Kellerdämmung im EFH (KfW Effizienzhaus-Sanierung)

Diskutiere Kellerdämmung im EFH (KfW Effizienzhaus-Sanierung) im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo Experten! Ich bin gerade dabei ein EFH zu erwerben und plane gemeinsam mit meiner Architektin die energetische Sanierung. Zu einigen...

  1. #1 rainydays, 10. März 2016
    rainydays

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    Hallo Experten!

    Ich bin gerade dabei ein EFH zu erwerben und plane gemeinsam mit meiner Architektin die energetische Sanierung. Zu einigen Themen würde ich mich über eine zweite Meinung freuen.

    Rohdaten vorab: Einfamilienhaus, BJ 1967, Stampfbetonkeller, 30er KS-Steine im EG und OG, 223qm Wohnfläche (EG+OG) + 190qm Keller

    Der Keller hat leichte Feuchteschäden, ist jedoch überwiegend trocken. Konstruktiv sind leider einige erhebliche Wärmebrücken im Keller (Luftschächte, Außentreppe) sowie im oberen Bereich vorhanden (Betonüberdachung Carport, Garage an Außenwand, 9m langer Betonbalkon).

    Folgende Maßnahmen sind geplant:
    - Außenwände: Mineralwolle WLG 32 160mm, verputzt - innen Wandheizung mit 30mm Lehmunterputz und 5mm Lehmoberputz (u-Wert = 0,178)
    - Dach: Aktuell noch ungewiss, da bisher nicht geöffnet, vermutlich Ergänzung um weitere Dämmung und Dampfsperre (u-Wert = 0,15)
    - Fenster: Erneuerung auf 3-fach Verglasung (u-Wert = 0,76)
    - Boden: Isolierung der Kellerdecke von unten mit 160mm Multipor (u-Wert = 0,233)
    - Keller: Sanierputz

    Durch den KS-Stein muss ich die Dämmung diffusionsoffen ausführen, insofern fällt alles dichtere raus und ich bin auch ganz froh, keine brennbaren Materialien auf der Fassade kleben zu haben. Leider erreiche ich so auf Grund der Wärmebrückenpauschale nur KfW85.

    Auf Grund der Schäden im Kellerbereich überlege ich nun, ob ich diesen nicht komplett dämme und saniere. Das würde auch die Wohnfläche erheblich erhöhen, da ich auf einer Gebäudeseite dann direkt eine Böschung anlegen würde. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass das Haus einen offenen Kellerabgang hat, der nicht so einfach abgetrennt werden kann.

    Nun zu meinen Fragen:

    1) Wie würdet ihr entscheiden? Keller sanieren oder absperren? Architektin meint: beides möglich, aber natürlich mit Mehrkosten verbunden. Letztendlich meine Entscheidung. Ich persönlich habe vor allem Sorge, dass ich mich dann die nächsten 10 Jahre ständig ärgern muss, weil ich irgendwo etwas feuchtes sehe.

    2) Ich weiß aktuell nicht genau, ob dort ein Estrich verlegt ist - kann man den im Zweifel einfach drin lassen und oben aufbauen oder müsste der raus?

    3) Beim Spielen mit dem u-wert.net - Rechner habe ich folgendes mir nicht wirklich erklärbares Phänomen: Bodenaufbau aus armiertem Beton, PE Folie, Knauf TPD 160mm, Estrich als Heizschicht: ohne Bodenbelag lande ich bei einem Tauwasser von 1,1kg je QM, wenn ich keramische Fliesen hinzufüge reduziert er sich auf 0,36kg. Bin bauphysischer Laie und würde den Unterschied gerne nachvollziehen können?

    4) Dazu noch grundsätzlich: Ich habe jetzt oft von Bitumen zur Absperrung von Kellerböden im Innenbereich gelesen. Bin nun kein Ökoaktivist, aber gehört sowas wirklich da rein? Oder gibt es da eine andere Best-Practise?

    5) Ganz andere Frage noch: Ich möchte im EG und OG Wandheizungen mit Lehm realisieren. Beim Vergleich zwischen Systemanbietern und Nassverfahren hat mich ein Hersteller darauf hingewiesen, dass die eingesetzte Holzweichfaserplatte für einen extrem hohen Wirkungsgrad in den Innenbereich sorgt - konkret, dass über 90% der Wärme nach innen abgegeben werden. Nach meinem Verständnis kann doch die Platte höchstens als zusätzliche Dämmung fungieren oder täusche ich mich da und an der Sache ist etwas dran?

    Vielen Dank schonmal für eure Hilfe! :-)
     
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  3. sarkas

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    Ich würde erst mal die Wärmebrücken detailliert rechnen lassen.

