Kamin als "Bombe"

Diskutiere Kamin als "Bombe" im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Guten Tag, dieses Forum würde mir von einem Mitglied von Juraforum.de empfohlen und ich Denke, dass meine Frage hier gut platziert ist: Wenn...

  1. Jens84

    Jens84

    Dabei seit:
    23.08.2010
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Technischer Zeichner
    Ort:
    Herscheid
    Guten Tag,

    dieses Forum würde mir von einem Mitglied von Juraforum.de empfohlen und ich Denke, dass meine Frage hier gut platziert ist:

    Wenn jemand nicht nach der 1.BlmSchV seinen Kamin-Ofen heizt, sondern regelmäßig mit feuchtem Holz heizt. Sodass der Kamin schon "brennt" oder Funken sprüht. Und dieser den Brand oder Funkenflug mit einem nassen Lappen löschen will. Ist dieser Jemand somit im Begriff eine (im übertragenen Sinne) Bombe zu bauen.

    Ich vermute das dieses Verhalten zumindest fahrlässig ist und füher oder später zu einem Kaminbrand führt. Von einer Feuerwehrfrau habe ich gehört, dass solche Kamine auch "explodieren" können. Und die Feuerwehr einen solchen Brand nicht mit Wasser löscht, sondern wartet bis der Kaminkehrer da ist. Damit dieser dann den "Glanzruß" bzw. die glühenden Rückstände entfernd.

    Ist das soweit richtig? Und was sagt Ihr zu meiner "Bombentheorie"?

    Gruß
    Jens
     
  2. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19.08.2005
    Beiträge:
    48.840
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Mich würde mal der Hintergrund der Frage interessieren.

    Als "Bombe" würde ich das nicht gleich bezeichnen. Dazu hat ein feuchter/nasser Lappen zu wenig Wasser.

    Die Bombentheorie bezieht sich wohl eher darauf, dass die Feuerwehr mit einer großen Menge Wasser versucht den Brand zu löschen, und dieses Wasser bildet umgehend große Mengen Dampf die sich schlagartig ausbreiten. Das kann dann den Schornstein massiv beschädigen. Je nach Schornsteingröße (Länge, Querschnitt) kann dieser Dampfstoß zu Rissen führen.

    Ein ordentlich ausgeführter Schornstein hält so einem Brand aber schon eine Weile stand. Das gibt dem Schornsteinfeger Zeit den Brand zu ersticken. Ob der Schornstein nach so einer Tortur noch brauchbar ist, steht auf einem anderem Blatt.

    Gruß
    Ralf
     
  3. OldBo

    OldBo

    Dabei seit:
    14.07.2007
    Beiträge:
    3.521
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    SHK-Meister
    Ort:
    Garding auf Eiderstedt an der Westküste Schleswig-
    Benutzertitelzusatz:
    Ich hasse Werbungen, die ich nicht genehmigt habe
    Wenn es wirklich ein Schornsteinbrand gewesen ist, dann muss sowieso die Feuerwehr und der Schornsteinfeger benachrichtigt werden, damit er sich die Rauchgasanlage ansieht, um zu beurteilen, ob sie noch brauchbar ist. Oft ist nur das Rauchrohr, das dann evtl. kaputtgeglüht ist.

    Gruß

    Bruno Bosy
     
  4. Jens84

    Jens84

    Dabei seit:
    23.08.2010
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Technischer Zeichner
    Ort:
    Herscheid
    Hallo Ralf. Danke für deine Antwort. Hintergrund ist folgender Sachverhalt:

    Ein Haus mit zwei Seperaten Eingängen. Hinter Eingang[1] wohnt Mieter[1] und hinter Eingang[2] wohnt Mieter[2]. M[2] ist vor kurzem erst eingezogen. M[1] wohnt schon lange in dem Haus.

