Neigung Glasvordach über Eingangspodest

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  1. Seev

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    Hallo zusammen,

    wir planen (bzw. unser Architekt) ein Glasvordach auf Stahlgerüst mit 4 Stützen an den Ecken, keine Berührung der Hauswand. Die hintere Hälte der Gesamttiefe von 1,2m ist noch unter dem Dachvorsprung der 1,5m drüber liegt, bekommt also nicht sehr viel Niederschlag ab (selten regnet es schräg aus Nord, Haustüre ist nordseitig in Hauswandmitte), Breite der Platte 2,4m in O-W-Richtung.
    Idealerweise sollte die Glasplatte waagrecht liegen bzw. so wirken. Nun hat der Architekt mit dem Schlosser zusammen "10 mm Gefälle" auf den Plan geschrieben.
    Wie ist dieses zu beurteilen? Genügt das hier? Wieviel Gefälle braucht man, um die Scheibe sauber zu halten?
    Ich möchte zudem auf alle Fälle vermeiden, dass Wasser an die Hauswand läuft.

    Ich stelle mir ferner (nach Beobachtungen an Nachbars Wintergartenverglasung) an der Vorderkante der Platte eine "minimalistische Rinne" / Kante aus VA-Blech von ca. 1cm Höhe vor, um ständiges Tropfwasser auf den Fussweg zu verhindern und dieses zur Seite in den Garten abzuleiten. Ist so etwas machbar? Mein Architekt hat keine Erfahrung mit sowas.

    Danke und Gruß
    Seev
     
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  3. Thomas B

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    Naja ...nün....Wasser neigt durch seine phy. bedingte Oberflächenspannug erstmal eher träge talwärts zu rutschen....will sagen...ein wenig sollte man dem flüssigen Medium schon auf dfie Sprünge helfen.

    Eine "gefühltes" 0°-Dach mag neckisch aussehen, dürfte aber über kurz oder lang (eher über kurz) der Verschmtzung anheim fallen. Dort werden sich also Staub, Pollen, Blätter usw. ansammeln, die mangels Fließgeschwindigkeit des dort eingetrageen Wassers auch gerne verbleiben.

    Generell gilt: je steiler, desto besser. Ist ja irgendwie logisch. Dem mag der gestalerische Gedanke der gewollten Horizontalen entgegenstehen. Warum dies eigentlich? Warum soll es horizontal funktionieren, wenn dem sich die dumme Physik sich entgegenstemmt? Oder anders: warum verzichtet man auf eine gewisse Dachneigung, nur um hier gestalerisch etwas zu schaffen, was den Gesetzen der Natur so arg widerstrebt?

    Letztendlich wird man mit so einer Minimalneiguung kaum glücklich werden. Form follows function....oft zitiert, oft grene ignoriert.

    Function hier: Wasser abführen; dafür braucht es Gefälle....je mehr desto besser (auch wegen des des durch seinen Fließgeschwindigkeit reinigenden Effekts) ...ich würde hier kaum unter 10 % gehen wollen. Gefühlt.
     
  4. vokono

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    Die Scheibe sauber zu halten alleine durch ein konstruktives Gefälle ist fast unmöglich.Eher durch die Auswahl der Veredelung der Glasoberfläche.Und das auch nur bei richtiger und regelmäßiger Pflege .Das mit der Ablaufrinne sollte optisch und auch technisch lösbar sein.Vielleicht kann man die Optik der Abdichtung gegen die Hauswand der Ablaufrinne anpassen.Und bedenke vor allem das du bei Niederschlag auch Tropfwasser hast was evtl bei Regen und Wind verteilt wird.Die 10mm gefälle sind schon o.k.
     
  5. Biber53

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    Thomas B,

    :respekt
     
  6. ThomasMD

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    AW: Neigung Glasvordach über Eingangspodest

    Kann ich unterstreichen. Wir haben ca. 25% und auch da muss viermal im Jahr geputzt werden und trotzdem sieht die Scheibe bald wieder schmutzig aus.
    Ich würde nie wieder Klarglas für ein Vordach nehmen.


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  7. Thomas B

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    Eine mindestens mal kühne These!

    Bei einer Ausladung von ca. 120 cm sind 10 mm "Gefälle" eher knapp bemessen. Normalerweise fließt Wasser ab ca. 2%...also bei 120 cm, bei einer Mindetsdachneigung von 24 mm...so weit die Theorie. Wird überdies ein gewisser reinigender Effekt gewünscht darf es ruhig deutlich mehr sein.
     
  8. Biber53

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    Bei Wind, tauendem und gefrierendem Schnee läuft das Wasser sogar den "Berg" rauf und natürlich auch zur Seite runter.

    mfg
     
  9. Seev

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    Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, welches Gewicht ich dieser "Selbstreinigung" beimessen soll. Es sollte eben keinen zu schlechten WAF einfahren! :motz
    Der gestalterische Aspekt ist sicher nicht zu verabsolutieren. 10% wären 12cm. Keine Ahnung wie das von der Seite wirkt. Wenn die Punkthalter der Glasplatte auf den Distanzhülsen das mitmachen, kann man das ja mal andenken. Das drüberliegende Ziegeldach hat 35°. Was ich keinesfalls will, ist ein mittels Zugstäben o.ä. an der Hauswand angehängtes Glasdach mit gefühlten 40° ... kann ich mir zudem bei der Fläche kaum vorstellen.
    Mir steckt immer noch die erste Beobachtung von Dachlawinen von meinem Dach in den Knochen, die mich dann wieder zu einem soliden Vordach drängte, das unabhängig von der Fassade steht.
     
