KfW-Haus - Investitionskosten sinnvoll?

Diskutiere KfW-Haus - Investitionskosten sinnvoll? im Baufinanzierung Forum im Bereich Rund um den Bau; Liebe Kollegen, bevor jetzt Einwände kommen: Ich weiss, dass bereits häufig darüber diskutiert worden ist, ich habe aber nach 2 Tagen Recherche...

  1. #1 Ordinarius, 20. Mai 2013
    Ordinarius

    Ordinarius

    Dabei seit:
    20. Mai 2013
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Mediziner
    Ort:
    Köln
    Liebe Kollegen,

    bevor jetzt Einwände kommen: Ich weiss, dass bereits häufig darüber diskutiert worden ist, ich habe aber nach 2 Tagen Recherche immer noch keine vernünftige Meinung gebildet. Daher dieses Diskussionsthema im Expertenforum.

    Anstoss war das aktuelle Gutachten von "Prognos". Fazit: KfW-Investitionen rentieren sich nicht (KfW 70, 55 oder 40) - völlig egal welcher Standard erfüllt werden soll. Und je höher der Standard, desto höher die Investitionskosten.

    In meinem konkreten Fall: 2,5-geschossiger Bau (Architekten-Haus mit verstezter Bauweise, Flachdach, 2 Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss), kein Keller.
    Doppelgarage und Technikraum (halb-)integriert im Haus.
    Wohnfläche: insg. ca. 260qm
    Noch keine Anschlüsse (Gas, Strom, Wasser) zum Grundstück (900qm) verlegt
    Große Fensterfront nach Süd-West im EG, sonst normale Fensterverteilung

    Die (Mehr-)Investitionskosten fürs Erreichen des KfW70 gegenüber ENEV 2009 betragen aufgrund der Größe und versetzter Ebenen mit großer Fensterfront ca. 45.000,- (ca. 8% der Bausumme)

    Ich würde gerne von Euch die Pro-Investition für KfW70 und Contra-Argumente hören.
    Bitte objektiv und sachlich bleiben (gilt v.a. für KFW-70, 55, 40)-Besitzer. Was mich angeht: bin sehr umweltbewusst, daher bitte keine Appelle an mein "Energie-Verbrauch"-Gewissen etc.
    Das Basishaus nach ENEV 2009 wird keine "Wellblechhütte" etc., sondern ein entsprechend solides Haus, dass die aktuelle Anforderungen dtl. unterbieten wird

    Meine Argumente:

    Pro-Mehrinvestition für KfW70:
    - Bessere Dämmung und damit niedrigere Energiekosten langfristig (wobei ich von max. ca. 600 - 800 Euro im Jahr ausgehe)
    -Besserer Werterhalt des Hauses (wir planen langfristig dort zu bleiben, daher kein Verkauf in den nächsten 30 Jahren geplant)
    - Darlehen der KfW-Bank (der Zinsunterschied ist jedoch zur Zeit marginal: 2,8% meiner Bank gegenüber 1,46% der KfW-Bank für 50.000 über 10 Jahre): Vorteil von ca. 6.000,- über 10 Jahre

    Contra:
    - Deutlich höhere Investitionskosten von ca. 45.000,- (Stärkere Dämmung der Bodenplatte, der Wände und die 3-fach-Verglasung)
    - Rasante Entwicklung der Heizungstechnologie, so dass in 20 Jahren eine von fossilen Rohstoffen unabhängige Anlage das Haus ebensogut heizen wird (meine Frau arbeitet im Energiesektor, daher ist dies keine Sci-Fi-Aussage)
    - die frei werdenden finanziellen Reserven können für Sonderwünsche genutzt werden, die in den nächsten Jahren deutlich bessere Lebensqualität bieten, als KfW70-Zertifikat im Ordner

    Würde mich sehr gerne eure Meinungen hören.

