Keller von innen trockenlegen

Diskutiere Keller von innen trockenlegen im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo Ihr Bauexperten, in unseren Keller dringt Wasser von außen ein. Man sieht deutlich den Wassereintritt in Höhe der untersten...

  1. #1 kellernass, 15.12.2012
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    Hallo Ihr Bauexperten,
    in unseren Keller dringt Wasser von außen ein. Man sieht deutlich den Wassereintritt in Höhe der untersten Horizontalsperre, also zwischen Bodenplatte und unterster Steinlage. Das Haus ist Baujahr 1970, Horizontalsperre offensichtlich mangelhaft, keine Drainage und –leider- nicht ringsum zugänglich sodass ich zumindest an den am meisten betroffenen Seiten nicht von außen aufgraben kann. Das Wasser läuft durch die schadhafte Horinzontalsperre unter meinen Estrich und verteilt sich auf der gesamten Kelleretage. Von dort zieht es auch in alle Zwischenwände.
    Die unterste Steinlage besteht aus Porotonziegeln, dessen Löcher sind voll Wasser, das bedeutet, dass der Wasserstand außen am Haus auf jeden Fall oberhalb der Bodenplatte steht. Auf den Porotonziegeln nochmals Horizontalsperre, darauf stehen Hohlblocksteine. Die Wand ist 24cm dick. Aufgrund der vielen Hohlräume kann ich also nicht mit Kiesol oder ähnlichem arbeiten. Ich hatte schon Kiesol in eine Bohrungsreihe gefüllt aber die 300 Euro sind wie einfach weggeschüttet. Dann habe ich die unterste Lage Hohlblocksteine aufgestemmt und ich sehe jetzt also die vorderen Löcher der Hohlblocksteine vor mit und kann die vordere Reihe Porotonziegel von oben offen sehen (siehe Foto).
    Nun kann ich vielleicht Dichtschlämme in alles füllen, was ich offen sehe, aber dahinter bleiben doch die Porotonziegel und die Hohlblocksteine leer, ich kann also dann doch nicht mit Kiesol o.ä. abdichten. An die sogenannte Verschleierung glaube ich nicht wirklich, es ist doch kein Platz hinter der Mauer. Ich möchte aber auch nicht nur nach vorne dicht schlämmen. Den Estrich habe ich von der Außenwand ca. 10 cm breit entfernt und daher sehe ich immer einen kleinen „Bachlauf“ fließen, der zurzeit im Sickerschacht mit Pumpe endet. WAS TUN???
     
  2. #2 gunther1948, 16.12.2012
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    hallo
    wer hat denn die fantastische idee gehabt?
    die horizotalsperre soll verhindern, dass die feuchtigkeit vertikal in den steinen aufsteigt.
    bei dir ist das wohl die vertikale aussenabdichtung der wand, oder die ausbildung der hohlkehle.
    hör auf an der mauer rum zu stemmen du schwächst die statik der wand und zerstörst das mauerwerksgefüge. 24 cm sind so und so nicht die welt.
    schleierinjektion hab ich schon ausführen lassen bei bruchsteinmauerwerk auf ein länge von 32 m und eine höhe von 4-6,5 m an einem hotel das einer sparkasse gehört. ( kosten wenn ich mich richtig erinnere so ca. 130 000,-€ ). erfolg sehr gut. es müssen aber verschiedene randbedingungen stimmen wobei die bodenart der beifüllung einer der hauptpunkte ist.
    war ein produkt von einer holländischen firma. name ????. ausschreibung nachsehen bringt nix da produktneutral ausgeschrieben wurde.
    der eingespritzte harz bildet in verbindung mit dem erdreich eine sperrschicht vor der mauer.
    google mal pur-harz oder firma franke oder concretin

    gruss aus de pfalz
     
  3. #3 kellernass, 19.12.2012
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    Hallo gunther1948,
    vielen Dank für deine Antwort. Die fantastische Idee, dass eindringende Wasser abzuleiten so lange wie ich keine Lösung habe, das Eindringen zu verhindern, liegt ja eigentlich auf der Hand. Dadurch verhindere ich immerhin weiteres Verteilen unter dem gesamten Estrich im Kellergeschoss. Natürlich weiß ich, dass ich durch großzügiges Freistemmen der Wand die Statik schwäche, das würde ich später mit Quellmörtel wieder auffüllen.
    Deine Beschreibung bezüglich Schleierinjektion und vor allem die genannten Kosten lassen mich hiervor zurückschrecken. Ich kann auch nicht glauben, dass es ein Material gibt, dass sich auf der Außenseite der Wand mit dem dort anliegenden Dreck bzw. lehmhaltigen Boden dicht verbinden würde.
    Meine Idee ist zur Zeit (wenn nicht jemand einen überzeugenderen Vorschlag hat????), dass ich die komplette Mauer Stück für Stück bis vor die letzte Schicht aufstemme, mit Dichtschlämme absperre, und wieder mit Kalksandsteinen und Quellmörtel aufmauere. Somit wäre der Statik nicht weh getan und die Mauer bis fast nach außen dicht.
     
