Kann auf eine Kellerabdichtung verzichtet werden?

Diskutiere Kann auf eine Kellerabdichtung verzichtet werden? im "Bautenschutz" Forum im Bereich Altbau; Guten Morgen zusammen! Wir haben letztes Jahr ein Haus BJ 1955 gekauft und sind mit der Sanierung fast durch. Da wir die Fassadendämmung...

  1. #1 Konstantin K, 24.07.2012
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    Guten Morgen zusammen!

    Wir haben letztes Jahr ein Haus BJ 1955 gekauft und sind mit der Sanierung fast durch.

    Da wir die Fassadendämmung noch vor dem kommenden Winter durchführen wollen, stellt sich jetzt vorab die Frage der Kellerabdichtung. Die Wände bestehen aus einer doppelten Kalksandsteinwand mit einem Hohlraum von ca. 8cm. Das Haus ist teilunterkellert (ca. 2/3).

    Wir haben bis jetzt absolut keine Probleme mit Feuchtigkeit im Kellerbereich, alles ist staubtrocken.
    (Kleine Geschichte dazu: Im Januar ist mir eine billig-Gardena-Kupplung am Hauswasserwerk geplatzt, wodurch der gesamte Keller ca. 10cm geflutet wurde. Durch "rausfegen" des Wassers zum Kellerablauf und aufdrehen zweier Heizkörper OHNE Einsatz weiterer Bauheizer oder Kondenstrockner hat sich innerhalb von rund 36 Stunden wieder der normale "staubige" Zustand eingestellt.)

    Wir haben keine Probleme mit Nässe nach Starkregen und keine aufsteigende Feuchtigkeit. Der Boden ist sehr sandig und Grundwasser kommt erst ab etwa 6m Tiefe.

    Das Haus ist momentan noch an vielen Stellen durch Betonfläche (ehem. landwirtschaflticher Betrieb) eingefasst. Der Beton soll im nächsten Jahr komplett entfernt und durch Rasen ersetzt werden. Vielleicht stellen sich erst dann neue Probleme dar.

    Der Keller muss nicht unbedingt gedämmt werden, da zwischen Keller und Erdgeschoss ausreichend Dämmung unter dem Estrich eingebaut wird.

    Hier wird oft empfohlen, einen Experten zu fragen, dies haben wir schon getan. Ein Bautenschützer sagte, es muss auf jeden Fall immer gemacht werden, ein Architekt sagte, dass man es unserem Falle auch sein lassen kann. Jeder Handwerker, den wir fragen, sagt a oder b, sodass wir genauso schlau sind wie vorher...

    Das Abschachten und Freilegen des Hauses würde ich mir gerne ersparen, aus Sicherheitsgründen würde ich es sowieso immer in 5m-Schritten machen.

    Für das Regenwasser werde ich aber auf jeden Fall dieses Jahr noch KG-Rohre verlegen und in einen trockenen Brunnenschacht (etwa 5m) leiten.

    Ich erwarte jetzt nicht, dass mir einer direkt sagen kann "mach es" oder "lass es", die Entscheidung wird wohl sowieso bei uns liegen. Aber vielleicht gibt es Argumente, die so stark für "a" oder "b" sprechen, dass es die Entscheidung erleichtert. Hierfür wäre ich dankbar.
     
  2. #2 Bromm Edmund, 24.07.2012
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    Und wozu das Ganze?
    Stellen Sie einen Luftentfeuchter auf um die Feuchte (innen) zu regulieren und damit soll es genug sein.
    Und jeder hat so ein wenig recht, denn das liegt an der Fragestellung und ....
    Sie fragen 3 Fachleute und erhalten 4 Meinungen.
     
  3. #3 peterk61, 24.07.2012
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    Wieso etwas ändern das solange gut funkioniert hat.

    Falls Du ausschachten willst sind je nach Gründung 5 m Abschnitte auch schon zu lang. Beim Ausschachten Fachmann hinzuziehen, damit weder Du verschüttet wirst oder das Haus in seiner Standicherheit gefährdet ist.
     
  4. R.B.

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    Und was ist mit dem Kellerabgang? Oder ist der Keller nur von außen zugänglich?
    Aber wenn der Keller beheizt ist, Du hast oben von Heizkörpern gesprochen, dann frage ich mich, wie Du den Keller aus der thermischen Hülle rausnehmen möchtest.

    Im schlimmsten Fall verwandelst Du Deinen bisher staubtrockenen Keller in eine Tropfsteinhöhle. Deswegen sollten solche Maßnahmen gut durchdacht sein.

    d.h. Auch wenn der Keller bisher straubtrocken war, könnte durch die bisher eingeleiteten Maßnahmen in Zukunft eine Dämmung der Kellerwände erforderlich werden.

    Aber, einfach so ausschachten, das würde ich mir sehr gut überlegen.

    Gruß
    Ralf
     
  5. #5 Ralf Dühlmeyer, 25.07.2012
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    Das der Bautenschützer sagt "Muss" ist doch klar. Der lebt davon. Never change a running system ist ein bewährter Satz.
    Das Problem ist, dass Du das System verändern willst, in dem Du die versiegelten Flächen um das Haus herum entsiegelst und damit mehr Wasser an den Keller gelangen wird!
    Aber ier würde ich auf Versuch und Irrtum setzen. Wenns dann feucht(er) wird, kannst Du Dir immer noch Gedanken über eine Aussenabdichtung machen. Musst ja nicht gleich alles schick bepflanzen.

