Leerrohr gleich Schutzrohr?

Diskutiere Leerrohr gleich Schutzrohr? im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, wir haben im letzten Jahr einen Neubau bezogen. Im Leistungsverzeichnis war ein Leerrohr vom Keller in das Erdgeschoss für den...

  1. #1 csoekeland, 2. Februar 2016
    csoekeland

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    Hallo,
    wir haben im letzten Jahr einen Neubau bezogen. Im Leistungsverzeichnis war ein Leerrohr vom Keller in das Erdgeschoss für den Telefonanschluss vorgesehen. Wir haben direkt ein Kabel mit einlegen lassen. So steht das auch als Ergänzung im LV.

    Nun wollen wir das Kabel selber gegen ein CAT7-Kabel austauschen. Das alte Kabel habe ich schon schwer herausbekommen, da es am Endstück im Erdgeschoss wohl einen zu starken Knick gibt. Ich hatte eine Schnur mit eingezogen. Mit Hilfe dieser habe ich das neue Kabel bis zu dieser Stelle 4 Meter hinein bekommen. An dem Knick ging es auch mit vor und zurück nicht weiter und die einzelnen Kabel sind von der Schnur gerissen.

    Gerade habe ich die Elektrofirma angerufen und auf das Problem hingewiesen. Nun wollen sie mir weiß machen, dass es ein Unterschied sei, ob sie ein Leerrohr mit oder ohne Kabel verlegen. Wenn sie es mit Kabel verlegen würden wäre es nur ein Schutzrohr. Dann wären die Kabel auch nicht austauschbar. Hierauf würden sie auch verweisen.

    Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass darauf nicht verwiesen wurde. Zudem habe ich im LV den Begriff Leerrohr stehen.

    Kann mir jemand sagen, ob ich recht habe und wo ich eventuell entsprechende Normen finde?

    Danke schon einmal!
     
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  3. R.B.

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    Kommunikationsleitungen sind auswechselbar zu verlegen (DIN18015), und ob der das Rohr nun Installationsrohr oder Schutzrohr nennt, ist völlig egal.

    In meinen Augen ist das nur eine Ausrede. Eine Schnur zum Einziehen ist natürlich nicht der Hit. Es gibt Einziehhilfen, dann ordentlich schmieren und es flutscht.
     
  4. #3 wasweissich, 2. Februar 2016
    wasweissich

    wasweissich Gast

    ab dem augenblick , in dem ein kabel reinkommt ist das rohr nicht mehr leer , also kein leerrohr ;) und das kabel ist auf deinen geheiss reingekommen .

    und ein , nennen wir es mal hüllrohr , für telefonkabel muss nicht für ein cat7 geeignet sein .

    und : hättest du deinem cat7 etwas gleitmittel gegönnt und hättest du nicht nur durch an der schnur zerren die litzen abgerissen , sondern eine zweite person mit nachschieben beauftragt , hättest du das kabel trotzdem mit 99%er sicherheit hineinbekommen .....
     
  5. #4 csoekeland, 2. Februar 2016
    csoekeland

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    Danke R.B.

    @ wasweissich:
    1. Das CAT7-Kabel ist etwas dünner und biegsamer als das bisherige Telefonkabel
    2. ich hatte das Kabel direkt mit Bootsfett geschmiert und als es nicht weiter ging von oben Silikonfett eingesprüht
    3. Es hat jemand von unten geschoben - an der betreffenden Stelle half auch kein schieben mehr...
     
  6. Dipol

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    In Kapitel 4.5 der DIN 18015-1 sind glatte und stoßkantenfreie Rohrohre nur für Glasfaserleitungen gefordert. Somit sind doch sowohl für Koax- als auch Telefon- oder Datenkabel keine speziellen Rohre gefordert.

    Da ich gerne dazulerne, bitte einen Normbezug oder Fachartikel der deine Hypothese unterschiedlicher Leerrohre für Telefon- und Datenkabel belegt. ;)

    Auch mit Kabelgliss, das nicht wie andere Gleitmittel einen späteren Kabelwechsel erschwert oder gar unmöglich macht, kann man fehlende Zugdosen oder unterdimensionierte Leerrohrdurcmesser nur beschränkt ausgleichen.

    Nach DIN 18015-1 sind nach zwei Bögen oder max. 12 m Länge Zugdosen gefordert, aber keiner beachtet es. Für RuK und IuK sind getrennte Leerrohranlagen gefordert, lediglich für Kombikabel gibt es eine Ausnahme. So lange der Füllfaktor und die Zuglast nicht überschritten werden, kann man m. E. auch getrennte IuK- und RuK-Leitungen gefahrlos in ein Rohr einziehen.

    Im Dibkom Kabelnetzhandbuch wird unter Bezug auf FTZ 731 TR1 ein Füllfaktor von 0,6 genannt, wenn beide Leitungen gemeinsam eingezogen werden, bei nachträglichem Einzug wäre nach dieser DTAG-Norm ein Füllfaktor von 0,4 einzuhalten.
     
  7. csoekeland

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    Welchen Füllfaktor darf ein Rohr maximal haben?

