Kellerabdichtung ohne Drainage

Diskutiere Kellerabdichtung ohne Drainage im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Hallo Zusammen, bei unserem geplanten Neubauvorhaben haben wir folgende Gründungsverhältnisse laut Bodengutachten und sind jetzt kurz vor der...

  1. #1 homerjaysimpson, 17. Dezember 2009
    homerjaysimpson

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    Hallo Zusammen,

    bei unserem geplanten Neubauvorhaben haben wir folgende Gründungsverhältnisse laut Bodengutachten und sind jetzt kurz vor der Ausschreibung des Rohbaugewerkes, wir planen mit Keller:

    60cm Mutterboden
    1m Decksand
    2m Verwitterungssand
    ab ca. 3m Tiefe Sandsteinfeld
    Kein Grundwasservorkommen

    Das Grundstück ist komplett eben und befindet sich auf einer kleinen Anhöhe.

    Der Vorschlag des Architekten ist jetzt, ohne Drainage zu bauen, da eine Versickerung nicht wirklich möglich ist (ab 3m Tiefe beginnt der Fels) und durch die Topografie das Wasser auf der Sandsteinplatte abfließt.
    Man könnte zwar eine eventuelle Drainage an die Regenwasserkanalisation anschließen, aber unser Architekt rät davon ab, da man damit weit unterhalb der Rüchstauebene (Oberkante Strasse) anschließen würde und so bei starkem Regem die Drainage vom Kanal her geflutet wird.
    Er schlägt daher vor, eine Abdichtung mit Bitumenschweißbahnen vorzunehmen und die natürliche Drainage des gut wasserdurchlässigen Sandes und die Ableitung über die Sandsteinplatte zu nutzen

    Was haltet ihr davon?

    Gruß

    Michael
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 17. Dezember 2009
    Ralf Dühlmeyer

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    Gut der Mann - zumindest mit der Empfehlung auf die Drainung zu verzichten.
    Vorausgesetzt, der Sandstein ist versickerungsfähig oder die Abdichtung erfolgt gegen Druckwasser.

    Blödsinn ist allerdings die Aussage zur Höhenlage des Anschlusses und der "Bewässerung"
    Eine Drainung muss immer über Rückstauniveau entwässert werden. Da Wasser nicht bergauf fliesst, erfolgt dies in aller Regel via Pumpe.
    Und die kann ausfallen oder oder oder
     
  4. #3 Manfred Abt, 17. Dezember 2009
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    @ Ralf: der Sandstein soll den GW-Stauer darstellen, d.h. Wasser fließt auf der Oberfläche des felsigen Untergrundes ab, sickert dort nicht oder nur unwesentlich durch sondern folgt der Felsoberfläche.

    Und bzgl. Bewässerung der Drainung haben beide recht, der Architekt, weil er genau aus dem Grund davon abgeraten hat und Ralf D., weil er richtigerweise anmerkt, dass die Drainage ohne RS-Sicherung nicht direkt an den Kanal darf.

    Maßgebendes Kriterium ist hier die Sickerfähigkeit des Verwitterungsmaterials direkt auf dem Felsuntergrund, das ist oft ziemlich wasserundurchlässig.

    Ansatz des A. ist auf jeden Fall richtig, besser den Keller abzudichten als eine Drainung zu bauen.
     
  5. gast3

    gast3 Gast

    ich habe erst mal generelle Zweifel an der "durchgehenden wasserstauenden" Sandsteinplatte - so ohne nennenswerte Verwitterung, Trennflächengefüge etc. ??

    bin ich mal ganz dreist: glaube ich nicht

    ansonsten habt ihr natürlich recht ... (obwohl sandige Verwitterungsprodukte natürlich i.d.R. eine sehr hohe Wasserdurchlässigkeit aufweisen)
     
  6. #5 homerjaysimpson, 19. Dezember 2009
    homerjaysimpson

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    Hallo Zasammen,

    im Bodengutachten sind die Sande mit kf=1*10-6m/s bis 1*10-5m/s bewertet, der Sandsteinfels als noch darunter liegend.
    Diese Durchlässigkeitswerte wurden jedoch nicht direkt auf meinem Grundstück ermittelt, bei mit wurden nur Rammsondierungen durchgeführt, um die bekannten Bodenverhältnisse zu bestätigen. Das Labor, dass mein Bodengutachten anhand der Rammsondierungen erstellt hat, hat auch das ursprüngliche komplette Bodengutachten für das Neubaugebiet erstellt.
    Bzgl. Grundwasser O-Ton:"Aufgrund der Morphologie dürfte in den hier interessierenden Tiefen noch kein zusammenhängendes Grundwasser anstehen.."
    Mein Grundstück befindet sich auch auf der höchsten Ebene des Neubaugebietes, in den Ort geht es sicherlich 10-15m tiefer runter, ich denke, wenn es ein Grundwasserproblem geben würde, wäre ich nicht der erste, der davon betroffen ist.
    Bzgl. der Frage zur Rückstauebene, diese wurde vom Architekten als Oberkante Straße angesetzt, da bei einer vollkommenen Flutung des Kanals, dieser sich im Extremfall bis auf Straßenniveau zurückstaut. Der Kanal selbst liegt 4 Meter unterhalb der Straßenoberfläche.
    Die Gefahr, die wir sehen, wenn wir die Drainage an den Kanal anschließen würden(was erlaubt ist) ist, das bei einem eventuellen Rückstau der Kanal die Drainage flutet. Wenn man die Drainage vor der Rückstauklappe anschließt würde man in diesem Extremfall bei geschlossener Rückstauklappe den Keller über die Entwässerung unter Wasser setzen. Und mit Pumpen um die Entwässerung der Drainage über Straßenniveau zu pumpen möchte ich eigentlich nicht arbeiten (fehleranfällig, Wartung etc.).
    Das Bodengutachten empfiehlt zwar die Variante mit Dränung und Versickerung in den Sanden, aber ich frage mich, wie die Versickerung funktionieren soll, wenn direkt in ca. 3Meter Tiefe die Sandsteinplatte kommt.
    Ist daher die Ausführung als gemauerter Keller mit Bitumenschweißbahnabdichtung eine geeignete Abdichtung oder wäre ich ein Kandidat für eine weiße Wanne.
    Die Nachbarschaft hat mit Bauträger gebaut, ich bin der einzige der mit Architekt bauen will, daher lasse ich deren Lösungen mal außen vor, da wurde vermutlich halt die Lösung verwendet die am günstigsten ist und 5 Jahre hält.

    Danke und Gruß

    Michael
     
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  8. #6 Manfred Abt, 20. Dezember 2009
    Manfred Abt

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    o.k. so richtig neue Erkenntnisse gab es mit diesem Beitrag jetzt nicht.

    Es ist keineswegs ausgeschlossen oder sogar (wie von Helge geschrieben und von Ralf D. angedacht :winken) eher wahrscheinlich, dass im Sandstein auch eine Versickerung möglich ist. Fels ist ja oft schollig oder klüftig.

    Aber eigentlich können wir nicht viel mehr sagen als dass eine Abdichtung des Kellers eigentlich immer eine gute Idee ist, sei es als schwarze Wanne oder als weiße Wanne. Das Gesamtkonzept muss halt passen und dafür sind ja die Planer (Architekt, Tragwerksplaner und Baugrundgutachter) da.
     
  9. Trabi

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