Luftdichte Ebene herstellen bei Holzboden?

Diskutiere Luftdichte Ebene herstellen bei Holzboden? im Spezialthema: Wind- und Luftdicht Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, wir sind letzte Woche deutlich durch den Blowerdoortest gefallen (2,9). Der schlechte Wert kommt laut Blowerdoor-Messer durch das...

  1. mia1982

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    Hallo zusammen,

    wir sind letzte Woche deutlich durch den Blowerdoortest gefallen (2,9). Der schlechte Wert kommt laut Blowerdoor-Messer durch das Wohnzimmer zustande, eine konkrete Leckage konnte aber nicht gefunden werden.

    Das Wohnzimmer ist das Obergeschoss eines Anbaus. Und nur dieses Obergeschoss gehört zur beheizten Hülle. Nach oben hin wurde Flockdömmung eingeblasen und in diesem Zuge eine luftdichte Folie verklebt. Die Wände sind alle verputzt, dort gab es auch keine relevanten Leckagen an Steckdosen. Bleibt also der Boden. Dieser hat folgenden Aufbau (von oben nach unten):

    - Parkett (schwimmend verlegt)
    - Trittschalldämmung
    - alte Holzdielen
    - Balken
    - Heraklithplatten
    - alter Putz (ca. 50 Jahre alt)
    - Dämmung (ESP geklebt)

    Die einzige luftdichte Hülle ist hier der Putz. Dieser ist aber sehr alt, wohl auch rissig etc und wurde evtl durch das Verkleben der Dämmplatten noch mehr geschädigt. Ich vermute unser großes Leck ist dieser Bodenaufbau.

    Frage nun: Ist diese Einschätzung realistisch? Also kann der Boden den Wert verursacht haben? Fläche des Raums ist übrigens ca. 28 qm.

    Wie würde man eine luftdichte Ebene nun herstellen? Meine Idee war nun: Parkett + Trittschalldämmung raus. Auf die alten Dielen eine Folie, die ordentlich mit Anschluss an den Putz der Wand verklebt wird und darauf wieder Trittschalldämmung und Parkett. Wäre das machbar?

    Noch zur Info. Beim Luftdichtigkietskonzept hat der Planer da etwas geschlampt. Es wurde der Putz der Decke darunter als luftdichte Ebene angenommen, wobei da weder ordentlich Wandanschlüsse sind, noch der Putz wohl luftdicht genug ist. Hier gabs einige Missverständnisse. Ist passiert.

    Würde mich freuen, wenn hier jemand helfen kann.

    LG
     
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  3. KPS.EF

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    Sorry, noch eine Verständnisfrage:

    Weshalb wurde die ermittelte Luftwechselrate von 2,9 je Stunde als "im Test durchgefallen" bezeichnet?
     
  4. mia1982

    mia1982

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    Hallo,

    vielen Dank für die Antwort.

    Die Leckagen wurden leider gar nicht visualisiert, sondern nur mit so einem Luftzugmessgerät gemessen. Weder Rauch noch Thermografie kam zum Einsatz. War aber auch so angeboten, da haben wir nicht aufgepasst...:mauer

    Der Test gilt als durchgefallen, da bei einem Haus mit Lüftungsanlage ein Wert von 1,5 erwartet wird.

    Mittlerweile ist uns eingefallen, dass unterhalb der Dielen die Wand mit Sicherheit unverputzt ist. Also im Zwischenraum des Bodenaufbaus. Damit hätten wir im gesamten ca. 4m² unverputztes Mauerwerk....

    Was würdest du vorschlagen als luftdichte Ebene, wenn nicht eine Folie?
     
  5. KPS.EF

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    Hier helfen Tipps aus der Ferne leider wenig, da alle Details vor Ort geprüft werden müssen.

    Je nach Vertragsgestaltung sind hier eher Planer und Bauausführender gefragt. Sie schulden wohl in erster Linie den versprochenen Erfolg.
     
  6. #5 passivbauer, 26. Mai 2011
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    Grundsätzlich sollten 2 Tests gemacht werden.