    Bei uns sind 16er-Rohre für alle Kommunikationsleitungen verlegt worden. Das besagte Rohr hat eine Länge von etwa 5,5m, mindestens 4 (!) Bögen und keine Zugdose. Selbst mit einer Spindel / Kabeleinzughilfe komme ich am letzten Bogen nicht vorbei... ich könnte kot...
     
  8. fuchsi

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    16er ? Ui, da bekommst z.B.:SAT Leitungen sicherlich nicht durch. Ich nehme da nicht mal 20er sondern 25er Rohre.

    Probier es mal mit der Staubsaugermethode. Ein dünnen Faden durchs Rohr durchsaugen, und an dem die Einziehhilfe nachziehen. Und viel Flutschi.
     
  9. #8 Ralf Dühlmeyer, 11. Februar 2016
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    Schon mal in Gegenrichtung versucht? Manchmal funzt es dann, weil das Hindernis leichter übergangen werden kann.
     
  10. csoekeland

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    In Gegenrichtung stoße ich am entgegengesetzten Ende an den letzten Bogen und komme nicht weiter.
    Ja - ich gehe davon aus, dass die Firma die Kabel auch nur herein bekommen hat, da sie diese im unverlegten Zustand direkt eingezogen hat.

    Hier noch zwei Bilder aus der Bauphase...

    IMG_0197.jpg
    IMG_0251.jpg
     
  11. #10 Ralf Dühlmeyer, 11. Februar 2016
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    Das heisst, die Stelle, an der es nicht mehr weitergeht, ist nicht die selbe, sondern je nach Zugrichtung unterschiedlich?
    Dann ist das Rohr an sich frei und "nur" der Widerstand zu groß.

    Also ordentlich schmieren, schmieren und nochmal schmieren. Die gesamte Länge und immer wieder, weil das Wellrohr ja das Kabel quasi abschabt.
     
  12. bauloehr

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    Hi,

    zum Verständnis: Wenn Du schreibst "Verlegung im Schutzrohr", sind damit dann die grauen Rohre auf den Bilder gemeint, die man zur Leitungsverlegung bei Aufputzinstallationen nimmt?

    Gruß
    Hannes
     
  13. csoekeland

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    @bauloehr: Nein - es ist das dünne Wellenrohr, welches du direkt an der Ecke zwischen Fußboden und Wand siehst...

    @Ralf Dühlmeyer: Aber es kann doch nicht sein, dass hier Normen missachtet werden und ich mir die Leitungen beim einziehen kaputt quetsche oder zerreiße. Siehst du als Architekt hier keinen Baumangel??
     
  14. Kater432

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    So einen scharfen 90 Grad Knick ist sicherlich auch sehr schwer da ein Kabel durchgezogen/geschoben zu bekommen. Hier im Bild einmal der Knick nach oben und einmal an der tür umdie Ecke, dahinter sicherlich noch einige. Also kein schöner Radius zum schieben, je nach staare des Kabels ist es dann schon sehr schwer um die Ecke zu ziehen/bekommen.

    Verlegerichtlinie auf dem Boden sind auch nicht eingehalten worden, kein Abstand zur Wand gehalten.
     
  15. fuchsi

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    Und wer legt heute noch ein 16er Rohr. Das kann man maximal für Putzverlegung und 3-4 Einzeladern verwenden. Und da nimmt man ein 20er Rohr.

    Oder eben rein als Schutzrohr, ohne die Möglichkeit jemals was nachgezogen/getauscht werden kann.
     
  16. csoekeland

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    Ich wäre total dankbar, wenn mir jemand konkrete Normenauszüge senden könnte!
     
  17. #16 Ralf Dühlmeyer, 11. Februar 2016
    Ralf Dühlmeyer

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    Das Wort Urheberrecht sagt Dir irgendwas?? Die liegen beim Beuthverlag!

    An sonsten nochmal: Nicht immer die gleiche Stelle, an der es klemmt? Wenn ja, dann ist ein Mangel zumindest fraglich!
     
  18. #17 Rudolf Rakete, 11. Februar 2016
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    Hast Du es schon mit einem Einzugband aus Nylon probiert? Wichtig ist auch die Verbindung Leitung zum Zugband mit Isolierband SORGFÄLTIG zu umwickeln und gut zu schmieren. Der Schieber ist immer wichtiger als derjenige der Zieht. Kennst Du keinen erfahrenen Elektriker? Mmanchmal ist es einfach eine Sache des Gefühls und der Erfahrung mit so etwas.
     
  19. AlexSinger

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    eventuell ein dünneres Kabel nehmen
     
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  21. AlexSinger

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    Versuch mal auch ein ordentliches Nylon-Einzugband mit Stahlkern zu nehmen (4mm). Wenn Du es durch bekommst, dann müßte auch das Einziehen klappen. Habe schon selbst 15m am Stück OHNE Zugdose ein SAT-Kabel mit 6mm Durchmesser durch ein 16er Rohr hindurch bekommen - hat paar Stunden gedauert aber am Ende hat's geklappt.
     
  22. csoekeland

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    Kann mir jemand sagen, ob in der FTZ 731 oder im Kabelnetzhandbuch etwas über den Füllfaktor für eine einzelne Leitung steht?
     
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