Luft-Wärmepumpe - zu klein dimensioniert?

Diskutiere Luft-Wärmepumpe - zu klein dimensioniert? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, ich bin vor 4 Monaten in meinen Neubau eingezogen, der als Heiztechnik eine Luft-Wasser Wärmepumpe von Viessmann (Vitocal)...

  1. #1 DasFantom79, 17. Dezember 2014
    DasFantom79

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    Hallo zusammen,

    ich bin vor 4 Monaten in meinen Neubau eingezogen, der als Heiztechnik eine Luft-Wasser Wärmepumpe von Viessmann (Vitocal) verwendet. Auf die Dimensionierung derer hatte ich keinen Einfluss, dass sollte von Experten vom Heizungsbauer berechnet werden.
    Nun, nach 4 Monaten im Haus, stehe ich mit dieser Heizung (in Kombination mit einer Vitovent Lüftungsanlage) etwas auf Kriegsfuß - das den Verbrauch und die Laufzeit angeht.

    Die Eckdaten:
    - EFH mit 180qm Wohnfläche (plus ca. 90qm Keller) - davon beheizbar ca. 250qm
    - KFW70 Standard mit einem theoretischen Primärenergiebedarf von 43,41kWh/m2
    - WP-Heizung Vitocal 242 ( ca. 200l interner Speicher) und Lüftung Vitovent 300
    - Temperatur in den Räumen auf 21-22° eingestellt - aber nur ca. 150m2 beheizt
    - Nach 4 Monaten ca. 3000kwh ohne Aufheizprogramm
    - Heizen mit Heizkennlinie und Einzelraumregelung der Fußbodenheizung


    Hatte ich vor Baubeginn mit einem ungefähren Wert gerechnet, den ich nach einem Jahr auf dem Stromzähler haben werde - bin ich nun doch etwas beunruhigt. Nun hat auch ein Nachbar ein sehr ähnliches Haus (ebenfalls KFW 70 Bau, ein klein wenig (!) kleiner - aber haargenau die gleiche Wärmepumpe. Als ich nun vor Kurzem mal wieder bei ihm vorbeigeschaut habe, fiel ich fast vom Glauben ab. Er hat bisher (obwohl er schon 3 (Sommer-)Monate länger hier wohnt, einen um Faktor 6 niedrigeren Verbrauch. Während er mit etwas über 500kwh auf dem Zähler ins Rennen geht, bin ich mit ca. 3000 kwh dabei! In beiden Werten ist KEIN (!) Estrich Aufheizprogramm dabei (wurde jeweils über einen anderen Zähler abgerechnet).

    Einziger großer Unterschied: Ich habe keinen weiteren Pufferspeicher (nur den kleinen internen der Vitocal), während Herr Nachbar einen Pufferspeicher neben der Heizung stehen hat (der ihm empfohlen wurde - mir wurde er eigentlich sogar abgelehnt - obwohl ich darauf hingewiesen habe). Beide haben wir keine Solarthermie auf dem Dach.

    Insg. ist es schon warm im Haus (bis auf das Bad, da bekommen wir noch nicht mal 21°C hin - egal wie hoch ich die Heizung drehe). Trotzdem habe ich von Anfang an das Gefühl, dass die Heizung evtl zu klein dimensioniert ist. Allein dass ich für die Badewanne (ca. 220 Liter Inhalt) "zwei mal" befüllen muss (weil das Wasser zwischendrin kalt wird - und erst wieder aufgeheizt wird!) .

    Nun stellen sich mir folgende Fragen dazu:

    a) Ist die Heizung überfordert / unterdimensioniert?
    b) Ist das Haus zu schlecht isoliert?
    c) Ist die Pumpe völlig verkehrt eingerichtet (der "Meister" hat da ehrlich gesagt nicht viel gemacht und der Viessmann-Kundendienst nur das Kühlmittel eingefüllt ...)
    d) Wie kann ich weiter vorgehen? Einen anderen Sanitärmann zur Überprüfung beauftragen? Aber was kann der groß machen?
    e) Gibt es irgendwo oder durch Euch "Vergleichswerte" - auch wenn das sehr schwer zu vergleichen ist. Aber einen Daumenwert wäre schon mal schön. Wenn ich hochrechne hatte ich definitiv nicht mit 10.000kwh / Jahr gerechnet!


