Klassischer Ringanker - Alternativen??

Diskutiere Klassischer Ringanker - Alternativen?? im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, habe in den anderen Beiträgen zwar viel zum Thema gelesen, jedoch möchte ich bei meinem Vorhaben einen klassischen Ringanker...

  1. #1 campari, 3. Mai 2015
    campari

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    Hallo zusammen,

    habe in den anderen Beiträgen zwar viel zum Thema gelesen, jedoch möchte ich bei meinem Vorhaben einen klassischen Ringanker aus optischen Gründen vermeiden. Die Situation: Ich baue ein massives Gartenhaus auf Fundamentplatte mit Frostschürzen. Die Außenwände sollen zweischalig aus DF-Klinkersteinen gemauert werden, um sowohl von außen, als auch von innen den Klinkerstein sichtbar zu haben. Wandhöhe 2,25 m.

    Auf das Mauerwerk soll anschließend eine Flachdachkonstruktion aus Holzbalken mit extensiver Dachbegrünung errichtet werden. Es ist also noch mit einigen Lasten zu rechnen;-) Ich möchte mich gerne mit den theoretischen Möglichkeiten und Fachmeinungen aus dem Forum beschäftigen, bevor ich einen Statiker beauftrage.

    Meine Fragen: Kann die Funktion eines klassischen „Ringankers“ eventuell auch durch Einarbeitung von Baustahl in Mörtel ersetzt werden? (Die Gefahr, dass Mörtel den Stahl an einigen Stellen nicht komplett umschließt, könnte man vielleicht mit verzinkten Stahl lösen)

    oder

    Kann ein „Ringanker“ in "kleiner Ausführung", etwa durch Zuschneiden (längs halbieren) der Klinkersteine ermöglicht werden?

    Sicherlich keine alltägliche Frage, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Fall sich jemand fragt, warum ich das Gartenhaus massiv erstelle: Optische Gründe und Standort in spitzer Grundstücksecke.
     
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  3. #2 Gast036816, 3. Mai 2015
    Gast036816

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    wenn du jemanden findest, der die sonderkonstruktion rechnet und dafür unterschreibt. viel hoffnung solltest du dir jedoch nicht machen.
     
  4. #3 baufix 39, 3. Mai 2015
    baufix 39

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    DF innen und außen ?
    mit Luftschicht oder wie ?
    Evtl. KS-U-Steine verwenden
     
  5. #4 Halbwissender, 3. Mai 2015
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    Es gehen auch andere Lösungen außer Beton aber DYI sollte hier nicht geschehen.
     
  6. #5 campari, 3. Mai 2015
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    @baufix 39: ja, außen und innen DF, es ergibt sich ein kleiner Spalt, ca. 1 bis 1,5 cm, wie eine normale Fuge. Es sollen auch unbedingt diese Klinker werden, da es zum Wohnhaus passen soll.

    @Halbwissender: In welche Richtung denkst Du, wenn nicht an Beton?
     
  7. axel50

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    Hierfür gibt es Leute die dir das planen. :shades Desweiteren glaube ich nicht das du das Sichtmauerwerk selber mauern kannst. Dafür brauchts gewisse Erfahrungen und Kenntnisse die du, wovon ich ausgehe, nicht hast. :hammer::shades

    Aber warum sag ich das überhaupt, die Hardcore-DIY'ler schrecken ja vor nichts zurück. :mauer
     
  8. #7 Wieland, 4. Mai 2015
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    Das bewehrte Mauerwerk bringt etwas mehr Zähigkeit und Stabilität ersetzt aber keinen Ringbalken aus Stahlbeton.
    Eine Möglichkeit besteht darin, daß man in die Fundamentplatte ausreichend bemessene Gewindestäbe einlässt um
    später die Fusspfetten auf das Mauerwerk aufzuspannen. Das sollte dir ein Statiker rechnen.
    Denn man will ja verhindern, daß die Flachdachkonstruktion bei Sturm abhebt. Und wenn sie abhebt sollte die Fundamentplatte,
    samt Mauerwerk und Frostschürtze mit dranhängen.Dann hat der Zimmermann nähmlich nichts falsch gemacht.

    safety first
     
  9. #8 Halbwissender, 4. Mai 2015
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    Windsogsicherungen sind was anderes und anders zu bewerkstelligen. Hier geht es erst einmal um eine scheibenförmige Aussteifung die nicht zwingend in einer ringförmigen Betonkonstruktion zu suchen wäre.
     
