Pilzbefall Dachuntersicht

Diskutiere Pilzbefall Dachuntersicht im Dach Forum im Bereich Neubau; Liebe Forengemeinde, bereits im letzten Jahr hatte ich einen Thread zu einem Problem mit meinem Dach gestartet (Link:...

  1. thomo

    thomo

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    Liebe Forengemeinde,

    bereits im letzten Jahr hatte ich einen Thread zu einem Problem mit meinem Dach gestartet (Link: http://www.bauexpertenforum.de/showthread.php?t=27143 ), leider ohne grosse Reaktion, war wohl im falschen Unterforum.

    Nochmals eine kurze Zusammenfassung der Situation:
    Ende 2004 wurde unser Haus renoviert und das Dach erneuert, dabei wurde auch eine zusätzliche Dachgaube erstellt. Alle Arbeiten wurden von einem renommierten Architekten geplant und begleitet, ausgeführt wurde von lokalen Handwerkern, deren Ruf spielte bei der Vergabe eine größere Rolle als deren Preis.
    Der vom Architekten vorgegebene und vom Zimmermann gebaute Aufbau der Dachgaube von Aussen nach Innen:
    - Doppelstehfalz in Uginox Edelstahl
    - Folie (Typ unbekannt)
    - OSB 25mm
    - Konterlattung
    - Unterspannbahn dif. offen
    - Sparren 160mm, voll ausgedämmt
    - Dampfsperre
    - Unterkonstruktion und GK-Verkleidung

    Am Dachüberstand (rd. 30-40 cm) läuft einfach die OSB-Platte nach aussen, d.h. der Sparren endet im Innenraum. Die OSB-Platten wurden an der Untersicht mit dem selben Lack (Typ unbekannt) wie die Untersicht des normalen Dachüberstands (hier aus Fichte 3-Schicht-Platte) behandelt. Bereits vor >1 Jahr stellten wir erheblichen Pilzbefall an den OSB-Platten des Gaubendachüberstands fest, der "normale" Dachüberstand ist einwandfrei.
    Das Thema ging jetzt einige Male mit Architekt und Zimmermann hin und her und es wurden verschiedene Ursachen und Sanierungsmöglichkeiten diskutiert.
    Als Ursache vermutet der Architekt, daß aussen an der Hauswand wärmere und feuchtere Luft aufsteigt und am direkt darüber liegenden Überstand kondensiert. Klingt erst einmal plausibel, da sich in diesem Bereich die Fenster von von Bad und Toilette befinden. Weiterhin sei die Lackierung evtl. nicht fachgerecht erfolgt, was aber nicht mehr zu prüfen sei, der damalige Maler ist offensichtlich auch nicht mehr greifbar.
    Nach langem hin und her wurde beschlossen, daß ein neuer Lackaufbau auf den belasteten OSB-Platten erfolgen soll. Es wurde ein weiterer Maler beauftrag, die Platte fungizid zu behandeln und dann 2-fach neu zu streichen. Die Alternativ vorgeschlagene Lösung einer Verkleidung der OSDB-Platten mit fasergebundenen Zementplatten o.ä. wurde wieder verworfen, da dann "keine Luft mehr an die Konstruktion" kommen würde.

    Dieser Sanierungsversuch ist jetzt 6 Wochen her, leider drücken bereits wieder erste braune Flecken durch die Lackierung, Problem scheint also weiter zu bestehen.

    Am Donnerstag kommen jetzt wieder Zimmermann und Architekt vorbei. Ich habe langsam den Eindruck, daß man einfach nicht zugeben möchte, daß die Konstruktion von Anfang an krank war und sich eigentlich nur durch einen kostspieligen Neuaufbau sanieren lässt.

    So, nach dem langen Text meine Fragen an die Bau- und Dachexperten:
    - Sieht der genannte Aufbau sinnvoll aus und entspricht er den a.a.R.d.T?
    - Sind OSB-Platten in diesem Bereich ohne weitere Verkleidung überhaupt zulässig? Da ich den genauen Typ nicht kenne, fällt mir auch schwer eine bauaufsichtliche Zulassung zu finden.
    - Wenn ja, wie hätte der Witterungsschutz im Normalfall aussehen müssen?
    - Falls nein, was tun? Wie wäre der "richtige" Aufbau? Wie sieht es mit der Verantwortung aus? Der Architekt hat diesen Aufbau explizit in der Detailplanung vorgeschrieben, es gibt keine Bedenkenanmeldung seitens des Zimmermanns.
    - Wer würde in so einem Fall normalerweise den Rückbau und die Wiederinstandsetzung der anderen Gewerke bezahlen, der Architekt hat sicher eine Haftplichtversicherung, wie sieht es aber im Normalfall beim Handwerker aus? Ich bin noch innerhalb der Gewährleitungsfrist.

