Passivhaus -> somit bei der Heizung "sparen"

Diskutiere Passivhaus -> somit bei der Heizung "sparen" im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, ich werde hoffentlich nicht gleich verbal verprügelt, aber ich habe hier im Forum schon mal nach Passivhaus "gegoogelt" und...

  1. karlh

    karlh

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    Hallo zusammen,

    ich werde hoffentlich nicht gleich verbal verprügelt, aber ich habe hier im Forum schon mal nach Passivhaus "gegoogelt" und festgestellt, dass es sehr gute Antworten und zu auch mir offenen Fragen in dem Bereich gab.

    Und deswegen meine Frage und mein erstes Thema in diesem Forum:

    Ich plane momentan ein Haus im KFW-40-Standard zu bauen.
    Beim letzten Gespräch mit dem Anbieter sind wir auf das Thema Passivhaus gekommen. Laut seiner Ansage, müsste - in meinem Fall - nur das Dach anders gebaut werden (300mm, anstatt 240mm Balken und andere Dämmung dazu), dann würden wir mit den hochwetigen 0,7-Fenstern auf PH-Standard kommen. Die Aussenwände sind seiner Ansicht nach bereits im Bereich Passivhausstandard.

    Klingt gut für mich. Ich frage mich nun, ob ich in einem PH überhaupt noch eine konvetnionelle Heizung brauche?

    Ich spiele mit dem Gedanken, mir die komplette Heizung mit Vor- und Rücklauf und Fußbodenheizung zu sparen. Ich müsste die "paar Watt" im PH doch auch mit meiner Lüftungsanlage heizen können?

    Das gesparte Geld würde ich dann lieber für eine Photovoltaikanlage ausgeben, die mir theoretisch die Engergie erzeugt, die ich z.B. für die Heizung verbrauche - natürlich ist es momentan noch rentabel den erzeugten Strom zu verkaufen, aber das kann sich ja mal ändern...

    Hat denn jemand hier damit Erfahrung?
    Klappt das in der Praxis oder haben ich mich mit meinen vielen Gedankenspielen total auf den falschen Weg begeben?

    Wäre für "eigene" Erfahrungen und Kommentare dazu sehr dankbar.

    Grüße Karl
     
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  3. #2 Tom Köhl, 10. Mai 2009
    Tom Köhl

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    Das hängt aber auch davon ab, wessen Standard herangezogen werden soll. Vielleicht verstehst Du unter dem Wort Passivhaus ganz was anderes als Dein Hausanbieter. Du planst derzeit ein Haus, das den Kriterien für einen KfW-40-Kredit entspricht. Die sind ja extern vorgegeben.

    Je nachdem verbleiben möglicherweise mehr als "die paar Watt", die Du dann elektrisch zuheizen müsstest. Ich würde auf jeden Fall eine externe Zertifizierung verlangen und würde wollen, dass der Hausbauer SEINE Kriterien für ein Passivhaus mal offenlegt.

    Beispiel für Mindestkriterien (aus Wikipedia):
    Jahresheizwärmebedarf ≤ 15 kWh/(m²a)
    Heizlast ≤ 10 W/m²
    Luftdichtigkeit n50 ≤ 0,60/h
    Primärenergiebedarf ≤ 120 kWh/(m²a) (inkl. aller elektrischen Verbraucher)

    Das sind jetzt z.B. Kriterien vom Passivhaus-Institut Darmstadt. Die stammen von vor ein paar Jahren. Vermutlich ist der Stand der PH-Technik mittlerweile schon viel weiter vorangeschritten. Soweit ich weiß, wurde schon vor drei Jahren von Null-Energiehäusern gesprochen, oder sogar von positiven Energiebilanzen (was war das noch? Plus-Energiehäuser)?

