Neues Stockwerk - Ausführung Holz oder gemauert ? Einschätzung erbeten

Diskutiere Neues Stockwerk - Ausführung Holz oder gemauert ? Einschätzung erbeten im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo sehr geehrtes Forum, wir sind gerade in der ersten Planungsphase mit unserem Architekten zum Hausumbau. Ich wäre für eine "zweite"...

  1. xsanders

    xsanders

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    Hallo sehr geehrtes Forum,

    wir sind gerade in der ersten Planungsphase mit unserem Architekten zum Hausumbau. Ich wäre für eine "zweite" Meinung sehr dankbar und würde einfach gern etwas informierter sein. Ich beschreibe das Vorhaben mal so gut es geht.

    Das Haus Baujahr 1966 gemauert mit Ziegeln (25cm) soll von einem 2 Familienhaus in ein 1 Familien Haus umgebaut werden. Das Haus hat eine Grundfläche von 9,5 x 12,5 Metern. Der Dachstuhl ist mit einer Sparrenhöhe von 12,5 cm nicht nach EnEv ausreichend dämmfähig (sorry falls ich hier Mist erzähle) und die Dachpfannen sowieso erneuerungsbedürftig. Das Dachgeschoss hat einen Kniestock von ca 50 cm was den ganzen Raum sehr begrenzt. Deshalb wollen wir das Dachgeschoss auf eine volle Stockwerkshöhe von 2,50 Metern bringen. Heisst komplett neues Dachgeschoss.

    Der Architekt hat nun vorgeschlagen die alten Bestandsmauern bis auf die Geschossdecke abzutragen und mit Massivholzwänden neu aufzubauen. Wir streben in etwa einen KFW100 Standart an. Ich persönlich halte überhaupt nichts von einer Aussendämmung, es gibt mittlerweile zahlreiche Untersuchungen die den Nutzen komplett in Frage stellen, aber das soll hier nicht der Punkt sein.

    Zur eigentlichen Frage: Die Massivholzwände kommen bereits mit einem sehr guten UWert und müssen deshalb von aussen nicht zusätzlich gedämmt sondern nur verputzt werden. Da das Erdgeschoss aber mit einer 15-20cm Dämmung versehen wird kann ich mir nicht erklären (da wir noch nicht in der Detailplanung sind hat mir der Architekt das auch noch nicht erklärt, ich möchte einfach vorher schon mal eine Idee haben) wie dieser Mauerüberstand dann zum neuen Stockwerk hin ausgeglichen wird ?

    Wäre es nicht viel passender und einfacher das neue Stockwerk ebenfalls zu Mauern ? Kann jemand aussagen zu Preisen machen ? Meiner Einschätzung nach dürfte ein gemauertes Stockwerk deutlich günstiger sein ? Vor allem wenn man auf den Bestand aufbaut anstelle ihn abzutragen ?

    Vielen Dank!
     
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  3. mls

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    du hast recht. 36cm dicke massivholzwände haben eine
    dämmung, wie 36cm dicke ziegel vor 15 jahren ;)

    ob die massivholzwand ausreicht oder enev-konform
    ist, wurde von dir bereits festgestellt.
    wenn dein architekt sowas erzählt, wird der auch den
    restlichen parcours baulicher kleinigkeiten meistern.

    ironie off: lies dich ein und such dir einen fachmann.
     
  4. Neutal

    Neutal

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    Es wäre mir neu das eine normale Massivholzwand ausreicht. Direkt verputzen ist ebenfalls nicht möglich. in den meisten fällen wird von aussen eine Holzweichfaserdämmplatte aufgebracht, die dann verputzt wird, von innen eine Installationsebene die auch noch gedämmt werden kann.
     
