Kellersanierung

Diskutiere Kellersanierung im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Ich habe ein Mehrfamilienhaus aus den 30er Jahren. Der Keller ist feucht und modrig. Die Wände sind aus Bruchsteinen(sehr hart, aber mit sandigem...

  1. Jimmy

    Jimmy

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    Ich habe ein Mehrfamilienhaus aus den 30er Jahren. Der Keller ist feucht und modrig. Die Wände sind aus Bruchsteinen(sehr hart, aber mit sandigem Mörtel) und der Boden besteht aus eine Art Klinker (Material weiss ich nicht) die verschlämmt sind. Das Haus liegt an einer leichten Hanglage. Die Aussenwand ist von der Oberkante Pflaster ca 1 Meter verfliest. Die Kellerdecke ist ungefähr bündig mit der Aussenoberkante.
    Manche Kellerinnenwände sind sehr verschimmelt und von Ausblühungen gekennzeichnet. Die Ecken zwischen Wand und Boden sind stellenweise sehr feucht. Auch sind manche Stellen des Fussbodens feucht.
    Da ich den Aussenbereich sowieso neu pflastern möchte, wollte ich aussen Ausschachten, Drainage verlegen und Kellerwand abdichten. Ausserdem neue Kellerfenster, die alten lassen sich nicht mehr schliessen und neue Lichtschächte. Ich will den Keller nicht als Wohnbereich nutzen sondern als einigermassen trockenen Lagerraum.
    1. Wie behandle ich die Kelleraussenwand am besten? Richtig abdichten wie beim Neubau? Oder kann man auch etwas diffusionsoffenes machen? Es ist natürlich keine Horizontalsperre vorhanden.
    2. Was mache ich mit dem Kellerboden? Kann ich den alten entfernen und etwas machen, womit keine oder kaum Feuchte mehr durch den Boden kommt?
    3. Was mache ich mit dem vorhandenen Innenputz? Abschlagen und was dann drauf?
    4. Wie begegne ich dem Problem von Kondenswasser im Keller? Macht es Sinn diesen von Aussen zu Isolieren?
    5. Die Fliesen aussen wollte ich abstemmen, nur was dann drauf? Auf der Innenseite ist das bereits der Wohnbereich.

    Bitte alle Ratschläge auch unter dem Kosten-Nutzen-Verhältnis bedenken.

    Vielen Dank!
     
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  3. #2 VolkerKugel (†), 6. Juli 2006
    VolkerKugel (†)

    VolkerKugel (†)

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    Aber gerne ...

    Das beste Kosten-/Nutzenverhältnis wird erreicht, wenn sich ein Fachmann das vor Ort anschaut, ein Sanierungskonzept erarbeitet, mit Ihnen dann die möglichen Eigenleistungen abspricht und danach ein Leistungsverzeichnis zur Einholung vergleichbarer Angebote erstellt.
     
  4. #3 C. Schwarze, 6. Juli 2006
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    @Jimmy
    Verlaß dich nicht nur auf andere, informiere dich selbst.

    Dein Fachmann, hier im Forum, fast immer ein Architekt damit gemeint, sollte, deine Interessen vertreten.
    Da er aber anteilig der Bausumme bezahlt wird, wäre das Interesse, wenn ich Architekt wäre, gering, die Bausumme niedrig zu halten, wozu auch, wenn ich einen Newbie vor mir habe, der nur einmal baut!.
    Haste z.b. 40 umlaufende Meter oder 60 umlaufende Meter Keller, der gewählte Aufbau und der Ausschreibungstext ist der selbe, nicht aber die Bausumme, und damit die Vergütung.
    Es mag solche und solche geben, aber du kannst im Vorfeld kaum die Spreu vom Weizen trennen. Du kennst ja nicht mehrere Architekten.

