Oberputze: Technische Daten bitte woher?

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  1. ustVZ

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    Sto Schwenk Weber Caparol baumit Sto baumit StoSilco Silikonputz pas 481 top Amphisilan SilikonPutz Sto Lotusan NanoporPutz mü 125 170 120 190 70 33 33 sd [m] 0,21 0,45 0,40 0,40 0,21 0,07 0,10 Verbrauch K3 [kg] 4,3 4,0 4,5 4,1 4,3 4,3 4,2


    Ich habe hier die Waserdampfdurchlässigkeitsangaben von sieben Oberputzen zusammengestellt. Auffällig ist, dass
    die mü-Werte nicht mit den sd-Werte zusammenpassen, obwohl gelten müsste: mü*Schichtdicke [in m] lt. DIN = sd-Wert [in m].
    Der Silikonputz von baumit scheint eine sehr gute Wasserdampfdurchlässigkeit zu haben, aber ob das auch stimmt ?


    Die letzten beiden Spalten geben die Daten von Silikatputzen an. Diese haben sehr geringe mü-Werte.

    Die Verbrauchsdaten variieren auch.


    Was ich nicht herausbekomme, ist die Elastizität (bzw. E-Modul) der Putze. Ich würde geringen E-Modul bevorzugen.

    Frage: Stimmt der mü-Wert in Spalte 5? Hat jemand Erfahrung mit dem Produkt?
    Ansonsten lasse ich den Preis entscheiden.
     
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  3. #2 Hundertwasser, 1. November 2010
    Hundertwasser

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    Es gibt Daten die du von den Herstellern nicht bekommen wirst. Aber was würdest du mit den entsprechenden Daten anfangen?

    Ein Golf fährt 180 km/h schnell, ein Astra 178 km/h. Würdest du davon eine Kaufentscheidung abhängig machen?
     
  4. ustVZ

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    Danke für den Hinweis,

    Danke Friedensreich,
    für den Hinweis! Bitte stell dir einmal vor, dass die Hersteller von Autos nicht angeben, wie schnell Ihre Fahrzeuge fahren können. Wie willst du dann vergleichen (können)?
    Man macht eine Probefahrt, nicht wahr?
    Ich kenne jetzt niemanden, der einen Probeputz aaufgebracht hätte, um herauszufinden, ob E-Modul und sd-Werte passen.

    Dann habe ich jetzt von baumit erfahren, dass es keine Norm gibt (!!!), nach der ein Silikonharzputz als <Silikonharzputz> klassifiziert wird. Siloxan-Putze sind ebenso dabei wie überwiegend mineralische Putze mit kleinsten Mengen an Sikonharzbindemitteln.

    Da generell die Armierungsschicht für die Spannungsverteilung des Unterbaus (Dämmplatten etc.) verantwortlich ist, braucht der Oberputz keine größere Elastizität aufzuweisen als der Armierungskleber selbst. Die Empfehlung von Baumit war: Nanopor-Putz, weil man damit den Neuanstrich nach 10-15 Jahren einsparen kann.

    Was mir fehlt, sind Antworten:
    • In welcher Weise kann die Feuchtigkeitsaufnahme
      des Silikatputzes (wegen der hydrophilen Anteile) den Unterbau und die Dämmung nachteilig beeinflussen?
      • z.B. Feuchte Putzoberfläche=> Schlechte Entfeuchtung der Wand
        durch Diffusion.
      • Feuchte Putzoberfläche=> Verdunstungskälte beim Abtrocknen.
      • Feuchte Putzoberfläche=> Verschlechterung des Wärmedurchgangs des Oberputzes.
    • Kann das Wechselspiel feucht<->trocken dauerhaft zu Abrieb führen?

    Man könnte sich die ganze Fragerei auch sparen, wenn schlicht
    die Westseite (Südwest-Seite mit Schlagregen etc.) mit Silikonharzputz abgedichtet wird und
    die übrige Fassadenoberfläche, wo kaum Regen hinkommt mit Silikatputz versehen wird.
    Schade, an dieser simplen Lösung ist folgendes heikel:
    Die Pigmente in beiden Putzen sind verschiedener Herkunft, so können die Farben nicht gleich ausfallen.

    Kann mir jemand den positiven Effekt des Nanopor-Putzes (Lotusan-Putzes) insbesondere in den Bereichen, wo kein Regen hinkommt (z.B. unter den Fensterbänken), bestätigen?
     
