Kompression von Wärmedämmung

Diskutiere Kompression von Wärmedämmung im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen! Ich bin neu hier und kenne mich leider nur unzureichend mit der Funktionsweise von Wärmedämmung aus. Wenn ich alles richtig...

  1. trullala

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    Hallo zusammen!

    Ich bin neu hier und kenne mich leider nur unzureichend mit der Funktionsweise von Wärmedämmung aus.

    Wenn ich alles richtig verstanden habe, spielen Konvektion, Kunduktion (und Wärmestrahlung) eine entscheidende Rolle für den Wärmetransport innerhalb eines Stoffes. Ist das optimale Verhältnis von Luftkammern, deren Größe und die Materialmasse entscheidend für die Dämmwirkung?

    Wenn ich also einfache Mineralwolle sehr stark verdichte, müsste sich damit - bei gleicher Masse - die Konduktion des Materials doch erhöhen, oder?

    Vielen Dank für eure Unterstützung bei dieser Verständnisfrage!

    Viele Grüße,

    Trullala
     
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  3. R.B.

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    Im Prinzip ja, denn MiWo besteht ja aus Fasern mit einer Wärmeleitzahl von etwa 0,7W/mK und Luft mit 0,026W/mK. Die "Wolle" ist ja nichts anderes als eine komplexe Serienschaltung von Luft und Fasern. Betrachtet man das Gebilde dreidimensional, dann wird die Serienschaltung durch Parallelschaltungen ergänzt.

    Die Wärmeleitzahl der Faser an sich wird sich nicht verändern, aber entferne ich aus der Serienschaltung den Luftanteil, dann bleiben nur noch die Fasern und die Wärmeleitung der Wolle verändert sich.

    Gruß
    Ralf
     
  4. trullala

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    Vielen Dank, Ralf!

    Wenn ich nun aber die Wolle "auseinander zöge", sodass der Luftanteil sich erhöhte, wäre irgendwann ein Punkt erreicht (selbst wenn die Dämmung luftdicht abgeschlossen wäre), an dem durch Konvektion ebenfalls ein negativer Effekt eintreten würde, oder?

    Den Extremfall stellte quasi eine stehende Luftschicht dar, die ab einer gewissen Schichtdicke doch auch nicht mehr als ideale Dämmung anzusehen ist, weil die Konvektion für zu großen Wärmeaustausch sorgte, oder?

    Besten Dank auch für die Klärung dieser Fragen und viele Grüße,

    Trullala
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Jetzt wird´s interessant, denn wir kommen dann von einer statischen Betrachtungsweise zu einer dynamischen.

    Rein statisch betrachtet würde ja in Deinem Beispiel irgendwann der Luftanteil überwiegen, und somit die gesamte Dämmwirkung dem der (stehenden) Luft entsprechen.

    Dynamisch betrachtet könnte selbst innerhalb einer, ich nenne es mal "Luftzelle", durch Temperaturunterschiede eine Luftbewegung entstehen, die die Dämmwirkung drastisch beeinflusst. Die Wärmeübertragung würde dann nicht mehr über die ruhende Luftschicht, sondern über die bewegte Luft als Wärmeträger erfolgen.

    d.h. Während im ersten Fall die Teilchen in Bewegung versetzt werden und diese Bewegung auf benachbarte Teilchen übertragen, werden bei der Konvektion die Teilchen ihre Position verändern und somit die Bewegung "mitnehmen". Rein theoretisch betrachtet könnte man also die Wärme vom Punkt x zum Punkt y übertragen, während zwischen den beiden Punkten das Temperaturniveau unverändert bleibt.

    Die Dämmwirkung wäre also quasi aufgehoben. Nehmen wir meinen obigen Vergleich mit der Serienschaltung (aus der E-Technik), dann würde das einem niederohmigen Parallelwiderstand entsprechen, der die ganze Serienschaltung überbrückt. Der el. Strom nimmt auch da den Weg des geringsten Widerstands.

    Gruß
    Ralf
     
  6. trullala

    trullala

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    Alles klar!

    Besten Dank nochmal, Ralf!
     
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