    Da ich sowohl mit Architekt als auch mit dem Zimmermann bisher ein sehr gutes Verhältnis hatte, hoffe ich, daß wir eine gütliche Einigung finden.

    Nochmals sorry für den langen Post, ist aber für mich auch schwer zu erklären.

    Bilder des Schadens vor Neulackierung und einen Ausschnitt aus der Detailplanung findet Ihr in meinem Profil.

    Viele Grüße und Danke im voraus für jede Rückmeldung.
    Thomas
     
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  3. Shai Hulud

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  4. jetter

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    mal ein paar Antworten allgemein und speziell:
    bei fachgerechter Ausführung(Dachneigung?) ja
    für OSB/3 und OSB/4 und fachgerechter Konstruktion ja,
    Fehler liegen hier in der Überstandskonstruktion bzw. Verarbeitung (Überdämmung/ Beschichtung)
    allseitige Beschichtung incl. Schmalfläche, direkte Freibewitterung ist nicht zulässig
    Das kann man so aus der Ferne nur schwer bis garnicht beantworten, da u.A. wichtige Details bis hin zum Ablauf nicht bekannt sind.
     
  5. susannede

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    Was sieht man auf dem Foto eigentlich?

    Pilze auf GK? Pilze auf OSB? Wenn ja warum, wurde die nicht runtergemacht?

    Ist der Pilzbefall bestätigt, oder ist dies immer noch Vermutung?

    Und wenn GK, was für GK? Und warum GK?
     
  6. R.J.

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  7. thomo

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    Antworten

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die bereits eingegangenen Rückmeldungen.
    Ich versuche mal, einige der aufkommenden Fragen zu beantworten, aber irgendwie entstehen dadurch immer noch mehr Fragen:

    @jetter
    Die Dachneigung beträgt ca. 4°, also ziemlich wenig...
    Wie erkenne ich denn eine fachgerechte Konstruktion und Ausführung, woran sehe ich, ob OSB/3 oder OSB/4 verwendet wurde, wahrscheinlich nur aus einem mir nicht vorliegenden Lieferschein, oder?
    Was verstehst Du man unter einer direkten Freibewitterung, es handelt sich wie gesagt um die Dachuntersicht, d.h. es ist noch eine Uginox-Verkleidung drüber. Wird auch von unten "frei bewittert"?

    @Susannede
    Man sieht Pilze auf der Unterseite der OSB-Platte, die den Dachüberstand der Gaube darstellt. Glücklicherweise sind die GKP nur im Innnenraum und nicht betroffen. Der Grund warum diese nicht ersetzt wurden ist einfach, Geld... Man müsste wohl das gesamte Uginox-Dach abnehmen, die Platten ersetzen und dann das Dach aufbauen. Wenn ich die Originalrechnung als Referenz nehme, dann sind wir damit im hohen 4-stelligen Bereich. Verständlicherweise wollten der Zimmermann und der Architekt dies bisher nicht übernehmen, ich auch nicht... Der Pilz wurde nicht wissenschaftlich als Pilz identifiziert, allerdings sind sowohl Architekt als auch alle Handwerker zum selben Schluss gekommen.

    @R.J.
    Danke für die Links, scheint ja kein völlig aussergewöhnliches Phänomen zu sein. Was mir ein wenig fehlt sind die Sanierungsvorschläge. Es wird von einem primär optischen Problem gesprochen, damit könnte ich leben. Da die OSB-Platte aber schon einen leicht aufgequollenen Eindruck macht und die Strands richtig hervortreten, habe ich Bedenken über die Tragfähigkeit auf Dauer. Muss zwar im Prinzip nur sich selbst und die Eindeckung tragen, aber es gibt bei uns auch hin und wieder richtig Schnee. Geht der Pilzbefall wirklich ohne Reduktion der Festigkeit voran?

    Ich freue mich selbstverständlich über jede weitere Meinungsäusserung aller Bauexperten.

    Viele Grüße
    Thomas
     
  8. R.J.

    R.J.

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    Für die Sanierung muss man den Grund erkennen.
    Pilze wachsen da wo es feucht ist, warum ist die Platte feucht? Weil diese
    1. mit durch die Harze tendenziell salzig ist (kommt darauf an welche Platte) und
    2. in dieser Einbausituation schneller abkühlt als die Umgebung.
    Gegen Nr 1 kann man nichts machen, gegen Nr 2 hilft wahrscheinlich warm einpacken. Dann kann Nr 1 auch vernachlässigt werden.
     
