Kies unter die Bodenplatte erforderlich?

Diskutiere Kies unter die Bodenplatte erforderlich? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich habe ca. 1m Mutterboden auffüllen müssen. Laut Statik ist eine Kiesschicht erforderlich. Ich habe nichts gegen die...

  1. #1 Younis2005, 16. April 2015
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    Hallo zusammen,

    ich habe ca. 1m Mutterboden auffüllen müssen. Laut Statik ist eine Kiesschicht erforderlich. Ich habe nichts gegen die kapilarbrechende Wirkung des Kies. Mein Architekt meinte, dass wir soviel Mutterboden aufgeschüttet haben, dass dies nunmehr nicht zwingend erforderlich sei und eine reine ?? Noppenbahn ?? ausreichen würde? Zudem führte er an, würde die BP von oben mit Schweißbahnen versehen und es käme noch eine Drainage um die BP herum. Ich habe ihm mitgeteilt, dass ich es trotzdem haben will. Eine BP nur auf Sand und einer Noppenbahn, das macht man doch nicht, oder? Er meinte, dass das gar nicht so selten wäre ohne Keller.

    Wie steht ihr dazu? Ich habe ihm gesagt, dass sie auch nicht schadet.
     
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  3. #2 Ralf Dühlmeyer, 16. April 2015
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    :yikes :yikes

    Nicht Dein Ernst, oder???

    Mutterboden darf weder überbaut werden noch ist sie ein tragfähiger Baugrund, aufgeschüttet schon zweimal nicht!!!!!
    Darauf wäre die Noppenbahn dann auch kein :Baumurks mehr!
     
  4. Kater432

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    Also auf Mutterboden (der richtige Begriff ist Oberboden) kannst du schon gar nichts aufbauen. Der ist überhaupt nicht tragend. Oberbayern muss immer abgeschoben werden, bevor eine bodenplatte aufgebaut wird.

    Vielleicht meinst du ja auch ein anderes Material. Mutterboden in 1m Stärke ist nämlich auch etwas viel. Idr ist die Stärke Ca. 10-30cm.

    Also nochmal von vorne. Für was soll die bodenplatte überhaupt sein. Nein gartenhaus ?
     
  5. #4 Younis2005, 16. April 2015
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    Hallo zusammen,

    sorry, in der Tat, entschuldigt bitte meine laienhaften Fehler. Ich baue ein EFH ohne Unterkellerung. Der Mutterboden wurde abgetragen und seitlich gelagert. Da ich einen Höhenunterscheid zu Straße von über 1m habe, haben wir den erforderlichen Füllboden erworben, verfestigen lassen und warten nunmehr auf die Streifenfundamente. In diesem Zusammenhang habe ich dann auf die Kiesschicht unter der BP bestanden. Mein Architekt meinte, dass das nicht zwingend erforderlich sei, da wir soviel aufgeschüttet hätten. Die BP von unten zu dämmen hält er im Verhältnis Kosten/Nutzen auch für nicht erforderlich. Hmmm?
     
  6. #5 Ralf Dühlmeyer, 16. April 2015
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    Hääää????

    Das Du die Funktionen nicht kennst, OK. Ich kenn auch nicht alle §§ des BGB.
    Aber der Kollege sollte die kennen.

    Kiesschicht:
    Kapilarbrechend. Kann ggf eine Abdichtung gegen Feuchte von unten ersparen. Aber nicht bei Wohnräumen über der Bodenplatte!

    Dämmung unter der Sohle:
    a) Gibts einen EnEV-Nachweis. Wenn da Perimeterdämmung kalkuliert ist, dann muss die rein!
    b) kann die Perimeterdämmung die Betonsauberkeitsschicht ersetzen.
    c) spart (nein hätte gespart) sie Aufschütthöhe

    b+c also gegenrechnen.

