Müssen alle Referenzwerte der EnEV eingehalten werden?

Diskutiere Müssen alle Referenzwerte der EnEV eingehalten werden? im EnEV 2002 / 2004 / 2007 / 2009 Forum im Bereich Bauphysik; Ich hätte mal eine ganz allgemeine Frage zur EnEV! Momentan liegt mir ein Angebot vor mit Porenbeton (Ytong PP2-0,35), lambda 0,09 W/m*K bzw....

  1. R0Li84

    R0Li84

    Dabei seit:
    18.02.2015
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Projektmanager
    Ort:
    Oberbayern
    Ich hätte mal eine ganz allgemeine Frage zur EnEV!
    Momentan liegt mir ein Angebot vor mit Porenbeton (Ytong PP2-0,35), lambda 0,09 W/m*K bzw. U-Wert 0,23 W/m²*K!

    Die EnEV enthält für Außenwände (ab 2016) einen U-Wert von 0,21 W/m²*K für ein Referenzgebäude.
    Bedeutet dies, dass die Dämmung nicht schlechter sein darf? Oder darf man die Unterschiede in der Dämmung durch andere Maßnahmen (z.B. KWL, Sole-WP) ausgleichen um den Primärenergiebedarf zu senken, so dass die EnEV erfüllt wird?
     
  2. #2 Thomas Traut, 12.01.2016
    Thomas Traut

    Thomas Traut

    Dabei seit:
    27.10.2009
    Beiträge:
    2.006
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl.-Bauing.
    Ort:
    Land Brandenburg
    Letzteres trifft zu.
     
  3. R0Li84

    R0Li84

    Dabei seit:
    18.02.2015
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Projektmanager
    Ort:
    Oberbayern
    Danke für die schnelle Antwort - bedeutet dass dann auch, dass ich durchaus mit einer "schlechter gedämmten Wand" aber einer sehr guten Anlagentechnik auch z.B.: einen KFW 55 Standard erreichen kann?
    (Habe hier schon gehört, dass sei unmöglich). Ausschlaggebend hierfür sollte doch (maßgeblich) der Primärenergiebedarf sein. Eine besser oder schlechter gedämmte Wand hat hierauf sicher auch Auswirkungen, aber nach meinen überschläglichen Rechnungen machen die 0,04 W/m*K (die ich durch eine dickere Wand, daher 42,5cm) erreichen würde nicht viel aus.

    Das Geld wäre wesentlich effektiver investiert, wenn ich z.B. von einer Luft-WP auf eine Sole-WP umsteigen würde.
     
  4. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19.08.2005
    Beiträge:
    48.840
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Für KfW55 wird es wohl nicht reichen, aber grundsätzlich ist der Ansatz korrekt.

    Sehe ich auch so, völlig unabhängig von KfW xx
     
  5. #5 Ralf Dühlmeyer, 12.01.2016
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

    Dabei seit:
    14.06.2005
    Beiträge:
    34.317
    Zustimmungen:
    9
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Hannover
    Man sollte nur die Sinnhaftigkeit eines solchen Tuns hinterfragen.

    Die EnEV ist auch ein politisches Instrument. Es gibt also "gute" und "schlechte" Anlagentechnik, auch wenn der Verbrauch identisch ist.

    MIt solchen Wänden hat man eben einen hohen Energieverlust durch die Wandflächen und der ist unabhängig von der Anlagentechnik!
    Also jede Anlage, ob nun politisch "gut" oder "schlecht", muss diesen Verlust nachliefern.

    Sinnvoller ist es grundsätzlich, die Energieverluste zu minimieren und an der Anlagentechnik zu sparen als umgekehrt.

    Welche Anlagentechnik wird denn da als KfW-****** angeboten?? L-L-WP bei 36,5er Pb-Wänden?
     
  6. #6 Baufuchs, 12.01.2016
    Baufuchs

    Baufuchs Gast

    Guck mal in den anderen Thread des TE. 36,5er Poroton + Kfw55 = hat Architekt des TE verbrochen... (damals ging es noch um Pelletsheizung)
     
  7. #7 Ralf Dühlmeyer, 12.01.2016
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

    Dabei seit:
    14.06.2005
    Beiträge:
    34.317
    Zustimmungen:
    9
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Hannover
    Naja. Da war der Kollege ja wohl Zeichenknecht des Pb-Konzepts des Lieblingsbauunternehmens.
    Und mit Pellets mag das ja noch gehen, auch wenn ich 36,5er Pb für (wie meine Tochter sagen würde) "voll Steinzeit" halte.

