Kann man dieses Haus überhaupt energetisch sinnvoll sanieren?

Diskutiere Kann man dieses Haus überhaupt energetisch sinnvoll sanieren? im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; servus... Ich bin frustriert. Ich lese nun schon seit Wochen, was ich mit meinem Haus denn alles so machen könnte. Energieberater unabhängig und...

  1. #1 fourtyfour, 29.12.2008
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    Ich bin frustriert. Ich lese nun schon seit Wochen, was ich mit meinem Haus denn alles so machen könnte. Energieberater unabhängig und BAFA fähig ist für Januar bestellt.

    Fakt: Haus Baujahr ´82 ohne Dämmung, zwei Vollgeschosse, 160m² Wohnfläche. Vom Vatern in Eigenleistung erbaut.
    30erBims mit Wienerberger Isolierputz 4cm (spritzwurf), vor 2 Jahren neu gestrichen.
    alten zweifach verglasten Fenstern, undicht, die Rolladenkästen sind auch nicht gedämmt.
    Dach mit 6cm Styropor Zwischensparrengedämmt, Pappdocken verhindern einen sinnvollen Ausbau des Dachgeschosses, zumal auch der Dachstuhl nicht angehoben werden darf, weil das Haus eh schon an die max. 6,20 Traufhöhe ran kommt.
    Alle Decken sind Wärmebrücken wie sie im Lehrbuch stehen.
    Treppen sind von Keller bis 1.OG nicht räumlich trennbar.
    Terasse und Balkon sind thermisch nicht getrennt.
    Keller teilweise feucht. Dämmung gibts keine. Neue Fenster sind vor 2 Jahren rein gekommen.

    Heizkessel Baujahr 1982, Brenner 34kw(!) 1992.
    Heizkörper Buderus solido Serie und keine FBH.
    Rohre der Heizung sind natürlich auch nur schlecht bzw. in den Wänden (teils Aussenwänden) überhaupt nicht gedämmt.

    Das erste Stockwerk wurde erst kürzlich mit neuen Fußböden ausgestattet. FBH wollte die Herzdame nicht, weil die Füße in der Arbeit mit Fußbodenheizung auflaufen.
    Das Mauerwerk ist an den Aussenwänden sicherlich auch Feucht, weil es immer wieder mal zu Schimmelbildung kommt und auch die Raumluftfeuchtigkeit dauerhaft nicht unter 55% sinken mag trotz zyklischem Stoßlüften an kalten Tagen und nicht lüften an feuchten Tagen.


    So wo ist das Problem, wird sich der ein oder andere Fragen.


    Es würde keins geben, wenn nicht ich der neue Eigentümer dieses Hause geworden wäre. So komm ich halt immer noch "billig" an eine bleibe, auch wenn diese durch einen ca.90T€ teuren Anbau erstmal Zweifamilientauglich und durch die Bestandssanierung nicht fast auf Neubaupreisniveau kommen würde.


    Rentiert es sich, in ein altes Haus mit KFw60-Anbau ca. 150.000€ zu stecken, um dann immer noch mit den Krankheiten (Schimmel,...) zu kämpfen oder sollte man nicht daneben gleich ein neues hin stellen und das alte (in dem meine Eltern wohnen), einfach "dahingammeln" lassen?


    Was muss ich beim Energieberater alles beauftragen, um wirklich eine Aussage über eine Komplettsanierung zu bekommen?
    Energiepass brauch ich nicht.
    Heizlastermittlung mit/ohne Sanierung? (macht sowas überhaupt ein EB?)
    Konzepte zur Sanierung? Mit Öl oder Pellets + Förderungsmöglichkeiten?
    Wirtschaftlichkeitsrechnung? (gibts sowas überhaupt?)

    Wobei mir grad einfällt, das ich bei den Dienstleistungen allein schon wieder mehr Geld aufnehmen muss :D

    Gott ist das schön, wenn man sich den Frust von der Seele schreiben kann.
     
  2. #2 kalauer71, 29.12.2008
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    Wenn man mal objektiv betrachtet wird das ganze doch maximal eine Eigentumswohnung oder ein Reiheneckhaus, aber auf keinen Fall ist diese Konstruktion mit einem EFH vergleichbar. Von daher würde ich die 90-150T€ auch mit so was vergleichen: Bekommt man für diesen Betrag ggf. eine bessere ETW, als das was ihr euch da dranbasteln wollt?
    Das Problem ist halt, dass vermutlich der Wert des Objektes nicht annähernd um die Summe anwächst die ihr in den Bau reinsteckt. Besser wäre vermutlich nichts tun, was neues kaufen und das alte irgendwann, so wie es ist verkaufen. (Sind natürlich alles nur Vermutungen - ohne die Immobilie und euren Immobilienmarkt vor Ort zu kennen...)
     