  5. Inkognito

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    Im Zusammenhang mit Wärmedämmung wird viel Scharlatanerie kolportiert - entweder diese Leute erzählen bewusst die Unwahrheit, weil sie ein eigenes, wirtschaftliches Interesse daran haben oder sie zeichnen sich durch völlige Freiheit von Sachkompetenz aus. Manchmal auch beides in Kombination.
    Da hat Ihnen einer einen Bären aufgebunden. Ich nehme an, der Architekt geht davon aus, dass die Dämmung bis nach oben durchgezogen wird, dann klappt das vermutlich.
    Holz dämmt zwar im Vergleich relativ gut, im heutigen Standard gilt Holz allerdings als Wärmebrücke, eine, die im Holzrahmenbau deshalb sogar überdämmt werden muss.

    Naja, jein. Kann das Fundament denn die zusätzlichen Lasten nachweislich ertragen? Soll z.B. zudem aus Schallschutz oder Verformungsgründen noch eine Massivdecke oder ähnliches eingezogen werden?
     
  6. #5 Friedl1953, 12. Januar 2014
    Friedl1953

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    Wenn Du das Massivholzwand Feeling nicht hast lass es bleiben. Wenn der Preis für Dich eine wesentliche Größe ist, kann man dir die besonderen Aspekte einer Massivholzwand nicht näher bringen und dann würdest Du unglücklich werden.
    Es ist zwar so, dass eine massive Holzwand energetisch wesentlich besser ist als man sie berechnen kann. Das hilft aber nichts weil es keine gesicherten Berechnungsverfahren gibt und deshalb muß es so berechnet werden wie alle Baustoffe. Fichtenholz hat ein lambda von 0,13, manche Firmen habe eigenen Versuche für Ihre Massivwandkonstruktionen machen lassen und kommen auf ein lambda von 0,11. Besser wird es zur Zeit nicht.
    Wenn Du nun eine 36 er Wand einschichtig hast erreichst Du ein UW von 0,34 und wenn Du mit lambda 0,11 rechnest vielleicht von 0,33 und somit ist dies nicht ausreichend.
    Weiterhin brauchst Du auf jeden Fall außen noch einen Putzträger, oder hattest Du an eine vorgehangene Fassade gedacht? Wenn du nun einen 60 mm Holzfaserputzträger aufbringst hüpfst Du knapp unter die ENEV-Forderung.
    Bei einer 36 er Massivholzwand der Firmen H......, M.. vermute ich mal das es darum geht ist es eher unüblich und auch nicht notwendig eine Inst-Ebene zu haben.
    Zusammenfassung, lass die Massivholzwand und mauere was herkömmliches nur so wirst Du glücklich.
     
  7. xsanders

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    Hallo zusammen und vielen Dank für Eure Antworten. Ich möchte gerne eins betonen, wir sind noch komplett in den Grobplanungen und der Architekt hat die Massivholzwand nur in den Topf geworfen und ist seither nicht weiter darauf eingegangen. Ich denke das wird jetzt in der Genehmigungsplanung dann stattfinden, ich wollte einfach nur vorher schonmal andere Meinungen gehört haben!

    Der Massivholz Vorschlag kam glaube ich hauptsächlich weil ich auf die Frage wann es fertig sein soll mit "so schnell wie möglich" geantwortet habe. Mit vorgefertigten Wandelementen lässt sich Zeit sparen, daher wohl die Intention. Aber unterm Strich dürfte das vielleich maximal 2 Wochen ausmachen!

    Wie ist es denn mit auf den Bestand aufmauern, also die bestehenden Ziegelmauern vor allem auf den Giebelseiten erhalten ? Ist das sinnvoll vor allem vor dem Hintergrund da vermutlich die Fensterausschnitte versetzt, verändert werden müssen. Ich glaube die Antwort kann ich mir fast selber geben, einreissen und neubauen!

    Wie würde man mit dem bestehenden Putz im Erdgeschoss umgehen, müsste der abgeklopft werden um am Ende auf dieselbe Wandstärke zu kommen oder würde man im neuen Obergeschoss einfach eine stärkere Putzschicht auftragen ?

