Photovoltaik

Diskutiere Photovoltaik im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Guten Abend Ich wollte einmal nachfragen, wie eine Photovoltaikanlage aufgebaut ist. Da kann ich mir zwei Möglichkeiten vorstellen: 1....

  1. #1 Baumeister70, 2. Oktober 2008
    Baumeister70

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    Guten Abend

    Ich wollte einmal nachfragen, wie eine Photovoltaikanlage aufgebaut ist.

    Da kann ich mir zwei Möglichkeiten vorstellen:

    1. Möglichkeit
    Die erzeugte Energie wird direkt (hinter dem Zähler, auf der Seite des Kunden) in die Elektrik des Hauses eingespeist. Eine Steuerung sorgt dafür, dass, sobald die Leistung der Photovoltaik-Anlage nicht mehr ausreicht, der Strom vom E-Werk kommt.
    Wenn genauso viel Energie erzeugt wird, wie verbraucht wird, bewegt sich keiner der beiden Zähler.

    2. Möglichkeit
    Der erzeugte Strom wird direkt eingespeißt, ist also nicht mit der Kundenseite des Zählers verbunden. Ein Zähler ist für den Verbrauch, einer für den erzeugten Strom.
    Der Zähler für den Verbrauch zählt auch dann, wenn man viel mehr Energie erzeugt, als im Moment selbst gebraucht wird. Man verwendet seinen Strom also nicht für sich selbst, sondern er wird nur verkauft.

    Ich vermute stark, dass die 2. Möglichkeit die richtige ist, wollte aber mal nachfragen.

    Vielen Dank für die Antworten
    Baumeister70
     
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  3. Julius

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    Beides ist möglich.

    Bei Photovoltaikanlagen wird aber fast immer die Möglichkeit zwei gewählt.
    Und zwar, weil man für den Verkauf den mehrfachen Preis pro kWh erlöst als der Verbrauchsstrom kostet.

    In Deinem Text ist übrigens ein Fehler. Es muß heißen:
     
  4. Jonny

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    Nummer 1 hatten wir ganz am Anfang, die ersten Anlagen die wir damals angeschlossen hatten, da wurden die Beiden Zähler tatsächlich in Reihe geschalten. Einmal richtigrum und einmal 'verkehrt'(Ein-/Ausgang vertauscht) angeschlossen, beide natürlich mit Rücklaufsperre.
    Seit der Einspeisevergütung werden die Anlagen extra gezählt und der erzeugte Strom komplett an das EVU verkauft.

    Und eine Steuerung für Fall 1 braucht man nicht, die Verbraucher ziehen ihren Strom selbstständig aus der 'besseren' Quelle. Der Wechselrichter versucht durch eine geringfügig höhere Spannung seinen Strom in's Netz zu schieben. Deine Haushaltsgeräte 'verbrauchen' diesen Strom wieder, sie ziehen sozusagend die Spannung durch ihren 'Stromhunger' wieder nach unten. Man könnte jetzt sagen, ist die Spannung, lokal bei dir, höher als das restliche Netz speist die Anlage ein. Im umgekehrten Fall, Spannung geringer da deine Geräte mehr verbrauchen als die PV erzeugt, fliesst Strom aus dem Netz zu dir.
    Vergleichbar mit Wasserfluss(der Strom) und Druck- oder Höhenunterschieden(die Spannung). Das Netz regelt sich sozusagend selber.
    Für Selbstversuche empfehle ich ein Amperemeter, eine Diode und zwei verschieden geladene Batterien gleiche Typs. Beim Parallelschalten der Batterien kann man mit Amperemeter und der Diode die Richtung des Stromflusses beobachten, genauso verhält es sich im richtigen Stromnetz.

    Grüsse
    Jonny
     
  5. KATMat

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    Ab nächstem Jahr

    gibt es wieder beide Möglichkeiten:
    Selbstnutzer bekommen je selbstverbrauchte kWh 25,01 Cent gutgeschrieben. Zusammen mit der Ersparnis von ca. 18 Cent entspricht das genau den 43,01 Cent/kWh, die dann gutgeschrieben werden.
     
  6. #5 Baumeister70, 3. Oktober 2008
    Baumeister70

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    Danke, besonders das hier erscheint mir logisch:
    Was mich noch interessieren würde: Wie wird so eine Photovoltaikanlage installiert?
    Klar, das aus dem Gleichstrom Wechselstrom werden muss (bzw. sogar Drehstrom???), aber wie gehts dann weiter?
    Wird dann einfach am Zählerkasten auf der Einspeisungsseite ein zweiter Zähler angeschlossen, und bei dem dann der Wechselrichter? Oder wird vom HAK eine neue Leitung gelegt?

    Wird in der Regel dann Wechselstrom oder Drehstrom mit der Sonnenenergie erzeugt?
    Und reicht es, wenn einer der beiden (ich rede jetzt einfach mal von Wechselstrom) Ausgänge vom Gleichrichter dann mit dem PA verbunden wird, wenn dieser ausreichend geerdet ist?

    mfg
    Baumeister
     
  7. Julius

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    Mit der Hand und geeignetem Werkzeug.

    Genau: Die Zellen liefern Gleichspannung, ein Wechselrichter macht daraus Wechselspannung.