    Gruß
    Ordinarius
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Corinna72, 20. Mai 2013
    Corinna72

    Corinna72

    Dabei seit:
    16. April 2012
    Beiträge:
    1.214
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Physikerin
    Ort:
    Berlin
    Mit der nächsten EnEV werden 3 fach Verglasungen im Prinzip ohnehin Pflicht (2 fach Verglasungen werden dann zwar nicht verboten, die werden aber die Anforderungen nicht mehr erfüllen können). So frage ich mich schon, wieso da heute noch jemand erwägt, mit 2 fach Verglasung zu bauen.

    Meine Meinung: Dämme, heize und baue so, dass es Deinen Vorstellungen und Deinem Gewissen entspricht. Ob es dann ENEV 100, 70 oder 55 Standard wird ist zweitrangig.
    In 15 Jahren spielt das ganze KfW Zertifikate Zeugs ohnehin keine Rolle meht beim Wiederverkauf, weil die KfW Werte alle paar Jahre etwas völlig anderes bedeuten. So würde ein KfW 60 Haus nach ENEV 2002 heute gerade mal die Mindestanfoderungen der ENEV 2009 erfüllen und bei der nächsten ENEV würde es dann wohl mit Pauken und Trompeten durchfallen.
     
  4. H.PF

    H.PF

    Dabei seit:
    7. Dezember 2005
    Beiträge:
    11.917
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Baufachberater + Staatl. geprüfter Hochbau
    Ort:
    Hückeswagen
    Benutzertitelzusatz:
    Dachdecker+Hochbautechniker
    Wer *Lohnen* nur monetär betrachtet hat den Zusammenhang zwischen Wärmedämmung und Komfort noch nicht begriffen...


    Lüftung, Super Wärmedämmung etc, das sind für mich nicht rein monetär zu betrachtende Dinge sondern es sind oft auch Bauteile, die einfach KOMFORT bedeuten...

    Und das kann man nicht mit Geld aufwerten. Genauso wie ein riesen Badezimmer NIEMALS sich rentieren wird, da fragt aber keine Sau nach. 250 m² bauen, da rentiert sich KEIN EINZIGER Quadratmeter von! Ausser man baut eine Gewerbehalle...

    Alles andere ist Luxus, es würde auch für 99% aller Bauherren ein 100 m² Haus reichen, muß man sich halt mal beschränken...
     
  5. #4 Ordinarius, 20. Mai 2013
    Ordinarius

    Ordinarius

    Dabei seit:
    20. Mai 2013
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Mediziner
    Ort:
    Köln
    Hallo zusammen,

    wohne in einem Haus, das 2005 gebaut wurde (Enev 2002). Habe 2-fach Verglasung und gutes Wohnkomfort bei recht niedrigen Heiz- und Nebenkosten.
    Wie äußert sich das Mehr an Dämmung bzgl. Wohnkomfort? Bessere Temperaturverteiliung im Haus? Weniger Temp.-Schwankungen?
    Nach meiner Kenntnis sind gut gedämmte 2-fach verglasste Fenster (z.B. Alu-Holz-Kombination) fast so gut wie 3-fach verglasste bzw. nur mit marginalem Unterschied.
    Leider muss ich das ganze Bauprojekt monetär betrachten. Hätte ich diesbzgl. keine Sorgen, würde ich dieses Thema gar nicht eröffnen.
     
  6. #5 Corinna72, 20. Mai 2013
    Corinna72

    Corinna72

    Dabei seit:
    16. April 2012
    Beiträge:
    1.214
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Physikerin
    Ort:
    Berlin
    Bei Fenstern hängt der gesamte U Wert von der Kombination Rahmen / Scheibe ab. Der Rahmen ist dabei die größere Schwachstelle. Bei den Scheiben sind die Schwachstellen die Kanten und Ecken (Stichwort: warme Kante).

    Bei normaler Fenstergröße wirst Du keinen großen Komfortunterschied merken, bei großen Verglasungen evtl. schon (Kaltluftstrom an der Scheibe "es zieht" owbohl alles zu und dicht ist). Und ein Käufer wird in 15 Jahren sagen: "Was, KEINE 3 fach Verglasungen??"
     
  7. mastehr

    mastehr

    Dabei seit:
    30. Dezember 2010
    Beiträge:
    3.936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Software-Entwickler
    Ort:
    Niedersachsen
    Dann verstehe ich nicht, warum es kein KfW-70 werden soll. Wenn die Anforderungen "deutlich" unterboten werden, sollte das doch kein Problem sein.
     
