Notentwässerung Nachrüstpflicht

Diskutiere Notentwässerung Nachrüstpflicht im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, nach meinen Informationen wurde die DIN 1986-100 im Jahr 2002 geändert. Ab dort war gemäß DIN der Einbau einer Notentwässerung...

  1. #1 Blumenschein, 8. Januar 2015
    Blumenschein

    Blumenschein

    Dabei seit:
    9. Februar 2009
    Beiträge:
    187
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dipl. Ing.
    Ort:
    Münster
    Hallo zusammen,

    nach meinen Informationen wurde die DIN 1986-100 im Jahr 2002 geändert. Ab dort war gemäß DIN der Einbau einer Notentwässerung auf einem Flachdach zwingend vorgeschrieben.

    Gibt es hier auch eine Pflicht für eine Nachrüstung der Notentwässerung für Dächer die vor 2002 gebaut oder erneuert wurden?

    Danke für Infos,
    Gruß
    --
    Blumenschein
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. ThomasMD

    ThomasMD

    Dabei seit:
    19. November 2009
    Beiträge:
    5.102
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Ing.
    Ort:
    Magdeburg
    War sie das vorher nicht?
    Ich weiß jetzt nicht nach welcher DIN ich damals gerechnet habe, aber alle Flachdachgebäude, an denen ich vor 2002 beteiligt war, haben Notüberläufe oder sind konstruktiv so ausgebildet, dass kein unzulässiger Wasseraufstau möglich ist.

    Keine Ahnung, was der Hintergrund Deiner Frage ist, aber wäre ich Eigentümer und ein Fachkundiger würde mich auf das Fehlen eines Überlaufs hinweisen, würde ich dies sofort nachrüsten lassen und bis dahin akribisch die Einläufe kontrollieren und bei jedem Starkregen oder Schneeschmelze einen Posten aufs Dach schicken.
     
  4. Kalle88

    Kalle88

    Dabei seit:
    16. August 2013
    Beiträge:
    6.160
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dachdecker/ Kaufmann
    Ort:
    Berlin
    Welche Entwässerung liegt hier denn vor? Attikahöhe ist? Durchbiegung?
     
  5. #4 cappuccino, 8. Januar 2015
    cappuccino

    cappuccino

    Dabei seit:
    28. Juli 2013
    Beiträge:
    28
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Berater
    Ort:
    RLP
    Ich habe einen Neubau gesehen (Flachdach), dem die Notentwässerung fehlt! Ist das OK?
     
  6. Kalle88

    Kalle88

    Dabei seit:
    16. August 2013
    Beiträge:
    6.160
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dachdecker/ Kaufmann
    Ort:
    Berlin
    Vermutlich...
     
  7. #6 cappuccino, 8. Januar 2015
    cappuccino

    cappuccino

    Dabei seit:
    28. Juli 2013
    Beiträge:
    28
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Berater
    Ort:
    RLP
    Um das Flachdach rum ist eine ca. 1 m hohe Brüstung (Attika) gemauert.
    Wenn dann der Abfluss aus irgendeinem Grund mal verstopft sein sollte und es extrem und lange regnet, könnte das Dach mit Wasser volllaufen. Und ob die Statik dann für dieses Gewicht ausgelegt ist...
     
  8. Kalle88

    Kalle88

    Dabei seit:
    16. August 2013
    Beiträge:
    6.160
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dachdecker/ Kaufmann
    Ort:
    Berlin
    Hätte, könnte, sollte, müsste - was vergessen? So lange keine vollständigen Fakten vorliegen, bringt ein Urteil über die Konstruktion gleich null.
     
  9. #8 toxicmolotow, 8. Januar 2015
    toxicmolotow

    toxicmolotow

    Dabei seit:
    8. September 2013
    Beiträge:
    1.472
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sparkassenfachwirt
    Ort:
    NRW
    Es kann doch auch zwei reguläre Abläufe geben. Dann hast du deine Notentwässerung. (Vorsicht, gefährliches Halbwissen)
     
  10. Kalle88

    Kalle88

    Dabei seit:
    16. August 2013
    Beiträge:
    6.160
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dachdecker/ Kaufmann
    Ort:
    Berlin
    Nö. Notentwässerung sollen einen Differenzwert abpuffern können und keine reguläre Entwässerung. Man kann sie auch als Signalgeber zweck entfremden und sich die regelmäßige Wartung schenken...
     
