Nano BHKW

Diskutiere Nano BHKW im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, hatte gestern ein Gespräch zum Thema Nano BHKW. Kann sich sowas in einem EFH überhaupt irgendwann rechnen? Der aufgerufene...

  1. Ebbi2000

    Ebbi2000

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    Hallo zusammen,

    hatte gestern ein Gespräch zum Thema Nano BHKW. Kann sich sowas in einem EFH überhaupt irgendwann rechnen? Der aufgerufene Preis all incl. war mit "spezial Rabatt" 17.777€.

    Die Anlage betünde aus:

    -einem WWSpeicher 300l,("Multifunktionsspeicher mit Trinkwasserstation")
    -BHKW mit Nennleistung elektr. 1KW, 2,5KW thermisch
    -Therme 2,4 - 14,4 KW

    Gesamtwirkungsgrad 92%
    Stromkennzahl 0,42
    Primärenergieeinsparung nach EU Richtlinie 2004 /8/EG = 22,4%

    Monovalent (ohne Gasbrennwertgerät)
    Einsatz von 0 – 15.000 kWh Wärme
    Neubauten und effizient gedämmte Gebäude

    Beistelllösung
    Für die Stromerzeugung als Ergänzung zur
    bestehenden Heizung

    Systemlösung (mit Gasbrennwertgerät)
    Einsatz von 15.000 – 60.000 kWh Wärme
    Heizungserneuerung

    Was haltet ihr davon? Kann sich sowas bei einem Neubau (KFW 70 und besser) überhaupt lohnen ?

    Gruß Jan
     
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  3. #2 ReihenhausMax, 20. November 2012
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    Was würde eine alternative Heizungsanlage ohne KWK denn in Eurem Fall kosten
    (werde aus dem restlichen Text Monovalent, Beistelllösung, Systemlösung nicht
    wirklich schlau, was mir das sagen soll)?

    Ohne einen massiv überdurchschnittlichen Warmwasser und Heizbedarf machen die
    Dinger aus meiner Sicht im EFH keinen Sinn. Gibts hier diverse Threads zu dem Thema.
     
  4. grubash

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    Hi,
    hatte ja auch mal mit einem BHKW geliebäugelt. Leider waren die Prospektangaben und die Realität immer 2 Paar Schuhe. Hörte sich theoretisch immer gut an, aber wenn dann die angegebenen Haltbarkeiten nicht stimmten und Reperaturen dazu kamen rechnete sich die Sache nicht mehr. Es gibt diverse BHKW-Foren wo man sich über verschiedene Modelle austauscht bzw. ausheult.

    Prinzipiell kann man aber sagen, dass sich ein BHKW nur lohnt/rechnet, wenn es lange am Stück läuft und die Anzahl der Kaltstarts gering ist. Was mir bei deinen Angaben auffällt ist die "extrem" geringe Leistung. Was soll denn da als Motor verbaut sein? Sorry, aber das klingt ja fast nach Rasenmähermotor. Auch die zusätzliche Therme leuchtet mir in dem Konzept nicht ein, da man ja zusehen sollte die Laufzeit zu erhöhen.

    Hatte mal im einem BHKW-Forum etwas von einem Selbstbau mit einem Vorkammer-Diesel und Frittenfett gelesen, der sich wirklich gerechnet haben soll. Leistungstechnisch war das Ding dann aber für 4 EFH mit gigantischem Speicher zuständig.

    Ciao Christian
     
  5. R.B.

    R.B.

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    Zuerst einmal die Frage, waren die 17.777,- € all inclusive?

    Ein ähnlicher thread findet sich hier:

    http://www.bauexpertenforum.de/show...FCbergibt-100-Pilotanlage-mit-Brennstoffzelle

    Aber machen wir mal weiter. Es reicht ja nicht, dass man so ein Gerät in den Keller stellt. Es wäre also interessant zu wissen, was noch an Kosten auf Dich zukommt. Neben Gasanschluss mit monatlichen Kosten muss auch der E-Anschluss für die Einspeisung vorgesehen werden. Anbindung an Heizkreis(e) und TW Installation sowieso. Ein Anschluss an ein LAS (Schornstein) ist ebenso notwendig, inkl. der jährlichen Gebühren für den Schornsteinfeger.

    Ob man so ein Gerät in Deinem Haus sinnvoll betreiben kann hängt primär vom Haus UND Eurem Nutzerverhalten ab. Diese Punkte müsste man zuerst klären.

    Nun mal ein Beispiel.