    Genau! Wenn die Leistung nicht zu hoch ist. Bei größeren Anlagen muß oft ne neue Leitung zum nächsten Ortstrafo gelegt werden.

    In der Regel werden einphasige Wechselrichter verwendet. Einphasige Einspeisung ist aber nur bei geringen Leistungen erlaubt, bei mittleren muß dann mehrphasig eingespeist werden (da Grenzwert für Unsymmetrie besteht), zumeist mit mehreren einphasigen Wechselrichtern.

    Welcher Gleichrichter???
     
  8. Jonny

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    Bis 5kW einphasige Einspeisung erlaubt, darüber muss Mehrphasig eingespeist werden.

    In welcher Höhe und wie eingespeist werden kann, muss man natürlich vorher mit dem EVU abklären.

    Warum eine extra Erdung? Seinen Netz-/Erdbezug holt sich der Wechselrichter über die Einspeiseleitung (3/5-polig)
    Erdung auf der Gleichstromseite(das DC-netz darf keinen Erdbezug haben!) ist nicht erlaubt!
    Potentialausgleich des Montagegestells dringend empfohlen, bei manchen Modulherstellern in den Montageanweisungen/Technischen Unterlagen 'vorgeschrieben'.

    Grüsse
    Jonny
     
  9. #8 Baumeister70, 4. Oktober 2008
    Baumeister70

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    Danke, hat mir sehr geholfen.
    Ich meinte natürlich Wechselrichter.

    Wenn man daran dann direkt die Hausinstallation anschließen würde und irgendwo einen Drehstromanschluss hat (CEE oder E-Herd), dann wäre der N doch überlastet, weil es keine Aufhebung gibt.
    Wie ist das jetzt, wenn man den Strom einspeißt? Holt der sich die Phasenverschiebung - so wie das Erdpotential einfach über den PEN/N - einfach über die Einspeiseleitung?

    mfg
    Baumeister70
     
  10. R.B.

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    Pssst Baumeister, ganz schnell korrigieren bevor´s der Julius merkt. Sonst gibt´s wegen Wiederholungsfehler doppelten Punkteabzug. :)

    Gruß
    Ralf
     
  11. Jonny

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    Wechselrichter zur Einspeisung(also kein Inselbetrieb) gleichen sich immer an's Netz an.
    Er fährt sozusagend die kurvenform des Netzes nach.
    Kann man beim Hochfahren des Wechselrichters beobachten, am Anfang synchronisiert er sich erst auf das Netz, bevor er anfängt einzuspeisen. Fällt das Netz aus, stoppte er auch sofort die Einspeisung.

    Grüsse
    Jonny
     
  12. Julius

    Julius

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    Da wird nirgends ein N oder PEN überlastet. Wie auch?
    Die Einspeiseanlage hängt ja nicht an einem Endstromkreis der Verbrauchsanlage!
    Die hängt "daneben", wie z.B. ne zweite Wohnung im selben Haus.
    Und in der Hausanschlußleitung kann es sogar zu Aufhebungseffekten kommen (also in Summe weniger Stromfluß dort trotz gleicher Leistungsentnahme), weil ja ein Teil direkt von der Einspeiseanlage zur Verbrauchsanlage fließt.
     
  13. #12 Baumeister70, 5. Oktober 2008
    Baumeister70

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    Vielen Dank, hat mit sehr geholfen, das ganze zu verstehen.

    Was eine letzte Frage würde ich gerne noch stellen:
    Was bringt (finanziell) mehr Vorteile?
    Sein Haus mit Photovoltaik zu versehen und die erzeugte Energie ins Stromnetz einzuspeisen, den Strom also zu verkaufen,
    oder
    Solaranlagen aufs Dach zu bauen um damit das Wasser zu erhitzen?

    Ich könnte mir vorstellen, das Erwärmen von Wasser ist effektiver, da Photovoltaikanlagen einen sehr geringen Wirkungsgrad haben, wenn die Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt wird.

    mfg
    Baumeister
     
  14. Julius

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    Das kann man so pauschal nicht sagen.
    Weil der Fall 2 extrem von den Alternativen und der nötigen Ersatzenergie außerhalb der Sommermonate abhängt.

    Sicher ist nur eines: Ohne Subventionen wäre derzeit noch beides unwirtschaftlich.
     
  15. OliS

    OliS

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    wenn man das Geld für eine PV Anlage hat und keinen Kredit aufnehmen muß soll das wohl aktuell mehr bringen als sein Geld bei der Bank anzulegen.

    Ich habe einige Kollegen die das als zusätzliche Altersabsicherung nutzen wollen ( einer hat das ganze auf seinem Stall ( so grobe 100m² könnten das sein) mit wirklich perfekter Ausrichtung).

    Lass dir doch mal ein Angebot machen was dich der Spaß kosten würde.
     
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  17. Julius

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    Was verstehst Du denn darunter?
    Eine wirklich perfekte Ausrichtung erreicht man nur mit nachgeführten Anlagen. Und zumindest bei Dachanlagen rentiert sich der erhebliche Mehraufwand dafür nicht.
     
  18. OliS

    OliS

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    ich verstehe darunter das er keinerlei Verschattung hat, saubere Ausrichtung gen Süden, erhöhte Lage ( nicht wie ich hinterm Berg) so dass relativ früh und relativ lange Sonne draufbrezeln kann.
     
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