  10. H.PF

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    *giggel* Der WAF ist ein nicht zu unterschätzender Faktor im Baugewerbe, wird leider oft genug unterschätzt... Und dann weiß keiner wieso man den Auftrag nicht bekommen hat oder wieso der Ehemann seitdem so unzufrieden ist...
     
  11. vokono

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    @ThomasB
    stimmt,hast recht!habe mal grob überschlagen:28:
    @Biber53
    Der Elektriker der eine optisch dichte Mastdurchführung in ein Dach eingebaut hat ,kann ein Lied davon singen
     
  12. Biber53

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    Vokono,

    dann gebe ich Dir auch mal recht.
    Die Selbstreinigung eines Glasdaches durch Niederschlag, kann durch Vergrößern der DN höchstens verbessert werden. Die Scheibe(n) werden trotzdem verdrecken und bedürfen zusätzlicher Reinigung von außen.

    mfg
     
  13. vokono

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    @Seev
    wenn das Vordach aus Glas sei soll,dann auch Sicherheitsglas(VSG)Und das Schneefanggitter nicht vergessen.
     
  14. Seev

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    ersteres ist klar, (sollte vom Fachmann auch richtig gemacht werden, oder?),
    zweiteres ist bei meinen Planern heftig umstritten, ob sinnvoll oder nicht. Wenn schon, dann Haken, aber die gibts nicht passend zu meinen Ziegeln, ...

    Was hält so eine Scheibe aus, gibt es dazu Vorgaben?
     
  15. Gast036816

    Gast036816 Gast

    das hängt alles von der planung ab:

    - dachneigung (kleinstes maß wird mit 7° empfohlen, besser sind 10°)
    - allseitig linienförmig gelagerte glasscheibe,
    - linienförmig gelagert,
    - punktgehaltene glasscheibe,
    - betretbare ausführung erforderlich,
    - abmessungen der glasscheibe, geteilte ausführung oder einteilig,
    - glasart und zusammensetzung,

    diese punkte sollte dein architekt abklären. 10 mm neigung sind blödsinn. in der mitte biegt sich durch, eine selbstreinigung ist dann nicht mehr, schmutzablagerung mit wasserrändern und ein eher grausiger eindruck ist die folge.
     
  16. Neutal

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    VON EVENTUELL EINGEBLENDETER WERBUNG IN DIESEM POS
    Glasvordächer mit geringer DN verschmutzen relativ schnell. Ich rate meinen Kunden von Neigungen unter 5% immer ab. Die VSG Verglasung gibt es in verschiedenen Qualitäten. Als günstigstes stehen da zwei Glasscheiben mit eingebrachter Folie dazwischen, dann gibt es noch Thermisch vergütete VSG, welche die Schußsicher sind, als Thermoverglasung...
    Die Halbarkeit der Gläser wird zudem durch die Glasaufnahme beeinflußt. Hier gibt es sehr viele Systeme. Direkt begehen würde ich ein Glasdach lieber nicht, auch wenn viele Gläser es aushalten würden. Ich lege mit immer eine Bohle auf.
    Schneefangsysteme hat nahezu jeder Ziegelhersteller, ansonsten gibt es auch Fangsysteme die Unabhängig von der Deckung montiert werden können.
     
  17. Anda2012

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    Von der Bauleitung zum Formularausfüllen
    Wenn ich so die Beschreibungen von Dir lese würde ich überlegen, ob man nicht ein anderes Material wählen sollte oder die Lawinenproblematik anders angehen. Ich finde Glasvordächer nur kurzzeitig schön, eben aufgrund der Reinigungsproblematik. Sie sind schnell verschmutzt und wirken dann nur noch schmuddelig.
     
  18. Seev

    Seev

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    Etwas anderes als Glas will sich mein Architekt gar nicht vorstellen, wenn er aus der Haustür raustritt. Ich vermute, dass er irgendwie auch Recht hat ... ein anderer der Profis hatte nämlich schwarzes Trespa vorgeschlagen, was auch nicht viel billiger wäre.

    Also die bisher geplante Scheibe kostet ein Schweinegeld, wohl mehr als der ganze Stahlbau. Aber wenn ich mir sonst weiterhin die (nicht passenden) Dachhaken (deren Notwendig- und Sinnhaftigkeit heftig umstritten sind) sparen kann, dann darf die Scheibe auch noch einige viele Hunnis teurer werden. Denn es geht bisher wohl mehr um den Schutz der Scheibe als von Personen - auch wenn ich da noch unsicher bin, ob das richtig ist.
     
  19. Seev

    Seev

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    - 7° entspr. nach Tangens ca. 12%; 10° entspr. ca. 18%
    Oben war von >=10% die Rede? Reicht das nun nicht?

    - die bisherige Planung geht von je 3 Auflagerpunkten vorne und hinten aus, keine Linienberührung
    Habe nicht den Eindruck, dass mein Architekt da irgendwie ingenierumässig vorgehen würde, aber dies ist nicht nur hier so ...
    Von daher habe ich als Laie immer ein Problem ...
     
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  21. H.PF

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    Was hast du gegen ein Schneefanggitter/Schneefangbalken?
     
  22. Gast036816

    Gast036816 Gast

    Thomas B hat 10% gefühlt geschrieben, d. h. er war sich nicht ganz sicher. bei 10 grad kannst dir sicher sein, dass das wasser gut abläuft.
    die punkthalter haben welche tragkraft und wie gross ist der abstand zum glasrand?
     
Thema: Neigung Glasvordach über Eingangspodest
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