  8. #7 Ordinarius, 20. Mai 2013
    Ordinarius

    Ordinarius

    Dabei seit:
    20. Mai 2013
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Mediziner
    Ort:
    Köln
    Diese Frage habe ich auch schon an unseren Architekten gestellt.
    Wenn das Haus auch eine "KfW-90"-Norm erfüllt, ist es dennoch ein Unterschied, ein für KfW-70-Haus mit allen hierfür erforderlichen Dämmmaßnahmen (Bodenplatte, Außenwände, Fenster - Heizung und WRL nehme ich hier mal raus) inkl. Abnahmen und Messungen mit Bescheinigungen ggüber KfW-Bank, so dass letzlich eine Differenz von ca. 45.000 für unser individuelles Haus zu erwarten ist (wie gesagt, architektonisch recht ausgefallenes Haus mit versetzen Ebenen und dadurch mehr Außenfläche).
     
  9. #8 gwynlavin, 20. Mai 2013
    gwynlavin

    gwynlavin

    Dabei seit:
    12. Dezember 2012
    Beiträge:
    129
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Analytiker
    Ort:
    Berlin
    Hallo Ordinarius,

    Ich kann H.PF nur zustimmen: gute Dämmung von Fenstern, Wänden und Dach, sowie eine KWL mit WRG sind reiner Luxus fürs Lebensgefühl. Die Dämmung sorgt durch eine niedrigere Heizleistung für gleichmäßigere Temperatur im Raum und die KWL erspart den Gebrauch des meist fehlerhaften persönlichen Luftqualitätssensor. Eine ST-Anlage rechnet sich wohl auch nur sehr bedingt, aber den Luxus von März bis November nach Herzenslust das Bad auf 26°C, sowie die Sauna und den Pool heizen zu können ist mir das alle mal Wert.

    Wer sich für >0.5 Mio.€ etwa 260m² Wohnfläche genehmigt und dann über ein Paar Euro zusätzlich für bessere Fenster, Dämmung, KWL, ST, etc. motzt hat den Begriff Luxus noch nicht verstanden. Aus wirtschaftlichen Überlegungen macht das m.M.n auch keinen Sinn, und über die EnEV und das KfW-154-Programm werden wir schon in 10 Jahren nur noch lachen, aber als Komfort-Paket finde ich ein solches Luxus-PH-Haus einfach Klasse :).

    Wenn man man es übrigens richtig als KfW PH 40 macht, schenkt einem die KfW neben dem Zinsvorteil noch einmal 5.000€.

    Ich verstehe aber auch noch nicht ganz wo das Problem ist: 3-fach Fenster sind auch nicht soviel teurer und im Dach oder bei der Bodenplatte etwas mehr Dämmung einzubringen kann auch nicht der Kostentreiber sein, da diese Bereiche verhältnismäßig günstig sind.

    Ist es der Wandaufbau, der keine Dämmebene besitzt und nicht frei anpassbar ist, der die Kosten hoch treibt? Oder sind es Extras wie eine eben begehbare Dachterrasse?

    Gruss Gwyn
     
  10. #9 Ordinarius, 20. Mai 2013
    Ordinarius

    Ordinarius

    Dabei seit:
    20. Mai 2013
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Mediziner
    Ort:
    Köln
    Hallo Gwynlavin,

    um auf meine Eingangsfrage zurück zu kommen, fasse ich den ersten Absatz zusammen:
    Pro:
    besseres Wohnkomfort durch niedrigere Temperaturschwankungen und insg. besseres Raum-Klima-Gefühl

    Ansonsten rutscht das Thema in einen Bereich ab, wo solche Fragen dann in allen anderen Foren von "Passivhaus"-Anhängern leider emotional abgelenkt wird. Es geht nicht um ein Paar Euro, sondern s.o.. Um das Haus zu finanzieren, arbeite ich zufällig recht hart und viel und kann mir diesen Kostenrahmen von meiner bislang erbrachten Arbeit auch leisten. Daher sind auch für mich 45.000 Euro Geld und nicht ein Paar Euro. Dachterasse ist es auch, aber insbesondere große Außenfläche, die durch zahlreiche Logien und große Fenster die Kosten treibt. Bevor hier der Einwand kommt: der Entwurf gefällt mir so wie der ist, es ist ein sehr, sehr schönes Haus.