    Als Such-Stichpunkte hier im Forum oder bei www.bau.de, kannst du z.B. Fränkische, Spülschächte, KMB, Lichtschächte mit Entwässerung?,Perimeterdämmung, PE-Folie, Noppenbahn(die richtige Richtung ist wichtig) Styrodur in 6, 8 oder 10cm Stärke, Unterschied Dämmung-Isolierung dich stundenlang informieren.

    zu 1.
    a.) Kommt drauf an, wieviel du reißen willst, und wieviel du ausgeben willst. Von einfachen Isolieren mit Folie, Isolieren+Dämmung+Folie bis hin zu einem wärmegedämmten Vorsatzschalenfundament ist alles drin.
    b.)ja
    c)nein dein Keller ist anscheind schon diffusionsoffen, zuviel, weil innen nicht alles von der Raumluft aufgenommen werden kann(siehe auch "Weiße Wanne"-Definitionen und höherwertige Nutzung).

    zu.2
    Kommt drauf an, ob und wieviel, Feuchtigkeit durchkommt, wieviel Aufbauhöhe da ist, und ob nicht der Keller tiefergelegt werden könnte/müßte/dürfte

    zu 3.
    Erstmal gar nichts! Sollte der Keller von außen Isoliert worden sein, kann die Maueraustrocknung bis zu einem Jahr vergehen. Putz danach abschlagen und erneuern kannste immer noch. Je weniger Feuchtigkeit ein Mauerwerk hat, desto weniger Heizkosten haste.
    zu 4. a)
    Stichwort Kondenswasser, Lüftung, Keller, Putz, Aufnahmefähigkeit
    b) Wenn, dann von außen dämmen.(Würde eh Sinn machen, wenn später die Außenwand ein WDVS erhält)

    Da du schreibst das du ein Mehrfamilienhaus hast, wird, wenn du Vermieter bist, der "Gebäudepaß" bedarfsorientiert oder verbrauchsorientiert in Zukunft auf dich hinzukommen. Laß dich damit nicht verrückt machen oder schon einen andrehen, gegen extra Geld, da der noch nicht konform ist.
    Noch ist nichts verabschiedet worden.

    Gruß
     
  5. #4 HeinrichHB, 13. Juli 2006
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juli 2006
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    Re: Althauskeller trocken legen

    Moin aus Bremen,

    ...Ich habe ein Mehrfamilienhaus aus den 30er Jahren. Der Keller ist feucht und modrig. Die Wände sind aus Bruchsteinen(sehr hart, aber mit sandigem Mörtel) und der Boden besteht aus eine Art Klinker (Material weiss ich nicht) die verschlämmt sind. ...

    Wahrscheinlich auf Stapflehm gelegt und damit ausgeschlämmt, kannst Du feststellen, ob die Ausschlämmung bei Wasserkontakt eine leicht schleimige Oberfläche bildet?
    ... Das Haus liegt an einer leichten Hanglage. Die Aussenwand ist von der Oberkante Pflaster ca 1 Meter verfliest. Die Kellerdecke ist ungefähr bündig mit der Aussenoberkante. ....

    Die Fliesen waren wahrscheinlich ein 1. Versuch der Sanierung

    ... Manche Kellerinnenwände sind sehr verschimmelt und von Ausblühungen gekennzeichnet. Die Ecken zwischen Wand und Boden sind stellenweise sehr feucht. Auch sind manche Stellen des Fussbodens feucht. ...

    Wir haben es hier also stark mit von unten aufsteigendem Kapillarwasser zu tun.

    ... Da ich den Aussenbereich sowieso neu pflastern möchte, wollte ich aussen Ausschachten, Drainage verlegen und Kellerwand abdichten. Ausserdem neue Kellerfenster, die alten lassen sich nicht mehr schliessen und neue Lichtschächte. Ich will den Keller nicht als Wohnbereich nutzen sondern als einigermassen trockenen Lagerraum. ...

    1. Wie behandle ich die Kelleraussenwand am besten? Richtig abdichten wie beim Neubau? Oder kann man auch etwas diffusionsoffenes machen? Es ist natürlich keine Horizontalsperre vorhanden.

    Die Horizontalsperre für die Wände nachträglich herzustellen, halte ich für das wichtigste, da m.E. ca. 50% der Feuchte von unten kommen werden, der Rest lässt sich mit Außendämmung und Dränage sanieren.

    Die Außenwände hangwärts können nicht wirklich diffusionsoffen zu sein, da in der Hanglage das Eindringen von Wasser durch die Poren begünstigt wird.
    Ich schlage vor, Dämmung, Schwarzanstrich, Noppenfolie und aussen Drainage zu verlegen, wenn einmal aufgegraben ist, und falls nicht gegraben werden soll, kann man auch die Wandfläche mit Kunstharzen verpressen lassen. (aber das ist teuer, und der Erfolg eher ungewiss)


    2. Was mache ich mit dem Kellerboden? Kann ich den alten entfernen und etwas machen, womit keine oder kaum Feuchte mehr durch den Boden kommt?