    Aber dann mit einer L-L-WP auf KfW 55 bringen? :yikes So viele blaue Pillen kann man da gar nicht reinwerfen, dass das nicht einzig die Aktienkurse des Stromanbieters treibt!
     
  8. R0Li84

    R0Li84

    Dabei seit:
    18.02.2015
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Projektmanager
    Ort:
    Oberbayern
    Um Pellets Heizung gings nicht - die hatte ich nur mal ganz ursprünglich angedacht und der Architekt hat diese daher im Grundriss der Vorplanung eingezeichnet. Die Idee habe ich aber aber schnell verworfen, es wird definitv eine Wärmepumpe werden - nur welche weis ich noch nicht (werde ich im Zuge der Energieberatung festlegen). Tendenz geht momentan eher Richtung Grabenkollektor (selbst verlegt), aber am Ende schmeißt der Energieberater eh wieder alles über den Haufen.


    Angeboten wurde mir vom Bauunternehmer ein Haus, welches "KFW förderfähig" ist. Daher muss es KFW 55 sein. Im Angebot enthalten sind Wände mit 36,5er Porenbeton (Ytong; U = 23 W/m²*K) mit einer Luft-Wasser-WP und KWL mit Wärmerückgewinnung. Habe inzwischen auch bereits mit dem Bauunternehmer telefoniert - er meinte dass man das mit dem Energieberater gerne nochmal genau durchsprechen kann, er aber grundsätzlich schon Häuser mit dieser Technik und KFW55 gebaut hat. (Mein Kollege konnte das bestätigen, der hat so ein Haus). Viel kann er wohl auch durch eine optimale Wärmebrückenoptimierung rausholen.

    Zudem meinte er, dass auch Wärmeverluste über z.B. Rolläden, Fenster, Keller usw... usw... mit in die Berechnung einfließen. Die Möglichkeit, eine 42,5er Wand zu wählen gäbe es noch - er würde das aber nur dann tun wenn der Energieberater letztendlich dazu rät. Ich werde den Mehrpreis mal anfragen (sobald ich das Angebot auf meinen tatsächlichen Grundriss aktualisieren lasse) und dann entscheiden ob ich die stärkere Wand nicht gleich als Standard wähle.
     
  9. R0Li84

    R0Li84

    Dabei seit:
    18.02.2015
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Projektmanager
    Ort:
    Oberbayern

    Der Architekt ist unabhängig - er macht auch nur die Vorplanung (Grundriss) und keine Energieberatung.
     
  10. #10 Ralf Dühlmeyer, 12.01.2016
    Ralf Dühlmeyer

    Ralf Dühlmeyer

    Dabei seit:
    14.06.2005
    Beiträge:
    34.317
    Zustimmungen:
    9
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Hannover
    Hat aber auf der Basis Deiner Vorgaben, die wiederum von "Deinjem" Bu stammten, sein Planungskonzept entwickelt/wurde danach ausgesucht, dass er das mit Pb plant, oder?

    Schon klar, auch wenn das so nicht i.O. ist. (s.u.)

    Dann muss er das entweder mit machen oder einen an die Seite bekommen der das macht!
    So etwas gehört (wie auch die Statik) parallel entwickelt!!!
     
  11. #11 Achim Kaiser, 12.01.2016
    Achim Kaiser

    Achim Kaiser

    Dabei seit:
    29.10.2005
    Beiträge:
    7.472
    Zustimmungen:
    2
    Viele dieser grundsätzlich richtigen Aussagen relativieren sich ganz schnell wenn man sich die absoluten Zahlen ansieht.

    Schon die Pseudo-Klassifizierung nach KFW-irgendwas ist einfach ein vorsichtig ausgedrückt Martekingargument (aber kein Qualitätsssiegel) das ohne genaue Betrachtung so viel aussagt wie die neuen ERP Bapperl auf den Anlagen.
    Wer sich auf A, A+, A++ und A+++ verlässt und meint das schlägt sich auch im Portemonnaie nieder ist u.U. ganz schnell in den Allerwertesten gekniffen.