    Das kann dann schon gaanz anders aussehen.
     
  4. R.B.

    R.B.

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    Keine Ahnung was das mit dem KS zu tun hat. Ich kenne kein WDVS das nicht diffusionsoffen wäre.

    Zuerst mal die Ursache für die Schäden ergründen. Schäden können auch mit der Nutzung zusammenhängen und müssen nicht zwangsläufig in der Bausubstanz begründet sein. Wenn eine Sanierung/Dämmung der Kellerwände angesagt sein sollte, dann wird das nicht einfach und kostet auch entsprechend Geld. Man muss die Wände Stück für Stück freilegen, sanieren, und nachher wieder füllen. Das kostet Geld und ist sowieso nichts für DIY.

    Kosten-/Nutzenrechnung, aber wie schon geschrieben, zuerst mal ist Ursachenforschung angesagt. Aktionismus ist hier fehl am Platz. Einen Keller die niemals für wohnliche Nutzung gedacht war, nun so zu sanieren, dass man diesen als Wohnräume nutzen kann, ist schon eine Aufgabe für sich, und das kostet richtig Geld. Da reden wir nicht nur über ein paar Tausend Euro.

    Das hängt vom Bodenaufbau ab und welche Raumhöhe zur Verfügung steht. Unter Umständen kann es sinnvoll sein den Estrich komplett zu entfernen. Aus der Ferne ist das nicht zu beurteilen. Wenn nachher nur noch eine Raumhöhe von 2m übrig bleibt, ist das Thema "Nutzung als Wohnräume" sowieso schon gegessen.

    So ist das mit dem Spielen. Vermutlich liegt es daran, dass die Fliesen diffusionsdicht sind, aber um das genau zu beurteilen, müsste man den kompletten Bodenaufbau und die Rahmenbedingungen kennen.

    Hat sich halt bewährt. Zu den Alternativen müsste ein anderer etwas schreiben.

    Missverständnis oder Fehlinterpretation, was auf das gleiche hinaus läuft. Je mehr ich die Wandheizung nach außen dämme, um so weniger Energie geht nach außen verloren, folglich wird mehr Energie raumseits abgegeben, da hier der Wärmedurchgangswiderstand geringer ist. Ob man das jetzt gleich mit Wirkungsgrad gleichsetzen möchte, das bleibt jedem selbst überlassen.

    Über eine Wandheizung an Außenwänden könnte man sowieso streiten, vor allen Dingen wenn wenig Fläche zur Verfügung steht und die Wandheizung mit relativ hohen Heizwassertemperasturen betrieben wird. Durch die hohe Temperatur der Wandheizung und das sich dadurch ergebende hohe dT gegenüber der Außenluft, wird der Wärmestrom nach draußen sowieso erhöht. Es wäre daher schon sinnvoll die Außenwände gut zu dämmen. Ob man die Wand selbst, bzw. deren Masse noch mitverwenden möchte, das ist ein Planungsspiel. Hier gilt es dann zusätzlich die Trägheit zu betrachten.
     
  5. #4 rainydays, 11. März 2016
    rainydays

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    Hallo sarkas,

    Danke für deinen Hinweis!

    Meine Architektin ist der Meinung, dass eine detaillierte Rechnung zum aktuellen Stand keinen Sinn macht und da vertraue ich ihr auch. Im Endeffekt sind es etwa 20-22 laufende Meter Betonüberstand (Balkon, Garage, überdachter Carport). Energetisch wird es sich vom Aufwand nie rechnen, wenn man allerdings eine bessere KfW Referenz erreicht sind die Mehrkosten überschaubar. Ich sehe noch die Option den Beton im Bereich der Garage abzuschneiden und den Balkon mit zu dämmen - trittseitig mit VIP und von unten bzw. seitlich analog zur Gebäudehülle.
     
  6. #5 rainydays, 11. März 2016
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    Hallo R.B.,

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

    Das ist ggf. ein Missverständnis meinerseits gewesen. Soweit ich es verstanden habe, muss eine WDVS nach außen hin diffusionsoffener werden, was bei KS Steinen Mineralwolle oder Mineralschaum nahelegt. Das ist aber wie gesagt eher gefährliches Halbwissen, da verlasse ich mich auf den Fachmann.


    Auf diesem Stand bin ich auch, DIY kommt sowieso nicht in Frage. Hintergrund der Frage ist eher ein allgemeiner Erfahrungsaustausch im Umgang mit solchen Situationen.