    Unterstellen wir, dass Dein Haus eine Heizlast von 4-5kW hat. Dann könntest Du mit dem BHKW etwa 50% des Heizbedarfs decken, den Rest müsste der integrierte Gasbrennwerter beisteuern. Dann stellt sich schnell die Frage, wohin mit dem el. Strom der während der Laufzeit des BHKW erzeugt wird. Hier kommt jetzt Dein Nutzerverhalten in´s Spiel. Gelingt es Dir nicht diesen el. Strom zeitnah zu verwerten, dann wird dieser eingespeist und mit 9-10Ct./kWh vergütet, die genaue Einspeisegebühr für 2013 bitte nachlesen. Das wiederum bedeutet, dass Du bei 7Ct./kWh die Du für´s Gas bezahlen musst, weitere Erhöhungen stehen sicherlich bald an, kaum einen Vorteil hast. Ein Vorteil ergibt sich erst dann, wenn Du den Strom selbst verwerten kannst, und damit etwa 25Ct./kWh einsparen kannst.

    Im Sommer wirst Du nur auf wenige Stunden Laufzeit pro Tag kommen, für die WW-Erzeugung sollten grob 3 Stunden mehr als ausreichend sein. Ein Vorteil im Vergleich zu PV liegt aber darin, dass Du die Laufzeit so verschieben kannst, dass Du zu dieser Zeit auch den el. Strom verwerten kannst, also beispielsweise in die frühen Morgenstunden oder in den Abend.

    Im Winter sollte das Teil aufgrund seiner geringen Leistung quasi einen Dauerlauf hinlegen, denn die thermische Leistung ist geringer als der Bedarf des Gebäudes. Nur während der Übergangszeit kann es sein, dass das BHKW nur stundweise pro Tag in Betrieb ist.

    Die spannende Frage ist also, wieviele Stunden Laufzeit kommen pro Jahr zusammen? Jetzt kommt wieder die o.g. Heizlast und das Nutzerverhalten in´s Spiel. Schaue ich mir den typischen Bedarf in einem EFH an, dann dürfte so ein BHKW auf Laufzeiten irgendwo um 3.000h p.a. kommen. Das ist aber nur eine Schätzung aufgrund typischer Nutzung. Deswegen hatte ich in dem obigen thread auch gefragt, ob es bereits Praxisdaten des Pilotprojekts gibt.

    Für die Wirtschaftlichkeit der Investition ist diese Laufzeit von grundlegender Bedeutung. Während der 3.000h würden 7.500kWh an thermischer Energie gewonnen, zusätzlich 3.000kWh an el. Strom. Dafür wären etwa 11.500kWh an Gas aufzuwenden. Vermutlich würden weitere 3.000kWh-4.000kWh an Gas für den Brennwerter erforderlich um die Heizlast bei sehr niedrigen AT zu decken.

    So, und jetzt quälen wir mal meine neue Glaskugel. Von den 3.000kWh el. Strom dürfte man grob 50% selbst verwerten können. Im Sommer sollte das machbar sein, im Winter wird´s eher schwierig, trotz höherem Strombedarf während dieser Zeit. Hintergrund, das BHKW erzeugt pro Tag bis zu 50kWh über den Tag verteilt. Ich habe bei mir zuhause beispielsweise einen Tagesbedarf von grob 15kWh, der sich aber auf wenige Stunden am Tag konzentriert, auch im Winter.

    d.h.
    Bei einem Bedarf von 11.500kWh für Heizung und WW (typ. EFH mit 4 Personen) sowie 3.500kWh an el., Strom p.a. ergibt sich folgender Ansatz:

    Einsatz 11.500kWh Gas, zu je 7Ct./kWh = 805,- € (Einsatz für BHKW , thermisch und elektrisch)
    Einsatz 4.000kWh Gas zu je 7Ct./kWh = 280,- € (Einsatz für Brennwerter)
    Summe = 1.085,- € zzgl. Wartungskosten und Schornsteinfeger macht zusammen etwa 1.300,- € p.a.

    Einsatz für el. Strom (3.500kWh-1.500kWh) = 2.000kWh zu je 25Ct./kWh + Grundgebühr = 584,- €

    (informativ, Strom gespart 1.500kWh zu je 25Ct./kWh = 375,- €)
    Strom vergütet 1.500kWh zu je 9Ct. = 135,- €

    Gesamtkosten = 1.300,- € (BHWK + Gas) + 584,- € (el. Strom) - 135,- € (Vergütung) = 1.749,- € p.a.