    Vielleicht könnt ihr ein wenig Licht ins Dunkle bringen ...

    Gruß
    DasFantom
     
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  3. andi5783

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    Hallo,

    bevor man das Vergleichen anfängt (was wie du erkannt hast schwer und wenig zielführend ist) sollte man mal ein paar Randbedingungen klären (wenn ich welche vergesse, werden die Experten sich sicherlich dazu äußern):

    1. Liegt eine Heizlastberechnung für das Haus vor? Wenn ja, was ist das Ergebnis? (Hinweis: damit ist nicht der Energieausweis gemeint)
    --> Daraus folgt ob die Heizung halbwegs gut dimensioniert ist
    --> Ob das Haus eine hohe Heizlast hat (z.B. wg. schlechter Dämmung)
    2. Wurde die Anlage hydraulisch abgeglichen? (http://www.bosy-online.de/hydraulischer_Abgleich.htm)
    --> Nur wenn dies erfolgt ist, kann man anfangen die Heizkurve so einzustellen, dass sie auch nur die Wärme erzeugt die man wirklich braucht
    3. Ist ein Wärmemengenzähler verbaut?
    --> Daraus kann man ableiten wieviel Wärmeenergie aus den elektr. Energie erzeugt wurde --> man kann die Effizienz betrachten
    --> Schlechtester theoretischer Wert (Arbeitszahl) ist 1 (erzeugteWärme/elektr.Energie) , d.h. aus 1 kWh elektr. Energie wird 1 kWh therm. Energie
    4. Gibt es eine Zirkulationsleitung für Warmwasser?
    --> Vielleicht gibt es hier hohe Energieverluste
    5. Gibt es Heizstäbe und sind diese aktiviert?
    --> Heizstäbe sollten sich in der Regel dann anschalten wenn die WP die Leistung nicht mehr bringt oder eine Störung hat. Mit dem Heizstab hat man einen Arbeitszahl von 1
    6. Ist eventuell noch das Aufheizprogramm aktiviert, weil es niemand abgeschaltet hat?
    7. Was ist denn als Warmwassertemperatur eingestellt?

    Meine Laienmeinung zu dem Verbrauch:
    Der klingt schon deutlich zu hoch, denn wenn wir von einer Arbeitszahl von 1 ausgehen, sind aus den 3000kWh elektr. Energie immerhin 3000kWh Wärme entstanden und die müssen ja irgendwo hingegangen sein, zumal es ja noch nicht richtig kalt ist (ob sowas durch Restfeuchte im Bau sein kann, müsste ein Experte beantworten). Wenn du dann noch schreibst, dass du nicht mal die Badewanne füllen kannst, dann klingt das noch komischer.

    Generell gilt (wenn man davon ausgeht dass es keine Fehler in Anlagenhydraulik oder -auslegung gibt):
    1. Die Anlage sollte hydraulisch abgeglichen sein
    2. Die Heizkurve muss dahingehend optimiert sein, dass sie nur die Wärme liefert die man braucht (d.h. selbst wenn du alle Einzelraumregelungen voll aufdrehst, darf sich der Raum nur auf die von dir gewünschte Temperatur, also 21-22° aufheizen)
    3. Durch diese Optimierung wird eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur erreicht und um so niedriger diese ist, umso effizienter läuft die Anlage

    So und jetzt mag ich nicht mehr schreiben :)
     
  4. towika

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    Puffer für den Heizkreis brauchst Du mit WP normalerweise nicht, die FBH ist Puffer genug.

    Mal Heizkurve und hydraulischen Abgleich prüfen.
    Zur Badewanne: Kommt auch darauf an, wie hoch Du Deinen WW-Speicher aufheizt. Wenn der nur auf 45°C geheizt wird, reicht es eben nicht für's 220L Vollbad, bzw. nur zum Duschen. Evtl. Speichertemp. erhöhen.