    Der 1. zu dem Zeitpunkt wo man noch was machen kann.

    Der 2. ist der nach EnEV u. U. geforderte Test.

    Das wissen i. A. die Handwerker (viele Gewerke haben inzwischen ihre eigenen Geräte zur eigenen Qualitästsicherung ihrer Arbeit) aber vor allem sollten es die Planer wissen. Bitte diesen auf die Füße treten.
     
  7. KPS.EF

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    :bierchen:
     
  8. #7 Planlosaktiv, 8. Juli 2011
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    Ja, dann hätte der nette Herr / die nette Dame vielleicht mal kurz seine Thermographiekamera bzw. Nebelgenerator aus dem Auto holen sollen?
    Er hätte aber eigentlich bei dem Wert die großen Leckagen orten können müsse - gibt ja noch andere Möglichkeiten Luftzug zu orten als das Thermo-Anemometer oder zumindest einzuschränken.
    Wo habt ihr den Fuchs den her?
    Schließe mich auch den zwei bzw. drei Messungsprinzip an ...
    Qualifizierte Blower Door Messungen in Kombination mit qualfizierter Thermographie scheuen die meisten, da es ein wenig mehr Geld kostet - macht aber ja absolut Sinn, so hättet ihr euch das ganze Aufreißen jetzt sparen können und den Ärger.
     
  9. mia1982

    mia1982

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    Ja, nachher ist man immer schlauer. Leider.

    Wir haben nun seit 3 Wochen ein ausgeliehenes Blower Door Messgerät. Nebel hat nicht die große Erkenntnis gebracht. Der Wohnzimmerboden ist mittlerweile komplett neu aufgebaut. Wir haben damit den Wert auf 1,9 drücken können. Planer, Energieberater und unsere beteiligten Handwerker sind immernoch etwas ratlos. Unsere Vermutung geht jetzt dahin, dass die Luft großflächig über die Böden in die Zwischendecken (Holzbalkendecken), und von dort ins Mauerwerk verschwindet.

    Man muss evtl noch dazu sagen, dass das Haus 1850 erbaut wurde, seit den 1960er Jahren nichts mehr daran gemacht wurde und wir auf ein KFW-85 Haus saniert haben. Da waren die Rahmenbedingungen auch für unser "Kompetenz-Team" eine Herausforderung. Halt immer der schmale Grad zwischen effizienter Sanierung und Beachten der Bauphysik.
     
  10. Eric

    Eric

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    Infos sind etwas dünn.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das 1. OG das Dachgeschoß. Decke zum EG ist eine Holzbalkendecke.

    Dachschrägen im 1.OG wurden mit einer Dampfbremse versehen und mit Isofloc ausgeblasen.

    Die Holzbalkendecke im 1. OG hat keine oberseitige Dampfbremse. Das darauf verlegte Parkett, die Trittschalldämmung und die alten Holzdielen sind nicht luftdicht und zwar zumindest mal wegen der Randfugen des schwimmenden Trockenestrichs.

    Die Decke unter dem 1. OG gehört zur beheizten Innenhülle. Warum dort EPS zur Dämmung auf dem Altputz auf " Sauerkrautplatten " aufgeklebt wurde, ist insofern erklärungsbedürftig.

    Die unverputzten und ungedämmten Außenwände im Bereich der Holzbalkendecke wurden in die Betrachtung des Sanierungskonzepts nicht einbezogen !!!

    Wenn es jetzt vom EG und vom 1. OG zur Konvektion in die Holzbalkendecke kommt, sollte man sich Gedanken über die Holzsparrenköpfe machen: Tauwasserausfall an den Außenwänden und im Bereich der Sparrenköpfe sind denkbar.

    Die Einbeziehung von Holzbalkendecken in das Dämm- und Luftdichtheitskonzept stellen halt eine ganz besondere Herausforderung für den Planer dar. Hier offenbar nicht gelöst > Nullplanung. Klärung bringt die Aufforderung des Archis zur Vorlage der dafür erforderliche Detailplanung.
     