    Das mit dem Regenwasser in den Brunnen würde ich mir an Deiner Stelle in mehrfacher Hinsicht überlegen.
    1) Muss das Wasser ja irgendwo hin. Du weisst aber nicht, wohin. Nicht, dass ein halbes Jahr später ein Nachbar bei Dir klingelt und Dir seinen nassen Keller zeigt, weil Dein Wasser da ankommt. :o
    2) Ist eine Versickerung von RW genehmigungspflichtig!
    3) Besteht in vielen Gemeinden Anschlußzwang. Wenn jetzt irgendeine "wilde" Entwässerung Bestandsschutz hat, bedeutet das nicht, das Du was ändern darfst - eher im Gegenteil.

    Ich wäre da eher vorsichtig mit solchen Ideen.
     
  6. #6 Konstantin K, 25.07.2012
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    Vielen Dank erstmal für die Antworten.

    Wie soll ich das mit der thermischen Hülle in dem Fall verstehen?

    Der Keller hat einen Außeneingang und einen innenliegenden im Treppenhaus.

    Die Heizkörper in 2 Kellerräumen haben wir letzten Winter in der Entkernungsphase mit der neuen Heizung installieren lassen, um Material warm zu lagern und einen Aufenthaltsraum zu schaffen, wo man sich aufwärmen kann. In Zukunft will ich den Keller damit eigentlich nur frostfrei halten, da die Räume nicht täglich genutzt werden.
     
  7. #7 Konstantin K, 25.07.2012
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    Sehe ich genauso.

    Kommt meinem Plan sehr nahe. Die Fassadendämmung kann aber trotzdem vorher durchgeführt werden? Würde dann aber gerne ein Stück bis unter "Nullniveau" runterdämmen, und nicht nur bis Unterkante Erdgeschoss. Aus optischen Gründen.

    zu 1) Dieser Brunnenschacht hat einen Durchmesser von ø 1200mm und ist etwa 5m tief, unten komplett trocken. Der nächste Nachbar ist auf der anderen Straßenseite, etwa 30m weg, danach kommt im Umkreis von etwa 250m ertsmal nichts.

    zu 2) Muss ich mich schlauchmachen, im Neubaugbiet der Gemeinde sind aber auf allen Grundstücken Betonringe mit Kies unten drin eingesetzt worden, zur Versickerung des Regenwassers. Bis dato war auf unserem Grundstück nach dem Fallrohr einfach Ende und es lief überall hin, bzw. versickerte bei einigen Nebengebäuden und der Scheune/Werkstatt in Sickergruben oder alten Güllegruben.

    zu 3) Regenwasser darf nicht ins normale Abwasser geleitet werden bei uns. Bei Freunden von uns wurde damals die Abführung des Regenwassers geprüft, in dem eingefärbtes Wasser in die Regenrinne gegossen wurde, was definitif NICHT im Revisionsschacht ankommen durfte. Sowas wurde bei uns durch den Wasserverband auch schon angekündigt, da die schon mitbekommen haben, dass auf dem Grundstück jetzt der Revisionsschacht genutzt wird. Bis zum Erwerb durch uns gab es ein verwirrendes System aus Gülle- und Sickerschächten, verbunden mit unterirdischen Sickerkammern und Tunneln. Erst wir haben einen Abwasseranschluss vom Haus zur Straße (Revisionsschacht) gelegt und alle alten Schächte, "Bunker" und Leitungen entfernt, bzw. verfüllt. Früher versickerte nämlich bis auf die Toiletten und Duschen alles Abwasser irgendwo im Boden, also auch Waschmaschine, Spülmaschinen, Küche usw. Diese Lösung wollten wir so nicht übernehmen, bzw. hätten damit wahrscheinlich auch irgendwann Probleme oder Ärger bekommen...
     
  8. R.B.

    R.B.

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    Somit liegt der Keller also innerhalb der thermischen Hülle, d.h. die Dämmung unter dem "Estrich" im EG interessiert nur am Rande. Darauf wollte ich hinaus.

    Der Treppenabgang im Haus führt dann dazu, dass warme Luft in den kalten Keller strömt (ja, warme Luft steigt nicht nur auf, sondern sie findet auch andere Wege), worst case dort kondensiert und dann zu Feuchteschäden führt.

    Wird der Keller beheizt und gelüftet, liegt also innerhalb der thermischen Hülle, dann wären nach EnEV die Kellerwände zu ertüchtigen. Ansonsten beheizt man vom Keller aus das Erdreich um´s Haus herum.

    Gruß
    Ralf
     
  9. #9 Konstantin K, 09.08.2012
    Konstantin K

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    Wir hatten jetzt nochmal einen Architekten bei uns. Die Versiegelung und Dämmung des Kellers lassen wir vorerst sein, sollten später Probleme auftreten können wir das immernoch ausführen.

    Vielen Dank für die Hilfe erstmal.
     
  10. R.B.

    R.B.

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    Vorausgesetzt man bemerkt sie rechtzeitig. Ich kann nur empfehlen die Luftfeuchtigkeit ständig zu überwachen und bei Bedarf heizen und lüften. Das produziert natürlich Heizkosten, aber das wäre ein anderes Thema.

    Gruß
    Ralf
     
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Kann auf eine Kellerabdichtung verzichtet werden?

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