    Jetzt schauen wir uns zum Vergleich mal eine einfache Rechnung mit einem Gasbrennwerter an:

    Einsatz Gas 11.500kWh zu je 7Ct./kWh = 805,- € + Schornsteinfeger, Wartung = ca. 1.000,- €
    Stromkosten 3.500kWh zu je 25Ct./kWh = 959,- € inkl. 7,- € Grundgebühr pro Monat

    Gesamtkosten = 1.959,- € p.a.

    Die BHKW Variante hätte damit einen Vorteil von 1.959,- € - 1.749,- € = 210,- € p.a.

    ACHTUNG ! Bei den obigen Zahlen handelt es sich nur um eine Beispielrechnung anhand typ. Rahmenbedingungen. Das sollte jeder für seinen speziellen Fall selbst durchrechnen.

    Gruß
    Ralf
     
  6. juwido

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    Stellt sich die Frage, ob das System damit von der Stromversorgung unabhängig wird?
    Normal läuft eine Gasheizung ja nicht bei Stromausfall, oder man braucht eine Notstromversorgung.
    (Berücksichtigung in der Kalkulation = ???)

    juwido
     
  7. #6 Alfons Fischer, 20. November 2012
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    "nano" ist ja grad supermodern. Kann man damit wirklich noch ködern? Ich biete in Zukunft "nano"-Bauphysik an... :shades

    Ich hatte schon ein paarmal Kontakt mit Mikro/nano-BHKWs. Und zwar war ich jedesmal der Aufsteller des EnEV-Nachweises.

    Ich habe es jedesmal abgelehnt, mit dem Primärenergiefaktor für BHKW aus DIN 4701 (fp=0,7) zu rechnen, weil ich nicht glauben konnte, dass dieser bei einem so geringen Stromertrag tatsächlich so niedrig ist. Der Stromertrag ist ja pro kWh eingesetztem Gases deutlich geringer als bei konventionellen (großen) BHKWs.
    Also habe ich den Primärenergiefaktor beim Hersteller der Anlage angefordert.
    jedesmal: zunächst keine Reaktion, dann irgendwelche Sprüche von wegen "die anderen rechnen auch mit 0,7", "was ich denn wolle" und "stellen Sie sich nicht so an, ist doch ein BHKW". Ärmlich!

    Dann habe ich auf Basis zur Verfügung gestellter Daten mal nach der Formel aus 4701 den fp selbst (grob) nachgerechnet und kam so auf fp=1,0 (!!!). Nix 0,7!
    Damit war der Vorteil, den sich die Bauherren gerade im Hinblick auf KfW-Förderungen weg.

    Noch ein anderer (mir wichtiger Punkt): EEWärmeG. Es wird von den Anbietern suggeriert, dass es sich um BHKW handelt, die wie konventionelle BHKW gewertet wird. tut es aber (vermutlich) nicht.
    in EEWärmeG stehen die Voraussetzungen, wann ich diese berücksichtigen darf:
    Diesen Text habe ich jeweils in ein Schreiben kopiert mit Verweis auf die Quelle und um eine schriftliche Bestätigung (mit Originalunterschrift und Stempel) gebeten, dass die angebotene Anlage diese Bedingungen erfüllt.
    dreimal dürft Ihr raten, was ich als Antwort bekam: genau, nichts! Auch als der Heizungsbauer, der die Anlage verkaufen sollte, nach dieser Bestätigung gefragt hat: nichts!
    Also muss ich vermuten, dass diese Anlagen die genannten Bedingungen nicht einhalten können.

    Lange Rede, kurzer Sinn: nach eingehender Prüfung und Bitte um Nachweise ist diese Art der Beheizung jedesmal wieder ad acta gelegt worden.
     
  8. #7 ReihenhausMax, 20. November 2012
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    Die werden halt genug verkaufen, dass sie sich mit solchen "Quälgeistern" nicht rumärgern wollen ;-)
     
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  10. Ebbi2000

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    Hallo zusammen !
    Wiedermal bin ich durch euch einen Schritt weiter gekommen...

    @Ralf: Danke, dass du dir so viel Mühe gegeben hast mit deinem Beitrag !!! Vielen Dank dafür.

    Ich glaube ich werde diese Idee wohl begraben müssen. :konfusius
     
  11. Julius

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    Warum sollte sich diese Frage stellen?
    Immerhin - man könnte sie stellen, wenn man will.

    Die Antwort lautet dann: Leider nein!

    Ist hier genauso. Eine Auslegung für Inselbetrieb ist bei diesen Mini-Leistungen auch nicht sinnvoll.

    Abegesehen davon bleibt die Frage, wie lange bei einem Ausfall der öffentlichen Stromversorgung dier öffentliche Gasversorgung überhaupt aufrechterhalten werden kann.
     
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