    Ist ein nachvollziehbarer Einwand, der auf jeden Fall Sinn macht. Aktionismus war nie der Plan - keine Sorge - ich will einfach gerne ein paar Meinungen hören, damit ich eine Entscheidung treffen kann, in welche Richtung geplant wird :-)


    Die Raumhöhe ist mit 2,60m recht hoch denke ich. Nutzen will ich den Keller im Wesentlichen wie folgend: ein Gästezimmer / Schlafzimmer für sehr heiße Tage im Sommer, einen Raum für Sauna, einen Wäscheraum, einen Hobbyraum mit zusätzlichem Brennstoffofen. Der bestehende Bodenaufbau ist aktuell leider noch unbekannt.



    Ich habe den Aufbau mal angehängt. Der würde sowieso vom Fachmann geplant werden, im Moment will ich mir nur ein Bild machen sowie die Werkstoffe und Zusammenhänge rudimentär verstehen, da man ja ein Weilchen mit ihnen leben will ;-)

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    OK verstanden, danke! So hatte ich mir das auch gedacht. Ich war nur verunsichert, weil der Hersteller die Holzweichfaserplatte als technischen Vorteil gepriesen hat.

    Die bisherige Auslegung erlaubt 3,2kW im EG und 3,9kW im OG bei VA 100 und 30 Grad VL mit noch einigen Wandreserven. Dass Flächenheizungen nur im Niedrigenergiebereich Sinn machen ist bekannt. Mit aktuellem Stand (Vorplanung) habe ich eine maximale Heizleistung von 10kW (-10/20) bei 0,7 Luftwechseln je Stunde ohne KWL und 6,5kW mit KWL (80%). Bei 35 Grad steigt die Leistung auf 5kW bzw 5,8kW. Damit wird man wahrscheinlich arbeiten können, aber auch hier gilt: mal auf die Fachleute warten.
     

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  8. R.B.

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    Der Ansatz ist korrekt, nach außen diffusionsoffen, aber wie gesagt, es gibt viele Materialien die geeignet sind. Abgesehen danon sollte man die Wasserdampfdiffusion zwar beachten, aber ihr keine oberste Priorität zuordnen, denn durch die Wand diffundiert so gut wie kein Wasser, auch wenn theoretische Berechnungen das oftmals anders sehen.

    Bei 2,60m hat man schon viele Möglichkeiten. Ich glaube nicht, dass da der Estrich entfernt werden muss. Dämmung auf der Bodenplatte ist OK, ob 16cm notwendig sind, darüber könnte man streiten. Den Ofen würde ich an der Stelle bleiben lassen, den musst Du mit Verbrennungsluft versorgen, Schornstein ist nowendig, Schorni schaut regelmäßig rein (Kosten), und wenn die Wände und der Boden gedämmt sind, ist die Heizlast gering. Werden die benachbarten Räume auch genutzt und beheizt, dann genügen ein paar Teelichter um den Hobbyraum zu beheizen.

    Das Thema "Lüftung" würde ich genauer betrachten, denn das könnte bei der geplanten Nutzung im "Keller" zwingend erforderlich werden. Saune, Wäscheraum, die kann man nicht so vom Rest isolieren, dass da kein Luft- und somit Feuchtigkeitaustausch stattfindet.

    Der Luftwechsel von 0,7 ist schon relativ hoch angesetzt, je nach Nutzung der Räume kann man hier mit weniger rechnen. Also bleiben wohl irgendwas um die 6-7kW an Heizlast übrig um die man sich kümmern muss.
     
  9. #7 rainydays, 13. März 2016
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    Der Ofen steht sowieso rum (war bisher im Wohnzimmer) und hätte auch einen Schornstein direkt darüber - daher die Idee, ist auch eher eine Frage des Wohnkomforts. Ursprünglich hatte ich vorgehabt, den Raum nur mit dem Ofen zu beheizen, aber ich tendiere mittlerweile immer mehr zur "Gesamtlösung". Das Thema Verbrennungsluft ist tatsächlich nicht ganz unerheblich - daran hatte ich nicht gedacht, danke für den Hinweis!


    Den Wert hatte ich auch so überschlagen, mal gespannt, ob der Planer das dann genauso sieht :-)

    Bei der Belüftung denke ich neben der Effizienz auch an den Komfort. Ein Bekannter von mir (Neubau) hatte stetig morgens Kopfschmerzen und Mundgeruch, bis er mal den Sauerstoffgehalt gemessen und festgestellt hat, dass dieser morgens viel zu niedrig war, weil das Haus zu wenig Luft wechselt. Das will ich eigentlich ungerne erleben und ein regelmäßiges manuelles Lüftungskonzept passt dann auch nicht so ganz in meine Vorstellung von einem bequemen Wohnen :-)

    Nochmal vielen Dank für die vielen sachdienlichen Hinweise!
     
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