KWL Oder nur Abluft

Diskutiere KWL Oder nur Abluft im Lüftung Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, ich bin bei den Vorplanungen für einen Neubau unserer Kirchengemeinde. Gebäude mit 4 Wohnungen und Nebenräumen für die Gemeindearbeit (KFW...

  1. frango77

    frango77

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    Hallo,
    ich bin bei den Vorplanungen für einen Neubau unserer Kirchengemeinde. Gebäude mit 4 Wohnungen und Nebenräumen für die Gemeindearbeit (KFW 70).
    Vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Energieberater. Der meinte eine KWL würde keinen Sinn machen, weil das Haus eh schon so gut gedämmt ist. Und durch die KWL mit Wärmerückgewinnung würde die Räume zu warm werden. Er empfiehlt eine einfache Abluftanlage mit direkter Frischluftzufuhr von außen, um so für den Notwendigen Luftaustausch zu sorgen. Die Wärme ist in den Wänden gespeichert und wird als Strahlungswärme abgegeben und so bräuchte man die Wärme der KWL nicht mehr.
    Ist das schlüssig?

    Beste Grüße

    Frank
     
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  3. Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Das ist nicht schlüssig.
    Die Wärmerückgewinnung der KWL produziert keine zusätzliche Wärme, durch welche die Räume "zu warm werden könnten", sondern reduziert lediglich die Wärmeverluste, die durch Lüftung entstehen.
     
  4. Mycraft

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    Jupp das ist reiner Bockmist...such dir bitte einen Energieberater der auch was davon versteht was er macht...
     
  5. frango77

    frango77

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    Danke. Also schließe ich daraus, dass es sinnvoll ist eine KWL Anlage einzubauen. Denn Lüften über die Fenster, das wird eh verschlammt.
     
  6. Mycraft

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    Ja so schout es aus....
     
  7. Julius

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    Naja, wenn die Fenster erstmal richtig verschlammt sind, schaut da eh keiner mehr raus - oder durch... :wow

    Im Ernst:
    An welcher Lottobude hat der Typ seine Zulassung gewonnen (Qualifikation kann man es nicht nennen)?
     
  8. #7 Zellstoff, 8. Januar 2013
    Zellstoff

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    hat mal was vernünftiges gelernt
    so beschrieben ist das natürlich Quatsch. "Zu warm" werden die Räume wg. einer KWL bestimmt nicht.
    Was stimmt ist, dass der Energieanteil der warmen Luft im Vergleich zur gespeicherten Energie in den Ziegeln/Wänden gering ist.
    Wenn man zudem alle Betriebskosten (Strom, Filter, Wartung etc.) einer KWL berücksichtigt, rechnet sich eine KWL nicht. Den Invest wird man (voraussichtlich) nie wieder reinholen (ausser die Energiekosten für Deinen Wärmeerzeuger steigen a) insg. drastisch und b) im Vergleich zu Strom).

    Bei einem Gebäude mit 4 WE´s und Gemeinschaftsraum, ist eine zentrale KWL zudem auch nicht gerade unaufwendig und günstig, wenn jede Einheit selber regeln/steuern soll/will.
    Gute Dezentrale pro WE sind auch nicht gerade günstig im Vergleich zu zentral, erfordern aber auch das entsprechende Nutzerverhalten dass sie ihre Bestimmung erfüllen.
    Bei Mietwohungen würde ich mir das daher auch überlegen, schon allein aus Kostensicht.

    Fazit: KWL ist eine reine Komfortsache die monetär gesehen keine Einsparungen bringt; reine Abluftanlagen sind natürlich deutlich günstiger, haben aber auch die Gefahr von "Komfortverlust" (kalte Zuluft im Winter) wenn nicht entsprechend gut geplant.
    Aus Gesamt-Kostensicht auf 20 Jahre werden sie eine KWL schlagen....
    Grundsätzlich komplett falsch sehe ich daher den Vorschlag des Energieberaters nicht, vorausgesetzt wir reden hier von Mietwohungen die bzgl. Lüftung einzeln regelbar sein sollen, falls KWL.
    Zur reinen Schimmelvermeidung, ist eine reine Abluftanlage auch geeignet und zudem deutlich günstiger und weniger vom Nutzer abhängig.
    vg
     
  9. ThomasMD

    ThomasMD

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    Gibts eigentlich schon praxiserprobte Betriebskostenabrechnungsmodelle für zentrale KWL in Mehrfamilienhäusern?
    Stelle ich mir sehr spannend vor.
     