  11. mia1982

    mia1982

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    Das 1.OG des Anbaus ist nach oben hin mit einem Flachdach abgeschlossen. Nach oben hin wurde eine Dampfbremse verklebt und Isoflloc eingeblasen.

    Mittlerweilse wurde ein luftdichte Folie und ein Fließestrich eingebracht.

    Wenn die Zwischendecke zur beheizten Hülle gehört ist doch eine Dämmung von unten ok. Das Erdgeschoss des Anbaus wird im Grunde wie ein Keller behandelt. Und somit die "Keller" - Decke von unten gedämmt.

    Die Außenwände sind nicht ungedämmt. Es gibt aber von innen unverputzte Stellen, die zur luftundichtigkeit geführt haben.

    Soweit sind wir auch. Es wurden Fehler gemacht und bei der Planung vieles vernachlässigt. Das ist auch dem Architekten bewusst. Es ging mir hier aber darum, eine Lösung zu finden, nicht einen Schuldigen. :konfusius

    Nachdem die Schwachstelle im Wohnzimmer nun behoben ist, und wir noch andere kleinere Lecks gefunden haben, erreichen wir aktuell einen Wert von 1,75. Weitere Erkenntnis wird eine Thermografie bringen, die wir voraussichtlich durchführen lassen. Dazu müssen die Außentemperaturen natürlich noch sinken.

    Abgesehen davon wurde viel Zeit und Energie von allen Beteiligten investiert, um die Sanierung zu einem ordentlichen Ergebnis zu führen. Und unsere Handwerker haben alle vorbildlich gearbeitet, es gab keinen nennenswerten Ärger. :28::28::28: Und nach dem ersten Jahr im Haus können wir sagen, dass die Energiebedarfsrechnung unterboten wurde. Obwohl ich es gerne auf 23 Grad aufheize im Winter...

    Es gab einen dicken Planungsfehler bezüglich Luftdichtheit, aber ich kann mich nicht darüber beklagen, dass wir damit allein gelassen wurden. Der einzige, über den ich mich ärgere, ist der Ingenieur, der den 1. Blower Door Test machte. Rein ins Haus, gemessen, konnte das Problem nicht identifizieren, versprach, einen erfahrenen Kollegen zu fragen und sich mit unserem Architekten in Verbindung zu setzen und schickte eine Woche später kommentarlos Prüfbericht und Rechnung. Nichts weiter.... :motz Da haben wir leider am falschen Ende gespart und nicht auf die Empfehlung unseres Energieberaters gehört...
     
  12. Eric

    Eric

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    Wenn die Außenwände gedämmt sind, dürfte es dort das von mir beschriebene Problem des Kondensatausfalls an den Sparrenköpfen nicht geben. Feucht-warme Luft könnte aber durch die Wand diffundieren und in der Außendämmung kondensieren.

    Wurde der Deckenhohlraum bei der Luftwechselrate berücksichtigt?

    Bahnhof: Ich dachte, es ist die Rede von der Decke über dem EG mit dem darüber befindlichen 1.OG.
     
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  14. mia1982

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    der problematische Anbau besteht aus dem Erdgeschoss, das nicht zur beheizten Hülle gehört (nur vom Hof aus begehbar, wird als Heizungsraum genutzt) und dem Obergeschoss, das zur beheizten Hülle gehört.
     
  15. #13 Ralf Dühlmeyer, 19. Juli 2011
    Ralf Dühlmeyer

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    Wie wurde denn die Folie im Boden mit den Aussenwänden luftdicht verbunden?

    Wurde die Decke zwischen EG und OG bis Aussenkante Dämmung (EG seitig) mit in das Volumen eingerechnet.

    Evtl. mal nicht das Gebäude als ganzes aufpusten, sondern abschnittsweise - ggf, wenns nicht anders geht, auch raumweise.
    Dann wisst Ihr, wo noch dicke Löcher sein müssten und wo es dicht ist.
     
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