  11. #10 toxicmolotow, 8. Januar 2015
    toxicmolotow

    toxicmolotow

    Dabei seit:
    8. September 2013
    Beiträge:
    1.472
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Sparkassenfachwirt
    Ort:
    NRW
    Wenn für eine gewisse Fläche x mit 2% Gefälle eine Entwässerung an der tiefen Seite benötigt wird, man dort aber vorne und hinten jeweils eine Entwässerung einbaut, dann fällt der Signalgeber in der Tat weg, aber ich habe die ausreichende doppelte Ablaufmöglichkeit. Ist dann immer noch ein Speier notwendig (pflicht)?
     
  12. Skeptiker

    Skeptiker

    Dabei seit:
    16. Januar 2010
    Beiträge:
    5.300
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Berlin
    Benutzertitelzusatz:
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Nein, hast Du nicht! Notentwässerungen müssen oberirdisch frei auslaufen, dürfen also nicht direkt an das Kanalnetz angeschlossen sein. Daraus ergibt sich zwangsläufig auch deren Signalwirkung und "Unverstopfbarkeit" des Auslaufs.
     
  13. Kalle88

    Kalle88

    Dabei seit:
    16. August 2013
    Beiträge:
    6.160
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dachdecker/ Kaufmann
    Ort:
    Berlin
    Hä? Einer am tiefsten Punkt und einer am höchsten? Das mit dem Signalgeber war eher ironisch gemeint, weil die Regel ist das Flachdächer eben NICHT gewartet werden. Erst wenn Tonnen an Wasser drauf liegen oder der Wasserfall aus der Decke kommt. Kannst du mir erklären welcher Sinn die doppelte Ablaufmöglichkeit bringt? Außer kosten? Unter Umständen dürften die zwei Gullys sich in der Ablaufleistung behindern.

    Du könntest natürlich jetzt die Deckenkonstruktion so erstellen, das Wasserstau bis Höhe X aufgenommen werden kann. Dann setzt du den zweiten Gully entsprechend weiter weg der dann dafür sorgt, dass sich das Wasser nicht über das statisch Zulässige aufstaut. Der Sinn ist aber ziemlich gering. Der Speier wird pflicht wenn das Wasser durch das Gebäudeinnere geht. Ansonsten ist ein Notablauf genau das was er ist, ein Notablauf für Starkregenereignisse die die eigentliche Entwässerung nicht alleine schafft. Theoretisch gibt es keinen Grund zusätzliche Hauptentwässerung der "Sicherheit" wegen einbauen zu lassen. Richtig berechnet sind die nicht nötig.
     
  14. Skeptiker

    Skeptiker

    Dabei seit:
    16. Januar 2010
    Beiträge:
    5.300
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Berlin
    Benutzertitelzusatz:
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Nach DIN 1986-100 ist diese Ausführung zulässig, wenn die tragende Konstruktion so dimensioniert ist, dass sie die Last des enstehenden Tagwasseraufstaus aufnehmen kann.

    Ob der statische Nachweis richtig gerechnet wurde, kann man sich natürlich bei jedem Bauwerk fragen.
     
  15. Skeptiker

    Skeptiker

    Dabei seit:
    16. Januar 2010
    Beiträge:
    5.300
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Berlin
    Benutzertitelzusatz:
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Die Entwässerungseinrichtungen von Dachflächen gehören nach DIN 1986 aus wirtschaftlichen Gründen so dimensioniert, dass sie den stärksten während 2 Jahren in 5 Minuten auftretenden Niederschlag ableiten können. Die darüber hinaus bei einem statistisch nur einmal in einhundert Jahren für fünf Minuten auftretendem Starkregen niedergehende Niederschlagsmenge muss über Notüberläufe abgeleitet werden - oder die Dachkonstruktion so ausgelegt werden, dass die daraus resultierende zusätzliche Last aufgenommen werden kann.

    Diese sollen natürlich nur bei besagtem Jahrhundertregen genutzt werden und liegen deshalb um eine errechnete Anstauhöhe höher als die normalen Abläufe.

    Die Anzahl der Abläufe, über die das Niederschlagswasser abgeleitet wird, hängt nur von der zu entwässernde Fläche, der örtlichen Regenspende und der Ableitfähigkeit des Ablaufes und der sich ggf. anschließenden Leitungen ab.
     
