Mit "falschem" Boden verfüllt

Diskutiere Mit "falschem" Boden verfüllt im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Hallo, unser Baugrundgutachten sah für die Verfüllung der Arbeitsräume vor: "Die im Rahmen der Aushubarbeiten entstehenden Arbeitsräume sind...

  1. MarcL

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    Hallo,
    unser Baugrundgutachten sah für die Verfüllung der Arbeitsräume vor:
    "Die im Rahmen der Aushubarbeiten entstehenden Arbeitsräume sind grundsätzlich
    mit nichtbindigem, ausreichend wasserdurchlässigem Lockergesteinsmaterial gem.
    DIN 1054 zu verfüllen. Zur Gewährleistung einer sachgemäßen Versickerung der
    Oberflächenwässer sind hierzu beispielsweise Sande mit einer kapillarbrechenden
    Wirkung, resp. einem Durchlässigkeitsbeiwert von > 1 x 10-4 m/s zu verwenden. Das Einbaumaterial ist in Lagenstärken von max. 0,3 m einzubringen und mittels
    Stampfern oder leichten Flächenrüttlern auf mindestens 97 % der Proctordichte
    (entspricht mitteldichter Lagerung) zu verdichten."


    Die Verfüllung erfolgte Anfang des Jahres, nach Augenschein wurde auch mit Rüttler verdichtet, ohne zu wissen wie gut. Nachdem nun Wasser im verfüllten Bereich schlecht versickerte und an einer Stelle auch das Gerüst nachgab, wurde eine erneute Bodenuntersuchung beauftragt. Diese stellt fest, dass gegen die Empfehlung "bindige (schluffige) und somit frostempfindliche
    und geringer wasserwegsame, mit teils tonigen Anteilen sogar örtlich stärker wasserstauende Böden eingebaut wurden und nicht lagenweise verdichtet wurde."

    Der Tiefbauer ist inzwischen insolvent!!!

    Kann jemand beurteilen, ob der komplette Boden ausgetauscht werden sollte? Wenn ja, in welcher Tiefe und Breite um das Haus herum?

    Wir wollen nicht mit Außenanlagen, Terrasse warten, bis Setzungen unwahrscheinlicher werden. Der Keller ist als WW gebaut, zusätzlich Bitumenabdichtung.

    Danke,
    Marc
     
  2. #2 Gast vS, 25.06.2012
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    hier wohl niemand, aber du hast doch einen neuen Bodengutachter .... oder was auch immer.

    Planung mit Ergebnissen abgleichen lassen - ohen Detailkenntnisse ist keine Aussage möglich (auch wenn sich ggf. diverse Glaskugelausderfernenurhinweiselieferndepseudefachdingse) melden werden.
     
  3. MarcL

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    Der neue ist der alte Bodengutachter. Und klar, werde ich ihn fragen, sobald ich ihn ans Telefon bekomme. Aber eine zweite Meinung -auch aus der Ferne- hätte geholfen angesichts eines möglichen Schadens, der m.E. schnell über 10.000 € liegen kann, falls der Arbeitsraum neu ausgebuddelt und verfüllt werden muss.
     
  4. #4 alex2008, 27.06.2012
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    dass der "falsche Boden" eingebaut wurde hätte man bereits beim Einbau desselben feststellen können.

    Ob der reingeschüttete Boden nun wirklich grottenschlecht und ungeeignet ist oder ob es sich nur um unsachgemäß durchgeführte Arbeit handelt kann man aus der Ferne nicht beurteilen.
    Vermutlich hätte der Tiefbauer auch das vorgesehene Material schlampig eingebaut

    Jetzt hilft nur noch eines: Raus damit und dieses mal fachgerecht verfüllen und verdichten
     
  5. #5 RMartin, 28.06.2012
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    Aber nicht bis UK Fundamentierung auf einmal raus. Entweder mindestens 50cm über UK Fundamente Boden drin lassen oder abschnittsweise die untersten Lagen dann austauschen.
     
  6. #6 peterk61, 28.06.2012
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    Woher hast Du die 50 cm bestimmt nicht aus der DIN 4123. Aushub bis max. OK Kellerfußboden darunter abschnittweise, aber auf jeden Fall mit Bodengutachter oder Tragwerksplaner abstimmen.
     
  7. #7 RMartin, 29.06.2012
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    Mir schwebt dieses Bild (Schnittskizze eines Gebäudes) im Kopf, wo steht "Bodenaushubgrenze nach DIN 4123 >= 50cm".

    Gebe Dir bei Deinem zweiten Statement "..auf jeden Fall mit Bodengutachter oder Tragwerksplaner abstimmen." für die hier evtl. anstehende Aktion 100% Recht.
     
  8. #8 Andreas 88, 29.06.2012
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    Lieber Marc, was genau ist dein Problem?
    Hast Du nasse Kellerwände? Oder ist es was anderes?
    So wie ich das verstehe wurde der Arbeitsraum mit dem Aushubmaterial verfüllt, also ist die Verfüllung genau so bindig wie der Rest deines Geländes. Also versickert das Wasser am Gebäude genau so schnell bzw. langsam wie auf dem gesamten Gelände. Wenn Du jetzt den Arbeitsraum mit z.B. Sand verfüllen würdest, würdest Du, bei ungünstigem Schichtenverlauf, dein Grundstück innerhalb deines ehemaligen Arbeitsraums entwässern. Aus meiner Erfahrung gehen die schluffige Böden in der Regel tiefer als 3 m, das heißt, Du hast unter der Bodenplatte den selben Boden. Was passiert mit dem bindigem Boden wenn er Wasser aufnimmt? Richtig, er verliert extrem an
    Tragfähigkeit! Antwort auf deine Frage liegt in Antwort auf eine andere.
    Was genau ist dein Problem?
    Grüße aus der Pfalz!
     