    Ich habe bei mir den Boden aufgenommen, 20cm weiter ausgeschachtet, dann auf einer Kiesschüttung von 5cm eine Plane und eine 8 cm PU-Dämmung untergebracht, darauf eine weitere Plane verlegt, und 12 cm Beton gegossen, Die Stirnfugen habe ich beweglich mit einer Dichtung aus Streifen von Bautenschutzmatten gemacht, das hat bei mir funktioniert (Grundwasser bei -0,50m UK Kellerboden) dafür hat der Handel aber auch spezielle Dichtungsbänder gegen drückendes Wasser, die sind dan nach unten dicker

    3. Was mache ich mit dem vorhandenen Innenputz? Abschlagen und was dann drauf?

    Abschlagen und warten, den Keller 1/2 Jahr austrocknen lassen, ersatzweise mit Trocknungsgeräten arbeiten, dann später wenn klar ist, dass die Wand trocken bleibt, wieder neu verputzen mit Zementputzmörtel (da wird auch gern Sanierputz genommen, braucht man aber nicht, denn es muß die Zufuhr von Wasser gestoppt werden, nicht das Ablüften nach innen)

    4. Wie begegne ich dem Problem von Kondenswasser im Keller? Macht es Sinn diesen von Aussen zu Isolieren?

    Ja, siehe oben

    5. Die Fliesen aussen wollte ich abstemmen, nur was dann drauf? Auf der Innenseite ist das bereits der Wohnbereich.

    Außen, Hangseitig kannst Du Sanierputz nehmen, oder eben Schwarzanstrich auf Zementputz

    ...Bitte alle Ratschläge auch unter dem Kosten-Nutzen-Verhältnis bedenken. ...

    Ja, deshalb folgende Prioritäten:

    a.) Zufluss von Wasser in die Wände absperren - Horizontalsperre herstellen, Außen die erdberührten Teile der Wand mit Dichtanstrich und Noppenfolie bekleiden. Drainage legen, um das anfallende Wasser abzuleiten.

    b.) Bodenplatte trocken legen oder neu herstellen, Dabei nicht vergessen, die Grundinstallation neu herzustellen, das geht jetzt oder nie mehr

    c.) Wenn das Geld reicht, kann man Dämmung mit vorsehen, dann zunächst unter der Bodenplatte (weil man da nie mehr rankommt) und dann an der Außenwand

    Die Arbeit ist viel, aber ich würde sie auf mich nehmen, da nur ein trockener Keller gesunde Wohnverhältnisse zuläßt.

    Außerdem kann ich als Vermieter eines Hauses mit gesunder Bausubstanz bessere Mieter finden und eine bessere Miete erzielen, wie mit einer Schimmelhöhle, in die man nur einzieht, wenn es keine Alternative gibt.

    Bei weiteren Fragen erreichst Du mich über Mail oder unter 0178 5528039

    Gruß, Heinrich Ostermeier
     
  6. Jimmy

    Jimmy

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    Kellerboden zuerst ?

    Hallo zusammen!
    Vielen Dank für die gegebenen Antworten. Man sollte sich immer wieder bedanken für die kostenlosen Hilfestellungen hier.
    Jetzt aber zu meinem ursprünglichen Beitrag:
    Man lest in diversen Foren aber immer wieder, einen Bruchsteinkeller nicht nachträglich physikalisch zu verändern z.B. Aufsägen zwecks Horizontalsperre. Deshalb dachte ich auch daran, zuerst einmal den Kellerboden zu sanieren: dieser ist stellenweise nach starken Regenfällen sehr durchfeuchtet, das Wasser steht stellenweise in den Fugen.
    Es gibt Leute, die sagen, innen Ausschachten und keine Folien sondern mit kapillarbrechenden Schüttungen arbeiten und Drainagen im Innenbereich legen, aber wie sollte das Aussehen? Ausserdem nicht ganz bis zur Wand den Boden zumachen, damit Feuchte am Rand entweichen kann und nicht durch den Fussboden muss. Was ist davon zu halten?
     
Thema: Kellersanierung
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