    Ich danke Euch für Eure Unterstützung!
     
  8. Bowman

    Bowman

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    was ist denn mit Sparren einfach aufdoppeln, das Dach erneuern.. und lieber einen netten kleinen Anbau in Richtung Garten setzen?

    So muss ja dann das ganze Bestandshaus verändert werden inklusive neuer Statik
     
  9. H.PF

    H.PF

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    Setz die Wände (egal welches Material) Aussenkante Bündig mit dem Putz und dann überdämm alles komplett mit WDVS oder Vorhangfassade...
     
  10. xsanders

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    Ist das denn statisch zulässig da das neue Mauerwerk ja dann zu ca 6 % auf den sicher nicht tragfähigen Putz aufliegt?
     
  11. H.PF

    H.PF

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    Überlass das mal deinem Statiker...
     
  12. xsanders

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    Hi zusammen,

    ich möchte dieses Thema nochmal ausgraben. Kann jemand einen ganz groben qm Preis für die Massivholz Wand bennen, ohne Dämmung usw ? Ich würde das gerne Kostenmäßig gegen eine Ziegelwand aufstellen. Bei einer 25cm HLZ Wand gehe ich aktuell von 70 EUR/qm aus.

    Danke!
     
  13. Friedl1953

    Friedl1953

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    Für eine 25 MHM in etwa x 2.
    Wenn Du nur den Preis siehst ist ein Mauerwerk immer das billigst.
     
  14. #13 gunther1948, 31. Januar 2014
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    hallo
    du kannst nur komplette wandaufbauten miteinander vergleichen.

    gruss aus de pfalz
     
  15. mls

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    mauerwerk unverputzt+ungedämmt gegen massivholz
    ungedämmt und ohne montage ..

    manchmal sind entweder bauherren zu schnell oder
    architekten zu langsam - oder beides oder die sind an
    verschiedenen projekten :p
     
  16. xsanders

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    In dem Fall ist der Bauherr viel zu schnell und möchte alles wissen und vergleichen können ;)

    Wie verhält es sich dann mit fertiggestelltem Mauerwerk ? Sind die Endpreise vergleichbar ?

    Es ist als zusätzlicher Punkt so, dass ich evtl einen Bauunternehmer habe, bei dem ich selbst als "Hilfsarbeiter" mit anpacken kann und sich entsprechend die Preise fürs Mauerwerk reduzieren ..
     
  17. #16 gunther1948, 31. Januar 2014
    gunther1948

    gunther1948

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    hallo
    naja weil du´s bist gibts keien haue auf die mütze.
    hallo
    unter berücksichtigung dass du gleiches mit gleichem vergleichst. also gleiche u-werte, gleiche schalldämmwerte, oberflächen und material müssen deinem gusto entsprechen usw.
    doch nur bedingt der lohnanteil
    1. tag muskelkater
    2. tag muskelkater und kaputter daumen
    .................. 5. tag bandscheibenvorfall

    gruss aus de pfalz
     
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  19. xsanders

    xsanders

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    Gruß in die Pfalz,

    von Kolateralschäden an mir selbst gehe ich mal nicht aus, erstens bin ich selbst Bauarbeiter (gewesen) zweitens ziemlich kräftig trainiert ,)

    Ich sehe aktuell einen Preisunterschied von ca 10.000 EUR mehr für die nackte Holzwand vs nackte Ziegelwand. Vorteil wäre allerdings, dass der Bau "trocken" ist, das heisst ich könnte schneller mit dem Innenausbau beginnen, ich habe es nämlich eilig ;)

    Ich seh schon, ich dreh mich selber im Kreis, aber spannend ist das Ganz schon!
     
  20. Friedl1953

    Friedl1953

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    Sagt doch keiner das es ne 25 er Wand sein muss, geht auch viel dünner. Dann halt mit stärkerer Dämmung. Könnte auch HRB sein und was noch immer. Mit dem Kreis das passt schon.
     
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