    Ich würde folgendes noch prüfen:
    Ist der Heizstab akiviert und wird er ggf. unnötig genutzt? Man kann normalerweise einstellen, ab wann er mithilft (z.B. auch zur schnelleren WW-Bereitung für die 2. Badenwannenfüllung...), oder auch ganz abschalten. In der Regel kannst Du die erzeugte Wärmemenge irgendwie auslesen, oft auch wieviel dabei der Heizstab geholfen hat.
    Ich denke, daß dies schon Licht ins Dunkle bringt.

    Unabhängig davon bedeuten vergleichbare Ausgangssituationen nicht vergleichbare Ergebnisse.
    Mein DHH-Nachbar hat identische Wohnfläche und Heizung, verbraucht aber mehr als doppelt soviel Heizöl.
    Es kommt also auch sehr auf die Einstellung der Anlage und das Nutzerverhalten an.
    Dein Nachbar duscht nur, Du nimmst stets ein Vollbad.
    Er kommt mit 20°C aus, Du brauchst 22°C.
    Er hat seinen Heizstab deaktiviert, Du nicht.
    Er hat viel solaren Gewinn, Du nicht.
    Er hat viele el. Geräte dauernd laufen, oder einen zusätzlichen Holzofen, Du nicht.
    Auch der Aufstellort der LWP kann die Effizienz beeinflussen, aber nicht in der o.g. Dimension.

    Es gibt zu viele Parameter, um das eins zu eins vergleichen zu können. Ich würde bei den Einstellungen der Heizung beginnen, die Unterschiede zu suchen.
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Hat der Nachbar einen zusätzlichen Wärmeerzeuger? Beispielsweise eine Kaminofen? Evtl. auch noch wasserführend?

    Vielleicht könntest Du noch die genaue Modellbezeichnung nachliefern, denn diese WP gibt es in verschiedenen Leistungsklassen.

    Das kann man erst beurteilen wenn die Heizlast und die genaue Modellbezeichnung bekannt sind. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sie nicht zu klein dimensioniert ist. Die WP kann zudem ihre Leistung regeln, das müsste bei den aktuellen Temperaturen locker ausreichen.

    Das glaube ich eher nicht, auch hier kann die Heizlast für Klarheit sorgen.

    Das ist meine Vermutung.

    Das hängt davon ab ob Du Dich selbst mit der Materie auseinandersetzen möchtest. Dazu würde ich zuerst einmal die Unterlagen studieren damit Du die Bedienung richtig kennenlernst-

    Um ehrlich zu sein, Vergleichswerte brauchst Du da nicht. Die 3.000kWh el. für die 4 Monate sind definitiv zu viel. Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Stromverbrauch im Sommer viel niedriger liegen wird, ist der zu erwartende Stromverbrauch vielleicht bei 8.000kWh p.a., was auf 25.000kWh thermisch hindeuten würde, und das wäre für das Haus viel zuviel.

    Wenn das Badezimmer nur über eine FBH beheizt wird, dann wirst Du dort auch kaum eine Raumtemperatur von 24°C erreichen. Daran würde auch eine Hühnerleiter irgendwo an der Wand nichts ändern, zumindest so lange darin kein E-Heizstab steckt.
     
  6. #5 Ritterjamal, 19. Dezember 2014
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    Die 3000 kwh sind schon ne ordentliche Nummer.
    Wir beheizen bei uns ca 185 m², haben eine Heizlast von ca. 8,8 kw und einen Mix von Anbau (2013) und Bestand von 2007. Am 2.9. wurden durch die Stadtwerke der Zähler abgelesen und seitdem haben wir knapp 1500 kwh auf den Zähler drauf bekommen. Räume werden auf 23 Grad geheizt.

    @Ralf: Ich kann mir aber nicht vorstellen dass die 200 interner Speicher für das Warmwasser für eine Badewanne voll nicht reicht. Wir fahren selbst mit 45 Grad Warmwasser. Ok wir haben einen Warmwasserspeicher im Durchlaufhitzer Prinzip. Wie viel Liter Warmwasser der jetzt bereit stellt kann ich nicht sagen, aber wir können ohne Probleme eine Wanne, Eckwanne 1,50x1,50m, voll mit ca. 39 - 41 Grad machen und anschließend noch Duschen gehen.

    Gruß
    Alex
     
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