    Ich würde gerne ein Paar Pro- und Contra KfW hören. Für die bislang eingebrachten Meinungen bedanke ich mich aber herzlich.
     
  11. ultra79

    ultra79

    Dabei seit:
    12. Dezember 2012
    Beiträge:
    2.343
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl. Inform.
    Ort:
    Halle
    Na was willst du da noch groß hören? Mehr Dämmung = weniger Heizkosten. Ob das wirtschaftlich ist im Sinne von "Armortisation" steht auf einem anderen Blatt - kommt dann halt auch auf deine Kreditzinsen an (und ob überhaupt Kredit) an.

    Der Wiederverkaufswert ist evtl. interessant - 3fach-Verglasung ist da ein "Feature" auf das Leute vermutlich achten werden - auch wenn es technisch vielleicht nicht so viel besser ist als ein gutes 2-fach Fenster.

    Kannst du die 45k denn mal aufschlüsseln? Vielleicht pfeift man auf die KfW und nimmt aber trotzdem die ein oder andere Maßnahme rein, weil sie relativ preisgünstig ist?
     
  12. #11 Skeptiker, 20. Mai 2013
    Skeptiker

    Skeptiker

    Dabei seit:
    16. Januar 2010
    Beiträge:
    5.300
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Berlin
    Benutzertitelzusatz:
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Ohne zu wissen, wie sich die 45.000 € genau zusammensetzen, lässt sich Deine Bewertung kaum sinnvoll kommentieren.
     
  13. mastehr

    mastehr

    Dabei seit:
    30. Dezember 2010
    Beiträge:
    3.936
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Software-Entwickler
    Ort:
    Niedersachsen
    Dann übertrifft es die aktuellen Anforderungen eben nicht deutlich, sondern ist einigermaßen in der Norm.
    Dafür habe ich einen dreistelligen Betrag bezahlt. Also sehr viel weniger als 45 000 Euro.
    Also außen hui, die inneren Wert naja.

    Ich ärgere mich jetzt schon, dass ich nur KfW-70 gebaut habe. Man bekommt nie wieder die Möglichkeit, so günstig die Dämmung eines Hauses zu verbessern als beim Neubau. Dann würde ich lieber auf Extras wie eine Dachterrasse, die in einem EFH mit Garten praktisch nie benutzt wird, verzichten.
     
  14. mseppo

    mseppo

    Dabei seit:
    9. Juni 2012
    Beiträge:
    429
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Ingenieur (ET)
    Ort:
    SO
    Luxus bedeutet vor allem nicht, für Dinge Geld zu bezahlen, von denen man praktisch nichts hat. Luxus sind Dinge wie größere Bäder, teure Bodenbeläge, große Grundstücke, mehrere Balkone, ein schick angelegter Garten mit Teich usw. Aber ob man hinsichtlich Dämmung in einer KfW90- oder einer KfW70-Bude sitzt, merkt man nicht und wenn, dann hört man durch seine dreifach verglasten Fenster auch die Ameisen auf der Terrasse trampeln.

    Insofern ist seine Frage berechtigt. Die 45.000 Euro, wie auch immer die zusammenkommen, kann man auch für etwas mit deutlich höherem Erlebniswert ausgeben und kann sich den Wettbewerb um die am dicksten gedämmte Bude schenken.

    Die vom TE geschätzten 600-800 Euro Einsparung halte ich daher auch für deutlich zu hoch angesetzt. Auch bei beheizten 260 qm.

    Dreifachverglasung macht die Fenster nicht nur teurer, sondern auch dicker und schwerer, sondern die sind auch weniger lichtdurchlässig als zweifach verglaste. Gerade an trüben Tagen ist man trotz recht großer Fensterflächen über jedes bisschen Licht froh.
     