    Die Experten wissen sicher mehr zu berichten, ich bin Laie.
    Viele Grüße,
    Tom
     
  4. #3 Olaf (†), 10. Mai 2009
    Olaf (†)

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    Ich...

    muss Dir jetzt mal ne Frage stellen Tom, auch wenn sie Dir wahrscheinlich nicht gefällt:
    Wie das Forum überschrieben ist, weiste ja - auch was an Erwartungen seitens der Fragesteller daraus resultieren. Dein Fachgebiet ist ein anderes, was ja weiß Gott nicht schlimm ist.
    Warum musst Du hier unbedingt Dich produzieren und überlässt das nicht denen, die sich damit auskennen?

    Oder etwas direkter: das soll keine Plattform für gelangweilte Internet-User sein, die Small-Talk suchen. Ggf. müssten wir das auch mal etwas einschränkend bearbeiten.

    Fändest Du es schick, wenn in einem Forum, in dem Diplom-Pädagogen ihr Expertenwissen vermitteln Laien, z.B. ich, angelesenes Wissen zum Besten geben, nur um mal wieder einen Beitrag zu schreiben?

    In dem Sinne fände ich Einsicht gar nicht schlecht.

    Olaf
     
  5. fmw6502

    fmw6502

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    Hallo karlh,

    wir haben uns vor unserem Hausbau auch intensiv mit dem Thema Passivhaus beschäftigt, da ich finde, daß es eine interessante und spannende Lösung ist. Daher nachfolgend nur ein paar Erfahrungen/Meinungen aus dieser Beschäftigung.

    Das PH kann nur als Gesamtkonzept mit intensiver Auseinanderbeschäftigung der notwendigen Randbedingungen gesehen werden. Es optimiert die Wärmelast durch sehr hochwertige Dämmung und unter genauer Einbeziehung aller Gewinne (intern&Solar). Erst dadurch ist es möglich auf eine konventionelle Wärmeverteilung mit FBH o.ä. zu verzichten und stattdessen auf eine Luftheizung zu setzen.
    Umkehrschluß: wenn sich die Randbedingungen ändern kann es kritisch werden. Leider ist auch durch die Luftheizung der Wärmeeintrag begrenzt, Stichpunkt Staubverschwelung.
    Mal so eben nach Faustwerten des U-Werts ein Haus als PH zu entwerfen ist nicht! Es gab schon genug Bewohner, die enorme Probleme mit solchen Häusern hatten.

    Ein paar Stichpunkte für Dich als Bauherrn:
    - Sind die internen Erträge realistisch, was passiert wenn ggfs. tagsüber keiner im Haus ist?
    - Sind die angenommen Innentemperaturen Eure Wunschtemperaturen, was passiert wenn eine Frostbeule einzieht?
    - Sind die Solarerträge gegeben oder kann Dein haus durch Nachbarbauten verschattet werden? (es gibt auch Ausnahmegenehmigungen für Bebauungspläne...)
    - wie gut ist die Verschattung im Sommer, gibt es Überhitzung?
    - Das Konzept verzeiht keine Baufehler mit Wärmebrücken, wie sicher bist Du dabei...
    - Insb. Fenster und Außentüren kosten m.E. nach deutlich mehr als normal hochwertige Elemente. D.h. eine kleine Senkung des U-Werts kostet deutlich mehr.
    - gibt es versteckte Notheizungen wie elektrische Heizregister, d.h. Elektrodirektheizung
    - woher kommt die Energie für Warmwasser?
    - Gibt es von Deinem Planer Referenzobjekte, möglichst mit vergleichbaren Randbedingungen?

    Schlußendlich haben wir uns entschlossen ein sehr energiesparendes Haus (Wand 0.16 W/m²K, Dach 0,15 W/m²K, Fenster 0,8 W/m²K) mit konventionelle Heizung (WP) zu bauen. Es ist uns robuster und komfortabler, da u.a. leichter Frostbeulen zufriedenzustellen sind.

    Ich will Dir nicht das PH schlecht reden, Ihr müßt Euch aber sehr intensiv damit beschäftigen und einen erfahrenen Planer haben.

    Gruß
    Frank Martin

    PS: 0,7 W/m²K, wirklich komplettes Fenster oder nur Glas?
     
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