  10. #9 Ralf Dühlmeyer, 8. Januar 2013
    Ralf Dühlmeyer

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    Zellstoff - datt stimmt so nicht.

    Richtig ist - eine zentrale Anlage ist wahrscheinlich der Supergau.
    Stichworte:
    Steuerung für die Nutzungseinheiten
    Brand- und Rauchschutz zwischen den Einheiten
    Umverteilung der Wärme (A heizt B über die Zuluft mit)

    Nutzungseinheitsbezogene Anlagen können durchaus auch wirtschaftlich Sinn machen, da der Gesamtaufwand beim MFH i.d.R. deutlich kleiner als beim EFH ist. Kurze Leitungswege bei geschickter Planung, leichte Zugänglichkeit, da ja nur in einer Ebene verteilt werden muss.
    Ausserdem hat der Vermieter Schimmelvorsorge.

    Ob der Gemeindesaal das braucht, sollte genau überlegt werden. Heizzeiten, Nutzungsdauer, ....

    Ausserdem gibt es dezentrale Wohnungssysteme auch für den Neubau - die haben z.B. gar keine Kanäle :p
     
  11. Zellstoff

    Zellstoff

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    hat mal was vernünftiges gelernt
    Schimmelvorsorge für Vermieter: das ist ja genau eins der Probleme. das setzt voraus, dass der Nutzer die Anlage auch fachgerecht betreibt, also dass sie a) läuft (Mieter will doch Strom sparen) und b) gewartet wird (Abluftfilter Filter kosten auch Geld).
    Sobald der Mieter hier eingreifen kann, gibt es das Problem wer nachweisen muss, wenn es z.B. doch schimmelt...

    wirtschaftlich übersteigen allein die Kosten für Strom und Filter (bei richtiger Nutzung/Wartung) im gut gedämmten Neubau die Gewinne durch die WRG. Von Amortisation noch keine Rede. Gibt es Synergieen im MFH vs EFH, mag es etwas besser ausschauen, aber rechnen wird sich eine KWL vs Abluftanlage auf 20 Jahre gesehen nicht.

    und ja, es gibt gute dezentrale...die aber auch richtig kosten...
    alles eine Frage des Geldes ;-)
     
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  13. #11 Ralf Dühlmeyer, 8. Januar 2013
    Ralf Dühlmeyer

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    Deine Argumente erinnern mich an die der Gurtmuffel bei der Einführung der Anschnallpflicht.

    Wie lange können wir es uns noch erlauben, Energie ungenutzt in die Umwelt zu schicken, nur weil die Luft ausgetauscht werden muss.
    Erlauben in mehrfacher Hinsicht. Finanziell, moralisch, ökologisch - und ich rede nch nicht vom Klimawandel :p
     
  14. Zellstoff

    Zellstoff

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    hat mal was vernünftiges gelernt
    Nicht falsch verstehen. Habe selbst mein EFH mit zentraler KWL gebaut. Viele Gründe, aber Hauptgrund war Komfort. Umwelt und Energie auch, aber zweitrangig.
    Das muss jeder für sich entscheiden und gewichten.
    Bei MFH wird eben noch schwieriger, weil das Thema Nutzerverhalten nicht selbstbestimmt ist.
    Bei den Kosten muss man sich bewusst sein, dass man sich bei kwl nichts spart.
    Wenn der Energieberater von frango77 das erklären wollte mit seiner Argumentation, war das so falsch nicht.
    Hier braucht es aus meiner Sicht einen guten Energieberater, der neben den techn. und wirtschaftlichen Faktoren auch das ökologiebewusstsein vs. finanzieller Möglichkeiten klärt und neutral die Alternativen aufzeigt und erklärt.

    Aber generell zu sagen, eine Abluftanlage für das Vorhaben ist komplett falsch, kann man so auch nicht stehen lassen, nur weil das pers. Empfinden ein anderes ist.
     
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