  15. #14 Ralf Dühlmeyer, 20. Mai 2013
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

    Dabei seit:
    14. Juni 2005
    Beiträge:
    34.325
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Hannover
    Vielleicht wäre es sinnvoller,in einen energetisch optimierten Grundriss zu investieren (Planung) statt sich aufzuregen, wie man denn die 8 % Mehrkosten finanzieren kann.

    Ich wette, ein energetisch optimierter Grundriss ist billiger, kommt automatisch auf einen besseren rel. Wert und kostet beim Aufbrezeln weniger!
    Hier ne Loggia, da ne Dachterrasse, dort ein Vor- und daneben ein Rücksprung ist energetisches Harakiri und sieht in der Regel auch noch unschön aus.
     
  16. joopy66

    joopy66

    Dabei seit:
    4. Februar 2013
    Beiträge:
    51
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Kaufmann
    Ort:
    Ratingen (NRW)
    Hallo Ordinarius,
    Wir planen ein ähnliches Projekt wie Du, ebenfalls 2 Vollgeschossen plus Staffelgeschoss, bei Massen von 12,20 m x 11,80 wird es noch 25 qm größer. Nach einigen Optimierungsrunden zum Grundriss werden wir nun bald mit dem Architekten weiter in die Details einsteigen zur Kostenabschätzung. dabei spielen dann auch die Themen Energiebedarf und -Herstellung eine Rolle.

    Bevor wir dies tun: die Beschreibung Deines Grundrisses mit versetzten Blöcken klingt sehr interessant, wäre sehr an Details interessiert. Unser Architekt geht derzeit noch von grob 1900 EUR pro qm aus, wie hat das Deiner abgeschätzt? Und was sind neben den Dämmkosten die weiteren großen Blöcke, an denen es zu drehen / entscheiden gilt?

    Gruß
    Christian
     
  17. #16 gwynlavin, 20. Mai 2013
    gwynlavin

    gwynlavin

    Dabei seit:
    12. Dezember 2012
    Beiträge:
    129
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Analytiker
    Ort:
    Berlin
    Ach ja, wirklich? Was hat man denn von 260m² Wohnfläche? Wie viel m² braucht der Mensch zum Schlafen, Sitzen, Arbeiten oder Wohlfühlen pro Person? Ohne Verkehrsflächen kann eine Person auf 100m² fürstlich leben. Für jede weitere kommen vielleicht 25m² hinzu. Selbst bei 20% Verkehrsflächen sind 260m² Wohnfläche für 6 Personen sehr großzügig. Für wieviele baut der TE?

    Das sehe ich sogar genauso ;) - ist aber trotzdem Luxus, der genau so unsinnig wie die 3. Warze am Haus oder auf der Brust ist.

    Den Unterschied zwischen KfW90 und KfW70 merkt man tatsächlich meist nicht, da er ja auch häufig nicht durch bessere Dämmung sondern die berühmte LWP erzeugt wird. Bei einem KfW40 Haus merkt man die 50% mehr an Dämmung aber deutlich.

    Natürlich ist die Frage auch berechtigt. Aber wenn das Erlebnis wie ich hier mal frei nach R.D. formuliere "auf dem Wettbewerb der Äußerlichkeiten und nicht den inneren Werten basiert", dann muss auch eine Gegenfrage gestattet sein.

    Meinem Wissen nach besteht der Unterschied zwischen 2 und 3-fach Verglasung bei hochwertigen Fenstern im Bereich von 10%-15% - ohne Einbau -, und bezüglich Ug-Wert kann man auch in Weißglassscheiben setzen. Ob es aber wirklich 2 oder 3-fach Verglasung werden sollte hängt aber noch von vielen anderen Faktoren ab, die wir hier gar nicht diskutieren können, da uns die Kenntnis der Rahmenbedingungen fehlt.