  5. hamunaptra

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    Da der Lotus-Effekt durch "abregnen" funktioniert, geht es halt dort, wo kein Regen hinkommt, nicht....Also, kein "abregnen" - kein Lotus-Effekt !!! Das kannst Du dir also sparen !!!!!!
     
  6. #5 Hundertwasser, 7. November 2010
    Hundertwasser

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    Worauf ich hinaus wollte, ist die Tatsache, das der sd-Wert für den Oberputz alleine so uninteressant ist wie nur irgendwas. Auch das E-Modul sollte keine Rolle spielen. Bei WDVS müssen zwingend alle Bestandteile (z.B. Platten, Armierung, Putz) von einem Hersteller und aus einem System mit bauaufsichtlicher Zulassung stammen. Welche Bestandteile dies sind kann der jeweiligen Zulassung entnommen werden die dein Handwerker dir aushändigen muss oder bei Eigenleistung beim Hersteller angefordert werden kann.

    Die Bestandteile wurden für die Zulassung geprüft hinsichtlich der Erfüllung diverser Normen und auch der Standsicherheit des Systems allgemein. In der Regel kann man nun zwischen verschiedenen Systemen auswählen. Innerhalb dieser Systeme kann man z.B. wiederum verschiedene Putzarten aussuchen. Entgegen deiner Aussage muss der Putz elastischer sein als die Armierung da es sonst zu Rissen führt. Man kann getrost davon ausgehen, das die Komponenten aufeinander abgestimmt sind und es deswegen aus Gründen der Haltbarkeit egal ist, welcher im System aufgeführte Putz verwendet wird.

    Bei den Putzen gibt es momentan zwei Denkrichtungen. Die Etablierte bevorzugt eine hydrophobe Ausrüstung der Putzoberfläche (Siliconharzputze, Lotusdings und Nanobums), neuerdings gibt es aber auch hydrophile Putze die durch eine definierte Wasseraufnahme die Feuchtigkeit von der Oberfläche "absaugt" wodurch weniger Algenwachstum entstehen soll. Fakt ist, das ohne weitere Maßnahmen heute kein Hersteller in Deutschland eine Garantie für Algenfreiheit übernimmt.

    Um die Sache noch etwas verwirrender zu machen bringe ich jetzt noch den gute alten Kunstharzputz ins Spiel. Dessen Diffusionsfähigkeit ist deutlich schlechter als bei Silikat- oder Siliconharzputzen. Um bei meinem ersten Besipiel zu bleiben:
    Silikat GTI läuft 220 Sachen
    Silicon RS macht satte 224
    Acryl E fährt nur 172

    Alle drei bewegen sich aber nur Innerorts, weswegen Tempo 50 ausreichen würde.

    Einziges Bewertungskriterium ob der sd Wert ausreichend gering ist stellt für mich eine bauphysikalische Berechnung dar. Zwar basieren diese auf modellhaften, statischen Angaben, aber ein Rechenverfahren das die wichtigsten dynamischen Prozesse an einer Fassade abbildet haben wir leider nicht. In dieser Berechnung spielt aber der sd-Wert der Putzoberfläche nur eine kleine Rolle, vor allem um so größer die Dämmstoffstärken dimensioniert werden. Ich habe noch kein Glaserdiagramm gesehen (von real vorhandenen Fassaden) wo bei einer Dämstoffstärke > 12 cm Tauwasserausfall zu befürchten gewesen wäre.

    Wenn du meinen abschließenden Rat hören möchtest dann empfehle ich dir folgendes:

    Je nachdem wo du deine Prioritäten setzt:

    Silikatputz bei hoher Luftverschmutzung, z.B. innerstädtisch
    Acrylharz-Putz für hohe Schlagfestigkeit (Kinder!)
    Siliconputz bei hoher Algenneigung

    Alle drei möglichst mit algiziden Wirkstoffen ausgestattet und alle drei mit einer artgleichen Fassadebfarbe überstrichen. Suche dir einen Handwerker der vernünftig arbeitet und der Material eines etablierten Herstellers verwendet. Nach 20 Jahren als Malermeister kann ich dir eins sagen - die Verarbeitung nach Herstellervorschriften bringt den Erfolg. Wo Wasser gepanscht wird, wo es zu kalt oder zu nass ist, zu heiss oder zu windig, da wird nichts dabei herauskommen.

    Und denke nicht zuviel über E-Modul und sd-Wert nach. :winken
     
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