    Wir bewegen uns "heute" schon mit nem Gebäude des "Mindeststandards" in Verbrauchsbereichen die es furchtbar schwer machen Mehrinvestitionen wirtschaftlich vernünftig darzustellen, wenns um das Thema geht "versenke xxxxx Euros in Erwartung eines geringen Verbrauchs bzw. einer geringeren Heizkostenbelastung". Die reinen Heizkosten verblassen schon seit längerer Zeit gegenüber den Kosten für Lüftungsverlusten und Warmasserbereitung, die auf Grund der Anforderungen und des Komfortanspruches die Verbräuche dominieren.

    Legt man die "momentanen" Energiekosten als Vergleichsmaßstab an, dann stehen den ganzen WP-Anlagenbetreibern die Tränen in den Augen ... Amortisationszeitpunkt der Mehrinvestitionen : St. Nimmerleinstag oder anders ausgedrückt : Die Quittung der Subventionsumlagen morden die Anlagen, die eigentlich gewollt bevorzugt werden sollten. Dumm gelaufen.

    Es wird immer eine Frage der persönlichen Einschätzung sein auf was man für die nächsten 10 bis 15 Jahre wettet ....

    Blos gut dass immer noch so viele *meinen* aber nicht rechnen ...

    Gruß
    Achim Kaiser
     
  12. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19.08.2005
    Beiträge:
    48.840
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Wieso? Ohne genaue Vereinbarung kann es auch KfW xx sein.

    Auch wenn man aus einzelnen Bauteilen noch keine Rückschlüsse auf das gesamte Haus ziehen kann, deuten die bisherigen Infos (Wand mit 0,23W/m²K, LWP und KWL mit WRG) nicht in Richtung KfW55.
    Wärmebrücken kann man optimieren, aber das hilft nur bei Konzepten die sehr knapp an Grenzwerten vorbei schlittern.

    Bauantrag schon gestellt? Wenn ja, wie? Verschärfung seit Beginn 2016 berücksichtigt? Wenn ich das richtig sehen, dann befindest Du Dich bestenfalls in der Vorplanung.
     
  13. R0Li84

    R0Li84

    Dabei seit:
    18.02.2015
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Projektmanager
    Ort:
    Oberbayern

    Warmwasser ist ein gutes Thema - mir scheint es als würden alle wie verrückt Ihre Hütte dämmen um nur ja kein kW zu viel an Heizenergie zu verbrachen. Dann nimmt man eine Luft-Wasser-WP ein, weil die ja günstig ist und die Hütte super gedämmt. Hinzu kommt eine Regendusche und ein Eckwhirlpool mit 5m³ Wasservolumen - nur wird dann eben komplett vergessen, dass das Wasser ja auch über die Luft-Wasser-WP aufgeheizt werden muss. Da hilft einem leider die beste Dämmung nichts, denn das Wasser geht einfach so (ohne Wärmerückgewinnung) in den Kanal!
     
  14. R0Li84

    R0Li84

    Dabei seit:
    18.02.2015
    Beiträge:
    122
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Projektmanager
    Ort:
    Oberbayern

    Richtig! Vorplanung mit Architekten um den Grundriss so zu gestalten wie es uns gefällt. Anschließend geht es zurück zum BU um das Angebot zu aktualisieren. (Bisher habe ich nur Angebote eingeholt um die Marktpreise zu erfahren). Dann wird "bestellt" und anschließend gehts dann zum Energieberater. Momentan erkundige ich mich hauptsächlich über die Möglichkeiten und darüber worauf ich achten muss. KFW interessiert mich am Rande - ich will Energie, aber vor allem auch kosteneffizient bauen. (Budget fürs Haus incl. Baunebenkosten, Küche und Garten 350.000€ - ohne Reserven). Wenn es mit KFW geht, dann ok - wenn ich den KFW Standard nicht erreiche bekomme ich auch so eine günstige Finanzierung.
     
  15. R.B.

    R.B.