  4. #4 Ralf Dühlmeyer, 19.12.2012
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    Das einzige, das damit erreicht wird, ist die Zerstörung der Horizontalabdichtung!

    Du solltest als erstes einmal klären, welche Art von Wasser aussen ansteht:
    Grundwasser, stauendes Wasser, ....
    Also den Lastfall

    Dann durch eine kleine Probeschachtung aussen mal die Vertikalabdichtung untersuchen - Material, Details.

    Auf der Basis kann man dann entscheiden, welche Maßnahmen zur Trockenlegung des Kellers Sinn machen.

    Das kann von einer Drainage bis zu einer Innenabdichtung mit einer inneren neuen Wand (Aussenwand dann 2-schalig) reichen.
     
  5. #5 Manfred Abt, 19.12.2012
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    In ähnlicher Situation habe ich bereits einmal eine neue Stahlbeton-Dichtwand vor die eigentliche Kellerwand (Kalksandstein mit funktionierender Horizontalsperre oberhalb der ersten Steinreihe) auf die Rohbetonsohle bauen lassen. Zusätzlich Entlastungsbohrungen durch diese Wand und Ableitung des Wassers durch Anschluss an vorhandene Grundleitungen. Die unterste Steinreihe der KS-Steine stand dann dauerhaft in der Suppe und die Entlastungsbohrungen haben dafür gesorgt, dass Wasserstand außerhalb nicht höher als die erste Steinreihe gestiegen ist. Nicht normkonform aber hat geklappt.
     
  6. #6 TrockenerKeller, 01.03.2013
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    Hallo! Ich hätte eine Frage an "Kellernass"....
    Habt ihr schon irgendwie den Keller trocken gelegt?
    Wir haben das gleiche Problem. Bei uns kommt nur die Injektion in Frage. Das Mauerwerk besteht aber aus Porotonziegel.
    Überlegen nun wie wir die Porotonziegel am besten mit Dichtschlämme verfüllen... ob es ausreicht die vordere Reihe der Hohllöcher zu befüllen,...
    Ich wäre sehr froh über etwas Hilfe oder einen Ratschlag.
    Vielen Dank schon mal...
     
  7. #7 kellernass, 02.03.2013
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    Hallo Zusammen,
    zunächst einmal Danke für die bisherigen Beiträge. Ich habe mich inzwischen entschieden, in den an einer Wand zugänglichen Hohlraum zu krabbeln und diese Wand Stück für Stück auszuschachten und dann ganz herkömmlich abzudichten. Saübern, Botazit, Gewebe, wieder Botazit. Ich weiß wirklich noch nicht, was ich danach mit den anderen Wänden anstelle. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass es reicht, nur die vordere Reihe Hohllöcher zu füllen und dann zu injizieren. Danach wird die Feuchtigkeit dahinter hochsteigen und darüber nach innen dringen. Das gleiche Ergebnis wäre erreicht, wenn man im unteren Bereich von innen Dichtputz aufbringen würde. Ich könnte mich durchaus mit einer Lösung anfreunden, wie von Manfred Abt oben vorgeschlagen. Ob das dahinter verbiebene Mauerwerk schadlos im Wasser stehen bleiben kann, ist mir aber auch noch nicht klar.
    Eine andere Möglichkeit ist immer noch die Schleierinjektion, ich würde jedoch auf jeden Fall ein paar Probeinjektionen machen und dann das Mauerstück herausstemmen und mir von hinten ansehen. Verbindet sich der Kunstoff wirklich zu einer dichten Schicht obwohl am Mauerwerk Erdreich liegt?
    Soweit sind meine heutigen Überlegungen.
    Freundliche Grüße von "immernoch kellernass"
     
  8. #8 Inkognito, 02.03.2013
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    Momentmoment... in welche Hohlräume soll gekrabbelt werden? Zwischen Außenwand und Erdreich etwa? Wenn ja hoffe ich, dass ein Testament existiert. Ansonsten empfehle ich einen Blick in die DIN 4123 oder was auch immer für solche Fälle zur Zeit gültig ist.
     
  9. helge2

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    kellernass !

    Laß es bitte-ich selbst hab gesehen einen Grundbruch in einer offenen Grube.Das kam mit einem Schlag.
    Senkrecht abgegeschachtet.
    Zum Glück wurde niemand verschüttet.

    gruß helge2
     
  10. #10 kellernass, 03.03.2013
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    Hallo Zusammen,
    herzlichen Dank für Eure Fürsorge. Ich habe doch eine Lebensversicherung!
    Aber jetzt im Ernst: Das Haus ist halb unterkellert. Die nicht unterkellerte Hälfte ist statisch tragend und abgestützt auf den außen liegenden Fundamenten und einer tragenden Wand dazwischen. Das Erdreich liegt etwa 1 Meter unter der Erdgeschossdecke. Die verbleibenden 1,5 Meter würde ich also ausschachten und habe hiermit bereits angefangen. Es gibt keine Gefahr des Einsturzes, da ich an den Fundamenten nichts ausschachten werde.
    Freundliche Grüße von "kellernass"
     
  11. #11 Inkognito, 03.03.2013
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    Inkognito Gast

    Es geht nicht darum, dass das Gebäude einstürzt (wobei auch das passieren kann, manchmal ist das weggebuddelte Erdreich als Auflast gerechnet - würd' ich nie machen, kann es aber geben).
    Es geht darum, dass das Erdloch in sich zusammen fällt und Sie begräbt; Das ist keine Schneelawine, aus der man noch lebend geborgen werden kann - da ist man tot, auch wenn der Bagger daneben steht, Erdreich ist einfach etwas schwerer als Schnee: Wenn Sie sich an den Tod des Jungen am Ostseestrand letzten Sommer erinnern, der war nicht tief begraben.
    1,5m ist entweder die Grenze oder schon zu tief ohne zusätzliche Abstützungen, gucken Sie in die einschlägigen Normen.

    Hier, der Typ wollte nur ein Kabel an der Hauswand langlegen:

    http://www.bauemotion.de/detail/1828527/grundbruch.html

    Sie tun da Dinge selbst, von denen Sie keine Ahnung haben - lassen Sie es bleiben. Das kann brutal in die Hose gehen. Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt.


    Ansonsten, haben Sie sich überlegt, wie sie das Erdreich am Ende lagenweise verdichtet da wieder rein bekommen?
     
  12. #12 TrockenerKeller, 12.03.2013
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    Hallo "Kellernass"!
    Danke, dass ich an Deinen Erfahrungen bzw. Vorhaben teilhaben kann. Wir wissen absolut nicht wie
    wir mit unseren Porotonziegeln weiterverfahren sollen. Vielleicht hat jemand anderes noch einen Tipp wie man diese erstmal mit Dichtschlämme verfüllen kann???
    Viele Grüße
    TrockenerKeller
     
  13. #13 kellernass, 21.02.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21.02.2015
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    Hallo Bauexpertengemeinde,
    es ist mir ein Anliegen, mal vom weiteren Werdegang meiner Baustelle zu berichten. Foren werden ja teilweise Jahre später noch aufgeschlagen und mein Problem ist hier nach wie vor ungelöst. Inzwischen habe ich das Haus vermietet, die Arbeitsstelle gewechselt und bin daher umgezogen. Ich muss mich nun hauptberuflich mit Gebäudeinstandhaltung und -sanierung beschäftigen und daher habe ich vielerlei Informationen einholen müssen. Zunächst zu meinem Haus: Ich bin nun nicht in den benannten Hohlraum gekrabbelt, das war mir zu anstrengend und auch nicht wirklich sicher erfolgversprechend. Ich habe die innen aufgestemmten Wände mit Quellvergussmörtel wieder verfüllt. Schalbrett davor gestellt und Mörtel reinlaufen lassen. Die halten jetzt besser als je zuvor. Dann habe ich vor den am schlimmsten betroffenen Wänden einen kleinen Graben bis auf die Bodenplatte gestemmt, der in einen Pumpensumpf führt und da wird mittels einer Pumpe abgepumpt. Den benannten Graben habe ich zum Estrich hin mit Dichtschlämme getrichen, damit das hierein geführte Wasser nicht unter den Estrich fließt sondern zur Pumpe. Den unteren Teil der Wände habe ich mit Sanierputz von WulliBulli verputzt und dann mit Silikatfarbe gestrichen.
    Heute würde ich es jedoch anders machen, und ehrlich gesagt, wundert es mich, dass mir keiner von Euch Bauexperten seinerzeit dazu geraten hat: Die Fa. WulliBulli vertreibt Dichtmörtel, die sogar fließendes Wasser in Sekunden und dauerhaft stoppt. Außerdem ein sehr ausgeklügeltes System, mit dem aufsteigende Feuchtigkeit abgesperrt wird und, man glaubt es kaum aber ich habe selber einen Test gemacht, auch Hohlräume überbrückt. Das heißt, es ist auch bei Hohlblock und Poroton wirksam. Wer Interesse hat, sollte sich auf deren Webseite mal umsehen. Ist eigentlich ein Produkt für Anwendung durch Fachbetrieb, aber sicher werden die auch eine entsprechende benennen können. Und im WulliBulli habe ich neulich ein vergleichbares Produkt gesehen, vermutlich auch von WulliBulli aber anderer Name für den Baumarkt.
    Bin gespannt auf Rückmeldungen
    Gruß
    immernoch kellernass, aber nicht mehr ganz.
     
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