  10. #9 campari, 4. Mai 2015
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    @Axel50: Beim Mauern werde ich nur der Handlanger sein. In diesem Fall ist das die effizienteste Art, mich einzusetzen ;-) Andererseits will ich mich nicht kleiner machen, als es sein muss. Immerhin habe ich die Bodenplatte samt Frostschürzen auch in Eigenregie erstellt. Stichworte: Schalung, Bewehrung und 5 Kubikmeter WU-Beton nach Feierabend.

    Die Diskussion reicht ja nun schon von „nicht viel Hoffnung machen“ bis geht schon irgendwie (nur das WIE ist noch nicht ganz geklärt). Ich werde den Maurer meines Vertrauens beauftragen. Bevor ich die Statikerin beauftrage, möchte ich mich schon grob über die Möglichkeiten vorinformieren, da ja hier spezielle Anforderungen, nämlich Optik, Funktion & Sicherheit zusammen treten.

    In erster Linie zielt meine Frage auf das von Halbwissender aufgenommene Thema, Aussteifung der Wände zur Aufnahme der Lasten im Sinne eines Ringankers. Um welche Kräfte geht es beim Ringanker eigentlich genau? Könnte beispielsweise eine Holzkonstruktion als Mauerabschluss eine ähnliche Funktion erfüllen?

    @Wieland: Das Flachdach soll eine Holzkonstruktion mit extensiver Begrünung werden. Um Sturmlasten hatte ich mir noch gar keine Gedanken gemacht, aber gut gesehen. Ich werde das Thema ebenfalls mit der Statikerin besprechen. Mal sehen, inwiefern das Eigengewicht eventuell ausreichend ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt :-)
     
  11. JDB

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    Du machst den zweiten Schritt vor dem Ersten.
    Du fragst, wie man einen alternativen Ringanker bauen kann.
    Wer sagt, dass Du einen brauchst?
    Einen Ringanker kann man natürlich auch aus Holz bauen. Aber was hilft's?
    Anschluss am Klinker=? Lasteinleitung =? Wie groß ist diese Last eigentlich?
    ????
     
  12. campari

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    @JDB: interessanter Punkt. Dem zu Folge steht wohl doch zunächst das Gespräch mit der Statikerin an.
     
  13. #12 OLger MD, 6. Mai 2015
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    Der Ringanker hat, neben den genannten, u.a. auch die Aufgabe, die Wände zu stützen, wenn sie dem Winddruck standhalten müssen. Am Wandfuß stützt sich die Wand gegen die Bodenplatte ab. Eigengewicht sorgt dafür, dass sie nicht "wegrutscht". Seitlich stützt sich die Wand gegen die Querwände ab. Und oben?
    Im Fall der Dachkonstruktion nimmt der Ringanker Horizontalkräfte auf, die sich aus Längenänderungen der Dachkonstruktion ergeben: das Schwinden/Quellen von Holzkonstruktionen bei Änderungen des Feuchtegehaltes, Verformungen, die sich über die Jahre ergeben können wenn das Holz durchtrocknet, Kriechen und Schwinden bei Betondecken, usw.

    Der Ringanker verteilt auch die Lasten, die punktuell durch die Dachkonstruktion in die Wände eingeleitet werden. Auerdem sorgt er für einen Toleranzausgleich wenn die Dackkonstruktion und die Oberfläche der Wand nicht 100% planeben aufeinandertreffen ud verhindert somit, dass z.B. Kanten der obersten Ziegelreihe oder Randbereiche vom Mörtelbett brechen. Auch im Laufe der Jahre kann es zu leichten Verformungen des Dachtragwerkes kommen (Trocknungsverformungen, Durchbiegung aus Schneelast, ...), die zu Kantenpressungen führen können.

    Vielleicht kommt ja auch mal jemand auf die Idee einen Haken in das Mauerwerk einzubringen, um daran ein Seil zu spannen für z.B.: für Wäscheleinen, Sonnensegel, Hängematten, Slack-Lines, Unterstützungen für Jungbäume, Party-Beleuchtung... oder es erfolgt der Anbau eines Vordaches, einer Sat-Schüssel


    Ein Ringanker kann u.U. auch eine Holzkonstruktion sein, wenn sie denn ausreichend tragfähig mit den Wänden verbunden werden kann.

    Zweite - aber aufwändige - Möglichkeit wäre die Ausbildung eines Gesimses oder einer Auskragung der beiden obersten Reihen. Dann entsteht zwischen den obersten Steinreihen Platz für den Beton.

    Zweischalig mit Luftschicht und Luftschichtankern?
    oder
    Massive Wand mit beidseitigem Sichtmauerwerk?

    Tipp: Nimm Deine Zeichnungen und die Datenblätter der gewünschten Ziegel, lass Dich hinsichtlich Statik und Konstruktion von einem Tragwerksplaner/Architekten/Statiker beraten, arbeitet 2 Varianten aus, dann vergleichst Du Kosten und Optik und entscheidest Dich für eine.