    Dabei seit:
    19.08.2005
    Beiträge:
    48.840
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    Dipl.Ing. NT
    Ort:
    BW
    Die Berechnungen sollten vorliegen BEVOR bestellt wird, höchstens es wird nur EnEV angepeilt, das erreicht man immer und ist sowieso auf der sicheren Seite.
     
  16. #16 lawrence, 12.01.2016
    lawrence

    lawrence

    Dabei seit:
    01.05.2009
    Beiträge:
    1.389
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    selbständig
    Ort:
    Nordbaden
    Also wenn ich das in den ganzen Foren mit den LLWP so lese, freue ich mich auf meine Gasbrennwerttherme ohne Solar.
     
  17. #17 Gast56083, 12.01.2016
    Gast56083

    Gast56083 Gast

    :28::28::28:
     
  18. #18 Mann1979, 12.01.2016
    Mann1979

    Mann1979

    Dabei seit:
    23.02.2009
    Beiträge:
    194
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Elektroinstallateur
    Ort:
    Niederbayern
    Hallo

    Kann man das kurz zusammengefasst so sagen:
    Die EvEV ist ja ein Bundesgesetz-daran muss ich mich halten.
    Die ganze "KFW-Sache" ist ja "nur" eine Förderung bei der es ein zinsgünstiges Darlehen gibt, wenn man sich an die dafür vorgesehenen Angaben hält,oder?

    Besten Dank

    Stefan
     
  19. PeMu

    PeMu

    Dabei seit:
    13.01.2004
    Beiträge:
    5.636
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Bauingenieur
    Ort:
    Kornwestheim
    Benutzertitelzusatz:
    Nachdenken kostet extra.
    jupp
     
  20. #20 Mann1979, 12.01.2016
    Mann1979

    Mann1979

    Dabei seit:
    23.02.2009
    Beiträge:
    194
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Elektroinstallateur
    Ort:
    Niederbayern
    Hallo

    Dann bin ich froh und kann mich ganz auf die EvEV konzentrieren und mal sehen ob´s Sinn macht
    "mit KFW" bei den günstigen Bankdarlehenszinsen derzeit.
    Danke
     
Thema:

Müssen alle Referenzwerte der EnEV eingehalten werden?

Die Seite wird geladen...

Müssen alle Referenzwerte der EnEV eingehalten werden? - Ähnliche Themen

  1. Müssen Schilder / Türbeschläge vom Maler entfernt werden?

    Müssen Schilder / Türbeschläge vom Maler entfernt werden?: Hallo, gibt es eine allgemeine Regel, wonach der Maler vor dem Streichen von z. B. Türen die an der Tür vorhandenen Beschlagabdeckungen oder z. B....
  2. Welche Bauunterlagen muß Hausverwaltung vorliegen? Einsicht möglich als Eigentümer?

    Welche Bauunterlagen muß Hausverwaltung vorliegen? Einsicht möglich als Eigentümer?: Guten Tag. Mich würde interessieren, welche Bauunterlagen unsere Hausverwaltung vorliegen haben muß. Und welche Unterlagen ich als Eigentümer...
  3. Müssen Brandwände "durchgehend gerade" sein?

    Müssen Brandwände "durchgehend gerade" sein?: Hallo, wir bauen eine 7 Meter hohe 1.500m² Sandwich Halle in Verbindung mit einem 250m2 Massivbau Bürotrakt davor. Zwischen Bürotrakt und Halle...
  4. Müssen Abwasserrohre bei Hausabnahme in Wohnräumen verkleidet sein?

    Müssen Abwasserrohre bei Hausabnahme in Wohnräumen verkleidet sein?: Bei uns war nun der Termin der Hausabnahme. Unser "ach so toller Bauunternehmer" und seine Subunternehmer haben uns ins Gästebad an der Decke über...
  5. Müssen alle Fenster erneuert werden, wenn KfW Förderung in Anspruch genommen wird

    Müssen alle Fenster erneuert werden, wenn KfW Förderung in Anspruch genommen wird: Hallo zusammen, wir planen den Erwerb einer Bestandsimmobilie aus dem Jahre 1960 und sind uns gerade unschlüssig, ob eine KfW Förderung...
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden