haniball

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    Hallo,

    in Hannover-Bemerode steht ein Mehrfamilienhaus (BJ 1960) zum Kauf.

    Die gesamte Kaltwasserinstallation ist in Bleileitung ausgefürt, die WW-Rohrleitungen
    bestehen aus Kupfer.

    Alles funktioniert bis heute (Dez. 2008) tadellos.

    Es gibt Gerüchte, daß man Bleileitungen in Deutschen Wohnhäusern nicht mehr betreiben darf.

    Wer kann Gesetze / Verodnungen / DVGW - Blätter / pp. benennen, woraus sich ein
    Betriebsverbot der Kaltwasser-Bleileitungen im Jahre 2009 ergibt, resp. eine
    Umrüstungspflicht.

    Es geht hier NICHT um eine vermutete Schwermetall-Belastung des Trinkwassers, sondern
    nur um die gesetzlichen Grundlagen !

    ---
     
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  3. #2 Achim Kaiser, 26. Dezember 2008
    Achim Kaiser

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    Eine definierte *Umrüstpflicht* gibt es nicht.

    Es gibt Grenzwerte für Schwermetalle im Trinkwasser, definiert in der Trinkwasserverordnung 2001.

    Der derzeit zulässige Grenzwert nach der TrinkwV wurde seit dem 1. Dez. 2003 auf 0,025 mg/l festgelegt. Dieser Wert gilt bis zum November 2013. Ab dem 1. Dezember 2013 gilt ein Grenzwert von 0,010 mg/l.

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt schon jetzt einen Blei-Grenzwert von 0,010 mg/l für Trinkwasser.

    Je nach Höhe der am Objekt vorhandenen Bleibelastung im Trinkwasser kann eine Umrüstpflicht heute bereits gegeben sein. Besonders kritisch sind die Werte z.B. nach einer Reparatur oder Arbeiten am Rohrnetz wenn z.B. Veränderungen durchgeführt wurden.

    Wie sowas bewertet wird kann man ganz allgemein z.B. hier nachgelesen werden.

    Anlagen mit solchen Rohrnetzen sind für den Besitzer mit Sicherheit als finanzielle Zeitbomben anzusehen. Über kurz oder lang führt an einer Sanierung nichts vorbei.

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  4. Julius

    Julius

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    Wie sicher ist denn die Diagnose?

    Daß ein Neubau im Jahr 1960 in Westdeutschland noch mit Bleileitungen ausgestattet worden sein soll, halte ich für wenig wahrscheinlich.
     
  5. #4 C. Schwarze, 26. Dezember 2008
    C. Schwarze

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    http://www.trinkwasser-check-nds.de/html/bleirohre.html
    Blei(rohr)leitungen

    wurden bis ca. 1973 für die Erstellung von Trinkwasser-Installationen verwendet. Seit dieser Zeit werden keine Bleirohre mehr verwendet. Wenn ein Gebäude vor 1973 errichtet wurde, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass dort auch Bleirohre verbaut wurden. Neben Blei waren beispielsweise auch damals schon Kupfer oder verzinkter Stahl Werkstoffe für Rohrleitungen.
     
  6. OldBo

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    Richtig, aber nicht mehr in Neubauten, sondern bei Reparaturarbeiten, um keinen Materialmix zu bekommen. Ich habe in meiner Baustellenzeit (61 bis 72) nie Bleirohr verarbeitet, sondern meistens altes Rohr demontiert und zum Schrotthändler gebracht :shades

    Gruß

    Bruno
     
  7. Julius

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    Mag auch von der Gegend abhängig sein.
    Bei uns wurde bereits in den 1930er Jahren fast ausschließlich (verzinktes) Eisenrohr verbaut.
    Neubauten von Anfang der 1960er besitzen dann (im Kaltwasserbereich) teilweise schon Kunststoffleitungen.
    Kupfer wurde dagegen erst viel später in nennenswertem Unfang eingebaut.

    Blei fand sich höchstens noch in "antiken" Anlagen von vor dem ersten Weltkrieg...
     
  8. #7 Haniball, 27. Dezember 2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 27. Dezember 2008
    Haniball

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    Hallo,

    also aus den Beiträgen entnehme ich, daß es KEIN Verbot des Betreibens von
    Bleileitungen gibt.

    Es müssen lediglich die Grenzwerte der Bleikonzentration im Trinkwasser eingehalten
    werden.

    Sollten die Grenzwerte überschritten werden, kann z.B. auch eine Rohrinnenauskleidung
    in Frage kommen.

    Bei dem o.g. Haus (BJ 1960) sind ALLE Kaltwasserleitungen in Blei.
    Ich habe dort selbst in den letzten Jahren verschiedene Kupfer-Blei Verbindungen gelötet.

    ---
     
  9. #8 wasweissich, 27. Dezember 2008
    wasweissich

    wasweissich Gast

    übernimmst du dann auch die folgekosten für bleivergiftungbehandlungen ??:mauer:mauer

    hast du sie noch alle??

    mein altes haus , meine (Schweißfachingenieurs)bleiverbindungen , meine vergifteten kinder.....
    :mauer:mauer
     
  10. OldBo

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    Ich hasse Werbungen, die ich nicht genehmigt habe
    Und eine wirklich wirkungsvolle Rohrinnenbeschichtung, die auch zugelassen ist, kenne ich auch nicht :mauer
     
  11. C. Schwarze

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    und dann seit ihr am meckern, wenn ein Laie, der auf sein eigenes Risiko, seine eigenen Kupferleitungen lötet?
     