  3. #3 Thomas B, 29.12.2008
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    Da liegt der Hase im Pfeffer! Solche Rechenmodelle kann man natürlich machen. das kann sicher auch der Energiebrater, mit dem Du im Januar zusammenkommen willst. Wenn er es nicht kann.....aber lassen wir das.

    Das Ergebnis kann ich Dir aber jetzt schon sagen: Es wird sich -unter rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten- nicht rechnen!

    Überleg' mal: Du willst in die energetische Sanierung bis zu 150 Teuro reinstecken. Wie groß wird die Heizkostenersparnis sein? 2.000 EUR p.a.? Dann amortisiert sich das Ganze in 75 Jahren (auch nicht wirklich, da Du ja Zinsverluste hast...also in 80 Jahren....ich kann es nicht exakt ausrechnen, wozu auch?).

    Eine solche aufwendige Sanierung kann aber natürlich trotzdem Sinn machen. Wenn zu erwarten ist, daß die Heizung in nächster Zeit den Geist aufgibt, wenn die Fassade ohnehin einer Überholung bedarf, wenn die Fenster einfach kaputt sind und erstetzt werden müssen. Dann heißt es die ohnehin notwendigen Investitionskosten mal mit den Mehrkosten gegegzurechnen, die entstehen, wenn man hier ordentlich saniert. Das mag sich dann durchaus rechnen!

    Laß mal den E-berater kritisch drüberschauen!

    Thomas
     
  4. mls

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    soll bedeuten: anbau für 90 k.euro, sanierung für 60 k.euro? von wem sind die zahlen?

    klasse :p
    was bringt das?

    du siehst es mir nach, wenn ich versuche,
    fakten zu filtrieren .. ;)
     
  5. #5 fourtyfour, 29.12.2008
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    90.000€ sind von den Einzelgewerksangeboten, die wir haben. Also 60.000€ Gewerke (Rohbau,Dach,Fenster,Türen), 20.000€ Eigenleistung und 10.000€ Puffer Kalkulationslücken.

    Dann hab ich für unseren 1.Stock nen eigenen Eingang und eine Wohnung mit Platz für 4 Personen. Gimmicks wie Hobbyraum etc. sind da nicht dabei.

    Unten ist dann Platz für meine Eltern auf ca. 90qm. Das reicht ihnen zum leben, denn der Keller ist ja für Ramschablage auch noch da. Aber was mach ich mit dem Raum, wenn die in 20 Jahren mal nicht mehr sind?

    60.000€ für Sanierung hab ich mir so selber zusammen gereimt.
    5.000€ OG-Decke und Kellerdecke dämmen. Ausbau funktioniert ja eh nicht.
    25.000€ für Dämmung nach EnEV.
    15.000€ für Fenster.
    15.000€ für ne neue Heizung.

    Dann komm ich vielleicht auf KFW60 Niveau.


    Dahingammeln lassen bringt keinem was. Meine Eltern wollen schließlich ja auch noch darin leben und nachdem ich das Ding nun überschrieben bekommen habe, will ich mit Verlobter und dann mal Kindern auch noch darin leben.
    Eine 2in1 Lösung mit Dachausbau/ext. Treppenhaus nimmt mir der Mittelpfettendachstuhl und das Landratsamt mit ihren Vorlagen.
    Das würde einige tausend Euro billiger kommen.
    Zudem steht das Haus inmitten von 2400m² am Rand einer Siedlung.
    Aufgewachsen bin ich auch noch darin.

    Was den Energieberater angeht. Der arbeitet bei uns in der Kreisstadt als "Sanierer" mit alternativen Energieen. Nebenbei hat er noch ein Gewerbe als Energieberater mit Bafa Zulassung und Ortsbekannt ist er auch noch. Ich hoffe, einen neutraleren werde ich nicht finden.

    Vor 2 Jahren wurde eben die komplette Fassade neu gestrichen. Dank heftigem Spritzwurf kostete der Spaß 7.000€, die ich bei einer Fassadendämmung nicht mehr schönrechnen kann.

    Heizung ist auch so ein Ding. Regelung fehlanzeige. Nachrüsten der Regelung auch nicht wirklich sinnvoll, weil die Nachfolgetechnik noch nicht festgelegt wurde. Wir haben Holz im eigenen Wald und der Ster kostet auch nicht die Welt. Aber das Holz kann man vielleicht in 20 Jahren noch viel besser brauchen. Pellets sind auch sehr beliebt und momentan sogar günstiger als mit Holz heizen. Aber funktionieren die auch alle mit den alten Heizkörpern, die sowieso überdimensioniert sind?
    Noch dazu kommt, das die Gemeinde 800m weiter weg eine Hackschnitzelheizung errichten wird. Entscheide ich hier pro Öl/Gas/sonstwas, kommt garantiert die Gemeinde kurz darauf auf die Idee, diese Nachbarschaft an Fernwärme anschließen zu wollen.
    Entscheide ich mich für die Dämmung und Fenster, ist mit dem Anbau erstmal Schicht im Schacht.