  16. Taipan

    Taipan

    Dabei seit:
    12. Oktober 2011
    Beiträge:
    5.673
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    in einem Haus
    Und ein Notüberlauf kann auch ein auf einer gewissen Länge speziell ausgebildeter und etwas niedrigerer Attika-Abschluss sein, den man als Laie und/oder von Unten überhaupt nicht sieht. (Hadda schon gebaut ... Beim Funktionsversuch gab es einen netten Wasservorhang ...)
     
  17. Skeptiker

    Skeptiker

    Dabei seit:
    16. Januar 2010
    Beiträge:
    5.300
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Berlin
    Benutzertitelzusatz:
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Nein, war sie nicht - wenn denn das Dach in der Lage ist, die Last aus dem Anstau eines Jahrhundertregens schadlos aufzunehmen. In den meisten Fällen ist dies aber die einfachste, wirtschaftlichste und deshalb günstigste Möglichkeit.

    Nein (wieder: wenn denn das Dach in der Lage ist, die Last aus dem Anstau eines Jahrhundertregens schadlos aufzunehmen).
     
  18. Kalle88

    Kalle88

    Dabei seit:
    16. August 2013
    Beiträge:
    6.160
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dachdecker/ Kaufmann
    Ort:
    Berlin
    Ergänzend zu Skeptiker: Niederschlagswasser aus Notabläufen dürfen nicht auf Flächen entwässert werden die einem Kanal angeschlossen sind. Ist zwar für ein EFH eher unwahrscheinlich im Industriebau könnte das schon wichtiger sein.
     
  19. Taipan

    Taipan

    Dabei seit:
    12. Oktober 2011
    Beiträge:
    5.673
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    in einem Haus
    Viel wichtiger: Sie dürfen nicht auf Flächen entwässert werden, die zum öffentlichen Verkehrsraum gehören. Das mit dem Entwässerungsverbot auf Flächen, die an die öffentliche Entwässerung angeschlossen sind, lässt sich Systembedingt gerade in Städten leider nicht immer erreichen. Das sehen die Abwasserbetriebe meist auch recht schnell ein.
     
  20. Anzeige

    Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. Skeptiker

    Skeptiker

    Dabei seit:
    16. Januar 2010
    Beiträge:
    5.300
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Architekt
    Ort:
    Berlin
    Benutzertitelzusatz:
    Architekt, Sachverständiger f. Schäden an Gebäuden
    Weil ich jetzt parallel per PN gefragt wurde: Es gibt auch keinen "Notentwässerungs-Überwachungsverein" und kein Bußgeld, wenn abweichend gebaut wird. Bestraft werden Nutzer / Eigentümer nur mit abgesoffener Trittschalldämmung, schimmelndem Gipskarton oder anderen Gemeinheiten und können dann eine Auseinandersetzung mit dem Verursacher des Ärgers über dessen Beseitigung beginnen.
     
  22. Kalle88

    Kalle88

    Dabei seit:
    16. August 2013
    Beiträge:
    6.160
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Dachdecker/ Kaufmann
    Ort:
    Berlin
    Es ist aber im höchsten Maß empfehlenswert jemand fachkundiges rüber sehen zu lassen und ggf. einen fehlenden Notablauf oder Überlauf verbauen zu lassen.
     
Thema:

Notentwässerung Nachrüstpflicht

Die Seite wird geladen...

Notentwässerung Nachrüstpflicht - Ähnliche Themen

  1. Leckage Flachdach Gullys undicht

    Leckage Flachdach Gullys undicht: Hallo Forengemeinde, wir haben vor 6 Jahren einen Neubau mit Flachdach bezogen. Jetzt habe ich einen Wasserfleck an der Rigips-Verkleidung...
  2. Nachrüstpflicht EnEv 2009 bei Reparaturmaßnahmen

    Nachrüstpflicht EnEv 2009 bei Reparaturmaßnahmen: Dachinstandsetzung eines undichten Daches im Bestand über einer ausgebauten Dachgeschoßwohnung: Dachrohling ist zur DG-Wohnung 1998 ausgebaut...
  3. Nachrüstpflicht oberste Geschossdecke

    Nachrüstpflicht oberste Geschossdecke: Hallo...! Ab wann gilt eine Geschossdecke im Sinne der EnEV als "ungedämmt"? Gibt es einen Grenzwert oder muß jede Decke den Wert von 0,24...
  4. Notentwässerung - seit wann Pflicht?

    Notentwässerung - seit wann Pflicht?: Guten Morgen! Bin von meinem Chef mit der tollen Aufgabe betraut worden herauszufinden, seit wann bei Flachdächern eine Notentwässerung Pflicht...