    Oder ist Dein "Architekt" der BL Deines Superbauunternehmens. :shades
     
  7. #6 Halbwissender, 16. April 2015
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    Die "gute alte" und oft geplante "kapillarbrechende Schicht" ist wie R.D. bereits sagte, bei höherwertiger Nutzung und vor allem bei bindigen Böden der größte Schwachsinn den man sich antuen kann.
    Wenn schlecht versickerungsfähige Böden anstehen macht man sich damit einen sinnlosen hydrostatischen Druck UNTER der Bodenplatte.
     
  8. #7 Alfons Fischer, 17. April 2015
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    das sage denen dort doch mal direkt, am besten abends nach der dritten Maß Bier am Stammtisch! :mega_lol:
     
  9. #8 Younis2005, 17. April 2015
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    Nein, Nein Ralf, er ist mein Interessenvertreter, da vertraue ich ihm. Es wird aufgrund meiner Beharrlichkeit auch so, also mit Kies, ausgeführt. Nur scheiden sich da wohl unter Fachleuten die Geister.
     
  10. #9 Halbwissender, 17. April 2015
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    Bei Fachleuten in der Bauwerksabdichtung scheiden sich die Geister bezüglich der Sinnhaftigkeit von kapillarbrechenden Schichten unter Bodenplatten bei höherwertig genutzten Wohnräumen überhaupt nicht :e_smiley_brille02:
     
  11. Jan81

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    In diesem Fall eigentlich nicht. Siehe #5 und #6
    Ich persönlich bin kein Fachmann, aber sehe es genau so. Ich würde eher machen wie R.D. geschrieben hat a) und b) oder eien Sauberkeitsschicht aus Magerbeton.
    Sandplatte und Noppenbahn ist keine Sauberkeitsschicht.
    Wichtig hier ist auch der Potentialausgleich der von einem Elektriker gemacht werden muss. Wird immer falsch gemacht, besonders in verbindung mit Noppenbahn.

    Ich würde so machen wie dein Architekt sagt und nix selberplanen. Später heist nur: Sie wollten es aber so haben.
    Bodenplatte ist einer der wichtigsten Sachen bei dem Hausbau, weil nach dem betonieren ist alles vorbei und man nix mehr ändern. außer mit viel viel Aufwand.
    Wenn Perimeterdämmung geplant ist und berechnet, dann muss eine rein.
     
  12. mls

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    die hören schon mit :D
     
  13. #12 gunther1948, 17. April 2015
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    hallo
    und wie issdes met deme 3. mass, auch schunn erledigt.

    gruss aus de pfalz
     
  14. msedi1977

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    Dazu hätte ich eine Frage eines namhaften Hersteller grüner XPS-Platten, bezogen auf XPS unter lastabtragenden Gründungsplatten steht in der Zulassung: "Die Extruderschaumplatten sind auf einer Sauberkeitsschicht (z. B. Beton C 8/10) zuverlegen. Der Untergrund muss ausreichend eben sein."

    Dies widerspricht ein wenig Deiner Aussage, oder?
     
  15. msedi1977

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    Was ware die Alternative, wenn dazu auch noch keine Dränung erlaubt ist?
     
  16. H.PF

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    Keller entsprechend wasserdicht anpassen... Dann ist völlig egal, wie viel Wasser da rumschippert
     
  17. Jan81

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    eine richtige Drainage muss gut geplant und ausgeführt werden, dass ist nicht nur ein Schlauch an die Kanalisation angeschlossen. WEnn man pech hat, dann wird es eher zu einer Bewässerung Anlage :D Außerdem muss so eine Anlage regelmässig gewartet werden und wer macht das schon.
     
  18. #17 Halbwissender, 24. April 2015
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    Der Forderung das die XPS Platten auf eine SBK zu verlegt sind ist ein "z.B." angefügt. Es geht auch ein abgezogenes ebenes Sandbett. Grund hierfür ist die flächige Auflagerung ohne Höhenversätze, Überzähne, Hohlräume.