    Vom Hausflur hinter E[2] aus gelangt man zu einem Keller-Raum von M[2], zu der Wohnung von M[2] und zu einem Dachboden, den M[2] z.B als Abstell- oder Trainingsraum verwendet. Zur Wohnung von M[1] gelangt man über diesen Flur nicht. Lediglich der Kamin von M[1] verläuft durch den o.g. Dachboden.
    Angenommen, M[1] heizt nicht nach der 1.BlmSchV und es kann vorkommen, dass der Kamin anfängt aufgrund dessen funken zu sprühen. Die M[1] in Eigenregie mit einem Nassen Lappen löschen möchte. M[1] verlangt von M[2] einen Schlüssel für E[2], damit er jederzeit Zugang zu dem erwähnten Kamin hat. M[2] verweigert M[1] diesen Schlüssel mit der Begründung, der Flur hinter E[2] gehöre zum Privaten bzw. gemieteten Bereich von M[2]. Und M[1] verfüge über einen eigenen Eingang (E[1]). M[2] versichert M[1] oder z.B einem Schornsteinfeger jederzeit den Zugang zum Kamin, allerdings nach vorhergeheneder Absprache. M[2] möchte die Gewissheit haben, dass in seiner Abwesenheit (z.B Arbeit, Urlaub) niemand ohne vorhergehende Absprache, Zugang zu E[2] und damit Theoretisch auch zu dem o.g. Keller-Raum oder der Wohnung erhält.

    Zwischen dem Vermieter (V) und dem M[2] gibt es keine Absprache oder schriftliche Regelung diesbezüglich.

    Frage: Hat M[1] ein Recht auf einen Schlüssel zu Hauseingang E[2]?

    -----------------------------------------------------------------------

    Die Frage stellt sich, weil Mieter 2 Angst vor den Auswirkungen hat, die auftreten, wenn Mieter 1 am Kamin "rumpfuscht". Mit solchen Dingen sollte man doch eher einen Fachmann beauftragen. Zumal dieses Haus vor Jahren schon einmal abgebrand war. Deswegen hier in diesem Forum die Frage nach den Gefahren die auftreten oder auch nicht auftreten können. Vielleicht ist die Angst von Mieter 2 ja unbegründet?

    Hallo Bruno. Ja, zumindest bezeichnet Mieter 1 diese Situation in der er mit nem Lappen zum Kamin möchte als Brand.
     
  5. #5 Ralf Dühlmeyer, 23.08.2010
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

    Dabei seit:
    14.06.2005
    Beiträge:
    34.317
    Zustimmungen:
    9
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Hannover
    M 1 hat keinen Anspruch auf einen Schlüssel. Das hätte bei entsprechender Erklärung aber auch das Juraforum geantwortet.

    Es stellt sich aber auch die Frage, ob M 2 den Dachboden (bau)rechtlich als Trainingsraum (= Aufenthaltsraum) nutzen darf! Stichworte: Rettungswege, Brandschutz, Belichtung und Belüftung, Standsicherheit.
    Nur mal so als Hinweis ;)
     
  6. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19.08.2005
    Beiträge:
    48.840
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Das ist ja heftig.

    Was mich verwundert, wenn der Schornstein durch Räumlichkeiten des M2 führt, dann gibt es dort vermutlich weder Revisionsstellen noch sonst etwas wo man als Laie mit einem "Lappen" etwas ausrichten könnte.

    Ich wüßte also nicht, was M1 dort zu suchen hätte.

    Mir ist auch nicht klar, warum der Schornstein Funken sprühen sollte, vorausgesetzt der Schorni hat seinen Job richtig gemacht, und der Mieter heizt so wie es sich gehört.

    Sollte der Mieter ungeeignetes Holz verfeuern, dann würde ich als Vermieter ihm den Holzofen komplett versagen, denn anscheinend ist er nicht in der Lage, verantwortungsbewußt zu heizen.

    Noch einmal. Ein Holzofen der ordnungsgemäß betrieben wird und ein Schornstein der vom Schorni regelmäßig (bei intensiver Nutzung mehrmals im Jahr) geprüft und gereinigt wird, der sprüht nicht so einfach "Funken".

    Sollte dennoch ein Schornsteinbrand entstehen, dann ist die Feuerwehr zu alarmieren und der Schornsteinfeger. Die verschaffen sich sowieso Zutritt zu den Räumlichkeiten (und dürfen das auch).

    Bei einem Schornsteinbrand gibt es einige Dinge zu beachten um größeren Schaden zu vermeiden. Dazu gehört, neben dem Löschen, auch eine intensive Reinigung und längere Beobachtung. Zudem muss der Schornstein sehr genau überprüft werden, ob er überhaupt noch betrieben werden kann. Ein Mieter der mit einem feuchten Lappen herumwedelt ist das Letzte was man da noch gebrauchen kann. Im schlimmsten Fall meint er den Brand gelöscht zu haben, und ein paar Stunden später steht die Bude in Flammen.