  9. jetter

    jetter

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    Moin moin,

    meine bisherigen Hinweise waren natürlich dafür gedacht weiter Fragen zu provozieren, damit man die Gesamtproblematik beleuchtet und nicht nur den Schimmel!

    Dachuntersicht zählt normal nicht zu frei bewittert - hier allerdings mit feuchtwaremer Luft aus Badfenster ist die Feuchtebelastung ebenso kritisch!

    zu R.J.:
    1 - ist bei den OSB-Platten nicht mehr relevant -Phenol wird da nicht mehr genommen
    2 - kann man nur unterstützen. Ist hier sicher grundsätzliche Ursache in Verbindung mit Badfenster.

    zu Thomo:
    Die OSB - wie sie jetzt da aussieht - muss IMHO raus - da war richtig und dauerhaft Feuchtigkeit im Spiel und hat die Struktur angegriffen!

    ungedämmter Dachüberstand und dann noch bei Metalldach geht nicht gut! Besser mehrschichtig konstruieren!
     
  10. lawyer

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    Kein Versicherungsschutz beim Handwerker, soweit es um den Schaden an der eigenen Leistung geht. Versicherung tritt nur bei MangelFOLGEschäden ein.
     
  11. thomo

    thomo

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    Vielen Dank für die diversen Rückmeldungen.

    Entsprechend Euren Empfehlungen wird es wohl auf einen Austausch der OSB-Platten herauslaufen müssen, idealerweise wohl noch mit einer Änderung des Aufbaus.

    Nur kann ich mir im Moment noch nicht so ganz vorstellen, wie dies ablaufen soll.
    Kann man im Normalfall die Uginox-Stehfalzeindeckung zerstörungsfrei demontieren und nach der Sanierung wieder montieren oder ist dies eher ein Fall für den Schrottcontainer? Dies hätte natürlich einen heftigen Kosteneinfluss.
    Weiterhin bezweifelt Ihr, daß der jetzige Aufbau dauerhaft sanierbar ist. Ihr empfehlt einen mehrschichtigen Aufbau bzw. den Überstand "einzupacken" um die schnelle Auskühlung zu verhindern. Wir sind ja aber leider an den Bestand gebunden, ich kann mir schwer vorstellen, wie der Zielaufbau zu realisieren ist, ohne die Höhen gravierend zu ändern. Nach oben könnte es ja noch gehen, nur passen dann die ganzen Anschlüsse nicht mehr. Nach unten habe ich aber nur 2-3 cm Platz, dann kommt gleich der Rolladenkasten. Würde die urspünglich erwägte Verkleidung der (dann neuen) Platte mit einer fasergebundenen Zementplatte (angeblich dicht und wasserresistent) wohl das Problem verbessern?

    Morgen früh werden jetzt der Architekt und der Zimmermann nochmals erscheinen, mal sehen was diese vorschlagen werden.

    Viele Grüße
    Thomas
     
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  13. jetter

    jetter

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  14. thomo

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    Kurzer Zwischenstand:
    Architekt, Zimmermann und Maler waren da.
    Alle waren etwas betroffen, daß das Problem durch die Neubeschichtung nicht gelöst wurde, wobei der Zimmermann es offensichtlich eigentlich schon so erwartet hatte.
    Wir kamen alle zusammen zum Schluss, daß daß wohl die Kombination aus Umgebungsbedinungen und Aufbau nicht ideal sind. Nordseite, Metalldach auf ungedämmter OSB-Platte am Dachüberhang und direkt darunter liegende Badfenster scheinen nicht gut zusammen zu passen.
    Jetzt muss man sich wohl Gedanken machen, wie ein funktionierender Aufbau unter diesen Bedingungen funktionieren kann.
    Am Ende haben wir vereinbart, einen Bauphysiker zu befragen. Der Architekt wird zur Sicherheit seine Haftpflicht informieren, um vorbereitet zu sein, falls tatsächlich eine kostspielige Sanierung notwendig werden sollte.
    Nachdem ich mir die Dokumente des Frauenhofer-Instituts aus Beitrag Nr.5 besorgt habe, kommen mir aber Zweifel, ob es ohne Entfernung der Blechhaut und Dämmung des Überstands funktionieren wird.

    Über weitere Kommentare und Ratschläge würde ich mich sehr freuen.
    Viele Grüße
    Thomas
     
Thema: Pilzbefall Dachuntersicht
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