    Die kapillarbrechende Schicht hat in dem Fall auch nichts mit einer nicht zugelassenen Drainanlage zu tuen. Wenn eine Drainanlage geplant und gebaut wird kann es erforderlich sein unter der Bodenplatte eine Flächendrainung vorzusehen. Die hat aber im Prinzip nichts mit der kapillarbrechenden Schicht in dem Fall zu tuen.
    Wenn eine Drainung gebaut werden "würde" würde es auch kein zeitweise aufstauendes Sickerwasser geben, sondern nur Bodenfeuchte. Bei reiner Bodenfeuchte könnte, wie RD schon sagte die Abdichtung auf der Bodenplatte entfallen, wenn an die darüber befindlichen Räume nur geringe Anforderungen an die Trockenheit der Räume gestellt werden würden = untergeordnete Nutzung = keine Aufenthaltsräume, keine Lagerräume für feuchtigkeitsempfindliche Gegenstände (Papier, Kleidung o.ä.). Ist hier ja alles nicht der Fall.

    Um den Sinn oder besser Unsinn der kapillarbrechenden Schicht zu verstehen muss man ein wenig tiefer in die hydrogeologie einsteigen.
    Das Gebäude steht in einer "Badewanne" (Baugrube) aus schlecht durchlässigem Material. Die Verfüllung des Arbeitsraums ist hingegen durchlässiger. Wasser wird nun im verfüllten Arbeitsraum (mehr oder weniger) bis auf die schlcht durchlässigen Schichten versickern und dort aufstauen.
    Da ohne kapillarbrechende Schicht der Untergrund UNTER der Bodenplatte ebenso undurchlässig ist kann den Schwerkraftgesetzen folgend auch kein Wasser UNTER die Bodenplatte gelangen und dort aufstauen, da es entweder im Arbeitsraum aufstaut oder der Schwerkraft folgend langsam versickert. Unter die Bodenplatte kann es nicht wirklich gelangen weil auf dem Untergrund das Gebäude steht und keine wirkliche Fuge vorhanden ist.

    Wenn nun unter der Bodenplatte eine kapillarbrechende Schicht vorhanden ist, wird das Wasser aus dem Arbeitsraum UNTER die Bodenplatte geführt und belastet diese sinnlos von unten mit Wasser und hydrostatischem Druck. Soweit verstanden?

    Beispiel: Setz dich in eine leere Badewanne und lass diese dann volllaufen. Dein Hintern wird nicht nass wenn du dich nicht bewegst obwohl du komplett im Wasser sitzt.
    Fülle die Badewanne mit z.B. 10 cm Kies, setz dich rein und dann lass diese vollaufen. Der Hintern wird dann ebenso nass wie der Rest... verstanden? :D
     
  19. Thomas B

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    Genau: Hmmm!!!

    Hält er nicht für erforderlich oder ist nicht erforderlich?????

    Der EnEV-Nachweis sollte darüber Klarheit bringen. Ist dort keine WD u. der Bopla gerechnet und für gut befunden, so ist das nat. O.K.

    Ist da aber eine Perimeterdämmung als erforderlich nachgewiesen, ist es nicht gerade am Planer diese wg. "...halte ich für nicht erforderlich..." aus der Planung zu tilgen.

    Nun mal Butter bei die Fische...
     
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  21. capslock

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    Dürfte auch davon abhängen, was da für Mauern draufkommen. Wenn es hochdämmende Steine sind (und zwar auch bei der ersten Lage der Innenwände), dann dürfte ordentliche Dämmung unter dem Estrich ausreichen. Man sollte aber nicht unterschätzen, was normale Innenwände für Wärmebrücken sind.

    Ich habe das mal für meinen Keller durchgerechnet, danach war es gegen anfänglichen Widerstand des Planers ganz klar, dass es Dämmung unter der Bodenplatte sein muß. Da eh eine selbstragende Bodenplatte vorgesehen war, wurde dies sogar deutlich wirtschaftlicher als schwimmender Estrich.
     
  22. qwertzuio

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    Nachvollziehbare Erläuterung. Angenommen mein Architekt hat noch nie gehört, dass man auf eine kapillarbrechende Schicht ggf. verzichten sollte. In welchem Fach hat er dann nicht aufgepasst und wie könnte er sein Wissensdefizit nachholen?
     
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