    Was sagt denn der Schorni zu so einem "Mieter"? Der muss doch schlaflose Nächte haben wenn man so einen Pyromanen in seinem Bezirk hat.

    Gruß
    Ralf
     
  7. Jens84

    Jens84

    Dabei seit:
    23.08.2010
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Technischer Zeichner
    Ort:
    Herscheid
    @ Ralf Dühlmeyer: Naja zumindest gab es hier eine mündliche Absprache zwischen M1, M2 und Vermieter. Von Seiten M1 gab es ein mündliches Ok und auch seitens des Vermieters gab es lediglich die Anforderung, den Dachboden in diesem Zuge zu entrümpeln, was auch geschehen ist. Wie das mit Brandschutz etc. aussieht weiß ich leider nicht.

    @ Ralf: Also ich werde heute noch mit unserem Schorni sprechen, was er zu dem "Pyromanen" und seinem nassen Lappen sagt :) Das verwendete Brennmaterial ist also sicher nicht nach der 1.BlmSchV.

    Danke für eure Antworten

    Gruß
    Jens
     
  8. #8 Wolfgang38, 23.08.2010
    Wolfgang38

    Wolfgang38

    Dabei seit:
    31.08.2006
    Beiträge:
    773
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    selbständig
    Ort:
    Fahrenzhausen
    Jurastudent und Klausurenbearbeitung?
     
  9. Jens84

    Jens84

    Dabei seit:
    23.08.2010
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Technischer Zeichner
    Ort:
    Herscheid
    @Wolfang38: ne, leider nicht. Das is der ganz normale Wahnsinn :)
     
  10. Jakari

    Jakari

    Dabei seit:
    28.02.2010
    Beiträge:
    225
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Installateur
    Ort:
    Detmold
    Also bei einem Kaminbrand hilft der Lappen auch nicht weiter
    Da kann man froh sein wenn nur der Schornstein ausbrennt
    Was schlecht ist das, das Rauchrohr nicht zu Reinigungszwecken nicht leicht zugänglich ist.
    Ich würde dem Mieter einen Kaminofen verbieten wenn es möglich ist das dieser auch noch falsch heizt.
    Außerdem keine Probleme mit anderen Mietern
     
  11. Dingo

    Dingo

    Dabei seit:
    27.02.2008
    Beiträge:
    853
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Entwickler
    Ort:
    Sachsen
    Bei der Erfüllung baurechtlicher Anforderungen an einen Aufenthalts/Wohnraum interessieren die mündlichen
    Absprachen zwischen M1, M2 und Vermieter herzlich wenig.

    Spaßig werden im Schadensfall dann vor allem die Diskussionen mit
    der Versicherung und der Streit "wer zahlt's".
     
Thema: Kamin als "Bombe"
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. bombe im kaminofen wegen löcher?

    ,
  2. bombe im kaminofen wegen löcher

    ,
  3. warum sprühen funken im kamin

    ,
  4. funken sprühen aus holz kamin
Die Seite wird geladen...

Kamin als "Bombe" - Ähnliche Themen

  1. Offene Kamine still legen

    Offene Kamine still legen: Hallo, ich habe im Wohnzimmer und auf der Terasse jeweils einen offenen Kamin, die beide schon seit Jahren nicht mehr genutzt werden. Beim...
  2. Offenen Kamin entfernen

    Offenen Kamin entfernen: Ich habe ein altes kleines Haus gekauft (Bj. ca. 1924) mit einen schlechten offenen Kamin. Der Kamin verjüngt sich nach oben und geht direkt in...
  3. Kamin verkleiden mit Gipsfaserplatten

    Kamin verkleiden mit Gipsfaserplatten: Hallo, ich möchte meinen Fertigteilkamin mit Gipsfaserplatten verkleiden und diese direkt aufkleben. Die Platten sind dauerhaft bis 50°...
  4. Loch vom Kamin in Etagendecke verschließen

    Loch vom Kamin in Etagendecke verschließen: Hallo zusammen, ich habe folgendes Problem: Ich habe einen ungenutzten Kamin im 1 OG (der bereits ab DG rück-gebaut wurde) demnächst mitten in...
  5. Kamin und Zugang Schornsteinfeger

    Kamin und Zugang Schornsteinfeger: Guten Abend, bei unserem Neubau stehen nun ein paar Entscheidungen rund um den Kamin an. Eventuell kann uns hier jemand weiterhelfen. 1. Der...
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden