Keller im Grundwasser: Außentreppe und Böschung zur Wohnraumnutzung?

Diskutiere Keller im Grundwasser: Außentreppe und Böschung zur Wohnraumnutzung? im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Das projektbezogene Bodengutachten ist zwar noch nicht da, aber laut Stadt ist im gesamten Neubaugebiet mit drückendem Wasser zu rechnen. Das...

  1. #1 Liesepetz, 9. Januar 2014
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    Das projektbezogene Bodengutachten ist zwar noch nicht da, aber laut Stadt ist im gesamten Neubaugebiet mit drückendem Wasser zu rechnen. Das Wohngebiet fällt von 275m über NN bis zu uns (Zipfel am Ende eines Hochplateaus) auf 258m über NN. Laut entwässerungskonzeptionellem Gutachten der Stadt ist unter einem oberflächigem Lehm-Sand-Kies-Gemisch devonischer Tonschiefer, der "zwischen 250 und 260m über NN ausläuft" (bei uns wohl im unteren Bereich, sonst stünden da wohl keine Laubbäume). Der unbedingt gewünschte Keller (Ersatzflächen wg. Grundstücksgröße und Bebauungsplan schwierig) wird mit ziemlicher Sicherheit im hohen Grundwasser stehen und eine weiße Wanne bekommen. Auf dem durch ein kleines eingekerbtes Tal getrenntem "Nachbarpleateau" haben fast alle deshalb auf Keller verzichtet.

    Neben dem Fitnessraum (muss nicht sonderlich wohnlich sein und wird wohl nur selsten mal beheitzt) soll noch ein Raum intensiver genutzt werden (Arbeits- und Besprechungszimmer, liegt an Hausecke an zwei Außenwänden; später ggf. als Einliegerwohnung vermietet). Dazu soll viel Tageslicht rein, weshalb ich gerne an einer Wand eine Böschung mit Tageslichtfenster und an der anderen Wand eine Glastür zur separaten Kelleraußentreppe hätte.

    Wie sieht es da aus mit ...

    (1) Böschung und Tageslichtfenster?
    Ist das überhaupt möglich bei hohem Grundwasser, oder würde ich durchs Fenster in ein Aquarium gucken?

    (2) Kelleraußentreppe?
    beim Durchforsten der Beiträge habe ich gelernt, dass man wohl eine Wand aus WU Beton für die Treppe und den kleinen "Lichthof"/"Tür-Vorbereich" gut an die WW außen "anlehnen" kann. Aber es soll ja auch möglichst viel Licht dahin. Eine Überdachung wäre da eher kontraproduktiv... da stellt sich mir die Frage, wie ich das Wasser da vor der Tür weg bekomme, wenn es regnet.

    Über geduldige Antworten für einen Einsteiger würde ich mich freuen !
     
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  3. Thomas B

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    (1) und (2) sind bei schwierigen Gundwasserverhältnissen mehr als ungünstig: (1) wasser meigt dazu hangabwärtes zu rauschen und je größer der Krater (trichterförmiger Geländeeinschnitt..) ist, desto mehr Wasser wird sich hier sammeln können. Wie kommt das dort nun anfallende Wasser weg ohne sich vorher behände via Fenster ins Haus zu schingen. (2) dto. Klar kann man hier einen Pumpengully anordenen, was ist aber wenn der ausfällt? Wasser kommt dann zur Tür herein. Guten Tag.
     
  4. #3 Liesepetz, 9. Januar 2014
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    danke für die (leider ernüchternde) Antwort.

    Zu (1) verstehe ich nicht ganz, wie das Wasser sich so vehält. Steht Grundwasser quasi wie in einem Brunnen, wenn der Spiegel drumherum über dem Böschungstal liegt? Oder wird es vom Boden quasi gehalten und läuft nur an der Oberfläche ab bis zur Hauswand? Könnte man ggf. mit einer Kiesschicht und Dränage dafür sorgen, dass das Waser vorm Fenster versickert, oder klappt das alles sowieso nicht, wenn der Grundwasserstand entsprechend hoch ist?

    Wäre für (2) denn eine gläserne/transparente Überdachung sinnvoll, um Licht rein und Wasser draußen zu lassen?
     
  5. Thomas B

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    Wenn dort Grtundwasser ist, dann ist es ja dort, weil es nicht woanders hin kann...also versickern. Ein Fenster ist ja nichts anderes als ein Loch in der Wand. Ein an sich dichter Keller mit einem großen Loch ist erstmal eines: nicht mehr dicht. Ist dort kein Wasser, weil der Boden dieses rasch versickern läßt, mag das egal sein. Versickert das wasser nicht, so ist so ein Loch in der Wand erstmal schlecht....
     
  6. H.PF

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    Grundwasser ist wie ein unterirdischer See. Du stehst im Prinzip mit deinem Haus in einem See, Die Terasse ist dein Bootsanleger. Nur mal als Bild...
     
  7. #6 Liesepetz, 9. Januar 2014
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    Ojeojeh... was bleibt dann als bezahlbare Möglichkeit, Tageslicht in den Keller zu bekommen?
     
  8. feelfree

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    Druckwasserdichte Lichtschächte und Fenster?
     
  9. Thomas B

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    Für schummrige Beleuchtung in Ordnung. Aber ich glaube der TE wünscht sich Größeres...schwierig
     
  10. #9 Liesepetz, 9. Januar 2014
    Zuletzt bearbeitet: 9. Januar 2014
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    richtig, etwas mehr Licht sollte es schon sein...

    In meinem Elternhaus gibt es einen 13m² Kellerraum (ca. 14-15 m² hatte ich fürs Büro/Besprechungszimmer vorgesehen) der hat an einer Seite einen Lichtschacht, auf der anderen ist ein ca. 0,75m² Fenster zu einem überachten (dahe etwas schattigem) "Kellervorraum" von ca 6m², der über die Kelleraußentreppe Tageslicht erhält. Dieser (also der Innenraum mit 13m²) wäre abgesehen von 1-2 Stunden zur richtigen Tageszeit im Sommer bereits zu dunkel. Wenn ich den mal als Maßstab nehme, müsste schon mehr direktes Licht rein.
    Leider geht's oberirdisch nicht größer. Ich hatte zunächst überlegt, eine Ausbuchtung des Kellers (nennt man das dann auch Erker?) anzulegen, wo dann quasi ein Deckenfenster ist und Licht von oben kommt. Aber eine Möglichkeit, wenigstens ein paar cm direkt nach draußen sehen zu können, wäre schon erheblich besser. Gibt's da noch was? Über Anregungen würde ich mich freuen.
     
  11. ultra79

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    Ich weiss das Produktbesprechungen nicht gern gesehen sind - aber ich denke das hier hilft vielliecht:

    http://www.fertigkeller.de/de/fertigkeller/licht-im-keller.html

    -> Fertigteil und Druckwasserdicht gemäß Herstellerangabe.

    Wenn Knecht das macht machen andere das sicher auch. Könnte hier helfen und ist evtl. sogar von innen sehr nett anzusehen.

    Disclaimer: ich arbeite nicht für Knecht und verdiene nichts an Empfehlungen - ich kenne auch das Produkt nicht bzw. emfpehle dieses - weise nur darauf hin das es existiert ;-)
     
  12. Liesepetz

    Liesepetz

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    das oberste Produklt auf der verlinkten Seite kannte ich, es hat mich ja zu der Idee mit der Ausbuchtung der Kellermauer zwecks Schaffung eines Oberlichts/Deckenfenster inspiriert. Wie gesagt bin ich damit nicht so wirklich glücklich, da die Möglichkeit fehlt, den Blick mal wenigstens ein paar Meter raus schweifen zu lassen.

    Unten sind wir ja dann wieder bei einem Lichthof, der - so wie ich die bisherigen Beiträge verstanden habe - die gleichen Probleme wie die Böschung mit sich bringen sollte. Oder habe ich da etwas misverstanden?
     
  13. mls

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    kein problem .. kostet halt ne kleinigkeit ;)
    die lösung nennt sich lichthof mit entwässerung.
    technisch ist das anspruchsvoll.
     
  14. H.PF

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    Bau den Keller doch einfach 1,5 m aus dem Boden raus...
     
  15. peterk61

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    Zu 1) funktioniert als Böschung nur, wenn der höchste zu erwartende Grundwasserstand tiefer als die Böschung liegt. Das dauerhafte Freilegen des Grundwassers in der Böschung wird von der Unteren Wasserbehörde auch zeitweise während Hochwasserphasen wird nicht genehmigt werden. Anstatt Böschung wäre ein großer, tiefer Lichtschacht möglich, der in die weiße Wanne einbezogen wird.

    Zu 2) Kelleraußentreppe funktioniert, wenn die Außenmauer in die weiße Wanne einbezogen wird.

    Der große Lichtschacht und die Außentreppe werden aber aufwändig und teuer, da die Außenmauern keine Lasten von oben erhalten jedoch ein ordentlicher Auftrieb auf diese einwirkt.
     
  16. Liesepetz

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    das war ja zu befürchten... liest man öfter, alles geht, nur kostet's dann viel - hast Du eine gaaanz grobe Hausnummer als Orientierungswert? so richtig vorstellen kann ich mir das nicht, wenn ich Thomas B richtig verstanden habe, müsste dann doch auch dafür eine Pumpe quasi im Dauerbetrieb laufen, oder?
     
  17. Liesepetz

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    da hab ich als erstes dran gedacht - leider OK Fußboden EG maximal 0,5m über Straße erlaubt, wegen einheitlichem Erscheinungsbild des Neubaugebietes. Mir kam die Idee, ggf. auf Split-Level umzusteigen, vorne der optischen Anforderung zu entsprechen und hintenraus einfach Hochkeller zu machen, falls die Stadt es erlauben sollte. Würde aber auch kompliziert mit der Grundrissgestaltung (maximale Gebäudehöhe 7,20m, Flachdach), u.U. im Alter problematisch, und wahrscheinlich auch ziemlich teuer.
     
  18. Liesepetz

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    vielen Dank für diese konkrete Einschätzung. Entsprechend Deiner nachstehenden Hinweise gehe ich davon aus, dass diese Einbindung nicht über die Bodenplatte und einen "Erker" geschehen sollte, sondern eher angewinkelt wie der von ultra79 verlinkte K***t-Lichtfluter, nur eben erst in Fensterhöhe ansetzend und mit stärkerem Neigungswinkel?

    was macht es denn so teuer? reicht es nicht, wenn es über eine Bewehrung mit der Wand verbunden ist?

    Gibt es denn wirklich so viel Auftrieb? wie oben geschildert, bin ich nur ein paar Meter über Fels, u.U. könnte das Bodengutachten sogar ergeben, dass für den Keller noch etwas Fels "abgeschabt" werden muss... So wie ich das als Laie verstehe, ist der Wasserdruck doch eher von der Seite, unten kann da unter diesen Bedingungen doch nicht viel Auftrieb kommen, oder?
     
  19. mls

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    nein. je nach höhenlage des vorfluters ohne pumpe oder
    pumpe nur im bedarfsfall (regen).
     
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    Käme ggf. die Lösung "anderes Grundstück" in Frage?
     
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