  12. #11 Achim Kaiser, 27. Dezember 2008
    Achim Kaiser

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    @hannibal

    Du machst schon nen relativ schmerzfreien und unbedarften Eindruck.

    Ich hoffe du bewohnst das Objekt selbst.

    Ansonsten wünsche ich dir keines Falls das sich auf Grund deiner Schmerzfreiheit irgend jemand weitreichende Gesundheitsschäden zuzieht .... insbesondere dass in diesem Haus keine Schwangeren oder kleine Kinder leben (müssen).

    Es gibt zur Zeit kein Beschichtungs*system* mit einer Zulassung.

    Hoffentlich holt dich die Geschichte nicht mal ein. Es könnte weit teurer werden als eine Sanierung des Objekts (die sicherlich schon teuer genug ist) und wieviel du dir dann davon ins Gebetsbuch schreiben kannst .... deine Sache.

    Das : Blei schädigt die Gesundheit langfristig und irreversibel ist Fakt.

    Der Austausch wird sogar gefördert :

    Solange nur du als Schweissfachingenieur das Wasser säufst geht mir das - vornehm ausgedrückt - am Arsch vorbei.

    Sobald du allerdings offentlich Anleitungen fürs Selberfummeln an Bleiwasserleitungen verteilen willst wirds ziemlich blöde. denn das ist für mich als Fachmann ein absolutes *no go* und auch nicht zu tollerieren.

    Deswegen werd ich den entsprechenden Satz aus deinem Posting entfernen und bei einer nochmaligen Aktion in der Richtung gibts dann Flügel.

    Deutlich genug ?

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  13. R.B.

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    Bereits der aktuell gültige Grenzwert von 25µg/Liter ist bei korrekter Probenahme nicht einzuhalten wenn die TW-Installation, oder große Teile davon, mit Bleirohren ausgestattet sind. Der zukünftige Grenzwert (ab Dez. 2013) von 10µg/Liter bedeutet definitiv das Ende der Bleirohre, selbst wenn diese nur auf kleinen Teilstrecken eingesetzt sind.
    Neben den Rohren sollte man aber auch Armaturen etc. überprüfen. Auch das gibt es Kandidaten die dafür sorgem, daß Blei in geringen Mengen an das TW abgegeben wird.

    Egal wie, der Hausbesitzer/Vermieter hat sicherzustellen, daß an den Zapfstellen die Grenzwerte eingehalten werden.

    Damit hat sich die Frage, ob man an alten Bleirohren rumbasteln sollte, schon erledigt. Es kann nur eine vernünftige Antwort geben, "Raus damit".

    Gruß
    Ralf
     
  14. Haniball

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    Hallo,

    also dann warten wir mal 2013 ab.

    Bisher hat sich noch keiner der Mieter beschwert.

    Als Schweißfachingenieur werde ich weiterhin Sanitärinstallateure in Schweißen und
    Löten ausbilden.


    ---
     
  15. #14 Achim Kaiser, 27. Dezember 2008
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser

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    Dagegen hat hier auch keiner was :)

    Ob sich Mieter beschweren oder nicht, sagt noch lange nichts über die Einhaltung der Grenzwerte aus. Wie oft hat das Gesundheitsamt die Werte schon geprüft ?

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  16. R.B.

    R.B.

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    Na hoffentlich kommt keiner auf die Idee und lässt Proben ziehen.;)

    Gruß
    Ralf
     
  17. Julius

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    Also das ist ja nur noch menschenverachtend.
    Eine bodenlose Frechheit!!!
     
  18. OldBo

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    ... und Sanitärinstallateure gibt es nicht mehr :mega_lol:
     
  19. wasweissich

    wasweissich Gast

    ich muss korigieren:
    ....die vergifteten kinder meiner mieter....


    soetwas macht mich kirre....... und der ist da noch so stolz drauf , dass er das weiterempfehlen will:mauer:mauer

    j.p.
     
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  21. Shai Hulud

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    Dann frag doch mal die Mieter, was sie von Ihren schönen Bleileitungen halten und ob sie für weiteres Flickwerk oder einen baldigen kompletten Austausch sind.

    Für diese Aussage verleihe ich dir den

    [​IMG]
     
  22. Wulf

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    Auch wenn Bleileitungen explizit nicht verboten sind, sondern rechtlich gesehen, nur der Grenzwert verbindlich ist, haben Bleileitungen nichts mehr in der Trinkwasserinstallatione zu suchen. Hierzu gibt es mehrere Stellungnahmen, z. B. des Umweltbundesamtes UBA-Pressemitteilung 6-2008.

    Sind Bleileitungen vorhanden, so wird der derzeitige Grenzwert von 25 µg/l vielleicht gerade noch unterschritten. Was ich allerdings bezweifele.
    Zur Beurteilung, ob der Grenzwert eingehalten wird, ist zwingend eine so genannte gestaffelte Probenahme durchzuführen. Diese ist nur aussagekräftig (und hat auch rechtlichen Bestand) wenn die Probenahme und die Untersuchung durch ein zugelassenes Trinkwasserlabor durchgeführt wurde.

    Die Idee mit der Rohrinnensanierung ist mutig.
    Entweder sind die Bleiwerte anschließend noch höher oder es finden sich möglicherweise andere Stoffe aus der Beschichtung im Trinkwasser wieder. PROST [​IMG]

    <kopfschüttelnd>
    Wulf
     
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