    Gruss Gwyn
     
  18. mseppo

    mseppo

    Dabei seit:
    9. Juni 2012
    Beiträge:
    429
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Ingenieur (ET)
    Ort:
    SO
    Also den Komfortunterschied zwischen 120 qm und 200 qm kenne ich aus eigener Erfahrung sehr genau, insbesondere wenn Besuch über mehrere Tage da ist, kleine Kinder abwechselnd einigermaßen lärmgeschützt schlafen müssen oder auch ansonsten Bewohner unterschiedliche Tag-/Nacht-Rhytmen haben. Viel Platz ist definitiv spürbar, die Dicke der Dämmschicht auf der Bude nur im Extremfall.

    Was ist an einem großen Garten unsinnig? Was an einem ordentlichen Bodenbelag? Hauptsache, fette Dämmung, der Rest egal, wie?

    Höchstens am Energieverbrauch. Aber doch nicht am Klimakomfort. Auch bei KfW90 zieht es nicht durch die Fenster und auch die Wände sind nicht eiskalt. Wer mir weismachen will, dass er bei halbwegs neuen, normal eingerichteten und beheizten Häusern (Baumängel mal ausgenommen) ernsthaft Unterschiede bei der Dämmung spürt, der spürt auch Elektrosmog, Wasseradern und seine toten Verwandten.

    Außen Dämmung, innen Bodenbelag. :cool: Das heißt, für nicht spürbare Dinge mit zweifelhaftem finanziellen Resultat wird viel Geld ausgegeben und dafür auf erlebbare Vorteile verzichtet? Das nenne ich mal "Außen hui und innen pfui". Und gerade der Begriff "Wettbewerb" passt perfekt zu dem schon fast hysterischen Rennen um die bestgedämmte Bude hierzulande. Da findet beim Neubau schon fast so eine Art "Schwanzvergleich" statt, wer die niedrigsten U-Werte, die größten Solarkollektoren und die tollste Lüftungsanlage hat. Dafür fehlt dann der Keller, die Bude wirkt innen dank der überall anzutreffenden Fließen billig und eiskalt (fehlt nur noch der Abfluss in der Mitte in jedem Raum), die Außenanlagen auf den winzigen Grundstücken bleiben jahrelang Wüsten, anstelle der Garage muss ein Carport ausreichen und auch ansonsten schreit das Haus an jeder Stelle: "Ich bin KfW50, ich muss nicht schön sein!"
     
  19. #18 Ordinarius, 20. Mai 2013
    Ordinarius

    Ordinarius

    Dabei seit:
    20. Mai 2013
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Mediziner
    Ort:
    Köln
    Vielen Dank an mseppo, bringt meine Meinung inzwischen auf den Punkt.
    Die Frage ist, ob man das Geld statt in die Dämmung nicht in Sachen investiert, die die Lebensqualität deutlich steigern. Ich denke da zB an große Panorama-Fenster mit schönem Blick in den Garten, architektonisch schönes Innendesign und ja auch mal ein großes helles Bad.
    Wenn man 2 Kinder hat (die auch ein vernünftig großes Zimmer haben sollten!), ein Arbeitszimmer braucht und ab und zu auch Gäste zu Besuch hat, dann braucht mal eben auch 260qm.

    Wahrscheinlich liegt es tatsächlich an der persönlichen Einstellung des Bauherren - das scheint mir auch klar. Wenn jemand nur dann glücklich ist, wenn er in dem best-gedämmten Haus weit und breit sitzt, egal wie es draußen und innen aussieht, dann müsste man ein Passivhaus bauen.

    Letzlich habe ich bislang nur ein zusätzliches Argument für die bessere Dämmung gehört. Aber vielleicht finden sich noch weitere "Analytiker", die auch gute Argumente für und wider bringen können.

    Das hier ist natürlich eine Grundsatzfrage. Schließlich ist die Untersuchung und das abschließende Gutachten von Prognos eindeutig: aus finanzieller Sicht ist die bessere Dämmung ein Minusgeschäft (auch für Neubau!).
     