    Ganz aktuell ein Beitrag von Kalle:
    http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?91028-Windsog-die-versteckte-Kraft-des-Windes
     
  14. Wieland

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    Die beste Lösung ist ein Ringanker mit Gleitfolie und Betondecke mit auschreichend Überstand. Was die Optik angeht kann man das Ganze
    mit Holz verkleiden. Die Holzkonstruktion erspart den Betoniervorgang wird aber letztendlich ( bei fachgerechter Ausführung )genau so teuer.


    Grüße aus Bürstadt
     
  15. JDB

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    Wieso ist das die beste Lösung?

    Ein Sichtbetonbringanker unter der Holzbalkendecke,
    ggf. mit Überstand und Tropfkante außen
    ist sicherlich gar nicht dumm.
    z.B. 32/20cm, über den Öffnungen ggf. höher.
     
  16. Wieland

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    Die beste, weil der Betondeckel das nötige Gewicht bringt und für die Dachbegrünung dauerhafter und Wartungsfreier ist.
    Natürlich funktionieren auch viele andere Lösungen.

    Grüße aus Bürstadt
     
  17. campari

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    Super, vielen Dank für die Ideen und Einschätzungen! Ich treffe mich in den kommenden Tagen nochmals mit einem Freund, der zugleich Architekt ist, und werde danach das Gespräch mit einem Statiker aufnehmen.

    Die Idee mit dem Betondach finde ich sympathisch, wobei die anderen Ideen auch Ihren Reiz haben.

    @Holger: Zum Thema Wandaufbau: Angedacht ist ein massiver Wandaufbau mit beidseitigen Sichtmauerwerk. Wäre eine dünne (einschlage?) Ausführung mit Sichtmauerwerk aus Klinkersteinen nach außen und innen Putz grundsätzlich denkbar? Ich werde den Statiker dazu jedenfalls noch befragen. Dünnere Wände würden den Innenraum natürlich stark vergrößern.
     
  18. #17 baufix 39, 6. Mai 2015
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    ich hab mal alles durchgelesen aber nichts von der Größe des "Bauvorhabens" gefunden.
    von welcher Größe reden wir denn, ich hoffe nicht von so 2 x 2 m ?????
     
  19. #18 OLger MD, 7. Mai 2015
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    Ich hatte nach dem Wandaufbau nur gefragt, weil Du "zweischalig" geschrieben hattest. Wie dick die Wände werden müssen, ergibt sich aus der Statik und den anderen Randbedingungen.
    Sichtmauerwerk:Putz = Preis:Geschmack
    Wenn der Ringanker aus Beton aus statischen Gründen und für die Gebrauchstauglichkeit entfallen oder anderweitig ersetzt werden kann, besteht ggf. auch die Möglichkeit, die Dachkonstruktion über Deckenlager auf die Wände aufzulegen.

    "Das C** C**®-Deckenlager ist ein wärmegedämmtes dauerelastisches Schubverformungselement für die Lagerung von massiven Decken auf Tragkonstruktionen nach DIN 18 530 [...]"

    Schnack mol mit 'nem Tragwerksplaner und schau was der so secht.
     
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  21. campari

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    ein kurzes update: Zwischenzeitlich habe ich einen Statiker beauftragt und auch zeitnah eine Rückmeldung erhalten. Wir haben jetzt folgende Lösung gefunden: In den drei letzten Mauerschichten werden Bewahrungselemente im Bereich der Mauerfugen eingesetzt. Für die Aufnahme der Dachkonstruktion werden Verankerungen ins Mauerwerk eingelassen. Das Dach wird nun doch eine Holzkonstruktion, obwohl mich ein Betondach auch gereizt hätte. Die Holzkonstruktion hat den Vorteil, dass ich mehr in Eigenleistung bauen kann.

    Vielen Dank für die zahlreichen Tips. Ich werde demnächst mal Detailbilder einstellen.
     
  22. campari

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    Wie versprochen, habe ich nun Bilder vom fertigen Rohbau eingestellt. Bisher ist das Gartenhaus schon sehr aufwendig und sehr teuer geworden. Wenn ich es mir anschaue, ist das auch wert ;-)

    Habe festgestellt, dass zu einer Seite bei den obersten drei Schichten die Fugen nicht ausgekratzt sind, weil schon Folie darauf lag. Hat jemand eine Idee, wie man da am besten weiter kommt? Habe an einigen Stellen ganz vorsichtig mit einem Meißel gearbeitet, allerdings waren die Fugen da noch frischer.
     
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