Luftdichtigkeit der Zwischenebene?

Diskutiere Luftdichtigkeit der Zwischenebene? im Spezialthema: Wind- und Luftdicht Forum im Bereich Bauphysik; Ich habe einen Dachbodenausbau bei dem der Dachboden komplett bis zum Spitz ausgebaut/gedämmt ist. Der Ausbau ist zweistöckig, es gibt also eine...

  1. yosmc

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    Ich habe einen Dachbodenausbau bei dem der Dachboden komplett bis zum Spitz ausgebaut/gedämmt ist. Der Ausbau ist zweistöckig, es gibt also eine Zwischenebene. In der Dachschräge wurde eine Dampfbremse angebracht, die führt von unten bis zur Zwischenebene, biegt hier quasi ab und geht an der Decke entlang. Von ganz oben gesehen geht die Dampfbremse ebenfalls bis zur Zwischenebene, wo sie an den Fußboden/Estrich anschließt der hier die luftdichte Schicht bildet.

    Unterm Strich bedeutet das aber dass sich das Innenleben der Zwischendecke außerhalb der luftdichten Ebene befindet. Zugegeben, bei der Dämmung (Steinwolle) in der Dachschräge ist das nicht anders, aber bei einem "Binnenfussboden" (der ja in dem Sinn auch keine Außen- oder Innenseite hat) erscheint mir das seltsam.

    Deutlich wurde die Sache beim Blower-Door-Test, weil es im Estrich derzeit noch eine Aussparung für Installationen gibt, und da blies beim Blower-Door der Wind aus dem nackten Bretterboden. Bei der beschriebenen Konstruktion ist das auch nicht verwunderlich - mein Architekt meint, ich soll mir keine Sorgen machen, wenn der Estrich oben erst geschlossen ist, dann ist die Luftdichte Ebene komplett und alles ist in bester Ordnung. Das glaube ich sogar, und beim Blower-Door wird die Sache dann auch unauffällig sein. Aber in meinem Innenfussboden zirkuliert dann ja trotzdem kalte Außenluft?

    Wenn bei einer Dachschräge die Dämmung ausserhalb der luftdichten Hülle liegt dann ist das normal - da habe ich dann auch kein Kondensatproblem, ich vermute mal weil die Luft ja dann eine einigermaßen gleichmäßige Temperatur hat. Aber dass an einem kalten Wintertag die Luft in meinem Innenfussboden minus 10 Grad hat glaub ich ja dann doch nicht (wär wohl auch nicht wünschenswert ;). Die wird sich dann erwärmen, aber dann wird im Fußboden nach meinem physikalischen Verständnis ein Luftstrom entstehen (weil sich die Luft ja ungehindert mit dem kalten Außenbereich austauschen kann) mit der Folge dass nicht nur die Dämmwirkung verschlechtert wird sondern sich auch die wärmere Luft auf dem Weg nach draußen abkühlt und sich so in der Dämmung Tauwasser niederschlägt.

    Oder sehe ich das falsch/zu negativ? Bin für jedes Feedback dankbar! :)
     
  2. KPS.EF

    KPS.EF

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    Hallo yosmc,

    hatte ein ähnliches Problem im Rahmen einer energetischen Baubetreuung in unserer Region (neugebautes Ausbauhaus in Holztafel-Bauweise eines bekannten deutschen Herstellers).
    Die Geschossdecke zwischen EG und OG sollte (entsprechend der Baubeschreibung) von Traufseite zu Traufseite frei durchströmbar bleiben.

    Auch ich teile generell Deine diesbezüglichen Bedenken. Zusätzlich sah ich die Anschlüsse der EG-Wände an die Halzbalkendecke als problematisch bzgl. der luftdichten Ausführung dieser Details an! (Durch die Einbringung des Estrichs kann übrigens die Lufdichtheit in dieser Ebene auf Grund der luftdurchlässigen Randdämmstreifen kaum abgesichert werden!)

    Wir haben uns die Mühe gemacht, den Deckenhohlraum seitlich luftdicht zu verschließen!
    Mit Erfolg: Die Luftwechselrate lag mit 0,7 je h (auch nach fast vierjähriger Nutzungsdauer) nahe an der Passivhaus-Anforderung! Beim Blower-Door-Test
    wurde der Kamin im Wohnzimmer (nicht zusätzlich verklebt) und die Bodeneinstiegsluke mit Klapptreppe (Baumarktartikel) als einzige nenneswerte Leckagen festgestellt.

    MfG aus Erfurt

    KPS
     
  3. #3 Herbert, 04.06.2007
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  4. yosmc

    yosmc

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    Danke für den link!
     
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