monolitsch oder doch nicht? physikal. Betrachtungen ...

Diskutiere monolitsch oder doch nicht? physikal. Betrachtungen ... im Mauerwerk Forum im Bereich Neubau; Hallo Bauexperten, wir planen unser Haus in monolitischer Bauweise mit dem T8 in 42,5cm zu bauen. Momentan lese ich (neben den Forenbeiträgen...

  1. #1 Selberbauer, 18. Februar 2011
    Selberbauer

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    Hallo Bauexperten,

    wir planen unser Haus in monolitischer Bauweise mit dem T8 in 42,5cm zu bauen.
    Momentan lese ich (neben den Forenbeiträgen hier) gerade ein Buch über energiesparendes Bauen und komme mal wieder ins grübeln ...

    Ja - "den" optimalen Baustoff/Stein gibt es nicht und ich bin auch von dem Perlit/Poroton überzeugt, aber wenn man sich mit der Bauphysik beschäftigt stimmt mich das irgendwie nachdenklich

    In dem Buch heisst es: Bei einem gedämmten Mauerwerk (z.B. KS + WDS) befindet sich der Frostpunkt in der Dämmung und nicht in der tragenden/statischen Mauerwerk und die innenre Oberflächentemperatur ist höher.
    In dem Beispiel mit 36,5cm Ziegel im Vergleich zum 24cm Ziegel + 12 cm Dämmung sind es +3°C mehr innere Oberflächentemperatur bei -10°C Aussentemperatur.
    Auch in den Ecken eines Hauses ist es problematisch. Hier gibt eine kl. Oberfläche im inneren einen Wärmestrom an eine große Oberfläche in der Aussenfläche ab.
    Bsp. hier 24cm Ziegel (0,46W/(mK)) Aussentemperatur -10°C: innere Kante +10°C und an der geraden Wand sind es 14,4°C. Bei der gedämmten Wand mit 24cm (0,76W/(mK)) KS + 16cm Dämmung (0,035W/(mK)) Aussentemperatur -10°C: innere Kante 18°C und an der geraden Wand 19°C.
    Und nun?
    Irgendwie klingt das für mich als Laie sogar "logisch"!? Oder sind die Beispiele zu ungunsten der monolitischen Bauweise gerechnet? Aber das mit dem Frostpunkt und der inneren Kantentemperatur sind ja physikal. nicht wirklich "schön zu reden" oder?
    Der Autor schreibt zwar, dass es gefüllte Steine gibt die mit der Wärmeleitfähigkeit von z.B. einer wärmegedämmten KS Wand aber mit den Nachteilen des Frostpunktes im tragenden Bauteil und des beschriebenen Eckenproblems.

    Der Fachmann weiss es und der Laie (ich) wundert sich ... denn demnach müsste doch jeder monolitische Bau nasse Ecken haben und vor lauter Frost im Winter zerbröseln!?

    Was sgaen die Experten dazu?

    Vorab vielen Dank!
     
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  3. ecobauer

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    Mal meine Logik: Da eine monolithische Wand nach innen und außen offen ist, wird es nicht zu einem Feuchteproblem kommen, da die Feuchtigkeit wandern kann.
    Etwas anderes gilt für die WDVS, die eine Wand ja nunmal auch für Feuchtigkeit abdichten. Wenn da der Taupunkt in der Wand zu liegen kommt, kann die Feuchtigkeit eben nicht mehr dorthin, wo sie herkam und auch nicht nach draußen und wird die Wand durchfeuchten.
     
  4. papeFT

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    Kurzbericht aus der Lebenserfahrung (Ü60): in den alten Häusern waren die Zimmerecken das Kälteloch, und wenn es an Lüftung fehlte, dann bildete sich dort zuerst der Schimmel. Nur waren die Steine zu der Zeit noch gebrannte Vollziegel, die sich so schnell in Brösel auflösten.
    Aktuelle Messung in unserem Arbeitszimmer: 1 m aus der Ecke jeweils 19,4 bzw. 19,8; in der Ecke selbst 18,4° - Außenwände sind mit 20cm Dämmung versehen, Wand 24cm HLZ.
     
  5. #4 Selberbauer, 18. Februar 2011
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    @ papeFT:
    Ihre "live" gemessenen Werte wurden auch in dem Buch entsprechend beschrieben - auch wenn es bei Ihnen derzeit sicher keine Aussentemperatur von -10°C hat

    @ ecobauer:
    Diesen Gedankengang habe/hatte ich auch.
    In dem Buch wird beschrieben, dass nur 1% der Feuchte über das Mauerwerk abgegeben wird - die anderen 99% über Lüften.
    Der Autor befürwortet Diffusionsoffenheit und dies wird durch eine gute Wärmedämmung nicht ausgeschlossen. Der Wandaufbau soll von innen nach aussen Diffusionsoffener werden damit mögliche Feuchtanteile der Wand dem Dampfdruckverlauf folgend nach außen ungehindert ausdiffundieren können. Also ein schweres (Schallschutz) schlankes ehr dampfichtes (wegen der 1% kein Problem) mit möglichst diffusionsoffenen Aussenschichten. (Zitat + eigene Ergänzungen)

    @ all:
    Ich bin jetzt wie gesagt irgendwie bin ich jetzt/dadurch hin- & hergerissen und bitte Euch um Rat und Unterstützung ...
     
  6. Mathie

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    Wie Du schreibst, den perfekten Baustoff gibt es nicht.

    Geometrische Wärmebrücken gibt es bei gleicher Geometrie mit jedem Baustoff. Darum heissen Sie ja geometrische WB.

    Natürlich liegt bei monolithischen Mauerwerk der Frostpunkt im Mauerwerk, aber weshalb sollte das einem korrekt ausgeführten Mauerwerk schaden?

    Warum planst Du denn einen monolithischen Wandaufbau? Gibt es schon eine konkrete Planung für das Gebäude und wenn ja in welchem Stadium. Ohne zu wissen was Dein Haus können soll, ist es müßig über den Wandaufbau zu reden.

    Ich bin ein Fan von richtig großen Fenstern. Da kann es schon mal passieren, dass der Statiker Stahlbeton in der Wand darüber braucht um das ganze stützenfrei hinzubekommen. Dann baut man halt ein WDVS vor den Stahlbeton. So entscheide ich über meinen Wandaufbau.

    Gruß Mathie
     
  7. #6 Hundertwasser, 19. Februar 2011
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    Wer hat dir denn den Floh ins Ohr gesetzt?
     
  8. mls

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    zwischen was?
    monolithisch vs trag+dämmschale?
    äpfel vs birnen?
    buchwerte vs physik?
    wissen vs glauben?

    und was ist die frage? ;)
     
  9. #8 Hundertwasser, 19. Februar 2011
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    Die Antwort lautet jedenfalls 42!
     
  10. ecobauer

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    Ich habe noch kein übliches WDVS kennen gelernt, das diffusionsoffen ist. Oder hat sich da im letzten Jahr etwas geändert???
     
  11. H.PF

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    seit wann ist Styropor Diffusionsdicht?
     
  12. mls

    mls Bauexpertenforum

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    was heisst diffusionsoffen oder diffusionsdicht?

    entscheidend ist der dampfdruck in den versch. schichten (bzw. das
    verhältnis der "sperrwerte").
    wenn man dann weiterschaut, nimmt man noch einige hilfsmittel mit,
    um sich das funktionieren einschaliger konstruktionen zu erklären ;)

    wenn man mehrschichtkonzepte theologisieren will, dann am ehesten
    im grenzbereich ps - putz/farbe :)
    und ja nicht vergessen, den putz material- und korngenau im rechenverfahren
    abzubilden :mega_lol:
     
  13. #12 Hundertwasser, 19. Februar 2011
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    Ist natürlich eine Frage der Definition. EPS Platten sind aber vom µ Wert in einer ähnlichen Größenordnung wie Kalkputz. Wenn du den ganzen Systemaufbau betrachtest musst du sowieso das Rechnen anfangen. Und dann wirst du feststellen, das ab bestimmten Dämmstoffstärken, sagen wir mal ab 10 cm alle möglichen realistischen Aufbauten funktionieren. Je dicker der Dämmstoff desto besser übrigens. Und auch unabhängig vom Rechenverfahren (Glaser, WuFi, Delfin).
     
  14. loennermo

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    Marvin? :D

    PAddG - kennen doch sonst nur Elektrotechniker!
     
  15. mls

    mls Bauexpertenforum

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    von wegen :)
     
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  17. Ginger

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    Nö...das kennen auch technisch total unbegabte :shades
     
  18. jscheller

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    Echt mal, bild Dir mal nix ein! :bierchen:
    Ausserdem wars nicht Marvin, sondern Deep Thought.
     
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