  20. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. #19 Ordinarius, 20. Mai 2013
    Ordinarius

    Ordinarius

    Dabei seit:
    20. Mai 2013
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Mediziner
    Ort:
    Köln
    Hallo Christian (joopy66),
    schreib mir bitte eine pn (ich kann das wohl (noch) nicht).
    1900 EUR ist auch die Schätzung unseres Architekten, wobei zuletzt die Preise leider stark angezogen haben. Und je nach Zusatzwünschen (z.B. KNX, Alarmanlage etc) gehen diese Kosten schnell in die Höhe. Daher überhaupt die ganze Diskussion hier (wir wollten ursprünglich KfW70).
    Neben Dämmkosten sind das v.a. Fenster (wir wollen große Panorama-Fenster - da ist man bei Dreifachverglasung schon bei sehr viel Gewicht - d.h. Sondertransport, Kran etc). Und durch den versetzen Bau mit vielen Logien (siehe zB http://www.flow-architektur.de/) entsteht viel Außenfläche, sie zusätzlich gedämmt werden muss. Und auch die Flachdächer (Dichtung der Abschlüsse) kosten zusätzlich Geld. Alles nicht zu unterschätzen, leider.
    Gruß aus Köln
     
  22. #20 gwynlavin, 20. Mai 2013
    gwynlavin

    gwynlavin

    Dabei seit:
    12. Dezember 2012
    Beiträge:
    129
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Analytiker
    Ort:
    Berlin
    Ganz ernst: meinen Glückwunsch zu dieser Erkenntnis und dem Rückgrat den Konsequenzen daraus zu folgen - auch wenn das hier doch recht einfach ist Geld zu sparen - jeder sollte seinen Prioritäten folgen :).

    Ein ökonomische Gewinn einer PH-Dämmung ist bei heutigen Rechenmethoden m.E.n wirklich auszuschließen, wenn der Baukörper dieser Funktion nicht angepasst ist.

    Insgesamt kann ich deinem Fazit aus der Prognos-Studie allerdings nicht zustimmen, da sich energetische Sanierung und energieeffizienter Neubau durchaus ökonomisch lohnen. Die Zahlen aus der Prognos-Studie sind in der Presse diesbezüglich zuerst einfach vollkommen falsch dargestellt worden.

    Natürlich muss man den Sinn von Maßnahmen auch für jedes Objekt einzeln durchrechnen, da es viele Variablen gibt - auch im Nutzerverhalten -, die es zu berücksichtigen gilt.

    Mich würde es übrigens wirklich interessieren auf welchen sich rasant entwickelnden Heizungstechnologie die Prognose einer fossilen Energieträger freien Zukunft basiert - was flüstert man da so in der Energiewirtschaft, hab da auch so meine Kandidaten ;) (gerne auch per PN).

    Viel Erfolg!

    Gruss Gwyn
     
Thema:

KfW-Haus - Investitionskosten sinnvoll?

Die Seite wird geladen...

KfW-Haus - Investitionskosten sinnvoll? - Ähnliche Themen

  1. Haus auskühlen lassen??

    Haus auskühlen lassen??: Hallo, Wir haben ein Einfamilienhaus gekauft, und wollen es nächsten Sommer sanieren lassen (sind grade noch auf der Suche nach einem passenden...
  2. Asbesthaltige Klebstoffe in Haus aus 1975?

    Asbesthaltige Klebstoffe in Haus aus 1975?: Hallo Bauexperten, wir haben vor kurzem ein EFH/DHH, Bj 1975 gekauft. Vor dem Kauf fand selbstverständlich auch eine Begehung mit einem...
  3. Risse in Betonwand Keller, Haus Neubau

    Risse in Betonwand Keller, Haus Neubau: Hallo zusammen, ich bräuchte mal Euren Rat. Ich bewohne seid 3 Monaten ein Neubau.Im Keller an der Außenwand (Wand aus Beton. Weiße Wanne) habe...
  4. Garage & Haus Trocken legen

    Garage & Haus Trocken legen: Hallo miteinander, Bin neu hier. Heiße Timo und bin 31 Jahre alt. Eigentümer einer "Keller" Wohnung mit Garage und Garten. Haus hat 3 Parteien....
  5. freistehendes Haus auf 236 m² möglich

    freistehendes Haus auf 236 m² möglich: Hallo, wir haben ein Grundstück in einer wirklich tollen Umgebung gesehen. Der einzige bisher ersichtliche Nachteil ist die Grundstücksgröße:...