Kehlbalkendach (Verbindung Kehlbalken mit Hahnenholz/Firstzange)

Diskutiere Kehlbalkendach (Verbindung Kehlbalken mit Hahnenholz/Firstzange) im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo Forum, ich will ein altes alemannisches Fachwerkhaus sanieren. Beim DG handelt es sich um ein Kehlbalkendach. Wie ich entdeckt habe, sind...

  1. MarcusW

    MarcusW

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    Hallo Forum,

    ich will ein altes alemannisches Fachwerkhaus sanieren. Beim DG handelt es sich um ein Kehlbalkendach. Wie ich entdeckt habe, sind die Kehlbalken mit dem Hahnenholz/der Firstzange ursprünglich verbunden gewesen (schwalbenschwanzförmige Verkämmung). Diese Verbindung findet sich aber nur bei den Kehlbalken, nicht bei den bloßen Sparren. Bei diesen gibt es nicht mal ein Hahnenholz/eine Firstzange. Diese Verbindungen wurde offenbar irgendwann entfernt, wodurch ein weiteres kleines Geschoss im First geschaffen werden konnte. Ich konnte bei einer Recherche (im Internet) leider keinen Hinweis auf solche Konstruktionen finden. Ich bin mir nun nicht sicher, ob diese Verbindung nicht besser wieder hergestellt werden sollte. Ich vermute, dass es schon einen gewissen Sinn gehabt haben wird, gerade die Kehlbalken nochmal nach oben zu verbinden. Mich interessieren dabei eher die konstruktiven/statischen Aspekte. Dass sich aus restaurativer Sicht die Wiederherstellung anbietet ist ein anderer Punkt. Besten Dank für eine kurze Einschätzung. Beste Grüße im neuen Jahr.
     
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  3. mls

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    wenn das interesse gross genug ist: bewerten lassen:
    historie, dendro, statik, verformungen usw.
    aus der ferne wird man das nicht mal anhand von bildern
    vernünftig kommentieren können: zum einen, weil "schwache"
    tragwirkungen eine wesentliche rolle spielen, aber enormen
    aufwand bei der bewertung verursachen, zum anderen, weil
    das ziel der sanierung natürlich eine erhebliche rolle für den
    erforderlichen aufwand spielt.

    off topic: wenn in der fassade noch ein paar gut erhaltene
    wilde männer stehen und das dach ebenbürtig ist (evtl.
    zweitholz o.ä. finde ich nicht "schlimm") hoffe ich, dass nicht
    die üblichen "spezialisten" zum zug kommen, die erstmal
    10m3 leimbinder implementieren wollen: bisher hat das
    haus auch ohne solche alibimassnahmen gehalten ;)
    sind keine stuhlsäulen vorhanden? schon rausgeschnitten?
     
  4. Neutal

    Neutal

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    Gerade bei altem Fachwerk ist es schwer die Verbindungen zu beurteilen. Ich stelle, soweit möglich, alle Verbindungen wieder so her wie sie im Bestand auch waren. Die Handwerker früher hatten noch einen größeren Stolz und wollten gerne zeigen was sie können. Es wurden also oftmals auch aufwendigere Verbindungen hergestellt, als wirklich notwendig.
    Richtig beurteilen kann man sowas aber tatsächlich nur vor Ort. Fachwerk muß als gesamtgebilde betrachtet werden, Aussagen über Detailpunkte sind deswegen schwer zu machen.
    Es gibt noch viele Zimmereien und Planer die auf diesem Gebiet sehr gut sind und auch etwas über die frühere Bauweise und ihre bedeutung wissen. Holen sie sich so jemanden hinzu und legen ein Sanierungskonzept fest. Es gibt in vielen Museumsdörfern Fachleute die sie gerne beraten.
    Ich finde es schön das sich jemand Gedanken um den Erhalt eines Fachwerks macht. Zu viel wird leider mit modernen Bauweisen zerstört( siehe mls und das Thema Brettschichtholz)
     
  5. MarcusW

    MarcusW

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    Verstehe. Vielen Dank für die Antworten. Ich habe nun zufällig doch einen einzigen Hinweis im Internet auf dem niederländischen Wiki gefunden. Dort wird so ein Konstrukt "steek spant" genannt (dt.: Stachelholz). Ich will das alles natürlich so weit wie möglich und finanziell vertretbar erhalten bzw. wiederherstellen. Ich bin nur etwas unsicher, weil der Dachstuhl fast völlig mit Verblattungen gebaut ist und meine, dass das nicht so hält wie Verzapfungen. Habe aber nur "sehr begrenzt Ahnung davon".

    Das Haus ist im übrigen noch verputzt (neuer Putz, urspr. fast sicher fachwerksichtig), so dass die Beurteilung schwer fällt. Ich meine aber, ein geschoßhohes Andreaskreuz im hintersten Feld (Norden) erkennen zu können. Es müsste schon ein Zufall sein, dass genau dort der Putz genau kreuzförmig zu reißen beginnt. Stuhlsäulen gibt es keine. Es handelt sich um einen liegenden Stuhl. Sieht ziemlich genau so aus, wie auf der deutschen Wiki-Seite zu "Dachstuhl".

    Leimbinder sollen nicht eingesetzt werden. Ich habe noch genug sehr altes Holz von einem Stallabbau rumliegen, das sollte doch reichen. Wie Sie richtig sagen: das Haus hat bisher alle "Renovierungen" überlebt und steht immer noch. Danke nochmal für die Antworten.
     
  6. #5 gunther1948, 9. Januar 2014
    gunther1948

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    hallo
    zu den alten konstruktionen und verbindungen bei fachwerken gibts ein ganz gutes buch:
    A. Opderbecke
    Das Holzbaubuch für den Schulgebrauch und die Baupraxis
    ISBN S-887 46-339-0 Verlag TH.Schäfer, Hannover Bestell-Nr. 1025
    ist ein reprint eines Orginals aus dem Jahre 1909 ersch. im Verlag A.Hartleben´, Wien und Leipzig.

    gruss aus de pfalz
     
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