    Ich finde einfach keine Richtung, in der nicht 3 Lösungsansätze auf mindestens 4 Einschränkungen treffen.
    Der Frust kommt eben davon, dass ich nicht einfach wegsehen kann.
    Darin wohnen bis ich genug EK habe, um selber ein Passivhaus zu bauen und meine Eltern auf den Heiz-/Erhaltungskosten sitzen lassen, kann ich auch nicht.
     
  6. Julius

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    Was spricht dagegen, jetzt den Anbau zu machen.
    Später (oder gleich mit) die Dämmungen und Fenster.
    Neue/andere Heizung kann warten.
    Sofortige Nachrüstung einer außentemperaturabhängigen Vorlaufregelung sollte aber kein Problem sein (ggf. über Mischer).
     
  7. mls

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    ich seh hier noch keine klaren entscheidungswege, weil zwar 90+60 tsd nachvollziehbar ist, obs
    aber stimmt, ist wieder ein anderes thema - und das ist vermutlich entscheidend?

    eins sollte jedenfalls klar:
    zuerst anbauen/sanieren - dann heizung optimieren.
     
  8. #8 pauline10, 09.01.2009
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    Aber das muß eine Hausfrau ja nicht wissen!!
    Wo sind Fotos??

    Wichtig ist auch ob Feuchtigkeit von unten richtig abgesperrt wurde. (Dachpappe in der Wand)
    Der Schimmel verschwindet automatisch, wenn eine vernünftige Wärmedämmung aufgebracht ist.

    pauline
     
  9. #9 Cardiologist, 04.02.2009
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    Schimmel an Außenwänden

    Wenn Schimmel oder Feuchte an Außenwänden ist, muß die Wand durch eine Spezialfirma getrocknet und kompetent saniert werden.
    Eine Dämmung verrringert nicht die Schimmelgefahr - wie Pauline schreibt - sondern durch eine Dämmung würde die Außenwand kühler bleiben und durch die niedrigere Temperatur weniger trocknen, weil durch die Dämmung die Heiz-Wärme von innen die Wand nicht mehr richtig austrocknet!
    Du mußt - wenn Du das Haus erhalten willst und so habe ich es verstanden! - das Hauptproblem lösen und das Hauptproblem ist Feuchte
    und konsekutiv Schimmel.
    So. Also müssen wir Schritt für Schritt vorgehen. Erst die richtige Diagnose, dann die richtige Therapie.
    Wo ist das Hauptproblem?
    Die Feuchte und der Schimmel.
    Was sind die wichtigsten Teile des Hauses? Die Wände und das Fundament.
    Die Außenwand ist feucht.
    Die muß trocken gemacht werden, sonst drehst Du Dich im Kreis.
    Ausschachten bis zur Sohle und eine Spezialfirma muß die Außenwand trocknen, fachgerecht und kompetent. Das muß richtig trocken werden.
    Bevor Du überhaupt an "energetische Sanierung" denkst, mach den Schimmel weg und das Haus trocken.
    Fotos wären hilfreich.
     
  10. #10 Ralf Dühlmeyer, 04.02.2009
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    So ein Dummfug. Singen hier die Fischerchöre oder was.
     
  11. bernix

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    @cardiologist;

    Was wird das denn? AIP..Arzt im Praktikum?
    :D:D:D

    PS: kälter wird die Wand nur bei einer Innendämmung, ob sie deshalb langsamer austrocknet als eine aussengedämmte Wand ist fraglich, denn bei einer innengedämmten Wand kommt kein Nachschub an Feuchtigkeit (sollte zumindest so sein).
    Desweiteren ist für die Austrocknung auch zB Luftfeuchte aussen und die Leitfähigkeit der Wand wichtig....man kann hier sogar vermuten, dass unter sonst gleichen Bedingungen die aussengedämmte Wand langsamer austrocknet...
    -
    Wichtig wäre hier erstmal dass ein Fachmann prüft ob die Feuchtigkeit nicht durch einen Bauschaden kommt (also von oben oder unten)

    gruss
     
  12. mls

    mls Bauexpertenforum

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    puuuuh .. multiparameterstudie in kurzform? gaaanz glattes eis :)
     
  13. bernix

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    ...ich wollt halt auch mal was schreiben:biggthumpup:
     
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