  9. #9 Ralf Dühlmeyer, 29.06.2012
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    Hhhmmmm - dann müssten in allen Regionen mit bindigen Böden Hunderte von "schiefen Türmen" oder halb versunkenen Häusern stehen!

    Was Du da erzählst, ist schlicht Blödsinn!

    Ausserdem kann bindiger Boden nicht vernünftig verdichtet werden. Setzen wird er sich aber. Also besteht bei Setzungen die Gefahr, dass die Zu- und Ableitungen durch die Setzungen in Ihrer Lage verändert werden. Alleine schon deswegen sind Verfüllungen mit bindigem Boden nichts Gutes!
     
  10. #10 Andreas 88, 29.06.2012
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    Hallo Ralf.
    Wo steht der schiefster Turm der Welt? Kleiner Tipp, nicht in Italien.
    Ob ein Gebäude sich setzt hängt, wie Du sicherlich weißt, von mehreren Faktoren ab.
    Geometrie, Bodenverhältnisse, Art der Gründung usw..
    Ich habe keine Bedenken das das Haus sich setzt, da WW und erfahrungsgemäß zu 99,9% Plattengründung. Was ich gemein habe, dass verwendeter Auffüllmaterial nicht unbedingt der „falscher“ war. Die Verarbeitung???
    Jetzt zum Blödsinn den ich erzähle. Ein Beispiel aus der Praxis.
    Ein Acker der zum Neubaugebiet wurde. Auf dem Acker eine natürliche Senke, die irgendwann mal begradigt bzw. aufgefüllt wurde. Unter der Senke natürlich entstandene wasserführende bzw. wasserundurchlässige Lehmschichten. Bauwilliger kauft das Grundstück, lässt das Haus planen.
    Bodenaustausch unter der Plattengründung, gemauerter Keller, Isolierung gegen Bodenfeuchtigkeit, Arbeitsraum mit Sand auffüllen.
    Beim Aushub wird die oben beschriebene Situation vom Unternehmer festgestellt, dokumentiert.
    Der Unternehmer meldet Bedenken bezüglich der Ausführung gegenüber Bauherren und Planer an.
    Unternehmer macht Lösungsvorschläge. Bauherr wird hellhörig, Architekt stempelt es als Blödsinn ab. Es wird so wie geplant ausgeführt.
    Passiert ist folgendes: 2 Jahre nach Fertigstellung kam es nach längerer Regenperiode zu einem massiven Wasserschaden. Gutachter hat folgendes festgestellt: Oberflächenwasser wurde zum Haus durch die wasserführende Schichten transportiert, hat sich unter der Bodenplatte aufgestaut bis 50 cm über OK Platte, irgendwann hat die Isolierung nachgegeben. Das Staunen war groß.
    Bauherr beauftragt den den Unternehmer mit der Sanierung. Unternehmer verdient gutes Geld und hat dabei kein schlechtes Gewissen, er hat ja vorgewarnt. Bauherr bezahlt und prozessiert gegen den Planer.
    Zugegeben ein relativ seltener Fall, aber kein Blödsinn.

    Gruß Andreas
     
  11. #11 Ralf Dühlmeyer, 29.06.2012
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    Was hat eine mangelhaft geplante Kellerausführung mit der Tragfähigkeit von bindigen Böden zu tun.
    Es bleint dabei - Du hast Blödsinn erzählt mit dem Hinweis, bei einer Arbeitsraumverfüllung mit nicht bindigem Material würde die Tragfähigkeit des gewachsenen Bodens "extrem geschwächt" :mauer

    Weisst Du denn auch, was für ein Boden unter dem schiefsten Turm der Welt ist? Kleiner Tipp - bindig ist der nicht :p
     
  12. #12 Andreas 88, 29.06.2012
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    Die Tragfähigkeit der bindiger Böden hängt entscheidend vom Wassergehalt ab.
    Nichtbindiger Boden, neben dem bindigem, funktioniert wie eine Art Dränung. Dadurch kannst du den Wassergehalt des bindigen Bodens auch negativ beeinflussen. Beim Zusammenspiel ungünstiger Umstände kann es durchaus zur Minderung der Tragfähigkeit des Bodens führen.
    Der schiefster Turm der Welt steht auf moorigem, also organischem, Boden. Ursache der Schieflage
    ist der veränderter Wassergehalt des Bodens.
     
  13. #13 alex2008, 29.06.2012
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    ob ein Boden sich verdichten lässt hängt von einigen Faktoren ab, aber sicherlich nicht die pauschale Einteilung nichtbindig = verdichtbar und bindig = nicht verdichtbar.
     
  14. #14 peterk61, 29.06.2012
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    Die >= 50 cm bedeuten, dass die DIN 4123 nur anwendbar ist, wenn die Bedingung UK Fundamente >= 50 cm unterhalb des Kellerfußbodens erfüllt ist.
    Die Aushubgrenze ist aufgrund der Grundbruchsicherheit immer die OK Kellerfußboden bzw. OK Fundament.

    Wenn ein Fundament 1,5 m einbindet und darauf bemessen ist, hast Du bestimmt keine Grundbruchsicherheit mehr wenn Du bis 0,5 m oberhalb UK Fundament abgräbst. Die Standsicherheit des Gebäudes muß immer sichergestellt sein!
     
Thema: Mit "falschem" Boden verfüllt
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