Kellerfußboden: wie Aufbau mit Radon-/Feuchtesperrbahn möglich?

Diskutiere Kellerfußboden: wie Aufbau mit Radon-/Feuchtesperrbahn möglich? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo in die Runde, ich bin neu hier, Physiker und habe bislang keinerlei praktischen Bau-Erfahrungen. Habe mich jetzt durch die betreffenden...

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    Hallo in die Runde,

    ich bin neu hier, Physiker und habe bislang keinerlei praktischen Bau-Erfahrungen. Habe mich jetzt durch die betreffenden Threads der vergangenen 12 Monate gearbeitet. Einige Themen ähneln dem meinen, richtig passend war nichts, deshalb frage ich noch einmal speziell an.

    Das Haus meiner Eltern, Baujahr 1926, Reihen-Endhaus, steht offenbar auf Streifenfundamenten. Dokumente zum Aufbau gibt es freilich keine und der Kellerfußboden war bis Sommer 2013 wohl original. Ich kannte ihn als grün gestrichene und an manchen Stellen bröckelige dünne Mörtelschicht, teils fingerdicke Unebenheiten, darunter schien verdichtetes Erdreich zu sein. Die Wände sind sowas wie Stampfbeton, angereichert mit teils faustgroßen Steinen, vermutlich nutzte man gleich den Aushub der Baugrube (Flußbett-Kies) und reicherte homöopatisch mit etwas Zement an. Man kann bei unverputzten Wänden im Kellerbereich die Wand abreiben, es sandet dabei heftig, oberflächlich greifbare Steine kann man teils herausziehen. Die ganze Siedlung ist hier so gebaut.

    kellerwand_ohne_putz_1.jpg kellerwand_ohne_putz_2.jpg

    Es gibt eine Sperre aus Dachpappe, die befindet sich allerdings erst etwa 20 cm unter der Kellerdecke. Der Keller selbst steht bis etwa 1,50 m im Erdreich. Viel tiefer hätte diese Sperre also gar nicht sein gedurft.

    Dann kam das Hochwasser 2013. 3 Tage stand das Wasser zwischen 1,50 m und am Ende 0,60 m im Keller, bis es abgelassen werden konnte. Anschließend wurden im Laufe der Zeit die Wände abgeputzt und der Fußboden mit Ausnahme des wesentlich dickeren Betons im Waschkeller entfernt. Zum Vorschein kam tatsächlich etwas braunes, erdiges, das kompakt verdichtet wirkte.

    keller_wand_und_fussboden.jpg

    Wie tief diese Schicht reichte, weiß ich nicht, ich war in der Zeit dieser Bauarbeiten mehrere Monate im Ausland und konnte nicht vor Ort nachforschen.

    An dieser Stelle setzte dann Streit ein. Meine Mutter hatte einige Zeit davor Radonmessungen durchführen lassen (Uran-Bergbauregion recht nahe) mit dem Ergebnis deutlich erhöhter, aber nicht dramatischer Werte. Sie wollte dann eine Radonschutzbahn im Keller haben. Also ließ man (während meiner mehrmonatigen Abwesenheit) eine grob ausgleichende, etwa 3 - 5 cm dicke Betonschicht in den Keller einbringen, bis an die unverputzten Wände heran. Diese Schicht war damit schon dicker als der frühere "Estrich". Auf diesen groben Unterbeton sollten dann die Bahnen aufgebracht werden. Da war neben einigen exorbitant teuren speziellen Radondichtbahnen auch die Knauf Katja Sprint S in Erwägung gezogen worden, die Radonschutz offenbar "versehentlich" mitbringt und nun auch damit beworben wird. Für obendrauf hatte der Maurer eine weitere Betonschicht von etwa 5 - 7 cm Dicke empfohlen, in die eine Art Kunststoff-Gitter zur Versteifung eingebracht werden sollte. Der Keller wäre damit selbst für Zwerge beinahe zum Kriechkeller mutiert.

    Da begannen meine Fragen, leider zu spät.

    Was wäre mit Feuchtigkeit, die es ggf. durch den Unterbeton hindurch unter diese Bahn schafft? Läuft die dann zur Seite und dringt dort in die Wände ein? Ein Anschluß an eine Sperrbahn ist ja nicht möglich, in Fußbodennähe ist keine. Und die Wände haben keinen kapillarbrechenden Aufbau (keine gemauerte Ziegelwand).

    Das gleiche fürs Radon: läuft das dann auch unter der Folie an die Seiten zu den Wänden und kommt dort doch noch raus? Zumindest der Teil davon, der es in der Halbwertszeit (knapp 4 Tage) bis dorthin schafft?

    Das ganze Projekt blieb dann liegen - bis heute. Genug Zeit, um sich die Nachwirkungen der einfach reingekippten und grob glattgezogenen, aber kein bißchen nivellierten Unterbetonschicht anzuschauen: sie reißt, es gibt teils Risse von mehreren 10 cm Länge. Teils vernehme ich beim Klopfen Hohlräume und dort sieht es auch aus, als hätte sich das Gelump großflächig etwas gehoben.

    Und so steht das nun... inzwischen mit verputzten Wänden - bis auf diesen Beton runter verputzt. Neu verputzte Wände, unebener, grober, teils rissiger Unterbeton auf dem Fußboden.

    Feuchte sehe ich keine auf dem Betonboden, auch nicht bei den Rissen (zu einem Feuchtethema mache ich ggf. noch einen zweiten Thread auf). Als im Waschkeller nebenan der dickere Betonboden (10 - 13 cm) aufgesägt wurde für neue Abwasserleitungen, sah ich aber an den Schnittkanten zu etwa 2/3 Tiefe von unten her Feuchtigkeit im Beton. Eine Belastung ist (verständlicherweise) also vorhanden. Wenn mal wieder Hochwasser kommt, dürfte das aber massiv von unten drücken. Beim letzten Hochwasser drückte es sogar seitlich in die Kellerwände rein.


    Wie weiter?

    Kann eine (Radon)-Dichtbahn überhaupt auf diese Weise eingebracht und mit Deckschicht übergossen werden oder gibt das Feuchteschäden an den Rändern?

    Ist potentiell eindringende Feuchte in den Raum unter einer solchen Dichtbahn dann ein Abrißgrund des Deckbetons?

    Muß der Unterbeton aufgrund seiner nun aufgetretenen Risse / Wölbungen nachgearbeitet oder gar wieder komplett entfernt werden? Letzteres wäre für meine Eltern (80 Jahre alt, gesundheitlich angeschlagen und mit den Nerven in Bausachen am Ende) vermutlich ein no-go.

    Die Dichtbahn ist inzwischen für meine Mutter nur noch optional. Wenns nicht so geht, dann halt ohne, sie will nur noch Ruhe haben. Kann dann einfach Deck-Beton auf den (sauber abgesaugten) Unterbeton drauf? Wenn ja, wie dick? Meine Frage, ob und unter welchen Bedingungen das abbindet wurde inzwischen von "ja" bis "nein" in allen Schattierungen beantwortet - von sogenannten "Baufachleuten".

    Wie müßte der Anschluß an die verputzten Wände aussehen, damit das keine weiteren Schäden gibt? Fuge mit Randdämmstreifen rundherum und dann elastisch ausgießen?

    Besten Dank!
    Christian
     
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